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Störsender

Montagmorgen in Emma’s Welt
„Emmachen, aufstehen! Wir sind spät dran!“
„Nein! Wir sind nicht da! Meine ganze Nacht ist falsch!“
„Hey, Schnuppi! Was ist denn los?“
„Alsoooo, mein Traum hatte einen Störsender! Ich war eine Fee! Eine FEEEEHHEEE! Und plötzlich hatte ich eine Latzhose an! Nix rosa, kein Umhang, nix!“
„Und Flügel?“
„Haahhh, Flügel! Ich hatte einen Propella, wie Karlsson! Alles falsch! Und der Prinz? Der war ganz alt! 30 oder so! Ich kann so nicht aufstehen! Ich muss das von vorne abträumen!“
So kämpft jeder gegen seine Montagsdämonen….
Ich wünsche euch einen wunderbaren Start ohne Störsender!

(c) Sunny Möller

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Das Ding mit der Romantik

„Sunny, du bist so was von unromantisch!“ Wie oft hab ich das schon gehört. Da bin ich wohl eher die Hexe als das Kätzchen. Beim Wort Kuscheln musste ich lange Zeit einen Würgereflex unterdrücken, bis mir jemand erklärt hat, dass ich dabei nicht unbedingt Namen wie Mausi, Hamsterchen und Bärchen verwenden muss. Wie soll das auch gehen, wenn es aus der Kuschelszenerie in die Sexlocation wechselt? Ich kann doch dann nicht „Besorgs mir du Hamster!“ stöhnen. Blumen? Schenk ich mir am liebsten selber oder bewundere sie in großen Mengen auf dem Markt. Wer sagt denn auch, dass Romantik immer dieses Kuschelgemuschelgezirpe sein muss? Meine Romantik ist halt anders definiert. Mein Lieblingsbrötchen einfach so, Kaffeetrinken am Lieblingsplatz,von dem ich dachte, keiner weiß davon, kuscheln ohne das Wort zu nennen, anschaun und zu wissen, was der andere denkt,schöner Schmerz beim Vermissen und Kirschkerne spucken wie mit 6….meine Güte, wie romantisch. „heart“-Emoticon

Und zur guten Nacht ein echter Romantiker:

Der Blick
Schaust du mich aus deinen Augen
Lächelnd wie aus Himmeln an,
Fühl‘ ich wohl, daß keine Lippe
Solche Sprache führen kann.
Könnte sie’s auch wörtlich sagen,
Was dem Herzen tief entquillt,
Still den Augen aufgetragen,
Wird es süßer nur erfüllt.
Und ich seh‘ des Himmels Quelle,
Die mir lang verschlossen war,
Wie sie bricht in reinster Helle
Aus dem reinsten Augenpaar.
Und ich öffne still im Herzen
Alles, alles diesem Blick,
Und den Abgrund meiner Schmerzen
Füllt er strömend aus mit Glück.
(Eichendorff)

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Je suis was?

Das Attentat in Istanbul scheint irgendwie so gut wie keinen zu interessieren. Terrorismusmüdigkeit? Zu wenig Tote? Selbst in die Luft sprengen ist so Retro? Nicht die richtige Metropole zum je suis? Je suis Istanbul geht nicht, hat ja keinen von denen getroffen. Außerdem wären das ja Moslems. Schwierig. Keine deutsche Fahne vorm Profil? Nee, dann denkt vielleicht jemand, man ist rechts orientiert. An dieser Stelle lässt sich nicht kerzenfreundlich trauern!

(C) Sunny Möller

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Verpackt in Masken

Liebe, sei sie ungeplant gezeigt,

ist mir recht und gar nicht billig.

Stelzt sie sich doch aus einem Loch

des geschminkten Einerlei,

vorbei, geh mir weg, beleidigst

Reinheit der Echtheit des Gefühls.

Emotion, verpackt in Masken,

ist des Lebens falscher Lohn.

(c) Sunny Möller

 

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wer ich bin

wenn ich weiß wer ich bin kann ich will weiß nicht vielleicht mach ich
mach ich nicht soll ich muss nicht heute dann wann kann auch immer
lach ich noch nicht morgen gestern zukunft freu mich seh ich alles geh ich
vorwärts rückwärts nachher mit dir nach mir aufwärts.

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No Commitments

Commitment, komm mit mann,
wann kann ich zu absagen,
sollte ich vorher nicht sehen,
verstehen, bessere Wege
zu gehen, vielleicht morgen,
geht´s heute wie gestern,
ein Jein ist kein Nein,
entscheiden, für was denn?
Aussage, bekennen, benennen,
ach weißte, für wen denn?
Ich mach schon, mit Ausweg
zum Ausgang zum Weggehen.

(c) Sunny Möller

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Nichts im Nicht

Wut und Trauer treffen sich,
erwarten sich,
stürmisch zu zerbersten,
doch gibt es nicht,
die Totenstille,
eines Toten braucht es nicht,
die Starre, mit der kein Funke fliegt,
das Nichts vor dem Fühlen siegt,
Liebe lieblos in der Ecke liegt.
Schlag doch,
mitten ins Gesicht.
Das wäre echt
und nichts im Nicht.

© Sunny Möller

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Freiheit

Avatar von sunnymoellerSunny Moeller

Albert Schweizer schrieb über Freiheit

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein.
Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen,
wenn ich es kann.
Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.
Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft,
weil der Staat für mich sorgt.
Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen,
Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.
Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb für ein Trinkgeld abkaufen zu lassen.
Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen.
Lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als die dumpfe Ruhe Utopiens.
Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.
Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln,
der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen
D I E S   I S T   M E I N   W E…

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Relativ groß

Relativ groß

Die Welt ist zu groß für dich,
die Sterne zu weit für dich,
die Berge zu hoch für dich,
die Schluchten zu tief für dich,
die andern zu schnell für dich,

Sand, so klein, füllt die Strände der Welt für mich,
Sterne, trotz der Entfernung, sind greifbar für mich,
Berge kann ich erklimmen für mich,
ich kann fallen und aufstehen für mich,
das Ganze, in der richtigen Zeit für mich.

Warum keine Furcht vor dem kleinsten,
unspürbar, unscheinbar und leise,
dringt es zu dir, in einer Weise,
siehst es nicht kommen, ist einfach da.
Lernst das Aufschauen, von oben herab,
siehst endlich das Kleinste, relativ groß.

© Sunny Möller