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Ich bin kein Ausländer! ich bin ein Mensch!

Die ewige „Ausländerproblematik“ geht mir mittlerweile ziemlich auf den nicht vorhandenen Sack. Bestimmte Eigenschaften werden bestimmten Nationen zugeschrieben. Die Deutschen sind pünktlich und fleißig, die Amerikaner oberflächlich, die Engländer legen keinen Wert auf Ordnung und Sauberkeit und Moslems sind frauenfeindlich und die Flüchtlinge wollen sich nicht integrieren. Ist das so? Sind diese Attribute nicht beliebig austauschbar?

Ich kenne genügend Deutsche, die weder fleißig noch pünktlich sind. Die Frauenfeindlichkeit ist völlig unabhängig von der Nationalität, oder glauben wir ernsthaft, ein Leben ohne Kopftuch macht uns zu einer emanzipierten Frau und aus diesem Grund behandeln uns Männer, unabhängig ihrer Herkunft, besser? Und was Ordnung und Sauberkeit angeht, muss mein Sohn wohl ein Engländer sein.

Obwohl die Ausländerfeindlichkeit hierzulande ja hauptsächlich auf äußere Merkmale beschränkt ist. Dunklere Haare, nicht ganz helle Haut, ganz klar, Ausländer. Fazit: böse! Kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor?

Gestern sagte ein Kind (kommt aus dem Iran) im Englischunterricht zu mir:“Frau Möller, ich bin nichts! Ich habe keine Identität. Ich bin zwar hier geboren, aber alle beschimpfen mich als Türken, im Iran bin ich ein böser Deutscher und in den USA ein mexikanischer Flüchtling! Warum kann ich nicht einfach ein Mensch sein?

© Sunny Möller

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11 Gedanken zu „Ich bin kein Ausländer! ich bin ein Mensch!“

  1. JEDER mensch ist ausländer, fast überall auf der welt. diese ganze an nationalitäten festgemachten diskussionen sind insofern eh völlig dusslig und ohne sinn. ich pflichte dir komplett bei. ich bin europabürger, und will es auch bleiben. nationalitätenbasierte diskussionen sind einfach brandgefährlich

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  2. Die Schubladen passen sicher nicht in allen Fällen, aber leider oft. Deshalb kommt es auch zu diesen Schubladen. Dass es kulturelle Unterschiede gibt, ist – denke ich – unstrittig, oder ? Selbst Deutsche, Franzosen und Italiener sind unterschiedlich, nur sind diese Unterschiede im überwiegenden Maß sozial verträglich.

    Das angebliche Problem der Religionszugehörigkeit ist übrigens vorgeschoben, die Unterschiede liegen nämlich viel tiefer.

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  3. Ach, der arme Junge. Ich kann es nachfühlen. Ich bin auch besonders für alte Bio-Deutsche je nach Bundesland Türkin, Griechin oder sonstiges dunkelhaariges abhängig davon, welche Gastarbeiter in der jeweiligen Region sesshaft geworden sind. Erst werde ich immer gefragt, ob ich soundso bin. Dann wird mir gesagt, dass mein Deutsch aber sehr gut sei. Wenn ich sage, ja ich war ja auch hier auf der Schule, habe studiert und da sollte mein Deutsch gut sein, höre ich, dass es genug Türken oder so gibt, die kein Deutsch können. Auf der anderen Seite denke ich auch nicht, ich würde einen deutschen vor mir sehen, wenn einer dunkle Haut und schwarze locken hat 🙂 wir brauchen wohl Schubladen. Es sind nicht alle Menschen einer Nation gleich, aber es gibt z.B. Werte der jeweiligen Gesellschaft, die sich von denen der anderen unterscheiden können. Dann gibt es auch Mischlinge wie mich, die von verschiedenen Kulturen im besten Fall profitieren.

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