Allgemein, Alltagstauglich, Kinderwelt

Emma’s Welt und die Zähne

Emma’s Welt und die Zähne

Seit einiger Zeit fangen die ersten Milchzähne an zu wackeln. Einer der vorderen Schneidezähne baumelt bedrohlich hin und her. Emma provoziert ein Drama in Spielfilmlänge.

„Dieser Zahn ist mein Untergang! Ich ziehe und ruckel, der fällt einfach nicht raus! Ich bin am Ende, Mama! Am Ende! Wie soll das denn weitergehen?“

Wüste Beschimpfungen in alle Richtungen, die mit Tricks und Tipps aufwarten.

„Seid ihr alle komplett irre??? Hier geht es um mich und meine Zukunft! Mit der Pinzette? Diese Schmerzen!!! Da könnt ihr mir ja gleich die Beine abhacken!!!“

Uuuhuhuuuhuuu! Sie verschwindet in Richtung Badezimmer. Sie heult in einer Lautstärke, die kaum zu toppen ist. Dann wird es still. Zu still.

„Emma?“

Sie kommt aus dem Bad und hat eine Wäscheklammer im Kiefer stecken. Tränen laufen über ihr Gesicht. Sie sieht geschockt aus. Ich versuche, sie zu beruhigen.

„Schatz, hast du den Zahn mit der Wäscheklammer gezogen? Wie cool bist du denn!!!“

Sie zieht die Klammer aus dem Mund. Ein Zahn hängt dran. Sie guckt nicht glücklich.

„Ich hab den falschen rausgezogen! Der war noch ganz fest. Das war der Falsche!!! Ich hab ganz fest zugedrückt und gezogen!Uhuhuhuuhuhhh, der andere ist noch drin!“

Und wenn er nicht gefallen ist, dann baumelt er noch heute!

❤️

(c) Sunny Bergfeld

Allgemein, Alltagstauglich

Mann, hast du´s schwer!

„Jetzt fängt sie wieder an, über uns herzuziehen! Ja, ja, ja, wir Männer denken nur mit unserem Schwanz! Wir sind völlig unfähig, die Bedürfnisse von euch Frauen zu verstehen!“

STOP!!!!

Gibt es Arschlöcher unter den männlichen Spezies? Aber sicher! Würde ich die partnertechnisch in Betracht ziehen? Aber sicher! Glaubt mir, ich hatte die Creme de là Creme in dieser Kategorie! Waren gute dabei? Aber sicher! Wusste ich es zu schätzen? Aber sicher nicht! Besonders geliebt habe ich die „bösen Buben“ und ich glaube, ich bin nicht die einzige im weiblichen Kader, der es so geht.

Aber was muss Mann denn nun haben, dass er partnerschaftlich für uns in Frage kommt? Bei einem Gespräch mit einer Freundin sind mir sämtliche Kronleuchter aufgegangen. WIR SIND NIEMALS ZUFRIEDEN! Vielleicht haben Männer das einfach akzeptiert und lassen uns meckern. Sie besinnen sich auf das, was sie können…meistens jedenfalls oder wovon sie glauben, dass sie es können. Seht ihr, niemals zufrieden.

Er soll nett sein, aber kein Weichei, er soll einen guten Körper haben, aber nicht so gut, dass wir uns fett fühlen, er soll wissen, was er will und machen, was wir wollen, er soll sich um die Kinder kümmern, aber bitte wie wir uns das vorstellen, er soll uns zuhören, aber ohne dass wir was sagen, unsere Wünsche erkennen, er soll erfolgreich sein, aber Zeit haben, wir wollen um ihn beneidet werden, was nicht heißt, dass er es merken soll, dass ihn auch andere Frauen toll finden, er soll Sex haben, aber bitte nur wenn wir in Stimmung sind, denn Männer sind ja eh immer in Stimmung, er darf nicht krank werden, weil Männer Jammerlappen sind, er soll ne Schulter zum Anlehnen bieten, aber uns damit nicht in unserer Emanzipation beschneiden, er soll Gefühl zeigen, aber bitte nicht heulen und sich in unsere Arme werfen, er soll was verwegenes, jungenhaftes haben, aber nicht kindisch sein und vor ALLEM SOLL ER UNS FÜR DAS GRÖßTE UND PERFEKTESTE WESEN DER WELT HALTEN!

An dieser Stelle habe ich echtes Mitgefühl!

Doch wenn es diese Kategorie einfach nicht zu geben scheint, wäre es dann nicht vernünftig, die pflegeleichte Variante, lieb und nett mit gutem Körper zu nehmen? Was treibt uns in die Arme der Männer, die uns auf längere Sicht nicht gut tun? Von der einen Ausgabe sind wir gelangweilt, die andere macht uns fertig! Was verdammt wollen wir?

© Sunny Möller