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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 5 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: DER REINLICHE

Mit der Sauberkeit ist das so eine Sache. Während zu früheren Zeiten alles übergepudert wurde und etwas später der Busch wirklich noch seinem Namen alle Ehre machte, wird heute geschrubbt, enthaart und desinfiziert, was die Hygieneindustrie so hergibt. Gut, man hatte damals sicherlich mit so Erscheinungen wie Syphilis, Sackratten und anderen Tierchen zu kämpfen, aber hey, die Seuchen haben uns auch heute nicht verlassen, hinzu kommen die ganzen Kontaktallergien durch irgendwelche Waschsubstanzen. Ganz nebenbei ist hierzulande auch die Krätze wieder auf dem Vormarsch an deutschen Grundschulen und Kindergärten. Schuld daran sind natürlich die Flüchtlinge, genau so wie am Knoblauchpreis, erklärt mir ein fast zahnloser Jogginghosenträger beim Aldi! „Außer mein Schnapppps, die Dame, den hammse noch nich teurer jemacht. Dürfen se ja auch nich, die Mosleme, nääääh? Aber den Knoblauch fressen se uns wech. Ich sach ihnen, das wird noch böse enden! Von 99 Cent auf 1,29 Euro den Knoblauch, eine Frechheit! Schönen Tach noch!“ Ich schweife ab, aber der Typ war jetzt mal nicht so sauber, deshalb passt er doch rein. 🙂

Kommen wir zurück zu unserem Mr. Right. Wir sind ihm dicht auf den Fersen. Heutzutage muss alles sauber sein, angefangen mit dem Image. Und beim Sex? Schmutzig sind nur die entsprechenden Filme und die riechen nicht.

Der Spruch, ich kann dich gut riechen, kommt nicht von ungefähr. Kennt ihr das? Der Geruch des einen Mannes ist so anziehend, dass man möglichst ganz dicht in seiner Nähe sein möchte. Augen zu und einatmen. Die Mischung aus Körperwärme, dem letzten Kaffee, die Reste eines, vor zwei Tagen benutzten Parfums, die leicht verschwitzten Haare, die in der Sonne schimmern. Einatmen, ansehen, genießen.

Und dann gibt es die überladenen Reinlichkeitsfanatiker, bei denen nichts mehr so riecht, wie sie selbst. Duschgel, Peeling, Waxing, Bleeching, Pediküre, Maniküre, Kur, Conditioner, Körperlotion, Deo, Aftershave, Eau de Toilette, Mundspray und und und. Bloß nichts von sich durchriechen lassen. Vielleicht treffen wir deshalb oft die falsche Partnerwahl. Wir merken nicht mehr, was uns stinkt.

So ein bisschen erinnert es mich an den völlig geruchslosen Protagonisten Jean-Baptiste, aus Süßkinds ‚Parfum’. Er destillierte haufenweise Jungfrauen, um sich damit zu überschütten und somit an Attraktivität zu gewinnen. Gut, das Volk fraß ihn auf, aber meine Güte, irgendwas ist ja immer. „Ich habe dich zum Fressen gern“ mit völlig neuer Bedeutung. Aber die Botschaft ist klar, die Ursprünglichkeit macht anziehend. Jedenfalls ging mir das immer so. Ein Kerl soll auch gefälligst wie ein Kerl riechen und nicht wie das Testobjekt einer übereifrigen Avon-Beraterin. Ich war mal kurzfristig mit so einer sagrotanisierten Nacktschnecke verbandelt, für mich die hygienische Hölle. Nacktschnecke deshalb, weil der Typ komplett enthaart war. Achseln, Beine, rund ums Ding, meine Güte, der hatte nicht ein Haar am Sack. Ich wollte den gar nicht anfassen, denn er war epiliert und nicht rasiert. Bei einer Rasur konnte man ja noch erspüren, dass da irgendwo, irgendwann mal Haare waren, bei dem war alles delphinglatt. Da das männliche Geschlecht ja generell nicht unbedingt jeden Schönheitswettbewerb gewinnen würde, so umspielt ihn doch eine anständige Intimfrise einigermaßen erregungsfreudig. Dieser Anblick allerdings erinnerte mich wirklich eher an besagte Tiere, die bei feuchtem Wetter durch die Rabatten kriechen. Nur richten die sich nicht irgendwann auf. Sex? Unvorstellbar! Ich bewegte mich mit meinen konventionell rasierten Achseln Richtung Ausgang, noch bevor bei ihm was wachsen konnte und das in jeglicher Form.*

Und begegnet dir irgendwann so ein Putzschwamm, dann renn! Du wirst dich immer schmutzig fühlen. Denn er duscht vor dem Sex, nach dem Sex und dazwischen auch. Du wirst einen Spleen entwickeln, damit du bloß keine natürlichen Marken hinterlässt. Du wirst in deine Hand hauchen, die Nase unter die Arme klemmen, du wirst duschen, shaven, epilieren, optimieren und zum Schluss dreimal am Tag dein Höschen wechseln, um nichts mehr von dir preiszugeben. Seelenlos wie Meister Proper. Aber willst du das?

Und dann? Der Spielzeugmann!

© Sunny Möller

* wie mir ein Freund mitteilte, lassen sich viele Männer den Intimbereich enthaaren, damit ihr bestes Stück größer aussieht. Also ein ähnliches Phänomen wie Längsstreifen bei Übergewicht?

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 4 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Der Feinschmecker

Wer erinnert sich nicht an diesen hoch erotischen Thriller 9 ½ Wochen, als dieser Sexgott Mickey Rourke, die wunderschöne Kim Basinger mit Erdbeeren fütterte und sie zum Schluss mit der flotten Biene zu wahren ekstatischen Aussetzern trieb…

Wir waren verzückt, konnten den Honig geradezu schmecken, den Mickey von unserer Haut schleckte. Dieser Film wurde unzählige Male als Vorspiel geschaut, hatte nicht ganz das schmutzige Behavior wie ein schlichter Uggaugga-Porno und diente sicherlich dem einen oder der anderen, als Do-it-yourself-Vorlage.

Aber betreiben wir diese Szene doch mal im realen Leben.

In den seltensten Fällen gerät man an einen Spielgefährten wie Mickey Rourke in jungen Jahren und hatte er dann den Kühlschrank vollgepackt mit dieser Art von kulinarischen Genüssen?

Oder würde man beim Singlemann eher Gefahr laufen, mit Bier überschüttet und mit Tiefkühlpizza erschlagen zu werden? Selbst wenn er gut vorbereitet war, wie sexy konnte es wirklich sein, im Vorfeld mit einem Potpourri von Wackelpeter und Peperoni vollgestopft, anschließend noch mit Schampus bespritzt und Honig übergossen, gevögelt zu werden?

Eine Mischung aus Schärfe und Klebrigkeit, die in jeder noch so kleinen Ritze hängt, soll uns zu erotischen Höhenflügen treiben? Ich weiß es nicht. Ich stell mir gerade vor, wie ich halb nackt in irgendwelchen Türeingängen tanze, während mit Honig vom Busen tropft und ein scharfer Peperoni-Pups mit Götterspeisenaroma den Ausgang sucht.

Und gibt es Unterschiede beim Feinschmecker-Sex?

Legt uns der Biobauer, selbst gebackenes Brot auf die Scham, bedeckt unsere Brüste mit unbehandelten Mangoldblättern und füttert uns mit geschrotetem Müsli aus kontrolliertem Anbau und seiner eigenen Mühle? Bei dieser Kombination brauchen wir über die Folgeerscheinungen gar nicht reden.

Und was macht der Yuppie? Austern in die Poritze, während er auf unserem Rücken ein paar Makis vorbereitet? Abgerundet wird das Liebesspiel mit einem Schokoladenfondue zwischen den Brüsten, mit undefinierbaren Früchten wie Kaki und Litschi?

Und was bereiten die hippen Veganer vor? Das könnte schwierig werden, weil ich nicht genau weiß, ob ihre Gurke das Fleisch berühren darf.

Beim Studenten hingegen würde man wahrscheinlich gekörnte Brühe und Dosenravioli in den erogenen Zonen wiederfinden….

Allerdings die Sache mit den Eiswürfeln…..ein erstrebenswerter Kompromiss, in meinen Augen! Sauber und verdauungsfreundlich.

Folgen kann hier, meiner Meinung nach nur…….

Der REINLICHE!

© Sunny Möller

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 3 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – heute: Der Stellungswechsler

Der Stellungswechsler ist vorwiegend in seinem natürlichen Lebensraum zu finden. In der Pornoecke der hiesigen Videothek. Obwohl man heute ja schon alles online herunterhol … laden kann. Aber der Stellungswechsler bummelt immer noch gern an den Regalen. Was er sieht, ist seine Realität und da es wohl kaum einen dieser Filme gibt, bei der die Protagonistinnen in einer Position verharren und bei jeder noch so akrobatischen Stellung kreischen und jaulen, glaubt der Stellungswechsler, so muss er es seiner Partnerin besorgen. Wenn das bei Dr. Rammel und Schwester Fick Part 186 klappt, dann auch bei Otto Normal!

Meine Freundin Bett…..ach komm, nennen wir sie heute mal Vivien, hatte vor einer Woche so einen Voltigiermeister kennengelernt. Eigentlich fing die Geschichte ganz harmlos an. Ein paar Drinks in einer Bar, sinnlose Gespräche über den Job oder das Wetter.

„Und der konnte küssen Sunny, das war echt der Hammer! Und du weißt ja, was man über Männer sagt, die gut küssen können!“

„Ich schätze das gleiche, wie über Männer die gut tanzen können?“

„Nee, die sind schwul! Gute Küsser sind immer gut im Bett!“

„Und?“

„Also, der Anfang war total gut. Der Otto (so hieß der wirklich) steht irgendwie auf Rollenspiele. Das törnt ihn total an. Ich hab da eigentlich auch nix gegen. Solange ich kein Schulmädchen spielen soll. Er war todkrank und ich war seine Ärztin. Voll spannend. Kannte ich noch gar nicht. Der japste so süß!“

So, so und jetzt würde nach Schwester Fick gerufen….

„Brauchte er eine Schwester?“

„Nein, du Dummi! Ich war doch die Ärztin!“

Cool, Otto hatte den sozialen Aufstieg von Schwester Fick eingebaut.

„Hast du ihn untersucht, Frau Dr. Geil?“

Vivien guckte mich genervt an.

„Nein! Ich war nicht Dr. Geil, so haben wir das nicht gespielt! Das wäre ja total unecht gewesen! Ich war Dr. Vivien und sollte ihn gesund küssen. Und dabei hat er sich und mich ausgezogen, weil er so hoch Fieber hatte.“

Sie hatte recht! Das war um einiges realistischer!

„Alles klar! Konntest du ihn retten?“

„Sehr witzig. Darüber kann ich gar nicht lachen! Mir tut alles weh! Der hat mit mir Stellungen gemacht, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Erst ganz normal, dann ich oben, dann von hinten, danach vierbeinige Schere, übergangslos in die 69, halbe Rolle in die Seitenlage von schräg unten und danach nochmal ich auf ihm, a la hoppe hoppe Reiter. Dabei hat er ständig an meinem Busen gerüttelt, wie an solchen Buzzern in einer Quiz-Show. Immer, wenn ich mich gerade in eine Position eingelebt hatte, kam die nächste. Und dann brüllte er ständig, ‚DU GEILE KLEINE SAU, KOMM UND HOL´S DIR’. Ich kam mir vor, wie in einem Pornofilm.“

„Warum hast du nicht einfach abgebrochen?“

„Ach, ich dachte, irgendwann geht ihm schon die Puste aus und wir können gemütlich in der Blümchenstellung zum befriedigenden Ende kommen.“

„Hat´s funktioniert?“

„Nein. Bei der letzten Stellung war ich in Schubkarrenposition und er musste von hinten die Ernte einfahren. Da hatte ich endgültig die Nase voll. Also habe ich ihm das vorgespielt, was er offensichtlich brauchte. Habe ihn aufs Übelste beschimpft, noch ein paar Mal vor die Schienbeine getreten und dabei die ganze Zeit geschrien: Ja, Baby, jaaaa, gib mir deinen Hafer!!!! Ich will deinen Hafer! Als er dann kam, fing er vor Glückseligkeit an zu schielen!“

„Hast du ihm deinen Höhepunkt vorgespielt?“

„Nee. Er fragte hinterher nur, ob ich auch gekommen sei!“

„Und was hast du geantwortet?“

„Weißt du Otto, du hast deine Ernte eingefahren und meine Scheune ist jetzt dicht! Erntedank nennt man das wohl, glaub ich! Und dann bin ich gegangen!“

„Siehst du ihn wieder?“

„Bist du bescheuert???“

Also der dann wohl auch nicht…

Demnächst…….der Feinschmecker

(c) Sunny Möller

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Täuschungsmanöver Teil 2 – Auf der Suche nach Mr. Right oder so ähnlich – Heute: So was von lieb!

Du erkennst sie schon am Blick! Sie schauen dich an wie frisch geborene Hundebabys, die Augenlider von rechts außen leicht nach innen geklappt. Außerdem wirken sie so, als hätten sie den Kamillentee ständig im Anschlag, nur um gegebenenfalls dein Bauchweh zu kurieren. Sie kraulen und streicheln mit einem Minimum an Berührung ständig an dir herum, nur um dir ihre Wertschätzung mitzuteilen. Das kann ja mal ganz nett sein, doch hin und wieder mögen wir doch auch, wenn Mann zupackt.

Ich wartete auf Bettina, die seit einigen Wochen ihren lieben Kollegen Johannes datete. Ich war mir sicher, dass sie etwas zum Thema beitragen konnte. Ich sah sie schon von weitem. Johannes begleitete sie. Hoffentlich würde er nicht bleiben. Ich sah schon aus der Ferne den welpenvernebelten Blick. Bettina erkannte meinen voller Panik verschrobenen Blick.

„Hallo Sunny! Der Johannes wollte mich nur kurz vorbei bringen, damit er weiß, dass ich heile ankomme. Ist das nicht süß?“

„Voll süß, der Johannes!“

Der Johannes lächelte wohlwollend. Bettina sagt, der Johannes findet mich witzig.

„Ach die Sunny wieder, du immer mit deinen witzigen Sprüchen! Zum Totlachen.“

Ja, mach doch. Bitte! Sofort. Hab ich nix gegen. Mir fiel auf, dass bestimmte Leute aus bestimmten Kreisen, gerne einen Artikel vor die Namen packen. Die Sunny ist zum Totlachen und der Johannes fällt einfach nicht um. Ich habe mich immer gefragt, warum das so ist. Brauchen sie diese Genuszuweisung um zwischen Jungs und Mädchen unterscheiden zu können? Artikel bezeichnet man auch als Begleiter. Brauchen sie vielleicht immer Begleiter, begleitet der Johannes deshalb die Bettina? Mist, ich gleite ab. Wollte ja eher etwas übers Besteigen als übers Begleiten schreiben. Johannes und Bettina verabschiedeten sich mit einem Bussibussikussikussi und Bettina ließ sich auf den Stuhl neben mir fallen.

„Und?“

„Was, und?“

„Wie isser so, dein Johannes?“

„Supi!“

Sie bestellte eine Flasche Sekt.

„Echt?“

„Ich bin fix und fertig!“

Wow, wer hätte gedacht, dass der Johannes die Bettina so fordern würde!

„Ist er so gut?“

„Na, wie soll ich sagen. Er ist echt total lieb. Als wir letzte Woche bei ihm waren, hatte er alles perfekt vorbereitet. Kerzen, tolles Essen, das ganze Bett voll mit Kissen dekoriert. Knutschfreudige Musik im Player….aber Johannes wollte die ganze Zeit reden. Über meine Gefühle, über meine Bedürfnisse, über seine Gefühle, über seine Bedürfnisse. Ich muss zuerst ganz in die Seele meiner Partnerin eindringen, bevor ich in sie eindringen kann, Bettina. Was will man denn auf so was antworten? Ich hab ihn dann einfach geküsst!“

„Und? War ihm das zu eindringlich?“

Ich musste innerlich lachen. Was Worte so alles hergeben!

„Er hat dann wenigstens kurz aufgehört zu reden. Aber dann kam dieses stundenlange Gestreichel. Magst du, wenn ich deine Brustwarzen berühre, Bettina, magst du, wenn ich deinen Nacken streichle, Bettina, sind die Innenseiten deiner Schenkel empfindlich, Bettina, möchtest du eine Pause machen, Bettina, soll ich dir was zu trinken holen, Bettina? Ich fühlte mich, wie beim Behindertensport. Ich glaube, ich bin zwischendurch auch mal eingeschlafen. Das fand er dann auch schön, weil er so einen beruhigenden Einfluss auf mich hat!“

„Hattet ihr denn Sex?“

„Wie man´s nimmt. Irgendwann hat er sich auf mich gelegt und sich gaaaanz langsam bewegt, fast wie in Zeitlupe. Als ich ihn fragend anguckte, lächelte er und sagte, er wolle mir zarten Person nicht weh tun. Glaub mir Sunny, bei seiner Schwanzgröße würde er nicht einmal einem Eichhörnchen weh tun.“

Aus dem innerlichen, wurde ein äußerliches Lachen.

„Die Frage, ob du deinen Spaß hattest, erübrigt sich dann wohl!“

„Ich habe es schon wieder getan! Vorgetäuscht, meine ich. Aber nach drei Stunden war ich so durchgekrault und untervögelt, dass ich so getan habe, als würde ich kommen. Habe ganz leise gefiept, damit er sich nicht erschreckt, der Johannes!“ Jetzt lachte sie auch.

„Und jetzt?“

„Muss ich sehen, wie ich ihn loswerde! Der streichelt mich sonst bis aufs blanke Fleisch!“

In diesem Sinne, der Liebe war´s dann wohl auch nicht……

Morgen oder so: Der Stellungswechsler

(c) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich

Täuschungsmanöver Teil 1 – Auf der Suche nach Mr. Right oder so ähnlich – Heute: Der Arbeiter

Nachdem ich mir das „Shades of Grey“ Thema so einigermaßen erklärt habe, würde mich jetzt doch mal interessieren, wer denn nun unser sexual Mr. Right ist. Das Po versohlen kann ja auf die Dauer auch nicht so das Richtige sein. Warum Täuschungsmanöver? Echt jetzt? Als hätten wir nicht alle irgendwann einmal „Harry und Sally“ gesehen und hätten es selbst nicht schon mal praktiziert. Seitdem weiß sogar die männliche Bevölkerung, ja, Frauen täuschen den Orgasmus vor. Manche hin und wieder, andere ständig! Da dachte ich, warum nicht mal die unterschiedlichen Typen vorstellen, die uns so zum Vortäuschen bringen. Vom Arbeiter zum Richtigmacher. Wobei der letzte zum Schluss kommt. Im doppelten Sinne!

So erzählte mir eine Freundin gestern von ihrer neuen Errungenschaft. Nix Handtasche, nix Schuhe, Mann!

„Weißt du Sunny! Der Typ war echt heiß! Konnte gut tanzen, du weißt ja, was man über Typen sagt, die gut tanzen können?“

„Schwul?“

„Oaah, neinnn! Dass sie gut im Bett sind natürlich!“

„Und?“

Bettina verdrehte die Augen.

„Ich habe ihm nach fünf Minuten einen so lauten Orgasmus vorgespielt, nur damit ich sein Gegrunze beim Vögeln nicht mehr hören muss!“

Ich musste grinsen. Bettina war eine sexuell emanzipierte Frau, die sich holte, was sie brauchte. Leider waren hin und wieder auch Nieten dabei.

„Hast du den Herpes vom Knutschen?“

Sie verzog den Mund.

„Hör bloß auf. Ich hatte keine Lust mit ihm zu schlafen, aber der sah so unbefriedigt aus und irgendwie hat er mir leid getan. Also habe ich ihm einen geblasen. Ich habe ihm noch gesagt, er soll bescheid grunzen, wenn er kommt! Sagen, natürlich habe ich sagen gesagt!“

„Und?“

„Er hat mir die Ohren zugehalten!“

„Ohhh! Kenn ich ihn eigentlich?“

„Keine Ahnung! Marko Keiler, arbeitet irgendwo im Marketing!“

Ich musste schlucken! Klar kannte ich Marko! Heiß, heißer, Flachpfeife! Na ja, schlucken musste Bettina anscheinend auch, so ohne was zu hören… 🙂

Ich hatte Marko in einem dieser hippen Hamburger Clubs kennengelernt. Eigentlich so eine typische Abschlepp-Disko.
Aber Disko sagte man im neuen Jahrtausend nicht mehr. Eine Disko heißt jetzt Club. Und man geht vorher auch nicht mehr in eine Kneipe zum `Vorglühen´, sondern in eine Bar, mit Lounge, zum Chillen. Jedenfalls waren Marko und ich nach so einem chilligen Abend zusammen im Bett gelandet.

Marko war einer dieser Vertreter, bei der jede Frau einen Orgasmus vortäuschte, nur um es schnell hinter sich zu bringen. Er war weder der Romantiker, noch der Latino-Lover. Marko war ein Arbeiter. Er musste irgendwo einmal gelesen haben, was die erogenen Zonen der Frau waren und arbeitete sie gewissenhaft ab.

Zuerst normaler Zungenkuss, dann fordernder bis hin zum Kiefer ausklinken, anschließend ein paar Ohr- und Halsbisse, um das Kopfprogramm abzurunden. Danach ackerte er sich weiter zum Busen vor, um sich dann ganz innovativ zwischen die weiblichen Schenkel zu wagen.

Man sollte hierbei vielleicht noch erwähnen, dass Marko immer einen 3 bis 5-Tage-Bart trug, um sein Babyface zu vertuschen. Das führte wiederum dazu, dass Frau im Gesicht aussah, als hätte sie einen akuten Neurodermitis-Anfall.
Die Brustwarzen seiner Opfer mussten die nächsten 10 Tage mit einer Wundschutzcreme wieder aufgepäppelt werden. Und was die Sache zwischen den Schenkeln und weiter betrifft, aua.

Also war jede Frau, die mit Marko im Bett landete, stets darauf bedacht, den Orgasmus ziemlich schnell vorzutäuschen, damit sich die Schmerzen in Grenzen hielten. Demzufolge hielt Marko sich für den größten Liebhaber aller Zeiten!

Aber merkt euch eins, liebe Männer: Kommt Frau schnell, kommt sie oftmals gar nicht.

„Und? Siehst du ihn wieder?“

Bettina tippte sich an die Stirn.

„Bist du bescheuert? Nee, ich treffe mich morgen mit Johannes. Bei mir aus der Firma! Ich brauch jetzt was Verständnisvolles. Der Johannes ist total lieb!“

Morgen: Der Liebe

(C) Sunny Möller

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Der Sternenläufer und das Mädchen

„Du wirst gehen, sie zu finden. Erkennen wirst du sie, denn sie ist eine Suchende. Ihr Blick wird dich fragen, ob du die Antwort kennst. Die Antwort auf ihre Fragen, die sie nicht stellt. Die du dennoch kennst, begreifst, in dich aufnimmst und berührst. Eile dich, Sternenläufer, denn die Zeit ist nicht dein Freund. Gib ihr dein Licht und so werdet ihr finden, die Antwort, die Fragen, das Glück, um zu sehen, was verborgen, im Anfang, als ganzen Teil vom Stück.“

Dunkel war der Wald, in den sie trat. Die Wege nicht sichtbar, jedes Geräusch verschluckt von Natur. Ihr Kopf war leer. Sie musste finden, hatte Fragen, ohne Antwort, kein Sinnen zum Morgen. Vielleicht sollte sie rufen, flehen, wimmern vielleicht. Die Angst fraß die Wünsche, brach Handeln sogleich. Nur laufen, vielleicht kommst du an, am Ende des Anfangs, ist der Anfang das Ziel. Zu viel? Worte, oft sinnlos, ohne Inhalt gewählt. Gibt es da etwas, ein Jemand, der hilft?

Sei still, im Schweigen sind Worte, ausgesprochen im Geist. Plötzlich wird es heller, Gegenwart fühlbar, ganz nah und trotzdem nicht da.

„Wer bist du? Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen!“

Die Stille, sie lärmt, das Warten auf Antwort ist lauter denn je.

„Ich bin hier, mitten im Licht! Ich kann nicht viel dunkler, denn das Licht, das bin ich! Komm einfach näher, hab keine Furcht, ich gebe dir Antwort, still deinen Durst!“

Näher und näher kam sie der Stimme, von Magneten gezogen, hin zu dem Licht. Eine Hand löste sich aus diesem Schein, ihre zu greifen, nicht mehr allein. Augen in Augen, Seelen berühren, verführen zum Bleiben, einfach zu sein.

„Sag mir die Antwort, gib mir den Halt! Kann nicht länger warten, so einsam und kalt!“

Das Licht wird noch heller und wärmer zugleich.

„Du brauchst sie nicht, diese Antworten. Du brauchst Fragen, ein Leben lang. Denn Antworten sind Stillstand, mit dir nicht verwandt.“

(c) Sunny Möller

Allgemein

Kinderfrei!

Meinen Ohren sind auf Empfang gestellt, ich mache mich lang und lausche durch alle Zimmer. Nichts. Ich starre 5 Minuten auf die Milchpackung vor meiner Nase. Nichts. Ich suche nach einer Antwort für eine gleich gestellte Frage. Nichts. Ich laufe langsam durch den Flur in Erwartung eines stechenden Schmerzes aufgrund von Legokleinteilen. Nichts. Ich atme ein. Tief. Durch die Nase. Nichts. Keine schweißdrüsengetränkte Pubertätsluft, die das letzte Jahr dafür gesorgt hat, dass meine Nasenflügel einen automatisierten Verengungsschutzmechanismus entwickelt haben. Die Tür zum Badezimmer steht offen. Nichts. Keiner belegt das Klo, keine Duschorgien mit Überschwemmungsgefahr des gesamten Badezimmers. Keine AA oder Parfum geschwängerte Luft, oder am besten gleich beides zusammen. Nichts. Ich mache mir einen Kaffee, einen großen Kaffee, in einer großen Tasse, mit Milchschaum, viel Milchschaum. Ich trinke ihn. Alleine. Langsam. Ich könnte Zeitung lesen, eine Gesichtsmaske könnte auch nicht schaden, mit einer Freundin tanzen gehen, kochen, was nur ich mag, Yoga machen, stundenlang, endlich mal wieder ein Buch lesen, Maniküre, Massagen vielleicht…

Ich mache nichts. Ich höre der Stille zu. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen.

P.S.: Für alle, die sich jetzt wieder Sorgen machen. Ich liebe meine Kinder. Über alles. Gehen sie mir manchmal ganz furchtbar auf den Wecker? Aber sowas von! Darf und muss man, wenn es möglich ist, die Zeit ohne Kinder genießen? Unbedingt! ❤

© Sunny Möller