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Dr. Tod

Ich gehe überhaupt nicht gerne zum Arzt! Ich verfolge ja eher so die Theorie, wenn ich nicht hingehe, dann habe ich auch nichts!

Nun kam es aber so, dass ich letzte Woche beim Einkaufen, eine Frau gesehen habe. Es war keine gewöhnliche Frau. Sie stand, wie ich, am Gemüsestand. Und sie hatte was. Etwas, was nicht genannt werden durfte. Jedenfalls nicht in meiner Gegenwart. Aber es war unausweichlich. Ich dachte nur: „Entspann Dich Sunny, bleib ganz locker! Du hattest so lange keinen Kontakt. Es wird schon alles gut gehen…..!“

Den Rest des Tages dachte ich auch gar nicht mehr an diese Begegnung, doch gegen Abend spürte ich es. Es kam näher. Panik stieg in mir hoch. Bitte, bitte, nicht! Ich konnte es nicht mehr verhindern. Es war zu spät. Ich rannte ins Badezimmer und schaute in den Spiegel! An meiner Oberlippe konnte man es schon sehen, das erste Herpes-Bläschen! Spätestens in drei Stunden würde ich aussehen wie ein Preisboxer. Doch das sollte nicht alles sein.

Am nächsten Morgen war es noch viel schlimmer. Da sich Herpes-Bläschen ja am wohlsten in einem geschwächten Immunsystem fühlen, haben sie gleich noch ein paar Angina-Keime zur Party eingeladen. Ich konnte nicht mehr sprechen. Es gibt einige, die würden das bei mir nicht unbedingt als Handicap empfinden. Aber ich konnte auch nicht mehr schlucken. Beim Versuch, eine Schmerztablette herunterzuwürgen, wäre ich fast erstickt. Nach vielen Stunden und Versuchen die Situation mit Hausmitteln und Selbstmedikation zu verbessern, hatte ich die Schnauze voll. Im wahrsten Sinne des Wortes! Natürlich war die Sprechstundenzeit der Hausärzte schon vorbei. Ich musste ins Krankenhaus!

Ich gehe ja überhaupt nicht gerne in Krankenhäuser! Bei dem Geruch dort, verfolgt mich schon der Tod. Die Notaufnahme war voll. Verstauchte Knöchel, blutende Nasen, schniefende Kinder und hustende Greise. Könnte man Keime, Viren und Bakterien in Farbe tauchen, hier fände man ein buntes Erreger-Potpourri. Ich musste schlucken, konnte aber nicht. Stechender Schmerz und knurrender Magen. Die Dame bei der Anmeldung lächelte aufgesetzt.

„Warum sind Sie gekommen?“

(Um wieder zu gehen, du blöde Kuh!)

„Ich habe seit zwei Tagen Halsschmerzen und kann nicht mehr schlucken!“

Sie zog die Augenbrauen hoch.

„Versicherungskarte und dann bekomme ich noch 10 Euro Notfallgebühr von Ihnen!“

„Ich bin aber kein Notfall!“

„Haben Sie gelesen, was an der Tür steht? N O T F A L L A M B U L A N Z!!!!“

(Da kommst du auch gleich hin, Schnepfe!)

„Ach so, ja, natürlich!“

„Wir haben aber keinen HNO-Arzt hier, nur einen Internisten. Das kann dauern, sag ich Ihnen gleich!“

(Wenn das mit mir so weitergeht, kannst du auch gleich einen Pathologen rufen, du unbefriedigte Nuss! Allerdings für dich!)

„Kein Problem!“

Ich setzte mich in den Wartebereich. Neben mir unterhielt sich ein älteres Ehepaar. Sie hustete asthmatisch.

„Kein HNO, nur ein Internist. Das ist das schlimmste, was passieren konnte, Erwin. Die nehmen mir doch gleich einen Lungenflügel raus!“

„Traudel, mal doch nicht gleich wieder den Teufel an die Wand!“

„Nee, nee, weißt Du noch bei der Irmi? Die hatte nur ein bisschen Sodbrennen und am Ende war der Darm raus und sie hatte einen künstlichen Ausgang. Ich sach dir, die wollen meinen Lungenflügel!“

Ich versuchte wieder erfolglos zu schlucken. Würden sie einen Luftröhrenschnitt bei mir machen? Vielleicht kam ich auch an die eiserne Lunge, gab es eigentlich schon Rachen-Plastiken? Ich bekam Angst. Vielleicht sollte man diese Notfallärzte statt Internisten, eher Organ-Artisten nennen.

Nach über drei Stunden Wartezeit und dem Ehepaar, was nicht mehr aus dem Behandlungsraum herauskam, war ich so verstört, dass mir jeder im weißen Kittel wie ein potentieller Organhändler vorkam.

Dann kam die unbefriedigte Assi-Nuss mit ihren Croc-Gummilatschen ums Eck.

„Frau Möller, bitte in Raum 13!“

Nein, nicht Raum 13! Meine Kinder, würden sie ohne Mutter aufwachsen müssen? Wissen sie eigentlich, wie sehr ich sie liebe? Ich wollte doch immer noch mal nach Israel, Gebetszettel in eine Ritze der Klagemauer schieben……

„Gutten Taak Frrau Möler, isch bin Dokktorr Translav! Wie gäht es Ihnen dennn? Isch örte, Sie aben es am Alß? Machen Sie doch bitte den Mund waitt auf!“

Ahhhh, Doktor Transsilvanien will mein Blut. Ich überlegte kurz, es wie meine kleine Tochter zu machen, einfach die Lippen zusammenpressen. Aber Doktor Tod hatte diesen Blick. In einer anderen Szenerie würde man ihn als bekifft bezeichnen, hier war es ein hypnotischer, Unheil bringender Blick. Gleißendes Licht blendete mich. Ich öffnete den Mund.

„Meine liebe Gütte, seit zwei Tagen laufen Sie damit errum? Sie abe ja gar kain Loch mehr zwischen die Dingaa! Alles geaitaat! Da müssen wia dringend was machen!!!“

Das Licht, ich konnte nichts sehen. Aber da glänzte noch was. Hatte er ein Skalpell in der Hand? Natürlich, das war doch ein Messer!!!!!!! Hilfeeeee!!!!

Zwei Minuten später stand ich draußen. Ich hatte in der einen Hand ein Rezept und in der anderen zwei kleine Tüten Gummibärchen für die „Kindärrr“. Das ältere Ehepaar ging an mir vorbei. Sie hatte ein Asthma-Spray in der Hand. Und das Skalpell? Es war einfach nur ein Kugelschreiber gewesen, für die Unterschrift, auf dem Rezept.

Ich schluckte schlucklos. Ich gehe ja überhaupt nicht gerne zum Arzt!

(c) Sunny Möller

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In der Weihnachtsbäckerei…

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So, versprochen ist versprochen! Die erste Backrunde ist geschafft, hier und da muss noch ein bisschen dekoriert werden, aber heute gibt es schon mal zwei sensationell einfache Rezepte, die mit wenig Zutaten auskommen und gerade deshalb so köstlich sind! Viel Spaß beim Nachbacken.

Prinz die Rolle

Für den Teig:

200g Mehl (immer gern Dinkel Typ 603)
75g Speisestärke
100g Zucker
1 Ei
175g Butter
50g Mandeln gemahlen

Nachdem ihr die Stärke und das Mehl aneinander vorgestellt habt, lasst ihr die anderen Partygäste dazu kommen und gebt ihnen den Mixer-Boogie! Anschließend eine halbe Stunde ausruhen lassen, danach mit der Rolle platt machen und Kreise ausstechen (dafür eignen sich gut Gläser von der Party). Keine Scham, sie lieben es! Danach schick sie, auf Backpapier gebettet bei 180° Umluft in die Warmluft für ca. 10 Min.

In der Zwischenzeit kommt die

Füllung:

100g Kuvertüre (Vollmilch oder Zartbitter)
100g Marzipan-Rohmasse
100g Butter

und fürs schick machen jede Form der Dekoration! 🙂

Die Kuvertüre im Wasserbad zum Schmelzen bringen, das Marzipan reiben, als ob es Käse wäre. Dann die flüssige Schokolade mit Marzipan und Butter zu einem sündigen Komplott zusammen führen. (cremig rühren kann man es auch nennen)

Dann wird der Prinz gerollt. Keks, ein Löffel Füllung, Keks, dekorieren nach Geschmack und Lust und Laune!

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Kekse backen und parken auf Lücke

Kennt ihr dieses Parken auf Lücke? Diese Parkexperten, die gerne zwischen den Autos so viel Platz lassen, dass bei dir die Schweißdrüsen vor Genervtheit anspringen. Zu wenig für einen Smart und zu viel für einen Igel.
Das Problem haben wir jedes Jahr beim Kekse ausstechen. Es wird so auf Lücke gestochen, dass weder ein Mond, noch eine dämliche Sternschnuppe dazwischen passen. Also bleibt immer ein Teigklops übrig, der wieder mütterlich zusammen geknetet wird, bis er langsam eine aschgraue Farbe annimmt. Die Kinderhände sind mittlerweile allerdings sauber.
Dieses Jahr habe ich gleich mal ne Ansage gemacht! Schluss mit der Romantik! Mit den süßen Engelchen und den putzigen Rentieren! Hier wird gefälligst zeitsparend gestochen, damit das Keksglas voll wird!!!! Was dabei rausgekommen ist, seht ihr oben! Dass Kinder auch immer alles so genau nehmen müssen!!! 🙂 💋💋💋

Rezepte gibt es morgen auf meinem blog!

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Balla balla oder was???

(c) fotolia

Kaufen, los kaufen, kaufen, kaufen, kaufen!!!!! Beeilt euch!!! Das ist die Schangße! Es ist Black Friday!!!!! Ich dachte die ganze Zeit, das hat was mit der Börse zu tun. Nee, Kinners! Es regnet Prozente, also galoppi! 20 % auf alles, außer Tena Lady! Der Sale schlechthin!!! Ernsthaft? War nicht gerade erst Presale, Summersale, Autumn-beginning-sale, Schokoweihnachtsmänneranfangssale, Presilvesterraclettekäsesale, David-Garrett-Arschgeigen-Super-Sale, WeihnachtennahtichbrauchneKugel-Sale??? Welchen Sale braucht ihr denn noch, um zu wissen, diesen Super-giganto-du-ficki-ficki-Spartütensupergaukli holen Sie bei dir spätestens bei dem total überteuerten Starbucks Dreckskaffee für 98,50 wieder rein. Den du schlürfst, während du dich über dein Superschnäppchen am Black Friday freust! Bumm, tschak, bumm, das Fest der Liebe rückt näher und näher!

Happy weekend and a lot of fun in the totally überfüllten Einkaufspassages!

(c) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Kinderwelt, Stimmungslage

Emma´s Welt der Worte und ihre Bedeutung

„Ich hasse es, ich hasse, ich hasse es! Dieser Kanapilatismus zerstört die Welt! Die Liebe, einfach alles!!!!“

„Emma, ich glaube du meinst Kapitalismus!“

„Nein Luluke, das meinte ich überhaupt nicht! Kapitalismus hat Mami schon erklärt. Alle wollen immer mehr, sind nie zufrieden und werden immer geiziger! Ich meine, bald ist es soweit!!! Sie fressen sich gegenseitig auf!!!“

„Ach so, du meinst Kannibalismus!“

„LULUUUKE! Die Mischung Luluke, die Mischung! Die ganzen Leute werden immer verrückter nach ganz viel Geld, dass sie nur noch für Angebersachen ausgeben wollen. Und wo sparen sie, Luluke? Wo sparen sie?“

„Wo?“

„Beim Essen Luluke! Verstehst du das jetzt mal endlich??? Die Menschen sparen beim Essen! Also fangen sie an, sich gegenseitig aufzufressen! Das bedeutet dann immer weniger Menschen und immer mehr Geld!“

Irgendwie hat sie doch ziemlich viel verstanden!!! ❤

(c) Sunny Möller

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R.I.P. Telefonzelle

(c)fotolia
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Wer in den 70er und 80er Jahren aufgewachsen ist – für den war ein solcher Kasten der Anschluss zur Welt. Im Winter war’s eiskalt, im Sommer brütend heiß, drinnen hausten Spinnen, Käfer, Schnaken – egal. Für 20 Pfennig konnte man Dauergespräche führen.
Die Folge: Warteschlangen. Und Wutausbrüche, wenn jemand gegen die Scheibe bollerte oder die Tür aufriss und rief: „Leg endlich auf!“
In den 80er Jahren war Schluss mit Dauergesprächen: der 8-Minuten-Takt wurde eingeführt. Jetzt hieß es: noch mehr Kleingeld dabei haben. Und hoffen, dass die Münzen nicht immer durch den Schlitz fielen.
Manchmal half es, die Münzen am Telefonkasten zu reiben, um sie statisch aufzuladen. Manchmal aber auch nicht: Ohne Geld-Nachschub war das Gespräch plötzlich weg. Einfach weg. Für die ganz jungen unter euch: Is wie Akku leer, Alter!
Jetzt gibt es gerade mal noch 30.000 Telefonzellen deutschlandweit…und ich habe es nicht mal gemerkt. Es hat mich nicht gekümmert. Irgendwie traurig…ich weiß aber noch, wo mal eine stand. Vielleicht stelle ich da mal eine Kerze auf…vielleicht erinnert sich ja noch jemand.
R.I.P. Telefonzelle.