Allgemein, Alltagstauglich, Autorenquatsch

Charly chap lin

Das ist eine fremde Sprache, die nur Charly und ich verstehen. Sollte jetzt jemand auf diesen Schauspieler aus der Stummfilmzeit kommen, damit hat es nicht das Geringste zu tun! Es ist so ein Freundinnending, was nur wir beide verstehen. Ich weiß nicht, ob ich euch einweihen kann, aber vielleicht könnt ihr ja unsere Geheimsprache selbst entschlüsseln…

„Ey, ich hab schon wieder zugenommen! Dabei hab ich doch mit dieser Kohlsuppe gefastet!“

„Aber vielleicht hättest du Rotkäppchen lieber im Wolf lassen sollen!“

„Dieser blöde Wolf hat nicht einmal das Maul aufgemacht, ich schätze, der hat die sieben Geißlein auch schon verdaut!“

„Beim Sonnengruß?“

„Ja!“

„Wir müssen echt mehr Sport machen! Alle machen Sport, dauernd sehe ich Leute durch die Gegend rennen, mit ihren Schrittzählern und an den Arsch gepackten Trinkflaschen!“

„Sehen die glücklich aus?“

„Na ja, eher angestrengt. Aber guck doch, was wir machen. Wir labern so einen Möchtegerngeheimslang, für den sich nicht mal einer interessiert. Ist ja nicht einer dabei, der es hören könnte. Und verstehen tue ich das meiste auch nicht mal. Wer sind diese verdauten Geißlein?“

„Na ja, die Kohlsuppe war ehrlich gesagt nicht so der Burner. Ich hatte immer Hunger und musste noch dazu ständig pupsen. Jedenfalls ist Rotkäppchen der Sekt und die Geißlein sind Chicken Nuggets.“

„Aber sieben? Die gibt es doch nur als 6er, 9er oder 20er Pack.“

„Ich hatte die 20er…“

„Und hast 7 gegessen?“

„Nein, übrig gelassen.“

„Und was war jetzt mit dem Sonnengruß?“

„Haste nicht verstanden?“

„Nee.“

„Mc Sunday, der Eisbecher!“

„Ach so.“

„Ja.“

„Karamell?“

„Schoko.“

„Klar, was sonst.“

Und wisst ihr jetzt, was Chap lin bedeutet? ❤

© Sunny Möller

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Allgemein

Muttertag – Sie kann sehr laut rülpsen!

Ich habe gerade einen Text wiedergefunden, als mein Sohn Luke in der dritten Klasse war. Das Muttertagssgeschenk der Schüler war ein Skandal. Nix mit Gedicht und Schnörkeln. Kinder reden Tacheles!

Wer erinnert sich nicht an seine Grundschulzeit, als man zum Ehrentag der Frau Mama ein allgemeingültiges Huldigungsgedicht auf ein Zeichenblockblatt schrieb und es anschließend noch mit Tulpen und Herzchen verzierte.

Meine liebe Mutter du,

ich will dir Blumen schenken.

Was ich dir sagen will dazu,

das kannst du dir schon denken.
Ich wünsch dir Glück und Fröhlichkeit,

die Sonne soll dir lachen!

So gut ich kann und allezeit,

will ich dir Freude machen.
Denn Muttertage, das ist wahr,

die sind an allen Tagen.

Ich habe dich lieb das ganze Jahr,

das wollte ich dir sagen.

So erwartete ich auch in diesem Jahr wieder ein illustres Werk meines Sohnes, was ich mit 26 anderen Müttern teilen würde. Doch dieses Mal wurde ich überrascht. Ich bekam ein selbstgebundenes Heft meines Kindes. Wundervoll verpackt, in pastellfarbenem, frühlingshaftem Papier. Ich bemerkte, wie Freudentränen in mir aufstiegen. Ein ganzes Buch! Vielleicht eine Geschichte! Nur für mich! Mit Liebe geschrieben! Worte voller Dankbarkeit! Ich wusste doch, wie sehr er schreiben hasste. Das waren mindestens 20 Seiten! Wie schön es doch war, Mutter zu sein.

Ich wollte mein Kind gerade an mein, vor Stolz überquellendes Herz pressen, da räusperte sich mein Sohn.

Oh mein Gott, auch noch ein Gedicht?

„Du Mami?“

„Ja, mein Liebling?“

Nicht weinen, Sunny, nicht weinen! Das stört seine Konzentration!

„Es ist nicht das, was du erwartest!“

Mein bescheidener Junge. Alles richtig gemacht…..hach

„Ich weiß Luke, die Mami ist so stolz auf dich! Fang nur an Mäuschen, ich bin ganz bei dir!“

„Also, das Buch ist von der ganzen Klasse!“

Was? Okay, ich wusste, ich war ganz beliebt bei seinen Mitschülern. Ich war nicht diese typische Twinset-Mami, die mit anderen Müttern Tortenrezepte auf dem Schulhof austauschte. Ich war eher die Chucks tragende, Gangnam-Style Mom! Aber deswegen gleich Glückwünsche von der ganzen Klasse? Ich war überwältigt!

„Es ist ein Rätselbuch!“

Ich war überfordert!

„Wie Rätsel?“

„Na ja, wir sollten unsere Mütter beschreiben! Ohne Namen zu nennen. Jetzt musst du herausfinden, welche Beschreibung auf dich zutrifft.“

„Oh, das ist ja toll!“

Toll?

Ich schlug die erste Seite auf.

„Meine Mutter schreit mich immer an, deshalb brauche ich viel Ruhe. Dann ist sie sehr nett und kauft mir neue WII-Spiele. Sie ist ein bisschen pummelig, aber das ist in Ordnung!“

Ich will sofort ein Dummbatzidoofgedicht!!!! Sofort! Nächste Seite….

„Ich habe meine Mutter nur selten glücklich gesehen. Sie streitet sich sehr oft mit Papa.
Welche Mutter ist es?“

Ich musste schlucken. Welche Mutter möchte sich da erkennen? Ich las weiter.

„Meine Mutter hat schwarze Haare und wirkt viel älter, als sie ist. Sie versucht uns zu erziehen, aber das klappt nicht. Sagt sie. Sie kocht gutes Essen und ihr Sohn hat drei Konsolen.“

Jetzt kam endlich ein Gedicht!

Meine Mama hat nen Bauch, der schwabbelt hin und her, doch das mag ich sehr! Sie kocht sehr gutes Essen, was wir alle fressen. Abends geht sie mit Papa ins Bett, brüllt er laut, findet sie es nett!

Mein Sohn grinste.

„Du bist auch gleich dran!“

Hatte ich noch einen letztes Wunsch frei, bevor man mich zum Schafott führte?

„Meine Mutter ist sehr schön, hat lange, braune Haare und blau-grüne Augen. Am liebsten schreibt sie und kriegt einen Kaffee von mir! Sie hat zwei Kinder und eins nervt richtig! Das ist nicht ihr Sohn! Sie liebt ihre Kinder über alles, aber der Alltag macht sie echt fertig! Sie macht immer alles alleine! Sie kann sehr laut rülpsen!“

…………………………………..

Vor mir dampft es. Mein Sohn kocht verdammt guten Kaffee!

Allgemein, Stimmungslage

Every day I have the Blues

Ich bin heute irgendwie schlecht drauf. Alles doof, ich schaff das alles nicht. „Sunny, hast du den Blues?“ Mein Freund, der Musiker, weiß bescheid. „Jahhaaa, oh mann, ich krieg grad die Kurve nicht!!!“ Ich spüre ihn durchs Telefon lächeln. „Du kannst doch schreiben. Schreib dir den Blues von der Seele!“ Gott, ich liebe ihn, aber ich möchte jetzt gefälligst bedauert werden.“Kilian, ich möchte jetzt weiter jammern und du musst das aushalten!!!“ Er macht einfach nicht mit. „Lies dir mal ein paar Bluestexte durch, Klagelieder allesamt. Denk dir was aus. Ich liebe dich. Tschüss.“ Jetzt legt er einfach auf, oh mir geht es wirklich schlecht! Keiner hat Mitleid, keiner ist da. Ich tippe Blues ins Handy….

Der Blues ist ursprünglich eine Form der Klage. Das Wort kommt vom englischen Wort „blue“, was so viel wie „traurig“ bedeutet. Die Klagegesänge wurden von den Sklaven auf den Plantagen entwickelt, die durch den Gesang ihr Leid klagten. Später machte man eine Musikrichtung daraus.

Okay, das war viel schlimmer, nicht einmal ansatzweise vergleichbar mit meinem Gejammer. Und doch will ich klagen, ich schreib mal den Blues…

Jeden Tag, wirklich jeden Tag,
geht es mir minutenlang lang schlecht,
ich schau in den Spiegel,
das Gesicht was ich sehe, bin nicht ich, ist nicht einmal echt.

Ich suche nach Liebe und finde sie nicht,
das was du fühlst, fühle ich nicht.
Ich gehe nach draußen, schaue jeden aufmerksam an,
das kann ich auch lassen,
keiner schaut zurück, weder Frau oder Mann.

Egal was ich mache, drei vor, vier zurück,
ich renne und renne,
ohne Ziellinie zum Glück.

Ich packe die Sachen,
räume das Leben spurenlos leer,
keiner bemerkt es,
fragt doch einmal jemand,
fragen sie `wer´?

Jeden Tag, wirklich jeden Tag,
geht es mir minutenlang schlecht,
ich schließe die Augen,
in mir drin ist es traurig, aber wenigstens echt.

Alter, was bin ich heute nur für ein Jammerlappen. Aber cool, beim Text durchlesen muss ich mehrfach lachen. Ich sitze auch schon viel aufrechter und find mich gerade ganz gut. „Everyday I have the Blues“, but everyday I can do something dagegen.

 

„Every Day I Have The Blues“

Everyday, everyday I have the blues
Everyday, everyday I have the blues
When you see me worried baby
Because it’s you I hate to lose

Oh nobody loves me, nobody seems to care
Yes nobody loves me, nobody seems to care
Speaking of bad luck and trouble
Well you know I had my share

I’m gonna pack my suitcase, move on down the line
Yes I’m gonna pack my suitcase, move on down the line
Where there ain’t nobody worried
And there ain’t nobody crying

© Sunny Möller

Allgemein

ABC der Nachhaltigkeit: N

N

wie

Natur

Wir müssen unbedingt die Natur schützen. Oder die Umwelt. Aber was gehört denn eigentlich zur Natur? Was sagt dieser Begriff überhaupt alles aus? ist ein Blumenstrauß in der Vase auch Natur? Wenn ich durch einen Wald gehe, bin ich dann in der Natur? Was ist mit einem bewirtschafteten Feld? Ist das auch noch Natur, oder darf der Begriff Natur nur für etwas Ursprüngliches verwendet werden, wo noch niemand drin rumgedoktert hat. Natürlich hole ich mir da Hilfe zur Begriffserklärung. Sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene, oder solche, die es werden wollen.

Das Klexikon erklärt es so:

Die Natur ist alles, was nicht von Menschen gemacht wurde. Alle Dinge und Teile der Welt, die es auch ohne den Menschen gibt. Was von Menschen hergestellt wurde, nennt man stattdessen Kultur. Außerdem ist die Natur dasjenige, was nicht übernatürlich ist. Mit dem Übernatürlichen beschäftigt sich die Religion.

Zur belebten Natur gehören zum Beispiel alle Pflanzen und Tiere, zur unbelebten Natur die Gebirge und vieles mehr. Wir Menschen gehören auch zur belebten Natur: Wie die Tiere besitzen wir einen Körper. Die verschiedenen Bereiche der Natur werden von den Naturwissenschaften erforscht.

Wenn man von der Natur spricht, meint man oft die Umwelt oder eine Landschaft. Umweltschutz heißt auch Naturschutz. Natur ist eine Gegend, in der die Menschen noch nichts gebaut haben. Darum ist Natur mittlerweile selten geworden: Fast überall gibt es Felder, Gebäude oder zumindest Wege.

Aha, alles, was der Mensch nicht gemacht hat und was es auch ohne ihn geben würde. Denkt mal nach, das ist eine ganze Menge und mir fällt beim besten Willen nicht viel schlechtes ein, was die Natur so fabriziert hat…na ja, Mücken vielleicht oder Nacktschnecken, aber selbst die haben einen Nutzen.

Bei den Erklärungen für die Großen wird es dann schon wieder etwas komplizierter, es gibt die belebte und unbelebte Natur, es gibt integrative, philosophische und kulturelle Erklärungen und noch einige mehr, je nachdem, ob du dich in der Antike oder Neuzeit befindest.

http://www.naturundbildung.at/begriff8.html

Spannend bei der unbelebten Natur fand ich, dass dazu auch Gase gehören. Wenn ich jetzt pupse, bin ich dann ein Teil der unbelebten Natur?

Wenn ich jetzt nach draußen schaue, sehe ich leider immer weniger Natur. Natur- und Umweltschutz wird immer mehr zu einem lukrativen Geschäft, um Wahlen zu gewinnen und Geld zu machen. Mensch fährt im SUV zum 20 km entfernten Biohof, um nachhaltig zu leben. Für dich selbst bestimmt eine gute Sache, aber findet unsere Ambition zur Nachhaltigkeit auf einer egoistischen Bühne statt? Liveclean fürs eigene Gewissen?

Nichtsdestotrotz habe ich tolle Projekte gefunden, bei dem die belebte Natur Mensch wirklich großartige Ideen zum Thema Nachhaltigkeit geschaffen hat!

https://www.watson.ch/international/wissen/593315440-das-sind-aktuell-die-7-imposantesten-nachhaltigkeitsprojekte

© Sunny Möller

Allgemein

Den Lebensmitteln eine Chance geben …

appetitaufzuhause

Den Lebensmitteln noch eine Chance geben, bevor man sie wegschmeißt, fällt vielen von uns schwer. Brot ist das meiste, was in unseren Mülleimern landet. Dabei ist es hier wirklich so einfach, einem Gebäck das zweite und das dritte „Leben“ zu schenken. Toasten & im

Backofen angefeuchtet und kurz backen bis zu Brotchips & Croutons & Brotauflauf ( ob süß oder herzhaft ) oder voll Nostalgie Arme Ritter, und schon fühlen wir uns versetzt in Omas Vintage Wohnzimmer. Du kannst wirklich jede Art Brot überbacken, in Suppe oder als Auflauf. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, denn noch nie war Freestyle so groß geschrieben wie jetzt ! Von herzhaft zu kleinem raffiniertem Nachtisch ist alles möglich. Wie das alte Brioche, was 2 Tage später zu Scheiterhaufen mit Äpfeln wurde.

Ex-Brioche mit Apfel, in Soße überbacken.

300 ml Milch

4 Eier

50 Gramm Puderzucker

1 Prise Salz

200 Gramm brioche oder Milchbrötchen…

Ursprünglichen Post anzeigen 126 weitere Wörter

Allgemein, Alltagstauglich, Kulinarisch

Das ABC der Nachhaltigkeit: M

M

wie

Mein Leben fühlt sich viel besser an.

Also, ich versuche schon seit längerer Zeit bewusster zu leben. Aber immer nur ein bisschen. Keine Plastiktüten mehr, immer weniger Fleisch, möglichst nur saisonal und regional kaufen, keine Plastikflaschen mehr und ein Großteil der Putzmittel aus dem Haushalt verbannt. Rette ich jetzt die Menschheit vor der Klimakatastrophe? Sicher nicht. Trage ich ein wenig dazu bei, mein Leben bewusster und nachhaltiger zu gestalten? Bestimmt. Ist das ein gutes Gefühl? Und wie! Aber was genau bedeutet denn eigentlich dieser „Nachhaltigkeits-Begriff“? Ich war in meiner Kindheit ein großer „Löwenzahn“ Fan. Peter Lustig konnte jedes, noch so schwierige Thema „nachhaltig“ erklären. Und so gucke oder lese ich heute noch gerne Erklärungen, die eigentlich für Kinder gemacht sind.

Lustigerweise sind die Ergebnisse bei google mit dem Suchbegriff Nachhaltigkeit besonders an Kinder und Jugendliche gerichtet. Entweder sind sie die Hauptansprechpartner oder es gibt viele Erwachsene, die wie ich die Löwenzahnerklärung wesentlich verständlicher finden als einen wissenschaftlichen Fachbericht. Wem das natürlich lieber ist, wird wie immer bei Wikipedia fündig. Da ist von der Begriffsgeschichte, über die kulturelle Verwendung und aktuelle Konzepte zur Nachhaltigkeit alles dabei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit

Ich bin morgen auf dem Wochenmarkt. Rhabarber ist soweit! Und dann wird mein Lieblingskuchen gebacken. Rezept jetzt, Bilder folgen am Sonntag. Ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende! ❤

https://www.kochbar.de/rezept/318485/Rhabarberkuchen-mit-Baiserhaube.html

© Sunny Möller

Allgemein

Tagebücher, alte Geschichten und unkomplizierte Männer

Tagebücher sind einfach was Schönes. Gedanken, Erlebnisse, Gefühle, die man mit jemandem teilt, der immer zuhört, versteht und nie urteilt. Und Geschichten preisgibt, die man schon glaubt, vergessen zu haben.

Die ersten Dates sind ja immer so eine Sache. Frauen denken da meist etwas komplizierter als Männer. Was ziehe ich an, welches Make-Up ist passend, wie gucke ich, wie lächle ich, wie antworte ich. Gehen wir essen, wenn ja, was, wie viel, was trinken, was, wie viel….? Ich beneide Männer da um ihre Unkompliziertheit. Sie sind einfach einfacher. Zum Thema passend fand ich neulich eine Geschichte in einem meiner (sehr) alten Tagebüchern. Ich glaube, ich habe es damals als Geschichte formuliert, um mich vom „Inhalt“ zu distanzieren…. Es war mir sogar im Tagebuch noch peinlich.

Heute war ich das erste Mal bei Tom. Er wollte für uns kochen. Hammer. Er ist so ganz anders als andere Männer. Sieht gut aus, witzig und er kocht, für mich!!!! Schmelz!!!!

Es gab Lasagne.

„Spezialrezept von meiner italienischen Nonna, frischer Knoblauch ist das Geheimnis!“

Als er sie aus dem Ofen holte, duftete sie herrlich. Seine kleine Wohnung roch nach Kräutern und durch die Mischung von Ofen und mindestens 20 Kerzen, die er angezündet hatte, war es gemütlich warm. Tom öffnete die Flasche Rotwein und breitete eine Decke auf dem Boden aus. Es fühlte sich fast an wie ein Picknick in der Toskana. Oooaaahhhh, doppelschmelz!

Das änderte sich schlagartig, als wir mit dem Essen fertig waren. Da war mir mehr nach Ätna auf Sizilien. Es fing eigentlich noch relativ harmlos an. Ich musste ein paar Mal ein bisschen aufstoßen, aber das konnte ich noch ganz gut kaschieren. Aber dann nahm das Elend seinen Lauf. Irgendwie wusste ich, dass es schlimm werden würde. Eigentlich ja gar kein Problem, wenn ich alleine gewesen wäre. War ich aber leider nicht. Vor mir der Typ, der nur mit seinen Küssen meinen ganzen Körper entflammt hatte. Wenn der Knoblauch aus der Lasagne jetzt allerdings den Weg in die unteren Etagen nehmen würde, sollte man offenes Feuer vermeiden.

Ich dachte scharf nach. Was sollte ich nur machen? Gutaussehende Mädchen pupsen nicht. Rülpsen tun sie auch nicht, auch nicht in der Nase bohren, oder am Po kratzen. Aber pupsen vor dem potentiell heißesten Typen seit 100 Jahren? Der würde doch sofort abhauen. Was sagt der seinen Freunden? Ach, wisst ihr was? Gestern hatte ich ein Date mit der Furzerin. Der wird nie mit dir Sex haben können, wenn du jetzt furzt. Oh Gott, oh Gott, wie sich das schon anhört. Wer sich wohl dieses Wort dafür ausgedacht hatte? Als ob die Aktion nicht schon peinlich genug wäre. Entschuldigung, ich habe gefurzt!

Mir tat total der Bauch weh und der wurde auch immer dicker.

Einziehen, dachte ich nur, einziehen.

„Alles in Ordnung Sunny? Hat dir die Lasagne nicht geschmeckt?“

„Doch, doch, alles prima.“

Ich versuchte zu lächeln. Vielleicht konnte man die überschüssige Luft nach innen ziehen und durch eine andere Körperöffnung wieder laut- und geruchlos rauslassen. Ich spürte Toms Hand auf meinem Bein, er rückte immer näher zu mir rüber und wollte mich küssen. Ich sprang schlagartig auf und kam mit einer blöden Ausrede.

„Oh Mann, ich muss ganz dringend aufs Klo. Schenk uns doch noch einen Wein ein!“

Ich versuchte zu lächeln und bewegte mich rückwärts Richtung Toilette. Dort angekommen versuchte ich meinen Bauch zu entspannen. Er tat schon richtig weh von der ganzen Date freundlichen Einzieherei. Aber sofort merkte ich, dass die Luft den Ausgang suchte. Außerdem drückte meine Blase auch schon ganz heftig. Nein, nein, nein, bitte nicht. Seine Toilette war genau neben dem Wohnzimmer. Wenn ich mich jetzt auf die Brille gesetzt hätte, hätte die Kloschüssel wie ein Megaphon agiert. Ich überlegte ganz kurz, ob ich mir ein Handtuch als Schalldämpfer vor den Po halten sollte. Aber nachher hätte ich drauf gepinkelt. Also, Zähne zusammen beißen und wieder raus. Tom kam mir schon entgegen.

„Hey, ich dachte du kommst überhaupt nicht mehr wieder.“

Er wollte mich in den Arm nehmen und küssen. Ich drehte den Kopf weg. Mein Bauch fing wieder bedrohlich an zu blubbern.

„Wollen wir vielleicht noch weggehen, in einen Club oder so! Ich hätte jetzt voll Lust auf laute Musik!“

Ja, dachte ich und da kann ich dann auch ungestört die Bässe mitpupsen. Tom guckte mich ganz irritiert an.

„Also, irgendetwas stimmt doch auf einmal nicht mit dir, Sunny!“

Ich lächelte gequält.

„Wie kommst du denn darauf?“

„Na ja, du machst die letzte halbe Stunde einen total abwesenden Eindruck, küssen willst du mich offensichtlich auch nicht mehr. Hab´ ich etwas getan, was dir jetzt quer sitzt?“

JAAAAAAAAA, dachte ich, diese scheiß Lasagne. Und wenn ich nicht gleich einen fahren lassen kann, dann platze ich und fliege hier durch die Bude!!!!!!!

„Nein Tom, es ist alles in Ordnung. Wollen wir denn jetzt noch tanzen gehen, oder nicht?“

„Ratatabrfftatabrrt“ (kommt das authentisch rüber?)

Oh Gott, oh Gott, oh Gott, jetzt war es raus. Ich hätte beim sprechen nicht ausatmen dürfen. Es war bestimmt zu laut gewesen. Ich schaute mich schnell in seiner Wohnung um. Gab es irgendwelche Haushaltsgeräte, auf die man es schieben könnte?
Aber was machte schon solche Geräusche? Ich guckte Tom an. Er grinste. Dieses schiefe Grinsen, was ich so an ihm liebte. Ich merkte, wie ich knallrot anlief. Aus Toms schiefem Grinsen wurde schallendes Gelächter. Super, jetzt war ich das gefürchtete Furzdate! Tom konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Jetzt wurde ich sauer, mein hysterisches Kopfmännchen aus Kindertagen erschien aus der Versenkung und hatte auch noch ein paar Kumpels dabei. Mein Gesicht brannte, diesmal nicht aus Scham, sondern vor Wut.

„Ja, toll. Lach dich ruhig tot und das meine ich wörtlich. Nur weil du so bescheuert warst, 20 Knoblauchzehen in diese dämliche Lasagne zu knallen!“

Tom hielt sich seinen perfekten, nicht geblähten Bauch. „Knallen, ha ha ha ha, ja knallen passt perfekt, ha ha ha ha!“ An diesem Punkt war mir dann alles egal.

„Weißt du was Tom, verschwinde doch einfach, so toll kannst du auch nicht küssen! Und ich will dir wirklich nicht zumuten, dich mit einer Furzmaschine wie mir weiter abzugeben!“

Er lachte nicht mehr.

„Hey Sunny, jetzt entspann dich mal. Okay. Ich lache auch über dein kleines, sagen wir mal, Missgeschick. Aber eigentlich lache ich darüber, dass du seit fast zwei Stunden wie ein wildes Tier durch die Wohnung rennst und versuchst, dir irgendwo Luft zu machen. Mein Bruder und ich haben früher immer `Bunkern´ gespielt, unter der Bettdecke und uns gegenseitig die verpupste Luft zu gewedelt! Willst du?“

Ich dachte nur noch ans gehen, aber er küsste mich! Immer und immer wieder.

„Ich bin verliebt in dich, Sunny! Mit und ohne Pups!“

Und um diese Unkompliziertheit beneide ich die Spezies Mann! Jeden komplizierten Frauentag! Immer und immer wieder!

(c) Sunny Möller