Allgemein

Weißt du noch?

Kletterbaum

Bäume, so groß wie dein Leben,
musst sie erklettern, bezwingen, erobern.
Jeder Ast, eine Geschichte, eine Zeit, eine Welt,
der erste, große, in der Mitte ohne Spur einer Rinde,
viele Füße, große, wie kleine, berührten ihn,
rutschen ab und stiegen weiter,
zum nächsten, schon dünner, doch immer noch stark,
höher und höher musste es gehen,
nach unten guckt man als erstes von oben.
Herz klopft langsam schneller, kleine Äste, die knacken,
du schaffst es, Blätter die rascheln, fast wie ein Klatschen,
feuern dich an, höher und höher, der Boden verschwindet,
dann bist du da, streckst dein Kopf über die Spitze,
mit grünen Knien und zerzausten Haaren,
siehst deine Welt erstmals von oben. Großes wird kleiner,
Unerreichbares bezwungen, bist stolz, mit dem Wind kommt ein Lächeln.

Schließ deine Augen, weißt du es noch?

© Sunny Möller

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Allgemein, Stimmungslage, Wortkunst

Über die Liebe…

Lyrik, Dramen, eigenes Empfinden. Ich war auf der Suche nach meiner engsten Vertrauten, der Liebe. Ich wollte sie fassen, sie benennen, ihr eine Form geben, um sie zu verstehen.

Sie sträubt sich, zeigt mir immer neue Gesichter, wandelt sich vom schönsten Schein zur Angst einflößenden Fratze. Sie will nicht, dass ich sie ertappe, in einer ihrer Metamorphosen. Sie versteckt sich, kommt und geht, wann sie will.

Hält mir die Augen zu, nimmt meine Hand, führt mich über Schluchten, um mich in die tiefste zu stürzen. Sie lässt nicht mit sich reden, jede Verhandlung ohne Erfolg. Sie zeigt kurz und arrogant ihr Gesicht, die Amazone unter den Gefühlen.

Bringt neue Begleiter mit auf ihren Weg. Leidenschaft, Verlangen, Hingabe und die schlimmste ihrer Verwandten, die Bedingungslosigkeit. Kommen sie zusammen, ergibst du dich hilflos. Freier Wille? Vielleicht! Bis wann? Unbeantwortet.

© Sunny Möller

Allgemein, Kulinarisch

Das ABC der Nachhaltigkeit: R

R

wie

Reisen

Es ist mal wieder soweit, in vielen Bundesländern haben die Sommerferien angefangen und viele von uns treibt es in den Süden oder vielleicht auch noch weiter weg. Da man in den meisten Teilen Deutschlands wohl nicht mit dem gleichen Jahrhundertsommer rechnen kann, wie im letzten Jahr, zieht es doch viele von uns in wärmere Regionen. Aber geht das auch nachhaltig? darf ich jetzt nicht mehr mit gutem Gewissen in ein Flugzeug steigen? Kann ich meine Traumziele wie Indien oder New York jetzt nicht mehr erreichen oder nur unter sehr schwierigen Umständen?

Ich bin ganz ehrlich, ich bin definitiv kein Vielflieger, aber hin und wieder zieht es mich nach Kreta, in die USA und irgendwann würde ich gerne meine Freunde in Indien besuchen. Und das werde ich höchstwahrscheinlich mit einem Flugzeug tun. Doch kann man trotzdem nachhaltig Ferien verbringen? Ich denke schon. Ein bisschen Achtsamkeit bringt bei vielen Dingen eine große Veränderung! Besonders bei dir selbst. Meine Tochter hat dazu einen ziemlich schlauen Satz gesagt:“Warum sind wir eigentlich nicht so schlau wie die Tiere, die machen nicht ihren Lebensraum kaputt.“

CareElite hat unter https://www.careelite.de/nachhaltigkeit-tourismus-nachhaltig-reisen/ richtig gute ideen.

Besonders die Seite http://www.bookitgreen.com hat mir richtig gut gefallen. Wer keinen ALL-inklusive Cluburlaub braucht, sollte dort mal stöbern.

http://www.bookitgreen.com
Eine Auswahl von wirklich „untouristischen“ Urlaubszielen.

Ein weiterer Vorschlag von CareElite ist, seine Reise am besten gleich 3 Monate dauern zu lassen, um möglichst viele Ziele mit nur einer Anreise kombinieren zu können. Hört sich super an, aber da die meisten von uns nicht mehr im Studium sind und sich die wenigstens ein Sabbatjahr leisten können, sollte man das nachhaltig gestalten, was man kann.

Zum Beispiel auf Urlaub in großen Clubhotels verzichten, weil hier oftmals nur der Veranstalter verdient und die Menschen vor Ort, mit ihren kleinen Hotels und Gaststätten, leer ausgehen. Und genau das sollte doch Urlaub sein. Eintauchen in eine andere Kultur, typisches, regionales Essen genießen, anstatt sich in Hotelburgen mit einem touristisch angepassten Einheitsbrei vollzustopfen und sich von angereisten Animateuren bespaßen zu lassen. Geht raus, lernt Menschen kennen, ein Hallo, danke und Auf Wiedersehen bekommt man in jeder Sprache hin.

Ich bin zum Beispiel schon mehrfach über http://www.airbnb.de gereist und habe immer ganz tolle Erfahrungen gemacht. Eine Wohnung mitten in der Toskana, die gleich für Wein, Kuchen und Familienanschluss sorgte und bessere Ausflugstipps hatte als jeder Reiseführer.

Macht euch schlau, einfach mal nachhaltig Reisen googeln und inspirieren lassen. und mich am besten gleich mit.

Eine gute Idee noch für den Weg:

Zero Waste Reise – 13 Tipps für Urlaub ohne Müll

© Sunny Möller

Allgemein

Emma‘s Welt isst Kirschen

Thema im Sachkundeunterricht: Tiere, Pflanzen und deren Produkte aus der Umgebung. Emma hat frisch gepflückte Kirschen aus unserem Garten mitgebracht. Ganze drei Kinder haben sie probiert!!! Aussage:“Wir essen nichts aus dem Garten. Da sind Tiere drin! Das ist widerlich!“

Anschließend packten sie ihre Pausenbrote aus: YumYum Asiasnack, Nutellaschnitte, Käsestrings dreifach in Plastik eingeschweißt und Müsliriegel mit Schokostückchen…

Das finde ich erschreckend!!!

(c) Sunny Möller

Allgemein

Ausdrucksschwäche

Manchmal fangen Geschichten mit einer Mandelentzündung an. Ich konnte nicht sprechen, nichts sagen, nichts fragen, nichts bejahen oder verneinen, nichts vormachen oder vortäuschen, nicht lügen, war einfach nur mit mir, in mir. Und hörte die Welt da draußen, von einer anderen, stillen Seite. Wie würde es wohl sein, nie wieder eine Sache zu können, die mir so selbstverständlich in die Wiege gelegt worden war? Fehlten meine Beine, würde ich aufhören zu laufen? Wenn ich blind würde, könnte ich nicht mehr sehen? Ohne zu hören, keine Musik mehr? Könnte ich Frieden damit schließen? Würde ich verhindern, dass man mich behindert?

Mein Kinder und ich erfinden Geschichten. Eine heißt „Stein verliebt sich“. Kieselda und Backus lernten sich in einer, für Steine typischen Szenerie kennen, einem Steinbruch. Familie Kiesel und Familie Backstein waren schon lange Zeit zerstritten. Warum, wussten sie eigentlich nicht. Sie waren nie in der Lage, sich ihre Gefühle und Gedanken mitzuteilen. Sie waren eben anders, nicht vom gleichen Stein. Und doch verliebten sich das Kieselmädchen und der rote Backsteinjunge. Wie sie es erkannten? Die Farbe der Liebe ist rot, da war es für den Jungen einfach. Das Mädchen wartete bis zum Sommer, auf die herab fallenden Kirschen, um sich zu offenbaren. Und sie fanden ihre Sprache, in den Dingen, die sie umgaben. Der Regen brachte die Traurigkeit, die Sonne die Freude. Nah am Feuer brannte die Leidenschaft, der Schnee das Abkühlen der Beziehung. Wut zeigte sich im vorbei fahrenden Müllwagen, Angst hatten sie im Schatten großer Blätter. Ihre Liebe war lebendig, nie annähernd `kalt wie Stein´!

Ich bin wieder gesund, meine Stimme hat wieder eine Stimme. Aber selbst wenn nicht, ich würde einen Weg finden, mich auszudrücken. Und seht ihr irgendwo einen Stein am Straßenrand, bitte nicht dagegen treten. Er könnte verliebt sein.

 

© Sunny Moeller

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ABC der Nachhaltigkeit: Q

Q

wie

Quatsch nicht rum,

pflanz Blumen und zwar überall, wo Platz ist. Heute bei mir im Garten jagte ein Glücksgefühl das andere! Dreht den Sound auf, das ist die Musik des Lebens!

Denn was passiert, wenn Bienen, Hummeln und Verwandte sterben?

Also??? Bienen und Blüten!❤️

(c) Sunny Möller

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Das ABC der Nachhaltigkeit: P

P

wie

Praxistest

Ich habe immer gedacht, ich lebe schon ziemlich bewusst und auch nachhaltig. Doch als ich mit diesem ABC angefangen habe, ist mir doch einiges sauer aufgestoßen. Zum Beispiel wie viele männliche Küken im Schredder landen und es dabei egal ist, ob du ein Bio- oder ein Käfigei kaufst. Dass Papiertüten im Supermarkt zu kaufen genauso doof ist wie Plastiktüten und dass ich doch hin und wieder mein Auto für Strecken benutze, die mein Fahrrad genauso schnell schaffen würde. Weil ich faul bin, weil das Wetter zu schlecht ist, oder weil ich keine Lust habe, mehrmals die Woche einkaufen zu gehen.

„Ich mache viel zu wenig!“

Mein Freund schüttelt den Kopf.

„Aber was machst du denn gut?“

Ich überlege, fange dabei wieder an, mich selbst zu beschuldigen, was ich für ein nachhaltiges Miststück bin.

Mein Freund ist sichtlich genervt.

„Nenne mir 3 Dinge, mit denen du unsere Umwelt schützt!“

„Ich kaufe keine Plastikflaschen mehr!

„Ich habe einen Garten und baue selber Gemüse an!

„Ich kaufe kein verpacktes Gemüse oder Obst mehr!

„Kaffee to go landet in keinem Pappbecher mehr!

„Ich trinke nur noch Leitungswasser.

„Ich fahre viel mehr Bus und Zug.

„Ich kaufe keine Plastiktüten mehr.

„Ich lasse keine Akkustecker mehr in der Steckdose, wenn ich ihn nicht benutze…“

„Das waren 7!“

Ich dachte nach und ich habe das auch schon von vielen von euch gehört und gelesen. Ein kleiner Beitrag von jedem von uns, macht schon eine Menge aus. Die Großen und mächtigen beschuldigen hilft allerdings überhaupt nicht. Ich weiß nicht genau, ob es Greta Thunberg geschuldet ist, dass auf einmal so ein Klimabewusstsein durch die Welt geht, aber als ich heute morgen auf dem Markt war, habe ich noch nie so viele Menschen gesehen, die mit Körben und Stoffbeuteln unterwegs waren und nicht einmal ihre empfindlichen Tomaten in Papiertüten zwischengelagert haben. Beim Käsemann stand eine ältere Dame mit ihrer Tupperbox und ließ sich ihren Gouda gleich da hinein füllen. Und bei der Kaffetante standen viele mit ihren mitgebrachten Bechern.

Es passiert was und das ist ein gutes Gefühl! ❤

Und wer auch immer die "Fridays for Futures" Bewegung für eine Schwänzspinnerei von Kindern gehalten hat…dafür ist unsere Zukunft aber ziemlich aktiv!