Allgemein

Tausend Stimmen

Gefangen sein mit tausend Stimmen,

im Kopf, allein sein,

dröhnt es, immerzu versuchen,

durch das Dickicht schwarzer Wände,

was zu sehen, das nicht da ist,

hoffen, dass da nichts ist,

nichts zieht am unverbauten Selbst,

könnt ich doch putzen meinen Geist,

verbleibende Inschrift „Bis hierher

reicht’s“!

© Sunny Möller

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Von Ängsten und Socken

Ich bin schön, intelligent, kreativ und unglaublich selbstbewusst. Ich habe zwei phantastische Kinder und nach dem Scheitern meiner Ehe einen Weg zur Selbstständigkeit gefunden, der mich überglücklich macht. Ist das so?

Definitiv!

Bin ich dankbar?

Selbstverständlich!

Habe ich Angst?

Ständig.

Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreiben kann, ob ich das in die Welt hinausposaunen will. Ich glaube, dass es viele von mir da draußen gibt, die zwei Welten in sich vereinen. Jedenfalls möchte ich das glauben, wenn ich die ganzen schönen, intelligenten, kreativen und unglaublich selbstbewussten Menschen da draußen sehe. In der einen Welt begleitet mich die Angst. Angst unvollkommen zu sein, zu dumm, zu langsam, zu wenig erfolgreich, zu krank um gesund zu sein und zu arm, um reich zu sein. Dauernd trampeln diese Selbstzweifel und Ängste auf mir herum und ich weiß nicht einmal warum. Und in dieser Angst bin ich nicht konsequent. Ich bin gefangen in mir selbst.

Nehmen wir an, die Angst ist die Kälte und ich sitze nackt in ihr. Etwas anzuziehen wäre jetzt eine vernünftige Lösung, oder, um sich den Ängsten ganz zu ergeben, nackt zu bleiben und zu erfrieren. Beide Vorgehensweisen bedeuten eine Entscheidung, eine Konsequenz. Doch ich wähle keine von ihnen. Ich ziehe mir eine Socke an. Damit wird mir zwar nicht warm, aber zumindest erfriere ich nicht sofort.

Wenn ich dann doch glaube, es zu schaffen, bin ich schon auf dem Weg in den Wald, habe Angst vor der Dunkelheit und beschwere mich über den fehlenden Lichtschalter.

Ich trage also Ängste vor mir her, bei denen ich nicht bereit bin, sie zu überwinden. Es zieht sich wie Kaugummi durch mein Leben und bleibt an jeder neuen Angst kleben, um sie mit ins Boot zu holen. Warum ist das so?

Lösungen, so gut sie auch durchdacht und logisch erscheinen, bediene ich mit einem: „Du hast Recht, aber…“ Brauche ich diese Ängste, um mich am Leben zu fühlen? Hat die Vergangenheit so viel hinterlassen, dass ich mich aus der Angst heraus nicht neu erfinden kann? Ist meine Angst vorm Scheitern größer als die Angst selbst?

Ich hoffe, es wird wärmer. Ich will die Socke endlich ausziehen.

© Sunny Möller

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Jambalaya – wenn man Namen kochen muss

Was kann ich tun für ein gutes Gefühl? Wie kann ich mir ein Stückchen glückliche Normalität zurückholen? Normal ist heute besonders. Für mich ist das ein Samstagmorgen auf dem Wochenmarkt. Ich habe irgendwann aufgehört, mein Obst und Gemüse im Supermarkt zu kaufen. Mein Luxus ist weder eine Villa, noch ein teures Auto, mein Luxus ist, gute Dinge essen zu können.

Kommen wir zum guten Gefühl. Was macht mich glücklich? Woraus ziehe ich Kraft und positive Energie? Die Schönheit der Worte und kochen. Als ich auf dem Markt bin, bei dem Gewürzmann meiner Wahl, nehme ich manchmal Geürze mit, die ich weder kenne noch weiß, wofür ich sie verwenden werde. heute fällt meine Entscheidung für Cajun. Was das ist? Keine Ahnung! Was man damit macht? Tja, finden wir es heraus.

Die Cajun-Küche

Die Cajun-Küche ist die Küche der Nachfahren von französischstämmigen Siedlern im US-Bundesstaat Louisiana, den Cajuns ([ˈkeid.ʒəns̩] . Es handelt sich hierbei um eine eher einfache und rustikale Küche aus lokal verfügbaren Zutaten. Eng verwandt mit der Cajun-Küche ist die kreolische Küche Louisianas, die einem etwas gehobeneren Kochstil entspricht, der sich in den Städten mit Schwerpunkt in New Orleans entwickelte. 

Heute haben sich die Küchentraditionen in Louisiana stark miteinander vermischt, aber ursprünglich gab es die Cajun-Küche nur im Cajun Country, die kreolische Küche in New Orleans und im Norden Louisianas die traditionelle Südstaatenküche.

Wirklich traditionelle Gerichte sind Jambalaya und GumboFlusskrebse wurden erst nach dem Breaux Bridge Crawfish Festival im Jahr 1959 zu einer typischen Zutat der Cajun-Küche, vorher dienten sie allenfalls als Fastenspeise.[1]

Jambalaya also. Ich wusste noch nicht einmal, was in dieses Gericht für Zutaten kommen sollten, aber ich wollte diesen Namen unbedingt kochen. Auf der Suche nach einem Rezept ist mir die kulinarische Seite von Simone ins Auge gefallen. Wunderbare Rezepte mit ebenso interessanten Geschichten dazu. Und dann ging es auch schon los. Jambalayad ihr mit mir? Hier geht es zum Rezept:

https://www.s-kueche.com/2014/02/jambalaya/

Beim Kochen hat es mich ein bisschen an Paella erinnert, bei der Fleisch auch mit Meeresfrüchten kombiniert werden kann. Auch der Geschmack ist ein wenig vergleichbar. Der Name dieser Südstaaten-Delikatesse hat es für mich allerdings ganz besonders gemacht. Unbedingt ausprobieren. Für Veganer und Vegatarier hat Simone auch tolle Alternativen. ❤

Kleiner Tipp: Am zweiten Tag aufgewärmt schmeckt es fast noch besser.

Und zum Schluss noch die passende Musik:

https://www.youtube.com/watch?v=NzjywHFaTOM

© Sunny Möller

Allgemein, Stimmungslage, Wortkunst

Kintsugi – Die Wertschätzung des Fehlerhaften

Vor dem Hintergrund des sich stärker verbreitenden Zen-Buddhismus entwickelte sich im Japan des 16. Jahrhunderts auf Betreiben einiger Teemeister trotz des Widerstandes der wohlhabenden Klasse, welche die Teezeremonie als Tradition zur Vorführung von Glanz und Luxus betrieb, ein neues ästhetisches PrinzipWabi Sabi. Die japanische Wabi-Sabi-Ästhetik reicht von einer metaphysischen Basis über geistige Werte, moralische Vorschriften bis hin zur stofflichen Qualität, die auch in der Teekunst zum Ausdruck kommt und sich auf viele Bereiche der Kunst und Kultur auswirkt. Die Einfachheit und die Wertschätzung der Fehlerhaftigkeit stehen im Zentrum dieser Anschauung. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich Kintsugi – die Goldverbindung, die den Makel hervorhebt. (Wiki)

Es war mal ganz,

Jetzt liegt es da,

in vielen tausend Scherben.

Mir fehlt das Gold

in meiner Einfachheit,

die Fehler zu beheben.

(c) Sunny Möller

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Der Sternenläufer und das Mädchen

„Du wirst gehen, sie zu finden. Erkennen wirst du sie, denn sie ist eine Suchende. Ihr Blick wird dich fragen, ob du die Antwort kennst. Die Antwort auf ihre Fragen, die sie nicht stellt. Die du dennoch kennst, begreifst, in dich aufnimmst und berührst. Eile dich, Sternenläufer, denn die Zeit ist nicht dein Freund. Gib ihr dein Licht und so werdet ihr finden, die Antwort, die Fragen, das Glück, um zu sehen, was verborgen, im Anfang, als ganzen Teil vom Stück.“

Dunkel war der Wald, in den sie trat. Die Wege nicht sichtbar, jedes Geräusch verschluckt von Natur. Ihr Kopf war leer. Sie musste finden, hatte Fragen, ohne Antwort, kein Sinnen zum Morgen. Vielleicht sollte sie rufen, flehen, wimmern vielleicht. Die Angst fraß die Wünsche, brach Handeln sogleich. Nur laufen, vielleicht kommst du an, am Ende des Anfangs, ist der Anfang das Ziel. Zu viel? Worte, oft sinnlos, ohne Inhalt gewählt. Gibt es da etwas, ein Jemand, der hilft?

Sei still, im Schweigen sind Worte, ausgesprochen im Geist. Plötzlich wird es heller, Gegenwart fühlbar, ganz nah und trotzdem nicht da.

„Wer bist du? Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen!“

Die Stille, sie lärmt, das Warten auf Antwort ist lauter denn je.

„Ich bin hier, mitten im Licht! Ich kann nicht viel dunkler, denn das Licht, das bin ich! Komm einfach näher, hab keine Furcht, ich gebe dir Antwort, still deinen Durst!“

Näher und näher kam sie der Stimme, von Magneten gezogen, hin zu dem Licht. Eine Hand löste sich aus diesem Schein, ihre zu greifen, nicht mehr allein. Augen in Augen, Seelen berühren, verführen zum Bleiben, einfach zu sein.

„Sag mir die Antwort, gib mir den Halt! Kann nicht länger warten, so einsam und kalt!“

Das Licht wird noch heller und wärmer zugleich.

„Du brauchst sie nicht, diese Antworten. Du brauchst Fragen, ein Leben lang. Denn Antworten sind Stillstand, mit dir nicht verwandt.“

(c) Sunny Möller

Wer wissen möchte, was eine Autorin abends früh um acht, senkrecht liegend im Keller macht, der bestellt den Sternenläufer direkt bei mir. Versand natürlich inklusive. ❤

© Sunny Möller

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Die Entscheidung einer Münze

Eine Entscheidung ist eine Wahl zwischen Alternativen oder zwischen mehreren, unterschiedlichen Varianten von einem oder mehreren Entscheidungsträgern. Eine Entscheidung kann spontan bzw. emotional, zufällig oder rational erfolgen. Eine rational begründete Entscheidung richtet sich nach bereits vorgängig abgesteckten Zielen oder vorhandenen Wertmaßstäben. Von der Entscheidungskompetenz eines Individuums hängt es ab, ob seine Pro- oder Contra-Entscheidungen richtig oder falsch ausfallen. Die Eigenschaft, ohne Verzögerung zu entscheiden und dabei zu bleiben, wird als Entschiedenheit bezeichnet. (Wikipedia)

Aha, die Entscheidungskompetenz eines Individuums! Ich konnte nur letzteres bedienen, bei der Kompetenz wurde ich ausgelassen. Ich kann keine Entscheidungen treffen, selbst bei der Speisekarte im Restaurant bin ich, bei mehr als zwei Essen schon total überfordert. Habe ich dann doch meine Wahl getroffen, schiele ich schon zum Nachbartisch. Verdammt, ich wollte auch lieber Kroketten.

Passt die weiße Bluse besser zur Jeans oder doch zur Cordhose? Macht die meine Oberschenkel zu fett, was dann wieder zur Jeans führt und die weiße Bluse ausschließt. Sofern diese weiße Bluse dann doch besser zur Cordhose gepasst hätte. Und was mache ich bloß, wenn ein Teil davon in der Wäsche ist? Genau für das hätte ich mich dann entschieden.

Bei zwischenmenschlichen Beziehungen ist es noch schlimmer, da treffe ich am besten gar keine Entscheidung. Es könnte auf jeden Fall die falsche sein. Und was mache ich mit dem Schmerz, den entscheide ich nicht auszuhalten, der kommt und geht wie es ihm passt. 

Jetzt könnt ihr euch annähernd vorstellen, wie es so um meine Entscheidungsfreude bestellt ist!

„Hör doch einfach auf deine innere Stimme!“

Ich sitze jetzt hier seit geschlagenen 2 Stunden und höre auf sie. Geradezu penetrant rufe ich wortlos nach ihr, der inneren Stimme. Sie antwortet nicht. Ich will, dass sie mir sagt was richtig ist, welche Entscheidungen wann und wie zu treffen sind. Und plötzlich wird mir etwas klar! Diese verdammte innere Stimme wohnt ja nicht alleine hier. Sie hat Mitbewohner. Eine ganze WG tummelt sich da in meinem Innersten. Die eine Stimme hat es sich im Herzen gemütlich gemacht und trifft ständig irgendwelche, total chaotische Entscheidungen. „Ich bin die Liebe, tralitrala, meine Entscheidungen sind süß wie Zuckerwatte, tralilala, Gefühle, Gefühle, Gefühle. All you need  is love. Sie ist dick befreundet mit dem Bauchgefühl, was generell nur auf sich selber hört. Es ist seit sehr langer Zeit mit seinem Bruder, dem Verstand, zerstritten. Und alle reden unaufhörlich durcheinander. Tralitrala.

Welche Entscheidung ist die richtige? Und kann die richtige auch die falsche sein? Und ist die richtige dann die beste? Und wie sieht es mit den Kompromissen aus? Haben sie auch ein Recht, zu Wort zu kommen? Kann man falsche Entscheidungen rückgängig machen? Oder werden aus falschen manchmal richtige, oder umgekehrt? Und woher weiß ich das? Vielleicht sollte ich zu alten Traditionen zurückkehren.

Einfach eine Münze werfen!

© Sunny Möller

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MUTTERTAG

Ich habe gerade einen Text wiedergefunden, als mein Sohn Luke in der dritten Klasse war. Das Muttertagssgeschenk der Schüler war ein Skandal. Nix mit Gedicht und Schnörkeln. Kinder reden Tacheles! 

Wer erinnert sich nicht an seine Grundschulzeit, als man zum Ehrentag der Frau Mama ein allgemein gültiges Huldigungsgedicht auf ein Zeichenblockblatt schrieb und es anschließend noch mit Tulpen und Herzchen verzierte. 30mal die gleichen Worte von 30 verschiedenen Kindern.

Meine liebe Mutter du,

ich will dir Blumen schenken.

Was ich dir sagen will dazu,

das kannst du dir schon denken.
Ich wünsch dir Glück und Fröhlichkeit,
die Sonne soll dir lachen!

So gut ich kann und allezeit,

will ich dir Freude machen.
Denn Muttertage, das ist wahr,

die sind an allen Tagen.
Ich habe dich lieb das ganze Jahr,
das wollte ich dir sagen.

So erwartete ich auch in diesem Jahr wieder ein illustres Werk meiner Kinder, was ich mit 30 anderen Müttern teilen würde. Doch dieses Mal wurde ich überrascht. Ich bekam ein selbstgebundenes Heft meines Kindes. Wundervoll verpackt, in pastellfarbenem, frühlingshaftem Papier. Ich bemerkte, wie Freudentränen in mir aufstiegen. Ein ganzes Buch! Vielleicht eine Geschichte! Nur für mich! Mit Liebe geschrieben! Worte voller Dankbarkeit! Ich wusste doch, wie sehr sie schreiben hassen. Das waren mindestens 20 Seiten! Wie schön es doch war, Mutter zu sein.

Ich wollte mein Kind gerade an mein, vor Stolz überquellendes Herz pressen, da räusperte sich mein Kind.

Oh mein Gott, auch noch ein Gedicht?

„Du Mami?“

„Ja, mein Liebling?“

Nicht weinen, Sunny, nicht weinen! Das stört die Konzentration!

„Es ist nicht das, was du erwartest!“

Mein bescheidenen Kind. Alles richtig gemacht…..hach

„Ich weiß Schatz, die Mami ist so stolz auf dich! Fang nur an Mäuschen, ich bin ganz bei dir!“

„Also, das Buch ist von der ganzen Klasse!“

Was? Okay, ich wusste, ich war ganz beliebt bei seinen Mitschülern. Ich war nicht diese typische Twinset-Mami, die mit anderen Müttern Tortenrezepte auf dem Schulhof austauschte. Ich war eher die Chucks tragende, Gangnam-Style Mom mit leichten Aussetzern hin und wieder! Aber deswegen gleich Glückwünsche von der ganzen Klasse? Ich war überwältigt!

„Es ist ein Rätselbuch!“

Ich war überfordert!

„Wie Rätsel?“

„Na ja, wir sollten unsere Mütter beschreiben! Ohne Namen zu nennen. Jetzt musst du herausfinden, welche Beschreibung auf dich zutrifft.“

„Oh, das ist ja toll!“

Toll?

Ich schlug die erste Seite auf.

„Meine Mutter schreit mich immer an, deshalb brauche ich viel Ruhe. Dann ist sie sehr nett und kauft mir neue Switch-Spiele. Sie ist ein bisschen pummelig, aber das ist in Ordnung!“

Ich will sofort ein Dummbatzidoofgedicht!!!! Sofort! Keine ehrlichen Worte! Nächste Seite….

„Ich habe meine Mutter nur selten glücklich gesehen. Sie streitet sich sehr oft mit Papa.
Welche Mutter ist es?“

Ich musste schlucken. Welche Mutter möchte sich da erkennen? Ich las weiter.

„Meine Mutter hat schwarze Haare und wirkt viel älter, als sie ist. Sie versucht uns zu erziehen, aber das klappt nicht. Sagt sie. Sie kocht gutes Essen und ihr Sohn hat drei Konsolen.“

Jetzt kam endlich ein Gedicht!

Meine Mama hat nen Bauch, der schwabbelt hin und her, doch das mag ich sehr! Sie kocht sehr gutes Essen, was wir alle fressen. Abends geht sie mit Papa ins Bett, brüllt er laut, findet sie es nett!

Okay, ich bin alleinerziehend.

„Du bist auch gleich dran!“

Hatte ich noch einen letztes Wunsch frei, bevor man mich zum Schafott führte?

„Meine Mutter ist sehr schön, hat lange, braune Haare und blau-grüne Augen. Am liebsten schreibt sie und manchmal kriegt sie einen Kaffee von mir!  Sie liebt ihre Kinder über alles, aber der Alltag macht sie echt fertig! Manchmal weint sie, wenn sie denkt, dass sie alleine ist. Sie macht immer alles alleine und denkt, dass sie keine gute Mutter ist. Sie kann sehr laut rülpsen!“

Vor mir steht ein frischer Kaffee…

© Sunny Möller

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Du bist mir gleichgültig

Ich liebte dich mit Leidenschaft,
ohne zu wissen, dass es Leiden schafft,
gleichgültig sei ich dir,
also genauso gut wie ich zu dir?
Die Bedeutung beider Worte sind verquer,
denn erkennt man sie, so ist´s nicht schwer,
das vermeintlich gute führt zum Schmerz,
die gleiche Gültigkeit zum Herz.

© Sunny Möller

Ursprüngliche Bedeutung: Leidenschaft

Aus mittellateinisch „liden“ = „durchmachen oder auch durchstehen“

Das Wort Leidenschaft ersetzte einst das französische Wort Passion und zählt seit dem zu unserem Sprachgebrauch. (wiki)

Ich häufiger denke ich bei dem Wort an : schafft Leiden

Ursprüngliche Bedeutung: Gleichgültigkeit

Die eigentliche Zusammensetzung des Wortes aus gleich und gültig hat vormals einen völlig anderen, eher konträren Sinn ergeben: Etwas besitzt die gleiche Gültigkeit. Es ist gültig, wie das andere auch.

Der Ausdruck beinhaltete damit sehr wohl eine Wertung im Sinne von etwas ist gleich gültig wie etwas anderes. Mit anderen Worten: Wir bewerten etwas als genau so gültig wie das andere. Dies zeugte von Respekt vor der Gültigkeit des Anderen. (wiki)

Also betrachten wir die Gleichgültigkeit nicht mit Desinteresse, sondern mir der gleichen Wertigkeit, wird es doch erheblich netter…

Interessant, dass diese beiden Worte jetzt völlig unterschiedlich in meiner persönlichen Wertigkeit stehen.

© Sunny Möller

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Dunkel war´s, der Mond schien helle

Meiner nicht, es ist einfach nur dunkel. Das ist nicht schlimm, was im Dunkeln ist, das sieht man nicht. Doch finde ich keine dunkle Ecke, die mich verschwinden lässt.

Nur für eine Weile, einen kurzen Moment, das Gucken ins Leere, ohne Fragen, wohin. Kann einfach nur sitzen, reglos, keiner fragt nach dem Sinn.

Muss nichts schön finden, schlecht aber auch nicht, ich finde einfach mal nichts. Bin weder lustig noch traurig, wütend geht gar nicht, einfach nur nichts. Das hat doch auch Recht zum da sein, dieses Gefühl ohne Gefühl.

Reden ist morgen, vielleicht aber auch nicht, will nichts erklären über das, wie ich bin. Nicht immer, aber oftmals, nicht zeitlich begrenzt.

Suche den Ausgang, finde ihn nicht. Laufe in Kreisen, an Ecken, gebückt geradeaus. Verstecken ist schwierig, kann nicht hinaus.

Drinnen sitzen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft. Gefällt mir, frage mich, wo sind die nur?

© Sunny Möller