Emma’s Welt und die Zähne

Emma’s Welt und die Zähne

Seit einiger Zeit fangen die ersten Milchzähne an zu wackeln. Einer der vorderen Schneidezähne baumelt bedrohlich hin und her. Emma provoziert ein Drama in Spielfilmlänge.

„Dieser Zahn ist mein Untergang! Ich ziehe und ruckel, der fällt einfach nicht raus! Ich bin am Ende, Mama! Am Ende! Wie soll das denn weitergehen?“

Wüste Beschimpfungen in alle Richtungen, die mit Tricks und Tipps aufwarten.

„Seid ihr alle komplett irre??? Hier geht es um mich und meine Zukunft! Mit der Pinzette? Diese Schmerzen!!! Da könnt ihr mir ja gleich die Beine abhacken!!!“

Uuuhuhuuuhuuu! Sie verschwindet in Richtung Badezimmer. Sie heult in einer Lautstärke, die kaum zu toppen ist. Dann wird es still. Zu still.

„Emma?“

Sie kommt aus dem Bad und hat eine Wäscheklammer im Kiefer stecken. Tränen laufen über ihr Gesicht. Sie sieht geschockt aus. Ich versuche, sie zu beruhigen.

„Schatz, hast du den Zahn mit der Wäscheklammer gezogen? Wie cool bist du denn!!!“

Sie zieht die Klammer aus dem Mund. Ein Zahn hängt dran. Sie guckt nicht glücklich.

„Ich hab den falschen rausgezogen! Der war noch ganz fest. Das war der Falsche!!! Ich hab ganz fest zugedrückt und gezogen!Uhuhuhuuhuhhh, der andere ist noch drin!“

Und wenn er nicht gefallen ist, dann baumelt er noch heute!

❤️

(c) Sunny Bergfeld

Emma´s Welt – Warum ist Müll keine Schokolade?

Kurz vorm Schlafengehen, Emma sitzt in der Küche auf dem Stuhl und baumelt mit den Beinen. Sie schaut mich 7jährig nachdenklich an.

Emma: „Ich bin gerade sehr mit Wörtern beschäftigt, Mami! Warum hat jemand einmal beschlossen, dass der Müll, Müll heißt? Warum heißt das so? Wer war der erste, der das erfunden hat? Wenn ich an Müll denke, denke ich an Plastikbeutel mit Stinkekram drin. Wenn jetzt aber jemand entschieden hätte, das Müll nicht Müll heißt, sondern Schokolade, dann hätte ich schöne Asserzitionen!“

Ich: „Assoziationen heißt das, Schätzchen!“

Emma: „Wer sagt das?“

Ich: „Na ja, bei der Sprache und ihrer Entstehung gibt es ganz unterschiedliche Erkenntnisse. Die einen sagen, sie sei ganz natürlich entstanden, andere glauben wiederum, sie sei von Gott geschickt worden. Aber Asserzitionen gibt´s nicht!

Emma: „Und wenn ich entscheide, dass es so ist? Und wenn ich genug Menschen finde, die mir das nachmachen? Und wenn dann tausend Leute morgen zum Müll Schokolade sagen, findet´s keiner mehr eklig. Das wäre doch prima!“

Ich: „Das stimmt schon irgendwie, aber du findest Schokolade als Wort halt positiv, weil sich der Begriff bei dir schon als süß und lecker eingeprägt hat. Aber wenn du den Müll jetzt so nennst, macht es ihn dann besser?“

Emma: „Echt Mami, du bist ganz schön anstrengend! Du denkst viel zu schwierig. Ich denke nur, dass der Müll einen besseren Namen vertragen könnte! Und statt Eimer könnte man ja auch Muschel sagen. Ich mag Muscheln!“

Ich: „Darf ich bei deiner neuen Sprache mitmachen?“

Emma: „Aber klar doch, gerne!“

Ich: „Okay, dann geh doch bitte in dein Zimmer. Da liegt überall Schokolade rum. Pack sie bitte vorm Schlafengehen noch in deine Schokoladenmuschel!“

Emma rennt freudestrahlend in ihr Zimmer und trällert leise vor sich hin. „Schokolade, yeah, Schokoschokolade, yeah, yeah, yeah!“ nach einer Minute steht sie wieder in der Küche.

Emma: „Schokolade war der Müll, richtig?“

Ich: „Jep!“

Emma: „Verdammt!“

© Sunny Möller

Emma´s Welt und die Liebe

(c) natasha_chatkova

Emma: „In der Liebe kannst du nicht schummeln!“

Ich: „Aber du kannst doch so tun, als ob du jemanden liebst!“

Emma: „Warum sollte man das tun?“

Ich: „Keine Ahnung, aber auch in der Liebe gibt es Lug und Trug.“

Emma: „Ich habe das nur einmal gemacht!“

Ich: „Echt? Wann?“

Emma: „Als ich letzte Woche bei Oma gegessen habe. Es gab Rosenkohl. Ich hasse Rosenkohl. Aber ich habe ihn gegessen, weil ich sie lieb habe. Dann hab ich auf ihren neuen Teppich gekotzt. Das fand sie schlimmer, als ihren Rosenkohl doof finden.

Ich: „Also ist Schummeln in der Liebe zum Kotzen?“

Emma: „So ungefähr!“

© Sunny Möller

Liebe

(c) natasha_chatkova

Mein Herz ist nicht zu verschenken,
aber die Liebe, die da ständig überschwappt,
die ist zu haben!

© Emma-Lilu

Die Geschichte der kleinen Eule

Da lässt man die Kinder einmal kurz mit dem Schreibprogramm alleine…

Die kleine Eule stand morgens auf. Sie wusste, dass an diesem Morgen etwas anders war. Da kam der Fuchs und sagte leise:„ Der Winter ist da, es ist kalt draußen.“ Und der Fuchs schlich leise davon. Doch die kleine Eule merkte, dass mit dem Fuchs etwas nicht stimmte.

Und sie wollte die alte Maus aufsuchen um zu fragen, was mit dem Fuchs nicht stimmte, doch die Maus musste auch nicht weiter, sagte aber zu der kleinen Eule, dass sie dies selbst herausfinden sollte. Also ging sie zum Fuchsbau und fragte des Fuchses Eltern, was mit ihm nicht stimmte. Sie fragte, warum der Fuchs so ruhig sei diesen Winter, denn sonst baute der Fuchs immer gerne Schneemänner mit der kleinen Eule. Die kleine Eule fragte auch, warum der Fuchs diesen Winter keine Lust hätte mit ihr zu spielen. Und die Eltern gaben ihr einen Brief, von dem Fuchs, in dem stand, dass dies ein Geheimnis sei und dass es das ihr nicht verraten kann. Als die kleine Eule das gelesen hatte, flog sie nach Hause, aber der Fuchs saß in seinem Zimmer und fragte sich, warum er seine beste Freundin belügen musste? Dann schrieb er noch einen Brief in dem stand, dass er die Eule bei ihr zu Hause am nächsten Donnerstag Mittag treffen wolle.

Als die kleine Eule dies am nächsten Morgen las, durchströmte sie ein Funken der Freude. Als sie sich am nächsten Donnerstag trafen, erzählte der Fuchs der kleinen Eule, dass ein Bär sich rumtreibe und in jedem Fuchsbau nach Essen suche. Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu, sagte die kleine Eule, eigentlich schlafen Bären doch im Winter!

Am besten wir gucken, was wir tun können. Daraufhin planten Sie und bauten Fallen, die Sie morgen Abend aufstellen würden. Am nächsten Abend, als sie die Fallen aufstellten, fragte der Fuchs plötzlich, was ist denn, wenn der Bär uns entdeckt, was machen wir dann? Die kleine Eule antwortete, dass sie den Fuchs huckepack nehmen würde und dass sie wegfliegen würden.

Da raschelte es plötzlich im Gras und der Hase sprang raus und fragte ob er den beiden helfen könnte. Ja sagten beide, das wäre sehr hilfreich, besonders bei den Fallen für den Bär. „Super, dann helfe ich euch, denn der Bär hat bestimmt irgendwas Gemeines vor mit den Füchsen. „O. k., dann nehme ich euch im Notfall beide huckepack, wenn wir vor dem Bär fliehen müssen,“ sagte die kleine Eule. „Und falls es zu schwer werden würde, dann hole ich meinen großen Bruder Eulo.

Nach einer Zeit tauchte der Maulwurf auf und fragte ob er Löcher graben sollte, die er mit Blättern verdeckt, damit der Bär hinein tappt. Aber plötzlich sagte der Fuchs, dass es mehrere Bären seien und dass es ihm leid tut, dass er es nicht von Anfang an gesagt hat, aber er konnte sich leider nicht erinnern, weil er so traurig war. Nach einer Zeit knurrte der der Magen der kleinen Eule und der Hase sagte, dass er Kuchen dabei hätte von seiner Oma, der sehr sehr lecker schmecken würde. Daraufhin sagte der Maulwurf, dass er noch Regenwasser-Tee hätte, der vorzüglich schmeckte.

Dann, als sie viel Freude beim Essen hatten, tauchte der große Bruder der kleinen Eule plötzlich auf und sagte dass er ein Baumhaus in der Nähe hätte wo sie sich verstecken und die Bären beobachten könnten. Da kam eine Tatze aus dem Busch und der Bruder lief schnell ins Baumhaus und holte sich den Hasen und den Fuchs und die kleine Eule flog mit dem Maulwurf auf dem Rücken und sie versteckten sich unter der Erde…..(Fortsetzung folgt)

© Emma und Luke Möller

Emma´s Welt rechnet ab

(c) natasha_chatkova

(c) natasha_chatkova

„Weißt du noch, dass ich niemals in die Schule wollte?“

„Ja, das weiß ich noch sehr gut.“

„Da lernst du ganz viel, Emmachen! Dann kannst du alles selber lesen, Emmachen. Und du lernst rechnen und schreiben, Emmachen! Das wird ganz toll, Emmachen. Das hast du gesagt!“

„Macht es dir denn keinen Spaß?“

„Nein, ich vermisse meinen Wald! Meine ganze Freiheit ist im Wald geblieben und ich werde sie nie wieder kriegen. Jetzt bin ich eine Ampel, die immer auf Gelb ist. Ich darf nicht gehen, aber wie lange ich stehenbleiben muss, weiß ich auch nich.“

(Emma, 6 Jahre, 1. Klasse, die bis vor Kurzem noch im Waldkindergarten war) 😔

© Sunny Möller

Emma und Oscar

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Emma ist jetzt in der ersten Klasse und fängt an,
jedes Schild, jeden Zettel und jeden Brief zu lesen,
den sie in die Finger bekommt. Und zwar laut.
Sie kann die schwierigsten Wörter mal mehr
oder weniger genau entziffern. Aus meinem Zimmer höre ich:

„Das einzig konsequente an mir ist meine Inkontinenz!“

(Im Original von Oscar Wilde: „Das einzig konsequente an mir ist meine Inkonsequenz!“

© Sunny Möller

Emma´s Welt der Worte und ihre Bedeutung

„Ich hasse es, ich hasse, ich hasse es! Dieser Kanapilatismus zerstört die Welt! Die Liebe, einfach alles!!!!“

„Emma, ich glaube du meinst Kapitalismus!“

„Nein Luluke, das meinte ich überhaupt nicht! Kapitalismus hat Mami schon erklärt. Alle wollen immer mehr, sind nie zufrieden und werden immer geiziger! Ich meine, bald ist es soweit!!! Sie fressen sich gegenseitig auf!!!“

„Ach so, du meinst Kannibalismus!“

„LULUUUKE! Die Mischung Luluke, die Mischung! Die ganzen Leute werden immer verrückter nach ganz viel Geld, dass sie nur noch für Angebersachen ausgeben wollen. Und wo sparen sie, Luluke? Wo sparen sie?“

„Wo?“

„Beim Essen Luluke! Verstehst du das jetzt mal endlich??? Die Menschen sparen beim Essen! Also fangen sie an, sich gegenseitig aufzufressen! Das bedeutet dann immer weniger Menschen und immer mehr Geld!“

Irgendwie hat sie doch ziemlich viel verstanden!!! ❤

(c) Sunny Möller

Emma´s Welt und die Prioritäten

Emma ist seit drei Wochen in der Schule. Sie hat jetzt schon des Öfteren die Hausaufgaben nicht gemacht.

Ich:“Emma, die von der Betreuung haben mir schon ein paar mal gesagt, dass du deine Hausaufgaben nicht machst!“

Emma:“Keine Zeit!“

Ich:“Aber das ist wichtig!“

Emma:“ Ich denke nicht!“

Ich:“Häähhh?“

Emma:“Halloooo!? Ich habe zu tun. Ich muss alle Namen lernen, die Kinder näher kennenlernen, Geschäfte machen.“

Ich:“Wie, Geschäfte machen?“

Emma:“Ich hab meinen Nachtisch zwei Viertklässlern gegeben, falls es mal Ärger gibt. Die beschützen mich dann!“

Ich:“Cool!“

Emma:“Wenn du nicht gleich am Anfang die richtigen Kontakte hast, kannste den Rest vergessen!!!“

(c) Sunny Möller

Ich bin die Allerschönste!

7.00 Uhr (Frühstück, mein 12jähriger Sohn kuschelt sich an mich)

Luke:“Weißt du eigentlich wie schön du bist? Gestern beim Elternabend (mit Kindern, Anm. der Mutter) haben dich alle Väter angeschmalzt. Und die Mütter waren alle neidisch, dass du nach zwei Kindern noch so eine Wahnsinnsfigur hast! Und du siehst so jung aus. Ich glaube ein paar haben gedacht, du bist meine ältere Schwester!“

Ich:“Was willst du?“

Luke:“Taschengeld ist alle!“

….er hat das Prinzip von Fördergeldern bestens verstanden! 😀

(c) Sunny Möller