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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 8 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Mr. Right

Nachdem ich mich einmal querbeet durch die Männerwelt gesucht habe, um den einen, den wahren, den ultimativen Traummann zu finden, ist mir siedend heiß etwas durch den Denkapparat geschossen. Geht es denn beim Mann der Träume vornehmlich um Sex? Was ist mit gleichen Interessen, die das Zusammenleben sicherlich nicht unwesentlich auszeichnen. Ist Sex denn wirklich so wichtig?

„Also egal wie heftig wir uns streiten, nach dem Versöhnungssex kriegen wir alles wieder hin!“

Wer kennt diesen Satz nicht? Und wer kennt diese Sätze nicht? „Sex ist doch nicht das Wichtigste in einer Beziehung!“ oder „Orgasmus? Finde ich völlig überbewertet! Es ist doch einfach schön nur so zu kuscheln!“ Dieser Satz kommt vornehmlich von Frauen und wenn ich den höre, denke ich jedes Mal:“Ok Schätzchen, du hattest noch nie einen, du weißt also nicht, was du verpasst!“ Lange Rede, kurzer Sinn, wir haben ihn gefunden, unseren Mr. Right und ob ihr´s glaubt oder nicht, das Spektakuläre kann so einfach sein. Und wenn ihr mich nach dem Stellenwert von Sex in einer Beziehung fragt, so würde ich ihn, sofern er gut ist, niemals ans Ende der Beziehungswünsche stellen. Vorhang auf für Mr. Right!

„Sorry Süße, ich bin zu spät!“

Ich stolpere in unser Lieblingscafé. Bettina sitzt in einem großen Ohrensessel. Sie hat sich die Schuhe ausgezogen, die Füße ebenfalls mit auf den Sessel gezogen und schlürft an einem großen Chai Latte. Sie lächelt mich beseelt an.

„Hast du was geraucht?“

Sie war nicht einmal annähernd empört und guckte mich noch bekiffter an.

„Nein. Viel besser. Ich habe ihn gefunden, den perfekten Mann. Gott, ich habe mich total in ihn verliebt!“

Da dieser Ausspruch von ihr schon des öfteren kam, nahm ich ihn nicht sonderlich ernst und bestellte mir einen Milchkaffee. Sie hörte nicht auf zu grinsen. Langsam wurde ich doch neugierig.

„Jetzt erzähl schon. Wer ist es und was kann er, was die anderen nicht konnten?“

„Wir haben geredet!“

„Wie ihr habt geredet?“

„Na ja, über Sex!“

Ich sehe schon meinen nächsten Blogtitel vor mir: „Der Erzähler“!

„Ihr habt nur darüber geredet?“

Sie genoss es, mich zappeln zu lassen.

„Er heißt John und das erste, was er mir gesagt hat, als das Sexthema angeschnitten wurde, war: Ihr seid selber schuld. Mit dieser ganzen Vortäuscherei verarscht ihr euch nur selber! Woher sollen wir wissen, was ihr wollt, wenn ihr rumstöhnt wie die Irren? Klar halten wir uns dann für den perfekten Liebhaber! Und dann hat er mich gefragt, wie ich es haben will! Weißt du Sunny, er hat mich gefragt wie ich es haben will! Ich wusste gar nicht, was ich darauf antworten sollte. Ich dachte, Männer wissen sowas!“

Das erste Mal fragte ich mich, woher sie das wissen sollten. Aus Pornofilmen, aus schlauen Männermagazinen, aus Gesprächen mit Freunden? Unnötig zu erwähnen, dass kein Mann mit einem anderen über Sex redet. Höchstens, wieviel Ritzen sie schon in ihren Erfolgsbalken gehobelt haben. Oder vielleicht von uns? Sagen wir, was und wie wir es wollen?

„Weißt du eigentlich, was dich anmacht?“

Mir fiel auf, dass wir auch noch nicht wirklich darüber gesprochen hatten. Trotz all der medialen Offenherzigkeit schämen wir uns noch wie unsere Omis vor 50 Jahren.

„Darüber habe ich dann auch nachgedacht. Also wenn ich es mir selber mache, habe ich so meine Phantasien, die mich antörnen. Meistens ist Keanu Reeves dabei. Mein selbst gemachter Sex läuft viel über den Kopf. Aber ich konnte mich doch wohl kaum nackt vor ihm ausbreiten und ihm meine erogenen Zonen vorstellen!“

„Und was hast du gemacht?“

Sie räusperte sich.

„Mich vor ihm nackt ausgebreitet und meine erogenen Zonen vorgestellt…! Zumindest die, die mir bekannt waren. Dann sollte ich seine Hand führen und er hat meine Hand genommen und dann….“

Ich schaute sie gespannt an.

„Und dann???“

„Hatte ich den besten Sex meines Lebens! Ich habe nicht gedacht, dass das so unkompliziert sein kann. Wir quatschen über alles, Sex ist mittlerweile ein öffentliches Thema, aber dass es für jeden eigentlich ein persönliches Thema ist, vergessen viele. Niemand spricht aus, was ihm gefällt, noch was ihm nicht gefällt. Am Ende rammeln wir mainstreamartig auf einander rum. Mann kommt, Frau nicht, Mann in diesem Fall einfach gestrickt, Frau nicht. Mann halbwegs befriedigt, Frau nicht. Lösung: Anfassen mit Ansage. Als wir angefangen haben, habe ich erst gar nichts gesagt und als er mich küsste und mir ins Ohr flüsterte: Ich mag es, wenn du mit der Hand meine Leiste entlang fährst und deine Fingerspitzen meinen Schwanz berühren. Ich glaube, ich bin knallrot angelaufen. Im ersten Moment war mir das so peinlich, aber gleichzeitig hat es mich so heiß gemacht, dass ich ihm gesagt habe, dass ich total drauf stehe, wenn jemand an meinen Nippeln knabbert….“

Sie fing an zu kichern. Ich war verblüfft. Klar sollte man die Interessen, Charaktereigenschaften, etc. nicht außer acht lassen, aber wenn’s darum geht, im Bett auf seine Kosten zu kommen, ist reden Gold und schweigen ein Täuschungsmanöver! Dann mal los. Falls ihr noch nicht fündig geworden seid, euer Mr. Right ist irgendwo da draußen und will wissen, wie er´s machen soll!

In diesem Sinne, danke, dass ihr mich begleitet habt auf dem Weg zu Mr. Right und ich wünsche uns allen viel Liebe und noch besseren Sex!

© Sunny Möller

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 7 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Ed von Schleck

„Das ist wirklich bis jetzt der tollste Typ, den ich kennengelernt habe. Er sieht toll aus, hat einen coolen Job als Texter und achtet voll auf weibliche Bedürfnisse! Es ist wirklich richtig schön, alles in allem.“

Bettina und ich saßen mal wieder in unserem Lieblingscafé Und unterhielten uns über ihre neue Errungenschaft. Bei dem „alles in allem“ wurde ich hellhörig.

„Aber irgendetwas gefällt dir doch nicht. Ward ihr schon im Bett?“

„Sunny, ich kenne Ben jetzt seit einem Monat. Klar läuft da schon was.“

Euphorisch klang anders.

„Und? Ist es gut?“

Sie nahm einen ziemlich zeitaufwendigen Schluck Milchkaffee. Dann schaute sie mich etwas ratlos an.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr weiter. Vielleicht bleibe ich auch einfach alleine und kauf mir ne Katze. Ich hab mich wirklich richtig in Ben verliebt, aber ich hätte nach dem Küssen schon wissen können, dass wir vielleicht nicht optimal zusammen passen.“

„Wieso?“

„Er ist ein Spucker!“

„Wie Spucker?

„Beim ersten Kuss ging es ja noch, da ist mir das gar nicht so aufgefallen, aber der sabbert wie ein Irrer. Er beschränkt sich nicht darauf meinen Mund zu küssen, sondern leckt in weiträumigen Bewegungen rund um den Mund herum und zwar mit breit ausgestellter Zunge. Er hat sogar an meinen Augen rumgelutscht. Wenn ich ihn dann einfach packe und „normal“ küssen will, hab ich das Gefühl, auf mich rollt eine Speichelwelle zu. Ich putze mir tatsächlich zwischendurch den Mund mit dem Ärmel ab, sofern ich noch Klamotten anhabe.

Ich dachte gerade daran, was da so alles drin rum schwimmt. Klar, furztrocken küssen wäre auch komisch, aber mit Mund abputzen?

„Na und der Sex? Man sagt ja, schlechte Küsser sind auch schlecht im Bett!“

Sie guckte so, als würde sie sich gleich erst einmal einen Sekt bestellen, um meine Fragen besser zu verkraften.

„Keine Ahnung!“

„Wie, keine Ahnung!“

„Ich seh ihn kaum. Er leckt mich.“

„Häähhh?“

„Na ja, er klemmt ständig zwischen meinen Beinen. Erst leckt er meine Beine ab, dann leckt er meinen Bauch ab und nach diesem Feuerwerk an Leckerei, geht es zwischen den Beinen los. Ich weiß nicht, welche Aussage Männer zu dem Schluss haben kommen lassen, Frauen stehen total auf Lecken. Tun wir ja auch, aber doch nicht stundenlang. Wenn er wenigstens noch seine Finger mit zum Einsatz gebracht hätte, aber nein, eine halbe Stunde Zungenspitze an Kitzler. Und ja, ich habe gestöhnt und geschrien, weil meine erogene Zone einer offenen Wunde entgegen sah. Ich war froh, dass er wenigstens die Decke über den Kopf gezogen hatte. Ich hab kurz bei Facebook meine Nachrichten gecheckt.“

„Das soll doch wohl ein Scherz sein!?“

„Ich wünschte, es wäre so. Der hat doch nichts mitbekommen. Komisch, das war so ein bisschen ein Gefühl wie bei der zersägten Jungfrau. Ober- und Unterkörper hatten keine Verbindung zueinander mehr. Entweder er hat sich so in Ekstase geleckt oder er hat sich dabei einen runtergeholt. Er sah hinterher ziemlich zufrieden aus.“

„Aber warum machst du nicht deine Klappe auf und sagst ihm, dass das alles nicht so dein Ding ist?“

Sie sah mich etwas verstört an.

„Die Frage stelle ich mir auch andauernd. Ich kann das einfach nicht, manchmal glaube ich, ich weiß selber gar nicht so richtig, worauf ich stehe. Ich will ihn auch nicht als Niete hinstellen, vielleicht liegt es ja an mir. Wenn du mich fragen würdest worauf Männer so stehen, fällt mir ehrlich gesagt auch nur eine erogene Zone ein, die mit Vögeln und Blasen rundum versorgt ist. Männer reden da nicht gerne drüber.

Und wir offenbar auch nicht. Ist das unser Problem? Kann es unseren Mr. Right gar nicht geben? Weil Mrs. Right nicht ihren Mund aufmacht und sagt, was sie will? Haben wir so wenig Kontakt zu unserem Körper, dass wir gar nicht wissen, was er will und was wir wollen? Wir haben 2018 und reden immer noch nicht offen über unsere sexuellen Bedürfnisse? Stattdessen lästern wir mit Freundinnen über die vermeintlichen Versager. Wir rennen angesäuselt in „Shades of Grey“ und vergnügen uns kichernd wie kleine Mädchen, die etwas Verbotenes tun. Vermeintlich aufgeklärt rennen wir durchs neue Jahrtausend. Trotzdem erleben ca. 60 Prozent aller Frauen nie einen Orgasmus und leiden unter Orgasmusstörungen! Echt jetzt? Ernsthaft? Die Welt verkommt immer weiter zur zeigefreudigen Pornobühne und wir werden sexuell immer frustrierter, denn im echten Leben zieht niemand blank.

Keine Angst! Es gibt Hoffnung!

© Sunny Möller

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 6 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Der Spielzeugmann

„Timo findet es erotisch, wenn ich tagsüber mit Liebeskugeln rumlaufe und ihm erzähle, was ich so dabei fühle.“

Ich hatte mich schon gewundert, warum meine Freundin ständig so einen schrägen Blick drauf hatte beim Laufen. Sie traf sich seit ein paar Wochen mit Timo aus der Marketingabteilung ihrer Firma.

„Und?“

Sie lächelte etwas gequält.

„Na ja, ich probiere es gerade aus. Es ist ein bisschen so, als würde er die ganze Zeit in mir stecken. Er ruft mindestens zehn mal am Tag an und fragt den Status ab. Am Anfang fand ich das noch ganz antörnend, aber mittlerweile nervt es etwas. Außerdem fallen die Dinger raus, wenn ich niesen muss. Wenn wir uns dann abends sehen, hab ich gar keine Lust mehr auf ihn. Und sie sind rosa, Sunny! Rosa! Als ob das jemand sehen würde.“

„Wie findet Timo das?“

„Er meint, wir hätten mich noch nicht richtig ausbalanciert und sollten noch mal Nippelklemmen dazu probieren!“

Er schien sie auf irgendeine Weise spicken zu wollen wie ein Spanferkel. Ich musste lachen. Wann kommt sie auf den Lustspieß? Ich dachte an Pole-Dance.

„Und was denkst du?“

Sie musste husten und schlug ruckartig die Beine übereinander. Husten schienen die Kugeln wohl auch nicht so gut in ihrer Position zu halten.

„Ich denke, ich mache Schluss! Am Ende sehe ich aus wie ein Weihnachtsbaum, innen wie außen!“

Gibt sie zu früh auf? Könnte ein klärendes Gespräch den Sex vielleicht doch in die richtige Richtung lenken? Gegen kleine Spielereien im Bett ist ja prinzipiell nichts einzuwenden. Ich denke, jeder trägt einen, mehr oder minder großen Fetisch in sich. Das Ausmaß ist wie bei allen anderen Dingen, ziemlich entscheidend. Und ist es wirklich ein Fetisch oder eine Möglichkeit, der sexuellen Langeweile zu entgehen?

So hatte ich mit 20 ein paar Dates mit einem angehenden Mediziner, der im Bett plötzlich seinen Mundschutz tragen wollte und anfing, mich mit seinem Skalpell zu pediküren. Außerdem schwärmte er begeistert von den Hautschichten meines Wadenbeins, während er mir die Hornhaut von den Füßen kratzte. Es blieb bei ziemlich weichen Füßen. ich habe ihn nie wieder gesehen und doch beschleicht mich immer das leise Gefühl, ich finde ihn irgendwann bei Google zwischen Ted Bundy und Baumeister als „Skalpello, den Schlächter“, wieder.

Die Frage ist, zu welchem Zeitpunkt kommen die einschlägigen Spielzeuge ins Spiel? Oder gehen viele auch lieber gleich fremd, um den erotischen Nervenkitzel woanders aufzufrischen? Während uns in der ersten Phase der Verliebtheit auch ein Baumwollschlüpfer und ein unrasiertes Bein nicht aus der erotischen Fassung bringt, verlangt eine längere Beziehung oft nach mehr Entertainment. Es liegt ein schmaler Grad zwischen, wie toll, jetzt kennen wir uns schon so gut, dass wir exotischere Stellungen ausprobieren und oh mann, wenn wir es jetzt schon wieder von hinten in der Dusche tun, muss ich wenigstens mal anderes Duschgel besorgen.

Im Verlauf einer langjährigen Beziehung, vielleicht sind mittlerweile auch schon Kinder dabei, muss man schon erfinderisch werden, um das Feuer am Lodern zu halten. Dessous, Nippelklemmen und Dildos in allen Formen und Farben. Die kauft man auch nicht mehr heimlich in einer unauffälligen Verpackung, nein, man geht auf tupperähnliche Vibratorenpartys und würgt gemeinsam den Gummilurch. Mir ist übrigens aufgefallen, dass die Besucherinnen solcher Partys meist auch einen Thermomix zuhause haben… Wenn der Dildo nicht reicht, das Angebot ist vielfältig.

Plüschhandschellen, spanische Fliege, Überraschungspakete „Super-Sexbombe“, Plugs und Liebeskugeln, also eine Rundumausstattung für jede Körperöffnung oder erogene Zone. Ist das nötig? Kommen wir sonst irgendwann nicht mehr auf Touren? Hat die sexuelle Anziehungskraft ein Verfallsdatum?

Wen haben wir noch nicht? Ich nenne ihn gerne Ed von Schleck!

© Sunny Möller

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Denkt an eure erste Begegnung…

Wenn dich die wunderbare Fotografin Janina Warnke fragt, habt Ihr Lust ein Paarshooting auf Kreta zu machen, wer kann da schon nein sagen? Da lassen wir uns auch gerne in Flipflops auf jeden Berg jagen!❤️

„Schaut nicht in die Kamera, denkt an eure erste Begegnung.“

Wir lachen, beide, von ganzem Herzen. Es ging um Seepferdchen und Polizisten.

(c) Janina Warnke

https://www.janinawarnke-hochzeitsfotografie.de

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 5 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: DER REINLICHE

Mit der Sauberkeit ist das so eine Sache. Während zu früheren Zeiten alles übergepudert wurde und etwas später der Busch wirklich noch seinem Namen alle Ehre machte, wird heute geschrubbt, enthaart und desinfiziert, was die Hygieneindustrie so hergibt. Gut, man hatte damals sicherlich mit so Erscheinungen wie Syphilis, Sackratten und anderen Tierchen zu kämpfen, aber hey, die Seuchen haben uns auch heute nicht verlassen, hinzu kommen die ganzen Kontaktallergien durch irgendwelche Waschsubstanzen. Ganz nebenbei ist hierzulande auch die Krätze wieder auf dem Vormarsch an deutschen Grundschulen und Kindergärten. Schuld daran sind natürlich die Flüchtlinge, genau so wie am Knoblauchpreis, erklärt mir ein fast zahnloser Jogginghosenträger beim Aldi! „Außer mein Schnapppps, die Dame, den hammse noch nich teurer jemacht. Dürfen se ja auch nich, die Mosleme, nääääh? Aber den Knoblauch fressen se uns wech. Ich sach ihnen, das wird noch böse enden! Von 99 Cent auf 1,29 Euro den Knoblauch, eine Frechheit! Schönen Tach noch!“ Ich schweife ab, aber der Typ war jetzt mal nicht so sauber, deshalb passt er doch rein. 🙂

Kommen wir zurück zu unserem Mr. Right. Wir sind ihm dicht auf den Fersen. Heutzutage muss alles sauber sein, angefangen mit dem Image. Und beim Sex? Schmutzig sind nur die entsprechenden Filme und die riechen nicht.

Der Spruch, ich kann dich gut riechen, kommt nicht von ungefähr. Kennt ihr das? Der Geruch des einen Mannes ist so anziehend, dass man möglichst ganz dicht in seiner Nähe sein möchte. Augen zu und einatmen. Die Mischung aus Körperwärme, dem letzten Kaffee, die Reste eines, vor zwei Tagen benutzten Parfums, die leicht verschwitzten Haare, die in der Sonne schimmern. Einatmen, ansehen, genießen.

Und dann gibt es die überladenen Reinlichkeitsfanatiker, bei denen nichts mehr so riecht, wie sie selbst. Duschgel, Peeling, Waxing, Bleeching, Pediküre, Maniküre, Kur, Conditioner, Körperlotion, Deo, Aftershave, Eau de Toilette, Mundspray und und und. Bloß nichts von sich durchriechen lassen. Vielleicht treffen wir deshalb oft die falsche Partnerwahl. Wir merken nicht mehr, was uns stinkt.

So ein bisschen erinnert es mich an den völlig geruchslosen Protagonisten Jean-Baptiste, aus Süßkinds ‚Parfum’. Er destillierte haufenweise Jungfrauen, um sich damit zu überschütten und somit an Attraktivität zu gewinnen. Gut, das Volk fraß ihn auf, aber meine Güte, irgendwas ist ja immer. „Ich habe dich zum Fressen gern“ mit völlig neuer Bedeutung. Aber die Botschaft ist klar, die Ursprünglichkeit macht anziehend. Jedenfalls ging mir das immer so. Ein Kerl soll auch gefälligst wie ein Kerl riechen und nicht wie das Testobjekt einer übereifrigen Avon-Beraterin. Ich war mal kurzfristig mit so einer sagrotanisierten Nacktschnecke verbandelt, für mich die hygienische Hölle. Nacktschnecke deshalb, weil der Typ komplett enthaart war. Achseln, Beine, rund ums Ding, meine Güte, der hatte nicht ein Haar am Sack. Ich wollte den gar nicht anfassen, denn er war epiliert und nicht rasiert. Bei einer Rasur konnte man ja noch erspüren, dass da irgendwo, irgendwann mal Haare waren, bei dem war alles delphinglatt. Da das männliche Geschlecht ja generell nicht unbedingt jeden Schönheitswettbewerb gewinnen würde, so umspielt ihn doch eine anständige Intimfrise einigermaßen erregungsfreudig. Dieser Anblick allerdings erinnerte mich wirklich eher an besagte Tiere, die bei feuchtem Wetter durch die Rabatten kriechen. Nur richten die sich nicht irgendwann auf. Sex? Unvorstellbar! Ich bewegte mich mit meinen konventionell rasierten Achseln Richtung Ausgang, noch bevor bei ihm was wachsen konnte und das in jeglicher Form.*

Und begegnet dir irgendwann so ein Putzschwamm, dann renn! Du wirst dich immer schmutzig fühlen. Denn er duscht vor dem Sex, nach dem Sex und dazwischen auch. Du wirst einen Spleen entwickeln, damit du bloß keine natürlichen Marken hinterlässt. Du wirst in deine Hand hauchen, die Nase unter die Arme klemmen, du wirst duschen, shaven, epilieren, optimieren und zum Schluss dreimal am Tag dein Höschen wechseln, um nichts mehr von dir preiszugeben. Seelenlos wie Meister Proper. Aber willst du das?

Und dann? Der Spielzeugmann!

© Sunny Möller

* wie mir ein Freund mitteilte, lassen sich viele Männer den Intimbereich enthaaren, damit ihr bestes Stück größer aussieht. Also ein ähnliches Phänomen wie Längsstreifen bei Übergewicht?

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 4 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Der Feinschmecker

Wer erinnert sich nicht an diesen hoch erotischen Thriller 9 ½ Wochen, als dieser Sexgott Mickey Rourke, die wunderschöne Kim Basinger mit Erdbeeren fütterte und sie zum Schluss mit der flotten Biene zu wahren ekstatischen Aussetzern trieb…

Wir waren verzückt, konnten den Honig geradezu schmecken, den Mickey von unserer Haut schleckte. Dieser Film wurde unzählige Male als Vorspiel geschaut, hatte nicht ganz das schmutzige Behavior wie ein schlichter Uggaugga-Porno und diente sicherlich dem einen oder der anderen, als Do-it-yourself-Vorlage.

Aber betreiben wir diese Szene doch mal im realen Leben.

In den seltensten Fällen gerät man an einen Spielgefährten wie Mickey Rourke in jungen Jahren und hatte er dann den Kühlschrank vollgepackt mit dieser Art von kulinarischen Genüssen?

Oder würde man beim Singlemann eher Gefahr laufen, mit Bier überschüttet und mit Tiefkühlpizza erschlagen zu werden? Selbst wenn er gut vorbereitet war, wie sexy konnte es wirklich sein, im Vorfeld mit einem Potpourri von Wackelpeter und Peperoni vollgestopft, anschließend noch mit Schampus bespritzt und Honig übergossen, gevögelt zu werden?

Eine Mischung aus Schärfe und Klebrigkeit, die in jeder noch so kleinen Ritze hängt, soll uns zu erotischen Höhenflügen treiben? Ich weiß es nicht. Ich stell mir gerade vor, wie ich halb nackt in irgendwelchen Türeingängen tanze, während mit Honig vom Busen tropft und ein scharfer Peperoni-Pups mit Götterspeisenaroma den Ausgang sucht.

Und gibt es Unterschiede beim Feinschmecker-Sex?

Legt uns der Biobauer, selbst gebackenes Brot auf die Scham, bedeckt unsere Brüste mit unbehandelten Mangoldblättern und füttert uns mit geschrotetem Müsli aus kontrolliertem Anbau und seiner eigenen Mühle? Bei dieser Kombination brauchen wir über die Folgeerscheinungen gar nicht reden.

Und was macht der Yuppie? Austern in die Poritze, während er auf unserem Rücken ein paar Makis vorbereitet? Abgerundet wird das Liebesspiel mit einem Schokoladenfondue zwischen den Brüsten, mit undefinierbaren Früchten wie Kaki und Litschi?

Und was bereiten die hippen Veganer vor? Das könnte schwierig werden, weil ich nicht genau weiß, ob ihre Gurke das Fleisch berühren darf.

Beim Studenten hingegen würde man wahrscheinlich gekörnte Brühe und Dosenravioli in den erogenen Zonen wiederfinden….

Allerdings die Sache mit den Eiswürfeln…..ein erstrebenswerter Kompromiss, in meinen Augen! Sauber und verdauungsfreundlich.

Folgen kann hier, meiner Meinung nach nur…….

Der REINLICHE!

© Sunny Möller

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 3 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – heute: Der Stellungswechsler

Der Stellungswechsler ist vorwiegend in seinem natürlichen Lebensraum zu finden. In der Pornoecke der hiesigen Videothek. Obwohl man heute ja schon alles online herunterhol … laden kann. Aber der Stellungswechsler bummelt immer noch gern an den Regalen. Was er sieht, ist seine Realität und da es wohl kaum einen dieser Filme gibt, bei der die Protagonistinnen in einer Position verharren und bei jeder noch so akrobatischen Stellung kreischen und jaulen, glaubt der Stellungswechsler, so muss er es seiner Partnerin besorgen. Wenn das bei Dr. Rammel und Schwester Fick Part 186 klappt, dann auch bei Otto Normal!

Meine Freundin Bett…..ach komm, nennen wir sie heute mal Vivien, hatte vor einer Woche so einen Voltigiermeister kennengelernt. Eigentlich fing die Geschichte ganz harmlos an. Ein paar Drinks in einer Bar, sinnlose Gespräche über den Job oder das Wetter.

„Und der konnte küssen Sunny, das war echt der Hammer! Und du weißt ja, was man über Männer sagt, die gut küssen können!“

„Ich schätze das gleiche, wie über Männer die gut tanzen können?“

„Nee, die sind schwul! Gute Küsser sind immer gut im Bett!“

„Und?“

„Also, der Anfang war total gut. Der Otto (so hieß der wirklich) steht irgendwie auf Rollenspiele. Das törnt ihn total an. Ich hab da eigentlich auch nix gegen. Solange ich kein Schulmädchen spielen soll. Er war todkrank und ich war seine Ärztin. Voll spannend. Kannte ich noch gar nicht. Der japste so süß!“

So, so und jetzt würde nach Schwester Fick gerufen….

„Brauchte er eine Schwester?“

„Nein, du Dummi! Ich war doch die Ärztin!“

Cool, Otto hatte den sozialen Aufstieg von Schwester Fick eingebaut.

„Hast du ihn untersucht, Frau Dr. Geil?“

Vivien guckte mich genervt an.

„Nein! Ich war nicht Dr. Geil, so haben wir das nicht gespielt! Das wäre ja total unecht gewesen! Ich war Dr. Vivien und sollte ihn gesund küssen. Und dabei hat er sich und mich ausgezogen, weil er so hoch Fieber hatte.“

Sie hatte recht! Das war um einiges realistischer!

„Alles klar! Konntest du ihn retten?“

„Sehr witzig. Darüber kann ich gar nicht lachen! Mir tut alles weh! Der hat mit mir Stellungen gemacht, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt. Erst ganz normal, dann ich oben, dann von hinten, danach vierbeinige Schere, übergangslos in die 69, halbe Rolle in die Seitenlage von schräg unten und danach nochmal ich auf ihm, a la hoppe hoppe Reiter. Dabei hat er ständig an meinem Busen gerüttelt, wie an solchen Buzzern in einer Quiz-Show. Immer, wenn ich mich gerade in eine Position eingelebt hatte, kam die nächste. Und dann brüllte er ständig, ‚DU GEILE KLEINE SAU, KOMM UND HOL´S DIR’. Ich kam mir vor, wie in einem Pornofilm.“

„Warum hast du nicht einfach abgebrochen?“

„Ach, ich dachte, irgendwann geht ihm schon die Puste aus und wir können gemütlich in der Blümchenstellung zum befriedigenden Ende kommen.“

„Hat´s funktioniert?“

„Nein. Bei der letzten Stellung war ich in Schubkarrenposition und er musste von hinten die Ernte einfahren. Da hatte ich endgültig die Nase voll. Also habe ich ihm das vorgespielt, was er offensichtlich brauchte. Habe ihn aufs Übelste beschimpft, noch ein paar Mal vor die Schienbeine getreten und dabei die ganze Zeit geschrien: Ja, Baby, jaaaa, gib mir deinen Hafer!!!! Ich will deinen Hafer! Als er dann kam, fing er vor Glückseligkeit an zu schielen!“

„Hast du ihm deinen Höhepunkt vorgespielt?“

„Nee. Er fragte hinterher nur, ob ich auch gekommen sei!“

„Und was hast du geantwortet?“

„Weißt du Otto, du hast deine Ernte eingefahren und meine Scheune ist jetzt dicht! Erntedank nennt man das wohl, glaub ich! Und dann bin ich gegangen!“

„Siehst du ihn wieder?“

„Bist du bescheuert???“

Also der dann wohl auch nicht…

Demnächst…….der Feinschmecker

(c) Sunny Möller