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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 7 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Ed von Schleck

„Das ist wirklich bis jetzt der tollste Typ, den ich kennengelernt habe. Er sieht toll aus, hat einen coolen Job als Texter und achtet voll auf weibliche Bedürfnisse! Es ist wirklich richtig schön, alles in allem.“

Bettina und ich saßen mal wieder in unserem Lieblingscafé Und unterhielten uns über ihre neue Errungenschaft. Bei dem alles in allem wurde ich hellhörig.

„Aber irgendetwas gefällt dir doch nicht. Ward ihr schon im Bett?“

„Sunny, ich kenne Ben jetzt seit einem Monat. Klar läuft da schon was.“

Euphorisch klang anders.

„Und? Ist es gut!“

Sie nahm einen ziemlich zeitaufwendigen Schluck Milchkaffee. Dann schaute sie mich etwas ratlos an.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr weiter. Vielleicht bleibe ich auch einfach alleine und kauf mir ne Katze. Ich hab mich wirklich richtig in Ben verliebt, aber ich hätte nach dem Küssen schon wissen können, dass wir vielleicht nicht optimal zusammen passen.“

„Wieso?“

„Er ist ein Spucker!“

„Wie Spucker?

„Beim ersten Kuss ging es ja noch, da ist mir das gar nicht so aufgefallen, aber der sabbert wie ein Irrer. Er beschränkt sich nicht darauf meinen Mund zu küssen, sondern leckt in weiträumigen Bewegungen rund um den Mund herum und zwar mit breit ausgestellter Zunge. Er hat sogar an meinen Augen rumgelutscht. Wenn ich ihn dann einfach packe und „normal“ küssen will, hab ich das Gefühl, auf mich rollt eine Speichelwelle zu. Ich putze mir tatsächlich zwischendurch den Mund mit dem Ärmel ab, sofern ich noch Klamotten anhabe.

Ich dachte gerade daran, was da so alles drin rum schwimmt. Klar, furztrocken küssen wäre auch komisch, aber mit Mund abputzen?

„Na und der Sex? Man sagt ja, schlechte Küsser sind auch schlecht im Bett!“

Sie guckte so, als würde sie sich gleich erst einmal einen Sekt bestellen, um meine Fragen besser zu verkraften.

„Keine Ahnung!“

„Wie, keine Ahnung!“

„Ich seh ihn kaum. Er leckt mich.“

„Häähhh?“

„Na ja, er klemmt ständig zwischen meinen Beinen. Erst leckt er meine Beine ab, dann leckt er meinen Bauch ab und nach diesem Feuerwerk an Leckerei, geht es zwischen den Beinen los. Ich weiß nicht, welche Aussage Männer zu dem Schluss haben kommen lassen, Frauen stehen total auf Lecken. Tun wir ja auch, aber doch nicht stundenlang. Wenn er wenigstens noch seine Finger mit zum Einsatz gebracht hätte, aber nein, eine halbe Stunde Zungenspitze an Kitzler. Und ja, ich habe gestöhnt und geschrien, weil meine erogene Zone einer offenen Wunde entgegen sah. Ich war froh, dass er wenigstens die Decke über den Kopf gezogen hatte. Ich hab kurz bei Facebook meine Nachrichten gecheckt.“

„Das soll doch wohl ein Scherz sein!?“

„Ich wünschte, es wäre so. Der hat doch nichts mitbekommen. Komisch, das war so ein bisschen ein Gefühl wie bei der zersägten Jungfrau. Ober- und Unterkörper hatten keine Verbindung mehr. Entweder er hat sich so in Ekstase geleckt oder er hat sich dabei einen runtergeholt. Er sah hinterher ziemlich zufrieden aus.“

„Aber warum machst du nicht deine Klappe auf und sagst ihm, dass das alles nicht so dein Ding ist?“

Sie sah mich etwas verstört an.

„Die Frage stelle ich mir auch andauernd. Ich kann das einfach nicht, manchmal glaube ich, ich weiß selber gar nicht so richtig, worauf ich stehe. Ich will ihn auch nicht als Niete hinstellen, vielleicht liegt es ja an mir. Wenn du mich fragen würdest worauf Männer so stehen, fällt mir ehrlich gesagt auch nur eine erogene Zone ein, die mit Vögeln und Blasen rundum versorgt ist. Männer reden da nicht gerne drüber?

Ist das unser Problem? Kann es unseren Mr. Right gar nicht geben? Haben wir so wenig Kontakt zu unserem Körper, dass wir gar nicht wissen, was er will und wie er es will? Und was macht unseren Partner heiß? Ist Bettinas Annahme wirklich richtig und so simpel? Wir haben 2017 und reden immer noch nicht offen über unsere sexuellen Bedürfnisse? Stattdessen rennen wir angesäuselt in „Shakes of Grey“ und vergnügen uns kichernd wie kleine Mädchen, die etwas Verbotenes tun, auf Dildo- und Dessouspartys. Trotzdem erleben ca. 60 Prozent aller Frauen nie einen Orgasmus, leiden unter Orgasmusstörungen! Echt jetzt? Ernsthaft? Die Welt verkommt immer weiter zur zeigefreudigen Pornobühne und wir werden sexuell immer frustrierter?

Keine Angst! Der Richtige ist unterwegs! ❤

(C) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Autorenquatsch

TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 6 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: DER Spielzeugmann

„Timo findet es erotisch, wenn ich tagsüber mit Liebeskugeln rumlaufe und ihm erzähle, was ich so dabei fühle.“

Ich hatte mich schon gewundert, warum meine Freundin ständig so einen schrägen Blick drauf hatte. Sie traf sich seit ein paar Wochen mit Timo aus der Marketingabteilung ihrer Firma.

„Und?“

Sie lächelte etwas gequält.

„Na ja, ich probiere es gerade aus. Es ist ein bisschen so, als würde er die ganze Zeit in mir stecken. Er ruft mindestens zehn mal am Tag an und fragt den Status ab. Am Anfang fand ich das noch ganz antörnend, aber mittlerweile nervt es etwas. Außerdem fallen die Dinger raus, wenn ich niesen muss. Wenn wir uns dann abends sehen, hab ich gar keine Lust mehr auf ihn. Und sie sind rosa, Sunny! Rosa! Als ob das jemand sehen würde.“

„Wie findet Timo das?“

„Er meint, wir hätten mich noch nicht richtig ausbalanciert und sollten noch mal Nippelklemmen dazu probieren!“

Er schien sie auf irgendeine Weise spicken zu wollen wie ein Spanferkel. Ich musste lachen. Wann kommt sie auf den Lustspieß? Ich dachte an Pole-Dance.

„Und was denkst du?“

Sie musste husten und schlug ruckartig die Beine übereinander. Husten schienen die Kugeln wohl auch nicht so gut zu verkraften….

„Ich denke, ich mache Schluss!“

Gibt sie zu früh auf? Könnte ein klärendes Gespräch den Sex vielleicht doch in die richtige Richtung lenken? Gegen kleine Spielereien im Bett ist ja prinzipiell nichts einzuwenden. Ich denke, jeder trägt einen, mehr oder minder großen Fetisch in sich. Das Ausmaß ist, wie bei allen anderen Dingen, ziemlich entscheidend. Und ist es wirklich ein Fetisch oder eine Möglichkeit, der sexuellen Langeweile zu entgehen?

So hatte ich mit 20 ein paar Dates mit einem angehenden Mediziner, der im Bett plötzlich seinen Mundschutz tragen wollte und anfing, mich mit einem seiner Skalpelle zu pediküren. Außerdem schwärmte er begeistert von den Hautschichten meines Wadenbeins, während er mir die Hornhaut von den Füßen kratzte. Ich habe ihn nie wieder gesehen und doch habe ich immer das leise Gefühl, ich finde ihn irgendwann bei google zwischen Ted Bundy und Baumeister als „Skalpello, den Schlächter“, wieder.

Die Frage ist, zu welchem Zeitpunkt kommen die einschlägigen Spielzeuge ins Spiel? Oder gehen viele auch lieber gleich fremd, um den erotischen Nervenkitzel woanders aufzufrischen? Während uns in der ersten Phase der Verliebtheit auch ein Baumwollschlüpfer und ein unrasiertes Bein nicht aus der erotischen Fassung bringen, verlangt eine längere Beziehung oft nach mehr Entertainment. Es liegt ein schmaler Grad zwischen, wie toll, jetzt kennen wir uns schon so gut, dass wir exotischere Stellungen ausprobieren und oh mann, wenn wir es jetzt schon wieder von hinten in der Dusche tun, muss ich wenigstens mal anderes Duschgel besorgen.

Im Verlauf einer langjährigen Beziehung, vielleicht sind mittlerweile auch schon Kinder dabei, muss man schon erfinderisch werden, um das Feuer am Lodern zu halten. Dessous, Nippelklemmen, Dildos in allen Formen und Farben, wo man sich fragt, wo die so überall landen. Die kauft man auch nicht mehr heimlich in einer unauffälligen Verpackung, nein, man geht auf tupperähnliche Vibratorenpartys und würgt gemeinsam den Gummilurch. Wenn das nicht reicht, das Angebot ist vielfältig. Plüschhandschellen, spanische Fliege, Überraschungspakete „Super-Sexbombe“, Plugs und Liebeskugeln, also eine Rundumausstattung für jede Körperöffnung oder erogene Zone. Ist das nötig? Kommen wir sonst irgendwann nicht mehr auf Touren? Hat die sexuelle Anziehungskraft ein Verfallsdatum?

Wen haben wir noch nicht? Ich nenne ihn gerne Ed von Schleck!

© Sunny Möller

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 5 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: DER Reinliche

Mit der Sauberkeit ist das so eine Sache. Während zu früheren Zeiten alles übergepudert wurde und etwas später der Busch wirklich noch seinem Namen alle Ehre machte, wird heute geschrubbt, enthaart und desinfiziert, was die Hygieneindustrie so hergibt. Gut, man hatte damals sicherlich mit so Erscheinungen wie Syphilis, Sackratten und anderen Tierchen zu kämpfen, aber hey, die Seuchen haben uns auch heute nicht verlassen, hinzu kommen die ganzen Kontaktallergien durch irgendwelche Waschsubstanzen. Ganz nebenbei ist hierzulande die Krätze wieder auf dem Vormarsch an deutschen Grundschulen und Kindergärten. Schuld daran sind natürlich die Flüchtlinge, genau so wie am Knoblauchpreis, erklärt mir ein fast zahnloser Jogginghosenträger beim Aldi! „Außer mein Schnapppps, die Dame, den hammse noch nich teurer jemacht. Dürfen se ja auch nich, die Mosleme, nääääh? Aber den Knoblauch fressen se uns wech. Ich sach ihnen, das wird noch böse enden! Von 99 Cent auf 1,29 Euro den Knoblauch, eine Frechheit! Schönen Tach noch!“ Ich schweife ab, aber der war jetzt mal nicht so sauber, deshalb passt er doch rein. 🙂

Kommen wir zurück zu unserem Mr. Right. Wir sind ihm dicht auf den Fersen. Heutzutage muss alles sauber sein, angefangen mit dem Image. Und beim Sex? Schmutzig sind nur die entsprechenden Filme und die riechen nicht.

Der Spruch, ich kann dich gut riechen, kommt nicht von ungefähr. Kennt ihr das? Der Geruch des einen Mannes ist so anziehend, dass man möglichst ganz dicht in seiner Nähe sein möchte. Augen zu und einatmen. Die Mischung aus Körperwärme, dem letzten Kaffee, die Reste eines, vor zwei Tagen benutztes Parfums, die leicht verschwitzten Haare, die in der Sonne schimmern. Aufnehmen, ansehen, genießen.

Und dann gibt es die überladenen Reinlichkeitsfanatiker, bei denen nichts mehr so riecht, wie sie selbst. Duschgel, Peeling, Waxing, Bleeching, Pediküre, Maniküre, Kur, Conditioner, Körperlotion, Deo, Aftershave, Eau de Toilette, Mundspray und Slipeinlagen. Bloß nichts von sich durchriechen lassen. Vielleicht treffen wir deshalb oft die falsche Partnerwahl. Wir merken nicht mehr, was uns stinkt.

So ein bisschen erinnert es mich an den völlig geruchslosen Protagonisten Jean-Baptiste, aus Süßkinds ‚Parfum’. Er destillierte haufenweise Jungfrauen, um sich damit zu überschütten und somit an Attraktivität zu gewinnen. Gut, das Volk fraß ihn auf, aber meine Güte, irgendwas ist ja immer. „Ich habe dich zum Fressen gern“ mit völlig neuer Bedeutung. Aber die Botschaft ist klar, die Ursprünglichkeit macht anziehend. Jedenfalls ging mir das immer so. Ein Kerl soll auch gefälligst wie ein Kerl riechen und nicht wie das Testobjekt einer übereifrigen Avon-Beraterin. Ich war mal kurzfristig mit so einer sagrotanisierten Nacktschnecke verbandelt, für mich die hygienische Hölle. Nacktschnecke deshalb, weil der Typ komplett enthaart war. Achseln, Beine, rund ums Ding, meine Güte, der hatte nicht ein Haar am Sack. Ich wollte den gar nicht anfassen, denn er war epiliert und nicht rasiert. Bei einer Rasur konnte man ja noch erspüren, dass da irgendwo, irgendwann mal Haare waren, bei dem war alles delphinglatt. Da das männliche Geschlecht ja generell nicht unbedingt jeden Schönheitswettbewerb gewinnen würde, so umspielt ihn doch eine anständige Intimfriese einigermaßen erregungsfreudig. Dieser Anblick allerdings erinnerte mich wirklich eher an besagte Tiere, die bei feuchtem Wetter durch die Rabatten kriechen. Nur richten die sich nicht irgendwann auf. Sex? Unvorstellbar! Ich bewegte mich mit meinen konventionell rasierten Achseln Richtung Ausgang, noch bevor bei ihm was wachsen konnte und das in jeglicher Form.

Und begegnet dir irgendwann so ein Putzschwamm, dann renn! Du wirst dich immer schmutzig fühlen. Denn er duscht vor dem Sex, nach dem Sex und dazwischen auch. Du wirst einen Spleen entwickeln, damit du bloß keine natürlichen Marken hinterlässt. Du wirst in deine Hand hauchen, die Nase unter die Arme klemmen, du wirst duschen, shaven, epilieren, optimieren und zum Schluss dreimal am Tag dein Höschen wechseln, um nichts mehr von dir preiszugeben. Seelenlos wie Meister Proper. Aber willst du das?

Und dann? Der Spielzeugmann!

© Sunny Möller

Allgemein

TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 4 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Der Feinschmecker

Wer erinnert sich nicht an diesen hoch erotischen Thriller 9 ½ Wochen, als dieser heute eher auseinander operierte Sexgott, Micky Rourke, die wunderschöne Kim Basinger mit Erdbeeren fütterte und sie zum Schluss mit der flotten Biene zu wahren ekstatischen Aussetzern trieb….

Wir waren verzückt, konnten den Honig geradezu schmecken, den Micky von unserer Haut schleckte. Dieser Film wurde unzählige Male als Vorspiel geschaut, hatte nicht ganz das schmutzige Behavior wie ein schlichter Uggaugga-Porno und diente sicherlich dem einen oder der anderen, als Do-it-yourself-Vorlage.

Aber betreiben wir diese Szene doch mal im realen Leben.

In den seltensten Fällen gerät man an einen Spielgefährten wie Micky Rourke in jungen Jahren und hatte er dann den Kühlschrank vollgepackt mit dieser Art von kulinarischen Genüssen?
Oder würde man beim Singlemann eher Gefahr laufen, mit Bier überschüttet und mit Tiefkühlpizza erschlagen zu werden? Selbst wenn er gut vorbereitet sein würde, wie sexy konnte es wirklich sein, im Vorfeld mit einem Potpourri von Wackelpeter und Peperoni vollgestopft, anschließend noch mit Schampus bespritzt und Honig übergossen, gevögelt zu werden?
Eine Mischung aus Schärfe und Klebrigkeit, die in jeder noch so kleinen Ritze hängt, soll uns zu erotischen Höhenflügen treiben? Ich weiß es nicht. Ich stell mir gerade vor, wie ich mit meinem krampfhaft eingezogenem Bauch halb nackt in irgendwelchen Türeingängen tanze…während ein scharfer Peperoni-Pups mit Götterspeisenaroma den Ausgang sucht.

Und gibt es Unterschiede beim Feinschmecker-Sex?

Legt uns der Biobauer, selbst gebackenes Brot auf die Scham, bedeckt unsere Brüste mit unbehandelten Mangoldblättern und füttert uns mit geschrotetem Müsli aus kontrolliertem Anbau und seiner eigenen Mühle? Bei dieser Kombination brauchen wir über die Folgeerscheinungen gar nicht reden.

Und was macht der Yuppie? Austern in die Poritze, während er auf unserem Rücken ein paar Makis vorbereitet? Abgerundet wird das Liebesspiel mit einem Schokoladenfondue zwischen den Brüsten, mit undefinierbaren Früchten wie Kaki und Litschi?

Und was bereiten die neuerdings, ach so hippen Veganer vor? Das könnte schwierig werden, weil ich nicht genau weiß, ob ihre Gurke das Fleisch berühren darf.

Beim Studenten hingegen würde man wahrscheinlich gekörnte Brühe und Dosenravioli in den erogenen Zonen wiederfinden….

Allerdings die Sache mit den Eiswürfeln…..ein erstrebenswerter Kompromiss, in meinen Augen! Sauber und verdauungsfreundlich.

Folgen kann hier, meiner Meinung nach nur…….

Der REINLICHE!

© Sunny Möller

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 3 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – heute: Der Stellungswechsler

Woman question

Der Stellungswechsler ist vorwiegend in seinem natürlichen Lebensraum zu finden. In der Pornoecke der hiesigen Videothek. Obwohl man heute ja schon alles online herunterhol … laden kann. Aber der Stellungswechsler bummelt immer noch gern an den Regalen. Was er sieht, ist seine Realität. Und da es wohl kaum einen dieser Filme gibt, bei der die Protagonistinnen in einer Position verharren und bei jeder noch so akrobatischen Stellung kreischen und jaulen, glaubt der Stellungswechsler, so muss er es seiner Partnerin besorgen. Wenn das bei Dr. Rammel und Schwester Fick Part 186 klappt, dann auch bei Otto Normal!

Meine Freundin Bett…..ach komm, nennen wir sie heute mal Vivien, hatte vor einer Woche so einen Voltigiermeister kennengelernt. Eigentlich fing die Geschichte ganz harmlos an. Ein paar Drinks in einer Bar, sinnlose Gespräche über den Job oder das Wetter.

„Und der konnte küssen Sunny, das war echt der Hammer! Und du weißt ja, was man über Männer sagt, die gut küssen können!“

„Ich schätze das gleiche, wie über Männer die gut tanzen können?“

„Nee, die sind schwul! Gute Küsser sind immer gut im Bett!“

„Und?“

„Also, der Anfang war total gut. Der Otto (so hieß er wirklich) steht irgendwie auf Rollenspiele. Das törnt ihn total an. Ich hab da eigentlich auch nix gegen. Solange ich kein Schulmädchen spielen soll. Er war todkrank und ich war seine Ärztin. Voll spannend. Kannte ich noch gar nicht. Der japste so süß!“

So, so und jetzt würde nach Schwester Fick gerufen….

„Brauchte er eine Schwester?“

„Nein, du Dummi! Ich war doch die Ärztin!“

Cool, Otto hatte den sozialen Aufstieg von Schwester Fick eingebaut.

„Hast du ihn untersucht, Frau Dr. Geil?“

Vivien guckte mich genervt an.

„Nein! Ich war nicht Dr. Geil, so haben wir das nicht gespielt! Das wäre ja total unecht gewesen! Ich war Dr. Vivien und sollte ihn gesund küssen. Und dabei hat er sich und mich ausgezogen, weil er so hoch Fieber hatte.“
Sie hatte recht! Das war um einiges realistischer!

„Alles klar! Konntest du ihn retten?“

„Sehr witzig. Darüber kann ich gar nicht lachen! Mir tut alles weh! Der hat mit mir Stellungen gemacht, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Erst ganz normal, dann ich oben, dann von hinten, danach vierbeinige Schere, übergangslos in die 69, halbe Rolle in die Seitenlage von schräg unten und danach nochmal ich auf ihm, a la hoppe hoppe Reiter. Dabei hat er ständig an meinem Busen gerüttelt, wie an solchen Buzzern in einer Quiz-Show. Immer, wenn ich mich gerade in eine Position eingelebt hatte, kam die nächste. Und dann brüllte er ständig, ‚DU GEILE KLEINE SAU, KOMM UND HOL´S DIR’. Ich kam mir vor, wie in einem Pornofilm.“

„Warum hast du nicht einfach abgebrochen?“

„Ach, ich dachte, irgendwann geht ihm schon die Puste aus und wir können gemütlich in der Blümchenstellung zum befriedigenden Ende kommen.“

„Hat´s funktioniert?“

„Nein. Bei der letzten Stellung war ich in Schubkarrenposition und er musste von hinten die Ernte einfahren. Da hatte ich endgültig die Nase voll. Also habe ich ihm das vorgespielt, was er offensichtlich brauchte. Habe ihn aufs Übelste beschimpft, noch ein paar Mal vor die Schienbeine getreten und dabei die ganze Zeit geschrien: Ja, Baby, jaaaa, gib mir deinen Hafer!!!! Ich will deinen Hafer! Als er dann kam, fing er vor Glückseligkeit an zu schielen!“

„Hast du ihm deinen Höhepunkt vorgespielt?“

„Nee. Er fragte hinterher nur, ob ich auch gekommen sei!“

„Und was hast du geantwortet?“

„Weißt du Otto, du hast deine Ernte eingefahren und meine Scheune ist jetzt dicht! Erntedank nennt man das wohl, glaub ich! Und dann bin ich gegangen!“

„Siehst du ihn wieder?“

„Bist du bescheuert???“

Wann kommt der Richtige? Wer weiß um unsere Bedürfnisse? WER?

Demnächst…….der Feinschmecker

(c) Sunny Möller

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Täuschungsmanöver Teil 2 – Auf der Suche nach Mr. Right oder so ähnlich – Heute: So was von lieb!

Woman question

Du erkennst sie schon am Blick! Sie schauen dich an, wie frisch geborene Hundebabys, die Augenlider von rechts außen leicht nach innen geklappt. Außerdem wirken sie so, als hätten sie den Kamillentee ständig im Anschlag, nur um gegebenenfalls dein Bauchweh zu kurieren. Sie kraulen und streicheln mit einem Minimum an Berührung ständig an dir herum, nur um dir ihre Wertschätzung mitzuteilen. Das kann ja mal ganz nett sein, doch hin und wieder mögen wir auch, wenn Mann zupackt.

Ich wartete auf Bettina, die seit zwei Wochen ihren lieben Kollegen Johannes datete. Ich war mir sicher, dass sie etwas zum Thema beitragen konnte. Ich sah sie schon von weitem. Johannes begleitete sie. Hoffentlich würde er nicht bleiben. Ich sah schon aus der Ferne den welpenvernebelten Blick. Bettina erkannte meinen, Panik verschrobenen Blick.

„Hallo Sunny! Der Johannes wollte mich nur kurz vorbei bringen, damit er weiß, dass ich heile ankomme. Ist das nicht süß?“

„Voll süß, der Johannes!“

Der Johannes lächelte wohlwollend.

„Ach die Sunny wieder, du immer mit deinen Sprüchen! Zum Totlachen.“

Ja, mach doch. Bitte! Hab ich nix gegen. Mir fiel auf, dass bestimmte Leute aus bestimmten Kreisen, gerne einen Artikel vor die Namen packen. Die Sunny ist zum Totlachen und der Johannes fällt einfach nicht um. Ich habe mich immer gefragt, warum das so ist. Brauchen sie diese Genuszuweisung um zwischen Jungs und Mädchen unterscheiden zu können? Artikel bezeichnet man auch als Begleiter. Brauchen sie vielleicht immer Begleiter, begleitet der Johannes deshalb die Bettina? Mist, ich gleite ab. Wollte ja eher etwas übers Besteigen als übers Begleiten schreiben. Johannes und Bettina verabschiedeten sich mit einem Bussibussikussikussi und Bettina ließ sich auf den Stuhl neben mir fallen.

„Und?“

„Was, und?“

„Wie isser so, dein Johannes?“

„Supi!“

Sie bestellte eine Flasche Sekt.

„Echt?“

„Ich bin fix und fertig!“

Wow, wer hätte gedacht, dass der Johannes die Bettina so fordern würde!

„Ist er so gut?“

„Na, wie soll ich sagen. Er ist echt total lieb. Als wir letzte Woche bei ihm waren, hatte er alles perfekt vorbereitet. Kerzen, tolles Essen, das ganze Bett voll mit Kissen dekoriert. Knutschfreudige Musik im Player….aber Johannes wollte die ganze Zeit reden. Über meine Gefühle, über meine Bedürfnisse, über seine Gefühle, über seine Bedürfnisse. Ich muss zuerst ganz in die Seele meiner Partnerin eindringen, bevor ich in sie eindringen kann, Bettina. Was will man denn auf so was antworten? Ich hab ihn dann einfach geküsst!“

„Und? War ihm das zu eindringlich?“

Ich musste innerlich lachen. Was Worte so alles hergeben!

„Er hat dann wenigstens kurz aufgehört zu reden. Aber dann kam dieses stundenlange Gestreichel. Magst du, wenn ich deine Brustwarzen berühre Bettina, magst du, wenn ich deinen Nacken streichel, Bettina, sind die Innenseiten deiner Schenkel empfindlich, Bettina, möchtest du eine Pause machen, Bettina, soll ich dir was zu trinken holen, Bettina? Ich fühlte mich, wie beim Behindertensport. Ich glaube, ich bin zwischendurch auch mal eingeschlafen. Das fand er dann auch schön, weil er so einen beruhigenden Einfluss auf mich hat!“

„Hattet ihr denn Sex?“

„Wie man´s nimmt. Irgendwann hat er sich auf mich gelegt und sich gaaaanz langsam bewegt, fast wie in Zeitlupe. Als ich ihn fragend anguckte, lächelte er und sagte, er wolle mir zarten Person, nicht weh tun. Glaub mir eins, Sunny, bei seiner Schwanzgröße würde er nicht einmal einem Eichhörnchen weh tun.“

Aus den innerlichen, wurde ein äußerliches Lachen.

„Die Frage, ob du deinen Spaß hattest, erübrigt sich dann wohl!“

„Ich habe es schon wieder getan! Vorgetäuscht, meine ich. Aber nach drei Stunden war ich so durchgekrault und untervögelt, dass ich so getan habe, als würde ich kommen. Habe ganz leise gefiept, damit er sich nicht erschreckt!“

„Und jetzt?“

„Muss ich sehen, wie ich ihn loswerde! Der streichelt mich sonst bis aufs blanke Fleisch!“

In diesem Sinne, der Liebe war´s dann wohl auch nicht……

Morgen oder so: Der Stellungswechsler

(c) Sunny Möller

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Täuschungsmanöver Teil 1 – Auf der Suche nach Mr. Right oder so ähnlich – Heute: Der Arbeiter

Woman question

Nachdem ich mir das „Shades of Grey“ Thema so einigermaßen erklärt habe, würde mich jetzt doch mal interessieren, wer denn nun unser sexual Mr. Right ist. Das Po versohlen kann ja auf die Dauer auch nicht so das Richtige sein. Warum Täuschungsmanöver? Echt jetzt? Als hätten wir nicht alle irgendwann einmal „Harry und Sally“ gesehen und hätten es selbst schon mal praktiziert. Seitdem weiß sogar die männliche Bevölkerung, ja, Frauen täuschen den Orgasmus vor. Manche hin und wieder, andere ständig! Da dachte ich, warum nicht mal die unterschiedlichen Typen vorstellen, die uns so zum Vortäuschen bringen. Vom Arbeiter zum Richtigmacher. Wobei der letzte zum Schluss kommt. Im doppeltem Sinne!

So erzählte mir eine Freundin gestern von ihrer neuen Errungenschaft. Nix Handtasche, nix Schuhe, Mann!

„Weißt du Sunny! Der Typ war echt heiß! Konnte gut tanzen, du weißt ja, was man über Typen sagt, die gut tanzen können?“

„Schwul?“

„Oaah, neinnn! Dass sie gut im Bett sind, natürlich!“

„Und?“

Bettina verdrehte die Augen.

„Ich habe ihm nach fünf Minuten einen so lauten Orgasmus vorgespielt, nur damit ich sein Gegrunze beim Vögeln nicht mehr hören muss!“

Ich musste grinsen. Bettina war eine sexuell emanzipierte Frau, die sich holte, was sie brauchte. Leider waren hin und wieder auch Nieten dabei.

„Hast du den Herpes vom Knutschen?“

Sie verzog den Mund.

„Hör bloß auf. Ich hatte keine Lust mit ihm zu schlafen, Aber der sah so unbefriedigt aus und irgendwie hat er mir leid getan. Also habe ich ihm einen geblasen. Ich habe ihm noch gesagt, er soll bescheid grunzen, wenn er kommt! Sagen, natürlich habe ich sagen gesagt!“

„Und?“

„Er hat mir die Ohren zugehalten!“

„Ohhh! Kenn ich ihn eigentlich?“

„Keine Ahnung! Marko Keiler, arbeitet irgendwo im Marketing!“

Ich musste schlucken! Klar kannte ich Marko! Heiß, heißer, Flachpfeife!

Ich hatte Marko in einem dieser hippen Hamburger Clubs kennengelernt. Eigentlich so eine typische Abschlepp-Disko.
Aber Disko sagte man im neuen Jahrtausend nicht mehr. Eine Disko heißt jetzt Club. Und man geht vorher auch nicht mehr in eine Kneipe zum `vorglühen´, sondern in eine Bar, mit Lounge, zum Chillen. Jedenfalls waren Marko und ich nach so einem chilligen Abend, zusammen im Bett gelandet.

Marko war einer dieser Vertreter, bei der jede Frau einen Orgasmus vortäuschte, nur um es schnell hinter sich zu bringen. Er war weder der Romantiker, noch der Latino-Lover. Marko war ein Arbeiter. Er musste irgendwo einmal gelesen haben, was die erogenen Zonen der Frau waren und arbeitete sie gewissenhaft ab.

Zuerst normaler Zungenkuss, dann fordernder bis hin zum Kiefer ausklinken, anschließend ein paar Ohr- und Halsbisse, um das Kopfprogramm abzurunden. Danach ackerte er sich weiter zum Busen vor, um sich dann ganz innovativ zwischen die weiblichen Schenkel zu wagen.

Man sollte hierbei vielleicht noch erwähnen, dass Marko immer einen 3 bis 5-Tage-Bart trug, um sein Babyface zu vertuschen. Das führte wiederum dazu, dass Frau im Gesicht aussah, als hätte sie einen akuten Neurodermitis-Anfall.
Die Brustwarzen seiner Opfer mussten die nächsten 10 Tage mit einer Wundschutzcreme wieder aufgepäppelt werden. Und was die Sache zwischen den Schenkeln und weiter betrifft, aua.

Also war jede Frau, die mit Marko im Bett landete, stets darauf bedacht, den Orgasmus ziemlich schnell vorzutäuschen, damit sich die Schmerzen in Grenzen hielten. Demzufolge hielt Marko sich für den größten Liebhaber aller Zeiten!

Aber merkt euch eins, liebe Männer: Kommt Frau schnell, kommt sie oftmals gar nicht.

„Und? Siehst du ihn wieder?“

Bettina tippte sich an die Stirn.

„Bist du bescheuert? Nee, ich treffe mich morgen mit Johannes. Bei mir aus der Firma! Ich brauch jetzt was Verständnisvolles. Der Johannes ist total lieb!“

Morgen: Der Liebe

(C) Sunny Möller