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Im Kopf einer Autorin

Immer und immer wieder! 🙂

Avatar von sunnymoellerSunny Moeller

Es ist viel los im ersten Stock. Da rennen sie wieder hin und her mit irgendwelchen Zetteln, der Szenenwechsel läuft dauernd gegen die Wand. „Hey, hat einer die Inspiration gesehen?“ Leises Getuschel, zaghaftes Gelächter. Der laute Gedanke brüllt: “Die knutscht draußen mit der Idee!“ Die Einfälle verstecken sich hinter der Grammatik. „Wie bitte?“ Der Roman tobt.

„Die Lyrik hat gerade gekündigt, weil sie ein Verhältnis mit dem Ausdruck hat und jetzt das? Die Belletristik steht schon vor der Tür und alles was wir haben ist eine ideenberauschte Inspiration?“ Die Absätze versuchen den Roman zu besänftigen. „Die ersten 5 Kapitel sind doch schon auf dem Weg nach unten und der Titel wird Madame Belletristik schon beruhigen.“ Der rote Faden brachte Wein.

© Sunny Möller

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Für die Minute

Musst was schreiben,
was ist richtig, was ist wichtig,
bewegt die Welt, verändert die Zeit,
große Worte in kleinen Lettern,
verpackt, geschmückt und verziert.
Nur weiter, werde politisch, kritisch,
satirisch, empirisch bereit,
ein Wein, rot, in meiner Hand,
am Rand, eine Kerze, ihr Schein,
bewegt keine Welt, ist auch nicht wichtig,
oder kritisch, geschmückt, politisch verziert.
Doch für den Moment richtig, für das Gefühl
In dieser Minute bereit.

© Sunny Möller

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Stille

„Du sagst ja gar nichts!“

Schulterzucken.

„Wütend?“

Kopfschütteln.

„Traurig?“

Kopfschütteln.

„Angst?“

Kopfschütteln.

„Ich liebe dich!“

Lächeln.

Manchmal ist Schweigen der beste Teil des Gesprächs.

(c) Sunny Möller

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Freier Wille

Freier Wille

Wenn du mich fragst, was ich will,
frag ich mich selbst, was ich will,
was ich wollen sollte, sollte ich,
könnte ich, müsste ich, nicht wollen
wollen?

Und dann frag ich mich, will ich das,
oder will ich nicht, will nicht mehr
wissen, wolltest du oder wollte ich,
in dem ganzen Willen zum Wollen,
hab ich vergessen, was ich eigentlich
wollte.

Was will ich? Freien Willen oder die
Freiheit zum Wollen?

(c) Sunny Möller

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Jetzt

Jetzt

Zum Tagesende sacht,
dein Auge wacht,
über das was ist und das was war,
ist es wichtig zu erkennen,
den Blick des Auges zu benennen,
atme ein und fühle aus,
tief in dir siehst du doch,
das was ist und was das ist,
morgen kann schon gestern sein,
den Moment im Jetzt zu spürn,
so sollst du sein.

© Sunny Möller

Kinderwelt

Die Affenkönigin

…es begab sich zu der Zeit, als eine kleine Amazone mit Namen Emma-Lilu sich aufmachte, den Affenkönig zu besiegen. Er stahl ihren Bruder, den sie so liebte, für immer.
Sie hatte getreue Gefährten um sich geschart, sich der großen Herausforderung zu stellen. Barrance und Tippiray, so unsichtbar für uns, so nah und lebendig für die kleine Heldin. Sie zogen ein in ihre Welt und lebten fortan mal hier, mal dort. Einzig das verwunschene Mädchen Ali, dessen Herkunft nicht erkennbar schien, war unerkannt voraus gegangen, in die Untiefen des Dschungels, den Emma-Lilu betrat.
Der Weg war beschwerlich, Bären und andere Ungetüme kreuzten ihren Weg. Sie flog über verzauberte Pilze, sie erklomm die höchsten Gipfel, stürzte sich in unsichere Tiefen, um im Tunnelsystem, von Affen erbaut, sich ihre Bahn zu erkämpfen. Das Kokosnussmeer barg so viele Fallen, doch waren die Freunde stets voller Mut.
Von allen Seiten warfen die Affen Rubine, Saphire und goldene Steine, zu stoppen die Heldin, im Sinnen nach Rache. Es schien fast hoffnungslos, nur der Weg über die Spirale des Todes stand ihnen frei. Das Mädchen Ali stand vor ihr, aus dem Nichts plötzlich da. Ein Blick, ein Nicken und ein lauter Schrei, dann jagten die Freunde hinunter, im freien Fall.
Da stand er vor ihnen, mit funkelnden Augen und riesigem Maul. Emma-Lilu zog ihr Schwert aus dem Halfter und schrie: „Ich verlange meinen Bruder, gebt ihn jetzt frei!!!“ Barrance und Tippiray brüllten und trieben die Kämpferin nach vorn. Die Liebe machte sie mutig, tapfer und stark. Sie tötete den König und griff die Hand ihres Bruders. Dann küssten sie sich und Emma-Lilu blickte auf ihren Erfolg. „Ich habe dich weggekämpft Luluke, denn ich bin sehr stark. Bin gespringt und geschwommt, um zu dir zu erreichen. Jetzt bist du frei. Und ich bin die Königin von allen Affen. Jetzt leben alle, so wie ich es nur will.“

Dann hörte man nur noch Siegesgeheul, die Affen brachten Eis, mit Pommes dabei!

Hätte ich euch die „wahre“ Geschichte erzählt, sie hätte gehandelt von einem riesigen Indoorspielplatz, mitten in einer verregneten Stadt. Vollgestopft mit Kindern und Eltern, mit pulsierenden Nerven. Viel Plastik, Rutschen, Ballgehege und Trampoline. Kein Grün wehender Palmen, kein Wasserfall, kein Tier.

Drum schaut mit den Augen der Kinder und fangt an zu sehen!!!!

(c) Sunny Möller

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Der Sternenläufer und das Mädchen

„Du wirst gehen, sie zu finden. Erkennen wirst du sie, denn sie ist eine Suchende. Ihr Blick wird dich fragen, ob du die Antwort kennst. Die Antwort auf ihre Fragen, die sie nicht stellt. Die du dennoch kennst, begreifst, in dich aufnimmst und berührst. Eile dich, Sternenläufer, denn die Zeit ist nicht dein Freund. Gib ihr dein Licht und so werdet ihr finden, die Antwort, die Fragen, das Glück, um zu sehen, was verborgen, im Anfang, als ganzen Teil vom Stück.“

Dunkel war der Wald, in den sie trat. Die Wege nicht sichtbar, jedes Geräusch verschluckt von Natur. Ihr Kopf war leer. Sie musste finden, hatte Fragen, ohne Antwort, kein Sinnen zum Morgen. Vielleicht sollte sie rufen, flehen, wimmern vielleicht. Die Angst fraß die Wünsche, brach Handeln sogleich. Nur laufen, vielleicht kommst du an, am Ende des Anfangs, ist der Anfang das Ziel. Zu viel? Worte, oft sinnlos, ohne Inhalt gewählt. Gibt es da etwas, ein Jemand, der hilft?

Sei still, im Schweigen sind Worte, ausgesprochen im Geist. Plötzlich wird es heller, Gegenwart fühlbar, ganz nah und trotzdem nicht da.

„Wer bist du? Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen!“

Die Stille, sie lärmt, das Warten auf Antwort ist lauter denn je.

„Ich bin hier, mitten im Licht! Ich kann nicht viel dunkler, denn das Licht, das bin ich! Komm einfach näher, hab keine Furcht, ich gebe dir Antwort, still deinen Durst!“

Näher und näher kam sie der Stimme, von Magneten gezogen, hin zu dem Licht. Eine Hand löste sich aus diesem Schein, ihre zu greifen, nicht mehr allein. Augen in Augen, Seelen berühren, verführen zum Bleiben, einfach zu sein.

„Sag mir die Antwort, gib mir den Halt! Kann nicht länger warten, so einsam und kalt!“

Das Licht wird noch heller und wärmer zugleich.

„Du brauchst sie nicht, diese Antworten. Du brauchst Fragen, ein Leben lang. Denn Antworten sind Stillstand, mit dir nicht verwandt.“

(c) Sunny Möller

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Deine Hand

Deine Hand

 

Wird geboren,

kann geben, kann nehmen,

kann fühlen, kann sprechen,

kann sehen, kann streicheln,

kann drohen, kann schlagen,

hebt auf und lässt fallen,

kann zeigen und malen,

kann winken und schubsen,

flehen und wehren, hält fest und lässt los,

kann schützen, sich öffnen,

all das, nur deine Hand.

 

© Sunny Möller

 Und? Schaust du auf deine Hände?

Allgemein, Alltagstauglich

Illusionen

Wir haben einen wunderschönen Postboten. Eine gelungene Vin Diesel-Bruce Willis Mischung. Wenn es klingelt, freue ich mich sogar über Rechnungen. Als ich heute nach Hause kam, hielt er gerade schwungvoll mit seinem kanariengelben Rad vor unserem Haus.

Ich:“Hallo! Sie müssen nicht klingeln. Ich kann Ihnen aufschließen! “

Postbote:“Oh ja, Sie haben einen Schlüssel. Mit Schlüsseln kann man aufschließen! “

Ich (irritiert):“Ja, ich denke, dafür wurden sie gemacht!“

Postbote:“Wofür wurde ich gemacht?“

Ich:“Nicht Sie, die Schlüssel! Zum aufschließen! “

Postbote:“Ich hab keinen, Sie?“

Es war so schön, ihn schweigend zu kennen. Ab heute muss ich mich wieder über Rechnungen ärgern….

(c) Sunny Möller