Allgemein

…und dann werde ich Psychiater!

Mein Sohn ist 14 und eigentlich war er schon 14 als er erst 4 war. Ich weiß nicht mehr genau wie oft ich Fragen gegoogelt habe und Fachliteratur gewälzt habe, seit dieses Kind auf der Welt ist. 2007 war ich mit ihm in einem großen Hamburger Supermarkt und habe gewartet. 2 Stunden! Haben wir etwas gekauft? Nein. Dieser kleine Junge hat Paletten mit Joghurt sortiert. Froop, Lünebest, Ehrmann, Landliebe, Weihenstephan, egal, es musste eine Ordnung haben. Alle Becher hatten auf den Paletten eine bestimmte Reihenfolge, keine Schrift durfte auf dem Kopf stehen, gleiche Sorten gehörten in eine Reihe, ungerade Mengen wurden aussortiert und hinter den Paletten versteckt. Puddingpaletten wurden ignoriert. Luke mag bis heute keinen Pudding.

Das ist eine von vielen Geschichten aus dem Leben meines 14jährigen Kindes. „Hast du ihn mal auf Autismus testen lassen? Das ist doch nicht normal!“ Habe ich nicht, dieses Kind war aufmerksam, kuschelte für sein Leben gern und suchte ständig Kontakt zu Menschen. Er sucht einfach nur eine Ordnung in dem Chaos, was sich Leben nennt. Er will die Welt einfach nicht altersgemäß verstehen. Das wiederum verstehen seine Altersgenossen nicht. Für einen kleinen Jungen beginnt ein Spießrutenlauf, weil er das deutsche Parteiensystem spannender findet als das unlogische Verhalten mit 11 Leuten hinter einem Ball her zu rennen. Er war eine sehr lange Zeit sehr alleine. Erwachsene fanden ihn toll, Kinder hielten ihn für einen Freak. Und ich war verzweifelt, warum erkannte niemand dieses wunderbare Kind.

Dieses Kind ist jetzt 14 und ist nicht mehr alleine und im Gegensatz zu mir, hatte er daran niemals auch nur einen Zweifel. „Weißt du Mami, manchmal dauert es etwas länger, bis man die richtigen Menschen trifft.“ Bei dem Satz musste ich lächeln. Recht hat er, aber so als Mama macht man sich halt Gedanken. Mein Kind!

Jetzt mit 14 mache ich mir natürlich Gedanken, ob er schon Ziele hat. Immerhin, so in der 9. Klasse kann man doch schon mal drüber nachdenken.

„Ich studiere Medizin!“

„Wow, damit habe ich jetzt nicht gerechnet!“

„Ich will Psychiater werden!“

„Warum Psychiater?“

„Ich finde, das Gehirn ist das spannendste Bauteil des Menschen. Ich will wissen, wie es funktioniert und warum bei so vielen Menschen so viele Sachen schiefgehen.“

„Das würde ich auch gern wissen!“

„Siehst du Mama, und vielleicht kann ich damit das Leben von einigen Menschen ein kleines Stück besser machen. Vielleicht kann ich ihnen helfen zu verstehen sich zu verstehen.“

„Find ich gut!“

„Ich auch.“

Ich muss an die Joghurtpaletten denken. Mein Kind will eine Ordnung in das menschliche Chaos bringen. Er versteckt nichts mehr hinten im Regal.

© Sunny Möller

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Kulinarisch

Und jedes Jahr lockt er mich in den Wald!

Endlich!!! Die Bärlauchsaison hat wieder angefangen und den findest du auf jeden Markt. Meiner kommt heute direkt aus der Natur und zwar von einer wunderschönen Waldlichtung. Man konnte den würzigen Duft schon von weitem erahnen. Ein Pesto mit gerösteten Walnüssen, Olivenöl und Parmesan ist schnell gemacht. Dann hab ich noch ein paar Zucchiniwürfel angedünstet, Spaghetti und Pesto dazu…göttlich! Also, meine Lieben: Ab in den Wald!

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Das mit der Arbeitsmoral und so….

Was ist nur los mit der Jugend von heute? Während ich mich mit 14 um die ersten kleinen Jobs mit anderen geprügelt habe, um mein Taschengeld etwas aufzubessern, muss man die Kids von heute ja praktisch anbetteln, mal ein bisschen aktiv zu werden. Mein Sohn hat für drei Tage einen coolen Ferienjob und wollte noch einen Freund/in akquirieren. Es kamen dankende Ablehnungen, vielfach och nöö, schon um 10 oder ach das geht nicht, ich muss 3 Tage mein Zimmer aufräumen und nee Alter, 100 Euro Taschengeld reicht mir…..

ECHT JETZT?

Was um Himmels Willen ziehen wir da groß? Was, wenn diese Heinis mal auf die Arbeitswelt losgelassen werden? Dauernd hört man von der Überforderung unserer Kinder, der Stress, die psychischen Überforderungen…ich komme nicht umhin, mir die Frage zu stellen, mit genau was sie überfordert werden….Tennis? Geige? Golf? Klavier? Mandarin? Ballett? Setzen wir heute falsche Prioritäten? Stopfen wir sie voll mit möglichst viel Prestige trächtigen Müll und vergessen, sie aufs echte Leben vorzubereiten?

© Sunny Möller

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Das Lied zum Wachstum

Fehlt dir was – dann brauchst du was
Brauchst du was – dann musst du was
Musst du was – dann tust du was
Tust du was – dann kriegst du was
Kriegst du was – dann hast du was
Hast du was – dann bist du was.

Bist du was – dann brauchst du mehr
Brauchst du mehr – dann musst du mehr
Musst du mehr – dann tust du mehr
Tust du mehr – dann kriegst du mehr
Kriegst du mehr – dann hast du mehr
Hast du mehr – dann bist du mehr.

Bist du mehr – brauchst du mehr Mehr
Immer immer immer mehr –
Schließlich kannst du nimmermehr
Und brauchst überhaupt nichts mehr.

© Michail Krausnick

…macht mich grad sehr nachdenklich…

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Du bist mir gleichgültig

Ich liebte dich mit Leidenschaft,
ohne zu wissen, dass es Leiden schafft,
gleichgültig sei ich dir,
also genauso gut wie ich zu dir?
Die Bedeutung beider Worte sind verquer,
denn erkennt man sie, so ist´s nicht schwer,
das vermeintlich gute führt zum Schmerz,
die gleiche Gültigkeit zum Herz.

© Sunny Möller

Ursprüngliche Bedeutung

Leidenschaft

Aus mittellateinisch „liden“ = „durchmachen oder auch durchstehen“

Das Wort Leidenschaft ersetzte einst das französische Wort Passion und zählt seit dem zu unserem Sprachgebrauch. (wiki)

Ursprüngliche Bedeutung Gleichgültigkeit

Die eigentliche Zusammensetzung des Wortes aus gleich und gültig hat vormals einen völlig anderen, eher konträren Sinn ergeben: Etwas besitzt die gleiche Gültigkeit. Es ist gültig, wie das andere auch.

Der Ausdruck beinhaltete damit sehr wohl eine Wertung im Sinne von etwas ist gleich gültig wie etwas anderes. Mit anderen Worten: Wir bewerten etwas als genau so gültig wie das andere. Dies zeugte von Respekt vor der Gültigkeit des Anderen. (wiki)

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Kehrtwende

Die überraschende Wende in der verkehrten Welt,
könnte laufen wie es mir gefällt,
doch macht sie eine Kehre,
gegen die ich mich verwehre,
denn auch wenn die Richtung anders ist,
überraschend gar und nicht mal trist,
nimmt sie doch für mich die falsche Bahn,
so winde ich mich raus aus dieser Wende,
denn beim kehrt bleibt für mich davor das ver,
die Kehrtwende mit verkehrtem Ende.

© Sunny Möller