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No Commitments

Commitment, komm mit mann,
wann kann ich zu absagen,
sollte ich vorher nicht sehen,
verstehen, bessere Wege
zu gehen, vielleicht morgen,
geht´s heute wie gestern,
ein Jein ist kein Nein,
entscheiden, für was denn?
Aussage, bekennen, benennen,
ach weißte, für wen denn?
Ich mach schon, mit Ausweg
zum Ausgang zum Weggehen.

(c) Sunny Möller

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Nichts im Nicht

Wut und Trauer treffen sich,
erwarten sich,
stürmisch zu zerbersten,
doch gibt es nicht,
die Totenstille,
eines Toten braucht es nicht,
die Starre, mit der kein Funke fliegt,
das Nichts vor dem Fühlen siegt,
Liebe lieblos in der Ecke liegt.
Schlag doch,
mitten ins Gesicht.
Das wäre echt
und nichts im Nicht.

© Sunny Möller

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Freiheit

Avatar von sunnymoellerSunny Moeller

Albert Schweizer schrieb über Freiheit

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein.
Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen,
wenn ich es kann.
Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.
Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft,
weil der Staat für mich sorgt.
Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen,
Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.
Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb für ein Trinkgeld abkaufen zu lassen.
Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen.
Lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als die dumpfe Ruhe Utopiens.
Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.
Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln,
der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen
D I E S   I S T   M E I N   W E…

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Relativ groß

Relativ groß

Die Welt ist zu groß für dich,
die Sterne zu weit für dich,
die Berge zu hoch für dich,
die Schluchten zu tief für dich,
die andern zu schnell für dich,

Sand, so klein, füllt die Strände der Welt für mich,
Sterne, trotz der Entfernung, sind greifbar für mich,
Berge kann ich erklimmen für mich,
ich kann fallen und aufstehen für mich,
das Ganze, in der richtigen Zeit für mich.

Warum keine Furcht vor dem kleinsten,
unspürbar, unscheinbar und leise,
dringt es zu dir, in einer Weise,
siehst es nicht kommen, ist einfach da.
Lernst das Aufschauen, von oben herab,
siehst endlich das Kleinste, relativ groß.

© Sunny Möller

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Im Kopf einer Autorin

Immer und immer wieder! 🙂

Avatar von sunnymoellerSunny Moeller

Es ist viel los im ersten Stock. Da rennen sie wieder hin und her mit irgendwelchen Zetteln, der Szenenwechsel läuft dauernd gegen die Wand. „Hey, hat einer die Inspiration gesehen?“ Leises Getuschel, zaghaftes Gelächter. Der laute Gedanke brüllt: “Die knutscht draußen mit der Idee!“ Die Einfälle verstecken sich hinter der Grammatik. „Wie bitte?“ Der Roman tobt.

„Die Lyrik hat gerade gekündigt, weil sie ein Verhältnis mit dem Ausdruck hat und jetzt das? Die Belletristik steht schon vor der Tür und alles was wir haben ist eine ideenberauschte Inspiration?“ Die Absätze versuchen den Roman zu besänftigen. „Die ersten 5 Kapitel sind doch schon auf dem Weg nach unten und der Titel wird Madame Belletristik schon beruhigen.“ Der rote Faden brachte Wein.

© Sunny Möller

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Für die Minute

Musst was schreiben,
was ist richtig, was ist wichtig,
bewegt die Welt, verändert die Zeit,
große Worte in kleinen Lettern,
verpackt, geschmückt und verziert.
Nur weiter, werde politisch, kritisch,
satirisch, empirisch bereit,
ein Wein, rot, in meiner Hand,
am Rand, eine Kerze, ihr Schein,
bewegt keine Welt, ist auch nicht wichtig,
oder kritisch, geschmückt, politisch verziert.
Doch für den Moment richtig, für das Gefühl
In dieser Minute bereit.

© Sunny Möller

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Stille

„Du sagst ja gar nichts!“

Schulterzucken.

„Wütend?“

Kopfschütteln.

„Traurig?“

Kopfschütteln.

„Angst?“

Kopfschütteln.

„Ich liebe dich!“

Lächeln.

Manchmal ist Schweigen der beste Teil des Gesprächs.

(c) Sunny Möller

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Freier Wille

Freier Wille

Wenn du mich fragst, was ich will,
frag ich mich selbst, was ich will,
was ich wollen sollte, sollte ich,
könnte ich, müsste ich, nicht wollen
wollen?

Und dann frag ich mich, will ich das,
oder will ich nicht, will nicht mehr
wissen, wolltest du oder wollte ich,
in dem ganzen Willen zum Wollen,
hab ich vergessen, was ich eigentlich
wollte.

Was will ich? Freien Willen oder die
Freiheit zum Wollen?

(c) Sunny Möller

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Jetzt

Jetzt

Zum Tagesende sacht,
dein Auge wacht,
über das was ist und das was war,
ist es wichtig zu erkennen,
den Blick des Auges zu benennen,
atme ein und fühle aus,
tief in dir siehst du doch,
das was ist und was das ist,
morgen kann schon gestern sein,
den Moment im Jetzt zu spürn,
so sollst du sein.

© Sunny Möller

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Der Sternenläufer und das Mädchen

„Du wirst gehen, sie zu finden. Erkennen wirst du sie, denn sie ist eine Suchende. Ihr Blick wird dich fragen, ob du die Antwort kennst. Die Antwort auf ihre Fragen, die sie nicht stellt. Die du dennoch kennst, begreifst, in dich aufnimmst und berührst. Eile dich, Sternenläufer, denn die Zeit ist nicht dein Freund. Gib ihr dein Licht und so werdet ihr finden, die Antwort, die Fragen, das Glück, um zu sehen, was verborgen, im Anfang, als ganzen Teil vom Stück.“

Dunkel war der Wald, in den sie trat. Die Wege nicht sichtbar, jedes Geräusch verschluckt von Natur. Ihr Kopf war leer. Sie musste finden, hatte Fragen, ohne Antwort, kein Sinnen zum Morgen. Vielleicht sollte sie rufen, flehen, wimmern vielleicht. Die Angst fraß die Wünsche, brach Handeln sogleich. Nur laufen, vielleicht kommst du an, am Ende des Anfangs, ist der Anfang das Ziel. Zu viel? Worte, oft sinnlos, ohne Inhalt gewählt. Gibt es da etwas, ein Jemand, der hilft?

Sei still, im Schweigen sind Worte, ausgesprochen im Geist. Plötzlich wird es heller, Gegenwart fühlbar, ganz nah und trotzdem nicht da.

„Wer bist du? Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen!“

Die Stille, sie lärmt, das Warten auf Antwort ist lauter denn je.

„Ich bin hier, mitten im Licht! Ich kann nicht viel dunkler, denn das Licht, das bin ich! Komm einfach näher, hab keine Furcht, ich gebe dir Antwort, still deinen Durst!“

Näher und näher kam sie der Stimme, von Magneten gezogen, hin zu dem Licht. Eine Hand löste sich aus diesem Schein, ihre zu greifen, nicht mehr allein. Augen in Augen, Seelen berühren, verführen zum Bleiben, einfach zu sein.

„Sag mir die Antwort, gib mir den Halt! Kann nicht länger warten, so einsam und kalt!“

Das Licht wird noch heller und wärmer zugleich.

„Du brauchst sie nicht, diese Antworten. Du brauchst Fragen, ein Leben lang. Denn Antworten sind Stillstand, mit dir nicht verwandt.“

(c) Sunny Möller