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Die Geschwindigkeit des Nichtstuns

Ich könnte eine Runde durch den Wald laufen, wollte ich nicht schon seit zwei Wochen meine Nägel lackieren, einkaufen wäre auch ganz gut, hab gar keine Milch mehr, für meinen Kaffee, ganz wichtig, ähh Kaffee ist auch leer, Fahrradtour klingt doch auch gut, gleich wenn ich das Bad geputzt hab, ich wollte doch noch zur Post, warum eigentlich, wenn ich jetzt Musik anmache, kommt bestimmt Schwung in die Sache, welche Sache, ich hab noch so viel Sachen zu erledigen, Sachen waschen, ich hasse Sachen waschen, nach der Wäsche ist vor der Wäsche, was essen, was denn, kochen, warum denn, Pizza bestellen, immer nur Pizza, Mittagsschlaf klingt gut, Sonne scheint gerade, beweg dich, Wetterradar zeigt Regen, gleich irgendwann, ich kann doch nicht immer nichts tun, dann kommt am Ende nichts raus, was soll schon rauskommen, aktive Faulheit kann ich nicht leiden, geplanter Aktionismus widert mich an, ich liebe doch eine lange Weile, verweilt sie zu lang, kotzt sie mich an, was will ich denn nur, undankbare Trägheit im Schatten, was ist nur los, die andern sehen fleißiges Summen, in meinem Kopf tobt gähnende Leere, geht denn noch weniger als das, bin ich der Aktivist unter den aktionslosen, ich hoffe nicht.

© Sunny Möller

6 Gedanken zu „Die Geschwindigkeit des Nichtstuns“

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