Allgemein

Tausend Stimmen

Gefangen sein mit tausend Stimmen,

im Kopf, allein sein,

dröhnt es, immerzu versuchen,

durch das Dickicht schwarzer Wände,

was zu sehen, das nicht da ist,

hoffen, dass da nichts ist,

nichts zieht am unverbauten Selbst,

könnt ich doch putzen meinen Geist,

verbleibende Inschrift „bis hierher

reicht’s“!

(c) Sunny Möller

Werbeanzeigen
Allgemein

Denken

Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen versuchen. Bewusst werden dabei meist nur die Endprodukte des Denkens, nicht die Denkprozesse, die sie hervorbringen. (Wiki)

Puuuhhhh Sunny, du denkst zu viel. Seit gestern beschäftigt mich diese Denkerei und seitdem denke ich nach, über das Denken. Denken Frauen wirklich anders als Männer? Und wenn Männer angeblich hauptsächlich ihrem besten Stück denken, hat der dann gute Einfälle?

Und wenn ein Körperteil der Frau, außer dem Gehirn, denken könnte, welcher wäre es? Der Bauch? Vielleicht das Herz? Oder begibt sich das weibliche Denkvermögen auch mal in untergeordnete Denkregionen?

Macht man sich nicht manchmal das Leben etwas zu schwer, mit dieser ganzen Denkerei? Und wohin führen mich die ganzen Vorstellungen und Erkenntnisse? Ist es wirklich sinnvoll, Gedanken in die Länge zu ziehen, andere Gedanken an sie dran zu hängen um dann noch angestrengter darüber nachzudenken? Erst besinnen, dann beginnen. Sollte man vielleicht manchmal, beim ersten Anflug eines Gedanken, ihn zum spontanen Handeln zwingen?

Ich denke, also bin ich. Und wenn ich einfach nur tue, was bin ich dann? Denk mal nach!

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

ABC der Nachhaltigkeit: V

V

wie

Verdammtes Gewissen

Ich bewundere dieses schwedische Mädchen! Unglaublich, was sie innerhalb eines Jahres auf die Beine gestellt hat. Mittlerweile bringt sie nicht nur die Jugend auf die Straße, sondern immer mehr Erwachsene schließen sich den Klimaprotesten an und werden dafür sogar von ihrer Arbeit befreit. Echt super!

Allerdings verfolgt mich jetzt mein nachhaltiges Gewissen unaufhörlich. Ich kann nicht Greta. Zumindest nicht komplett und unaufhörlich. Ich zupfe mit schlechtem Gewissen an meinen Kuschelpulli von H&M und schäme mich für meine Lederschuhe, die ich immer noch trage. Ich kann zwar vegetarisch, aber vegan ist mir doch etwas zu viel. Ich baue eigenes Gemüse an und kaufe regional und saisonal und doch hat sich eine Avocado in meine Guacamole geschlichen.

Greta Thunberg hat vor allem eins geschafft, die große Angst vorm schlimmen Ende. Was ich natürlich nicht mehr erleben muss, doch vielleicht meine Urenkel. Dafür will ich doch nicht verantwortlich sein. Ich bin momentan einfach nachhaltig gestresst. Ich erkenne mittlerweile in jeder Handlung eine Umweltsünde und höre den Countdown lauter ticken. Ist das gut? Ich glaube schon, irgendwie.

Auch wenn ich nicht so nachhaltig lebe wie manch anderer, so hat sich doch vieles in meinem Verhalten verändert. Vor allem eins: Unsere Welt ist keine Selbstverständlichkeit für mich mehr, die immer da sein wird, mit Häschen, Bienchen und Blümchen. Und ich versuche dafür meinen Beitrag zu leisten. Ist das was? Ich glaube schon, irgendwie!

© Sunny Möller

Allgemein

School spirit und gelbe Busse!

Moin und willkommen zurück zu meinem Blog!

Heute berichte ich von meinen ersten paar Wochen in Amerika und meiner Highschool. Vom Unterricht und vielen Neuheiten.

Der erste Schultag…

Aufstehen um 5:30 Uhr, anziehen und Zähne putzen, schnell einen Toast schnappen und aus dem Haus zum Bus. Bin ich tough? Hört sich cool an? Ich wundere mich gerade über mich selbst! Alter!!! 5:30? Meine Mutter wäre begeistert! Meine Mutter ist begeistert! Und fragt sich die ganze Zeit, ob ich bisher in der falschen Zeitzone gelebt habe. In Deutschland habe ich bis kurz vor Schulbeginn geschlafen und habe trotzdem pünktlich im Klassenzimmer gesessen. Das war der Luxus, wenn die Schule nur 50m vom Bett entfernt ist.

Das ist jetzt anders. Klar, ich bin in der Metropole Minneapolis und könnte in einer halben Stunde auch zu Fuß in der Schule sein, aber hier fährt man School Bus! Stellt euch die Busse aus den typischen Highschool-Filmen vor: groß, gelb und ein schwarz gedruckter Schriftzug auf der Stirn des Fahrzeugs…

„School Bus“

Endlich war es soweit, ich stehe vor der Schule und betrete ein Gebäude, dass man sonst nur aus „Highschool Musical“ kennt. Ich muss lachen, wenn ich daran denke, dass gleich ein paar heiße Cheerleader durch die Gänge tanzen. War dann nicht so, aber so viele Leute, dass ich doch ein komisches Gefühl im Bauch hatte. Die Schule sieht zwar schon von außen ziemlich groß aus, aber wenn du drin bist wird einem das Ausmaß bewusst. Das coole, ich falle gar nicht auf. Ich bin einer von allen. Nicht der Neue, der komisch angeguckt wird und Deutsch wird mich hier auch keiner sprechen hören, spricht hier eh keiner. Gut so. Ich konnte mir nie so richtig vorstellen, was unter school spirit so gemeint war, klar Zusammenhalt und so. Aber das bedeutet hier viel mehr! Zuhause macht so jeder sein Ding, aber das du dich voll und ganz mit deiner Schule identifizierst? Na ja: Ich hab ein Video gemacht, vielleicht schwappt die Stimmung zu euch rüber. ❤

Dann geht es mit Tempo weiter. Vom Eingang bis zum ersten Klassenraum braucht man fast 5 Minuten und anstatt das jede Klasse ihren eigenen Klassenraum hat, haben die Lehrer einen. Man wechselt jede Stunde den Klassenraum und erst als ich nachmittags zurück bei meinen Gasteltern bin, merke ich, wie viel ich an diesem Tag gerannt bin.

Aber nun zu den etwas interessanteren Dingen: Clubs

Bei uns in Deutschland heißen sie AG´s, Arbeitsgemeinschaften. Blöder Name für etwas, was Spaß machen soll. bei Club macht schon der Name Spaß. Es gibt fast alles an Aktivitäten, von unzähligen Sportarten über Bands bis zu einem K-pop Klub. Aber das Allerbeste: Der „Dungeons & Dragons“ Club!!!

https://de.wikipedia.org/wiki/Dungeons_%26_Dragons

Zweimal die Woche, dienstags und donnerstags, treffen wir uns in einer Gruppe von 10 Leuten und spielen das Spiel, unglaublich wenn man darüber nachdenkt, dass das alles in der Schule ist!

Und zum Abschluss ein Highlight…

Homecoming*

Homecoming ist das erste richtige Event im Schuljahr, einmalig ein riesiger Ball, der heute eher einer krassen Party in einer Disko gleicht. Treffen mit Freunden um 4 Uhr: 2 Stunden Zeit zum fertig machen, essen und Schminke auftragen. Die Mädels, ich nicht so…;) Selbstverständlich sind wir eine halbe Stunde zu spät. Und dann? Na 3 Stunden durchfeiern und tanzen natürlich! Und hier tanzen wirklich alle!

© Luke Möller

Lucy, Ich, Molly und David

Zum Schluß hieß es dann noch „Are you ready for some Wendy´s“. Fast Food? Jep! Besser als in Deutschland? Aber natürlich! Das war und bleibt eine unvergessliche Nacht…

https://www.wendys.com

Ich grüße euch vom anderen Ende der Welt, meiner neuen Welt!

Euer Luke

*Homecoming ist eine jährliche Tradition an einigen Universitäten, High Schools und Colleges in den USA. Bei diesem festlichen Anlass wird üblicherweise Ende September oder Anfang Oktober zu Ehren ehemaliger Schüler bzw. Universitätsangehöriger ein Bankett, ein Football-, Basketball- oder Eishockeyspiel oder ähnliches ausgerichtet. Oft wird auch eine Parade durch die Straßen der Stadt abgehalten oder ein Ball veranstaltet, als dessen Höhepunkt eine Homecoming Queen, eine Ballkönigin (und oft auch ein Homecoming King) gekrönt wird, sei es aufgrund von Beliebtheit, Schönheit oder Verdiensten um die Schule bzw. Hochschule. (wiki)

(c) Luke Möller

Allgemein

Quatsch

„UnddannhatSvengefragtwarumMädchenständiganihrenHaarenrumfummelnunddannhabichgesagtweildassoistunddannwarSchuleausundichhabdasStückfürKlaviernochgarnichtgeübtMamaichglaubeichmachezuvielduhastmirdasjaschongesagtichmeineVolleybalLKlavierSaxonetteTanzenSchuleichweißgarnichtwieichdasallesschaffensollaberichwillnichtsdavonaufgebenverabredenwillichmichaberauchnochhastdueigentlichmeinTrikotfürsSpielamWochendegewaschenkannstdudirvorstellendassmancheKinderinderSchulefindendassichzuschnellredeunddassmanmirgarnichtfolgenkann?“

………..

„Mama?“

„Hääähhh?“

„Findest du das auch?“

„Quatsch!“

(c) Sunny Möller

Allgemein

ABC der Nachhaltigkeit: U

U

wie

Und was gibt es jetzt noch zu meckern?

Sätze wie „das arme kleine Mädchen“ oder „Schande über die Eltern, die ihr behindertes Kind ausnutzen“ hängen mir mittlerweile zu den Ohren heraus! Warum ist Greta Thunberg behindert? Warum traut ihr mit 16 Jahren niemand zu, für eine Sache einzustehen, an die sie glaubt? Witzigerweise wird in Deutschland ein Wahlrecht ab 16 gefordert. Also mit 16 entscheiden können, welche Partei die Entscheidungen des Landes übernehmen soll, das geht also. Oder wird dieses Wahlrecht nur für nicht Behinderte gefordert? Und wer entscheidet über den Grad der Behinderung? Klinische Studien? Ausgewiesene Handicaps, die einen Namen haben? Sind wir nicht auf die ein oder andere Weise alle behindert? Wer entscheidet in diesem Land über das geistige Vermögen der Menschen?

Die Jugendlichen dieses Landes gehen seit einem Jahr jeden Freitag auf die Straße und treten für ihre Zukunft ein.

„Als ob die sich wirklich für ihre Zukunft interessieren.“

„Die haben doch nur keinen Bock auf Schule!“

„Die interessieren sich doch nur für ihr Smartphone und irgendwelche Ballerspiele!“

Echt jetzt? Ein guter Freund von mir hat einen Text verfasst, dem absolut nichts mehr hinzuzufügen ist.

Die haben doch auch keine Lösung.

Wer? frage ich.

Ja die, die Kinder, die da Freitags demonstrieren.
Diese konsumorientierte Jugend,
die müssen mir nichts erzählen von Naturschutz.
Die haben auch keine Lösung.

Nein, die haben auch keine Lösung.
Die demonstrieren auch nicht, weil sie eine Lösung hätten.
Die demonstrieren, weil sie ein Lösung einfordern.
Von denen, die vorgeben, die Welt zu regieren.
Die demonstrieren, weil sie Angst haben vor einer Zukunft,
die jene nicht mehr erleben, die sie zu verantworten haben.

Mag ja sein, aber da muss jeder mal
bei sich selbst anfangen.
Schau sie dir doch an,
diese vermeintlichen Klima besorgten Kids.
Sitzen den ganzen Tag vor Smartphone und Konsolen.
Als ich so alt war, spielte ich draußen in der Natur.
Die müssen mir nichts erzählen.
Die machen dreimal so viel Dreck wie ich.

Ja, diese verwöhnte, schlimme Jugend.
Sitzt nur vor Smartphones und Konsolen.
Aber wer hat sie ihnen denn in die Hand gegeben?
Wer hat diese Konsolen für sie hergestellt?
Wer gibt Milliarden für Werbung aus,
nur um diese Jugend für sich und
seine Produkte zu gewinnen?

Richtig, die ältere Generation.
Unsere Generation.
Diese Generation hat die heutige Jugend
zu Handlungen veführt,
die sie ihnen im selben Atemzug vorwirft
und sich selbst als leuchtendes Beispiel darstellt,
wie sie stattdessen in ihrer Jugend gelebt hat.

Heuchlerbande.

Diese Jugend, mag sie noch so konsumorientiert
und verpeilt sein, sie ist die Hoffung dieses Planeten.
Sie wird mehr bewegen als all die Klugscheisser,
die jetzt so tun, als hätten sie
schon immer Bescheid gewusst.

                                                                  © Manfred Dhyan Hofmann

Genau so ist es. War es nicht sehr angenehm für uns und alle Entscheidungsträger und Wirtschaftsbosse, dass sich diese junge Generation vom ganzen Konsumdenken hat einlullen lassen? War es nicht von Vorteil, sie durch unser schwaches Bildungssystem immer weiter verblöden zu lassen? Ohne Wissen keine Meinung. Wir ziehen eine immer bewegungsunfreudigere, Konsum orientierte Nachkommenschaft auf! Und das, meine Lieben, ist unsere Verantwortung. Aus Kindern wird das, was man ihnen vorlebt. Na dann, herzlichen Glückwunsch. Dann sind wir es, die behindert sind!

Und jetzt geht diese verblödete Jugend auf die Straße, angeführt von einem „kleinen Mädchen“ aus Schweden, die mit einem Pappschild angefangen hat. Alleine, ohne zu wissen, wohin das Ganze führen wird. Und haben in einem Jahr das Thema KLIMA auf den Spitzenplatz der Diskussionen gebracht.

Ihr kritisiert, weil ihr eine Scheißangst habt, dass wir alle Lullahausen vielleicht verlassen müssen, um morgens noch in den Spiegel schauen zu können.

© Sunny Möller