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Ich bin kein Ausländer! ich bin ein Mensch!

Die ewige „Ausländerproblematik“ geht mir mittlerweile ziemlich auf den nicht vorhandenen Sack. Bestimmte Eigenschaften werden bestimmten Nationen zugeschrieben. Die Deutschen sind pünktlich und fleißig, die Amerikaner oberflächlich, die Engländer legen keinen Wert auf Ordnung und Sauberkeit und Moslems sind frauenfeindlich und die Flüchtlinge wollen sich nicht integrieren. Ist das so? Sind diese Attribute nicht beliebig austauschbar?

Ich kenne genügend Deutsche, die weder fleißig noch pünktlich sind. Die Frauenfeindlichkeit ist völlig unabhängig von der Nationalität, oder glauben wir ernsthaft, ein Leben ohne Kopftuch macht uns zu einer emanzipierten Frau und aus diesem Grund behandeln uns Männer, unabhängig ihrer Herkunft, besser? Und was Ordnung und Sauberkeit angeht, muss mein Sohn wohl ein Engländer sein.

Obwohl die Ausländerfeindlichkeit hierzulande ja hauptsächlich auf äußere Merkmale beschränkt ist. Dunklere Haare, nicht ganz helle Haut, ganz klar, Ausländer. Fazit: böse! Kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor?

Gestern sagte ein Kind (kommt aus dem Iran) im Englischunterricht zu mir:“Frau Möller, ich bin nichts! Ich habe keine Identität. Ich bin zwar hier geboren, aber alle beschimpfen mich als Türken, im Iran bin ich ein böser Deutscher und in den USA ein mexikanischer Flüchtling! Warum kann ich nicht einfach ein Mensch sein?

© Sunny Möller

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Wortkunst

Des Lebens Linien

Im Abseits vieler tausend Welten
ziehen Zeiten mühelos vorbei.
Linien sieht man allzu selten
im herkömmlichen Nichts ein Einerlei.

Doch bricht sie dann ein starker Wille,
wie ein Strahl der Sonne hellstem Licht,
hört man Schreie in der lauten Stille,
vor den blinden Augen klare Sicht.

Linien mögen sie gebrochen sein,
bilden stark ein neues Band,
mit so vielen ersten Bildern, klar und rein.
Im neuen Leben, ungebrochen, nur in deiner Hand.

© Sunny Möller

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Abends früh um Acht

Die Sonne schien, da sah ich ihn,
in sternenklarer Nacht.
Der Anzug blau, in magentafarbnen grün.
Wir redeten die ganze Zeit,
ohne nur ein Wort zu sagen,
mit abgewandten Blick,
schaute ich in seine Augen,
seine Hand berührte mich,
in der Tasche tief vergraben,
langsam merkte ich,
in rasender Geschwindigkeit,
eine große Kleinigkeit,
ich schlief und war hellwach,
lag im Keller auf dem Dach,
träumte einen Traummann her,
in allzu naher Ferne,
ich hasse es und mach es allzu gerne,
die Wirklichkeit nur ausgedacht,
abends früh um acht.

(c) Sunny Möller

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All the Jahre again…and again…and again…

Merry Christmas and Frieden auf Erden! What a wish! Oftmals for the trash. There is no kind of Frieden in any Fußgängerzone all over the country. People with very aggressive Gesichtsausdrücke on their way to buy unlovely shit for their Liebsten. Das Fest of love. Verpackt at Douglas. Je teurer desto better. And they are running! For the best tree, the best Geschenk, the best Gans on her bioway to the Backofen. Stopfing the Vogel before stopfing yourself. Neujahr you have to jammering while standing on the Waage and starting with New Years Vorsätze the Brigitte Diät. Nothing to do with loving. It´s only hetzing, kaufing, fressing and Glühwein saufing with or ohne Schuss!

After the time of Vorbereiting the big day is da. The beginning of Besuching. First Eltern then Schwiegereltern, Oma, Opa, Onkel, Tanten. Grinsing, thanking, stressvermeiding.

Frieden auf Erden, so starting schickmaching and Kirchgoing. So important, zu besinnen, nachzuthinken, what´s the Sinn of Christmas? Us is today the Heiland geboren. Modern Inszenierung in the Gotteshaus with Pampers and „Ey Aldaa, Josef! Krasses Kind, Aldaa! Yo Maria, was geht?“ Schpending, goodfühling.

On the Heimweg talking about Bescheidenheit, anfeinding the konsumgeile Gesellschaft. And a team work smiling with kuhäugige Blicke. „We only give us Kleinigkeiten.“

At the Geschenke auspacking comes the Wahrheit ans Licht. A Mount Everest of Geschenkpapier. Filled with Spielekonsolen, Designer-Fummling, Monster High mal drei. Real freuing or gespieltes freuing. „Das wäre doch nicht nötig gewesen!“ instead of „Ist das wirklich nötig gewesen?“

But you have to be nett. Problems at Festivitäten like Christmas with the Verwandschaft sitting you under an emotional Druck.

Christmas punch can handle it. But please have your limit any time for Augen. Otherwise it could be very stressig for everybody. Long overstaute problems came to Tage and then you can smell the Krieg in to the candle pregnant air. Often the schlecht erzogenen children makes the Startschuss. Talking about den little versauten Martin-Sören-Oliver, who wants to build his new Murmelbahn into Lisa-Maries Schlüpfer. Backholding Empöring about the misrating children. Totally drunk Tante Else: „That comes from the Alkohol problem of his Vater with verkrüppelte Spermien. Such themes are the beginning from the Ende.

Next Opfer is Onkel Heiner. He always wants to have it, never get it cause of his little Schwanz. That ist the Grund why his wife Tante Uschi (böse ones who think about Muschi) has an Affaire with the Hasenzüchter Teddy from the next Dorf. Rammeling statt Stummelding. More Punsch ausschenking makes it not better. Brülling, streiting, overcooking. Schimpfing with Oma Ulla because of kleckering Rotwein on the white Auslegeware. Glasholding difficults with Parkinson. Flüstering about the bedauernswerten Zustand. Only Opa Franz ist laching about all the fremde Leute. Sometimes Vergesslichkeit can be the holy shit.

Suddenly someone starts heuling about something and everybody wants trösting, forgetting all the other Mist. Happy that someone is noch schlechter dran. So you have the perfect ending of an unperfect starting, everybody wants to umarming and give a warm Verabschieding with „Frieden auf Erden“!

Happy Vorweihnachtszeit and I hope you could improve your Englischkenntnisse!

(c) Sunny Möller

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Maskerade und Verkauf

„Du musst dich einfach besser verkaufen, die Leute interessieren sich nicht für das, was du bist, sondern für das, was du darstellst! “Kurzes Lunch-Meeting in einer chilligen Lounge am Wasser mit einer alten Freundin. Wie lange ist es her, dass wir uns einfach nur getroffen haben, entspannt, zum Essen. Heute bist du nichts mehr ohne bestimmtes Behavior in deinem braingestormten Leben. Lifestyle ist die Devise. Zwischen Pin-Code und Payback hast du gefälligst einen gepflegten Burn-Out zu quetschen, damit du karrieretechnisch irgend etwas darstellst. Arbeiter kriegen höchstens die Grippe. Also bitte in der Happy Hour, links das Glas, rechts das I-Phone, busy gucken, kräftig bluffen! Coole Leute worken das aus!

Kann ich das schaffen? Hier stehe ich nun, versuche nach dem ganzen Input das Output und promote mein Know How. Mit Push-Up und Peeptoes, Haare gestylt, mit Extensions gepimpt, Laptop gezückt, Deadline im Nacken! Kann ich das schaffen? Bin ich noch da? Im ganzen Wust des mich Verkaufens fängt die Maske an zu jucken, die Füße zu schmerzen, die Haare zu ziepen und der Push-Up zu kneifen.

„Und, Sunny Möller, was haben Sie uns anzubieten?“

„Mich!“

„Ist das alles?“

„Ja!“
 

© Sunny Möller

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Schau mal hin!

Eier, Milch, vielleicht ein bisschen Aufschnitt, wie hieß noch mal dieser Käse, den die Kinder so gerne mögen? Irgendwelche Termine diese Woche? Bald ist Weihnachten, ob es wohl endlich mal schneit?……..Kopf hoch, Sunny! Gesichter, schau mal hin! Sie erzählen etwas! Sie hinein!

…Ich frage mich die ganze Zeit, warum er nicht anruft? Er hat gesagt, der Abend sei grandios gewesen und er ruft die Tage an, was heißt denn, „die Tage“?…

…und wenn es doch was Schlimmes ist, was ist, wenn es Krebs ist? Der Arzt hat so komisch geguckt. „Jetzt machen Sie sich mal keine Sorgen, Frau Kinter!“ Ich habe solche Angst…

…Wenn sie mich jetzt noch einmal in der Öffentlichkeit ´mein Moppelchen´ nennt, krieg ich ´nen Anfall und nenne sie Hängetittchen. Es gab mal Zeiten, da hat sie mich Hengst genannt, da war ihr Busen auch noch weiter oben. Liebe ich sie eigentlich noch?…

…65, ab morgen bist du Rentner Karl, blödes Gefühl, irgendwie. Du hast jetzt immer frei Karl, gutes Gefühl, irgendwie…

…ich hab 2 Fünfen, schon wieder 2 Fünfen, Ole hat gesagt, ich bin zu doof zum Atmen, Papa wird stinksauer sein, ich will gar nicht nach Hause gehen…

…ein Baby, ein Baby, ein Baby, ich glaub es wird ein Mädchen, wie sag ich das Mike, ob er sich freut?…

So viele Gesichter, so viele Geschichten. Alte, Junge, große Nasen, kleine Ohren, kurze Beine, lange Haare, große Augen, schmale Hände, einzigartig jedes Mal! Hinsehen, aufnehmen, ansehen, lächeln, denken, mitfühlen, raten, fragen, erkennen, zuhören, mitgehen.

Schaut mal hin!! Jeder Mensch ein Buch!

© Sunny Möller