Allgemein, Alltagstauglich

Das ABC der Nachhaltigkeit: D

D

D wie Durst löschen.

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2017-06/trinkwasser-leitung-gesundheit-umwelt-schadstoffe-bakterien

Dass unser Leitungswasser besser und gesünder ist als so manches Mineralwasser ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt und trotzdem rennt die Menschheit in den Getränke- oder Supermarkt und kauft das spritzige Nass Kistenweise. Am besten das ganze noch in Plastikflaschen, denn ohnehin schon schwer genug, trägt sich so eine Kiste Glasflaschen nicht von alleine in den vierten Stock. Ich will aber kein Leitungswasser, das hat keine Kohlensäure, mag ich nicht. Kann ich verstehen, geht mir ähnlich. Aber da es mittlerweile die Sprudlermaschinen auch mit Glasflaschen gibt, ist das vielleicht eine Überlegung wert, sich so ein Ding anzuschaffen.

Was ich übrigens noch herausgefunden habe, es gibt eine Seite im www, die listen Orte in Städten, wo du beispielsweise in Cafés oder Restaurants deine mitgebrachte Trinkflasche kostenlos auffüllen kannst.

https://refill-deutschland.de/refill-staedte/

Wird noch nicht wirklich häufig genutzt, aber wenn ja, dann hoffe ich, dass das Angebot weiterhin so großzügig bleibt. Falls ihr noch nach der richtigen, vor allem nachhaltigen Trinkflasche sucht, Codecheck hat da welche für euch im Angebot mit direkter Verlinkung zum Anbieter.

https://www.codecheck.info/news/7-nachhaltige-Trinkflaschen-307239

Jetzt bin ich mal gespannt, was ihr so trinkt….

P.S.: Interessant war übrigens das Ergebnis der Coffee-to-Go Umfrage. 80 % holen sich nie so eine Laufkaffee.

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Allgemein, Alltagstauglich

Das ABC der Nachhaltigkeit: C

C

Ich habe euch jeden Tag ein bisschen Nachhaltigkeit versprochen und da ist mir doch tatsächlich etwas Nachlässigkeit dazwischen gekommen. Allerdings mit einer nachhaltigen Entschuldigung. Charly und ich haben jetzt einen Schrebergarten und den müssen wir flott kriegen bis die Pflanzzeit beginnt, dann können wir dieses Jahr unser eigenes Gemüse ernten. Charly überlegte kurz, ob man auch einen nachhaltigen Kerl anpflanzen könnte, aber ich glaube, da verhält es sich wie mit den Fleischbällchen bei Petterson und Findus. Egal wie tief du es einpflanzt, am Ende findet sich immer eine dumme Kuh, die es findet.

Aber lange Rede, kurzer Sinn, heute sind wir schon beim C der Nachhaltigkeit angekommen. Und das erste, was mir dazu ein fiel, war

Coffee to Go

Ob Investmentbanker, junge Mutter, Musiker, Bauarbeiter, Studentin oder Briefträger, alle holen sich gerne mal unterwegs den Kaffee zum Mitnehmen. In hübschen Bechern von Starbucks und Konsorten, gerne noch mit Plastikdeckel und einem Haltering, damit nichts schwappt und nichts verbrennt. Für viele gehört es schon zur täglichen Routine, den Becher danach in den Müll zu schmeißen allerdings auch. All das geschieht nicht aus bösen Willen, doch aus den Augen, aus dem Sinn. Schließlich haben wir nicht wie in Afrika oder Indien die riesigen Müllberge direkt vor der Nase. Hier wird weggemacht, was stört. Natürlich nicht von uns, dafür hat man Leute. Dass die den Müll nicht verschlucken und als Kompost wieder ausscheiden, sollte auch jeder wissen. Doch gibt es eine Alternative, denn am Coffee to Go ist ja generell nichts auszusetzen. Ich habe euch mal die coolsten Alternativen rausgesucht, vielleicht findet ihr euren Lieblingsbecher und vermeidet in Zukunft beim Kaffeegenuss unterwegs schon ganz viel Müll!

Also, entweder ihr sucht euch ein Kaffee, was recyclebare Becher rausgibt, was eigentlich auch Quatsch ist, weil auch diese Becher immer einen gewissen Plastikanteil haben und somit auch Bäh-Müll produzieren. Also lieber gleich einen Dauerbecher to go und verspreche dir, er wird in jedem Café gefüllt, in manchen kriegst du vielleicht noch einen Bonus!

Meine Top 3:

Platz 1

Mein absoluter Liebling ist der xtra große Becher mit 454 ml Fassungsvermögen von Joco, gefertigt aus hitzebeständigem Borosilicateglas. Joco macht mit jedem Schluck und einer Fülle an Designs und Größen richtig gute Laune. UVP 24,79 € Ganz neu von Joco ist die »Seaglass«-Serie, die sauberen Flüssen, Weltmeeren und Küsten gewidmet ist. Einziger Wermutstropfen, bisher gibt es sie noch nicht vor Ort in Deutschland, aber mit ein bisschen Recherche habe ich sie bei Greenpicks unter

https://www.greenpicks.de/de/0404g-jc340ml-joco-becher-to-go-becher-aus-glas.html

gefunden. Und wenn ihr schnell seid, erwischt ihr bei Use-again unter

https://www.use-again.de/JOCO-Cups-Kaffeebecher-aus-Glas

noch ein paar im Sale.

Platz 2

Vom Aussehen nicht jedermanns Sache, aber ich liebe den Klean Kanteen Becher, vielleicht schon wegen dem Namen. Aus lebensmittelechtem Edelstahl liegt er preislich zwischen 30 und 40 Euro.

https://www.kleankanteen.de/trinkbecher/

Platz 3

Vom Aussehen vielleicht etwas konventionell, vom Preis allerdings unschlagbar. Dieser BPA-freie Begleiter von Zuperzozial aus Bambus und Mais taugt absolut für die Nachhaltigkeit und gehört für einen 10ner dir. Biologisch abbaubar und spülmaschinenfest wirst du lange Freude mit dem guten Stück haben! Gesehen bei

https://www.green-your-life.de/outdoor/coffee-to-go-becher/coffee-to-go-becher-biologisch-abbaubar-aus-bambusfasern-und-mais/a-1336/

Vielleicht findet ihr noch ein paar tolle Becher und teilt sie gerne mit mir!

Good to know
In der Gastronomie gibt es Vorschriften, dass mitgebrachte Becher nicht in Berührung mit Kaffeemaschine oder Lebensmitteln kommen dürfen. Bitte den Kaffeedealer deines Vertrauens deshalb, deinen Kaffee in einem separaten Gefäß zuzubereiten und dann einfach umzuschütten. Bei Espresso und aufgeschäumter Milch geschieht das aber meistens sowieso! Enjoy!

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Kinderwelt, Stimmungslage

Fridays for Future

© spruch-des-tages.org

Greta Thunberg hat uns alle wach gerüttelt. Ein 16jähriges Mädchen, über das die Weltpresse schreibt, die ml als die Frau des Jahres betitelt und von anderen wieder als das behinderte Kind mit den geldgeilen Eltern. Für mich ist sie weder das eine noch das andere, sondern, sicherlich auch durch das Asberger Syndrom initiierte Fokussierung auf ein klares Ziel, was sie keinen Moment aus den Augen verliert. Wer weiß, vielleicht ist im Grunde genommen jedes Kind so, solange man ihnen nicht durch Regeln, Bevormundungen, Zwänge und „nur das Beste wollen“ die Neugier und die Lust am Interessieren genommen hätte.

Es wird darüber gemeckert und geschimpft, dass diese dumme, ignorante, faule, ständig vor der Glotze hängende Smombie Generation das ja nur machen würde, weil sie Schule schwänzen wollen. Und, dass sie sich von ihren Helikopter-Müttern im dicken SUV zur Demo fahren lassen und vorher bei Meckes noch einen Burger mampfen. Tja, meine lieben Kritiker, was glaubt ihr denn bitte, von wem diese Dumpfbackengeneration dieses Verhalten gelernt hat? Von uns Erwachsenen! Oder glaubt ihr ernsthaft, eure Kinder kamen schon mit einem Burger im Hals zur Welt? Wir haben sie ab und an vor der Glotze geparkt, um Ruhe zu haben. Wir haben ihnen mit nicht mal drei Jahren das Smartphone in die Hände gedrückt, damit sie beschäftigt waren, wir haben sie mit dem Auto 1km zum Schwimmkurs gefahren, weil es nach Regen aussah.

Ein Kind ist das Produkt seiner Eltern, Kinder lernen durch Nachahmung. Und wenn Vatti jedes Wochenende vor der Kiste hängt und Fußball guckt, anstatt mit seinen Kindern selbst den Ball zu kicken und Mutti unter Nachhaltigkeit eine neue Verhütungsmethode versteht, dann wundert euch doch bitte nicht, dass unsere Kinder sind wie sie sind. Fangt doch bei euch selber an, anstatt auf alles rum zu hacken und schlecht zu reden, was dieses Mädchen aus Schweden und unsere Kinder da ins Rollen bringen.

Es geht um ihre Zukunft und darum müssen sie kämpfen dürfen!

Ihr benutzt keine Plastiktüten mehr? Super!

Ihr kauft nur noch Gemüse, was Saison hat und zwar in eurem Land? Bestens!

Ihr benutzt keine Frischhaltefolie mehr? Klasse!

Ihr denkt, das ist gar nichts? Ich sage euch, mit jeder Kleinigkeit fängt alles an!

Every day for future!

    Das ABC der Nachhaltigkeit: heute A

A wie App

Klar, wir hängen alle zu oft am Smartphone. Aber bevor weiterhin zu viel Essen weggeschmissen wird, laden wir noch schnell die App Too Good To Go aufs Handy. Sie rettet Restaurantreste vor der Tonne und verrät, wo es übrig gebliebenes Essen gibt. Und die WWF-Einkaufs-App sagt, welche Meerestiere guten Gewissens gegessen werden können. Noch in der Entwicklung, aber vielversprechend ist greenApes. Diese App honoriert Gutes: Wer ins Büro radelt, auf Plastiktüten verzichtet und saisonales Gemüse kauft, bekommt virtuelle Punkte, die dann gegen echte (und klar, nachhaltige) Rabatte und Prämien in lokalen Geschäften getauscht werden können.
(aus donna-magazin)

Und morgen dann das B wie besser!

© Sunny Möller

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Das dritte Geschlecht

Ich weiß, das Thema ist schon ein paar Tage alt und trotzdem beschäftigt es mich permanent. Das erste Mal ist es mir bewusst bei Stellenanzeigen in der Zeitung aufgefallen. Gesucht wird m/w/d. Männlich, weiblich oder irgendwas dazwischen, fachsprachlich diverse.

Für mich eigentlich schon die erste Diskriminierung. Vielleicht hätte man im Zuge der Gleichberechtigung und des neuen Gesetzesentwurfs jegliche Geschlechtszuweisung weglassen sollen. Warum muss ich mich einem Geschlecht zuordnen, um ein Wer zu sein oder bin ich bei diverse ein Etwas? Diverse hat für mich den Anstrich von unliebsamen Resten und ich glaube nicht, dass sich Intersexuelle sich als solches bezeichnen lassen möchten. Oder betrifft es auch Transsexuelle, oder vielleicht mich, wenn ich manchmal gar keinen Bock habe, eine Frau zu sein.

Ich will keine diversen Menschen, auch keine weiblichen oder männlichen. Ich will l/a/w!

LIEBENSWERT
AUTHENTISCH
WACH

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Der letzte Umzug

„…und dann verlasse ich meine Zuhause und schaue nicht mehr rechts und links und schon gar nicht mehr zurück.“ Ich musste schlucken. So sollte es also zu Ende gehen? Ein Leben, vierzig Jahre in der selben Wohnung, Kinder groß gezogen, Menschen ein und ausziehen gesehen, mit manchen so etwas wie Freundschaft geschlossen, manche etwas kritisch beäugt, weil sie so gar nicht dem eigenen Lebensstil entsprochen hatten.

Und doch war immer so etwas wie Leben in der Bude gewesen. Als ich vor sechs Jahren hier eingezogen bin, allein, mit zwei kleinen Kindern, wollte ich eigentlich nichts mit den restlichen Bewohnern dieses Hauses zu tun haben. Zu sehr quälten mich meine eigenen Dämonen und die Angst, wie es denn jetzt wohl weitergehen würde.

Über mir eine ältere Dame, die ständig etwas zu meckern hatte. Entweder die Kinder waren zu laut oder ich hatte mal wieder vergessen, den Hausflur zu wischen. Agathe fand immer einen Grund, irgendetwas an mir zu bemängeln. Über die Jahre wurde es besser, Agathe immer schwerhöriger, was sie allerdings als meinen Erziehungserfolg feierte. „Frau Möller, Ihre Kinder höre ich ja überhaupt nicht mehr. Das haben Sie aber gut hinbekommen.“ Sagte sie, während mein Sohn im Hintergrund Schlagzeug spielte und meine Tochter lauthals „We will rock you“ brüllte.

Nach einem Nachbarschaftsgrillen“ im Gemeinschaftsgarten, drei Bierchen und dem Du-Angebot war das Eis dann endgültig gebrochen. Ich erfuhr viel von ihrem Leben, ihren drei Kindern und der einen Tochter, die sich aus unerfindlichen Gründen von ihrer Mutter losgesagt hatte. Den Mann, den sie zwischenzeitlich einmal verlassen hatte, weil er sich wie ein totaler Idiot benommen hatte. Man fand jedoch wieder zusammen, denn „Weißt du Sunny, drei Kinder, das verbindet doch irgendwie.“ Mich haben zwei Kinder nicht dazu gebracht, zu meinem Idioten zurückzukehren. „Das ist schon in Ordnung, hast ja jetzt einen ganz stattlichen Ersatz gefunden.“ Ich muss heute noch darüber lachen. Stattlich, ein Begriff, der heute viel zu selten im Gebrauch ist.

So war das mit Agathe. Sie wurde älter und so langsam machte sich auch bei ihr das Alter bemerkbar. Sie wurde schwächer, plötzlich stand ein Rollator im Hausflur, eine Pflegerin kam mehrmals die Woche, die sie bei den alltäglichen Dingen unterstützte. Trotz alledem war sie noch voll dabei und mittlerweile hatte ich sie richtig lieb gewonnen.

Als ich Donnerstag von der Arbeit nach Hause kam, hing ein Zettel am schwarzen Brett des Hausflurs.

Liebe Nachbarn,

ich ziehe nächste Woche in ein Altersheim. Ich habe die Zeit mit Ihnen und
euch hier sehr genossen. Ob es bei einem Schnäpschen im Garten war oder ein
kurzer Klönschnack im Hausflur. Es war für mich eine sehr schöne Zeit. Ich
werde das alles sehr vermissen.

Eure/Ihre Agathe Heinze

Ich konnte es nicht fassen. Es lief doch alles ganz gut und unsere tolle Hausgemeinschaft sorgte dafür, dass immer jemand zur Stelle war, wenn Agathe Hilfe brauchte. Ich schnappte mir eine Flasche Prosecco und klingelte bei Agathe. Als sie die Tür öffnete, sah ich ihre verweinten Augen. Hilflos, wie ich manchmal in solchen Situationen bin, nahm ich sie einfach in den Arm. „Agathe, was machst du denn nur für Sachen?“ Sie fing wieder an zu weinen.

„Meine Tochter sagte, das ist das Beste für mich. Und dann bin ich ja auch in ihrer Nähe.“ Sie sah nicht sehr überzeugt aus. „Kannst du denn deine Sachen mitnehmen? Vielleicht dein Bett oder deinen Lieblingssessel?“ Sie wischte sich die Tränen mit einem Stofftaschentuch ab, auf dem ihre Initialen eingestickt waren. „Ich kann mein Kopfkissen mitnehmen, alles andere ist schon da.“ Ich stellte mir vor wie ein alter Mensch alles zurücklassen musste, was ihm lieb und teuer war. Sicher konnte sie ein paar Kleinigkeiten und Erinnerungen aus ihrem Leben mit in dieses Heim nehmen. Doch sie würde mit über achtzig Jahren ihr Leben verlassen müssen. Die Vorstellung, dass es mir später einmal ebenso ergehen könnte, wollte ich nicht an mich heran lassen. „Und wann geht es los?“

„Übermorgen. Ich habe nicht so schnell mit einem freien Zimmer gerechnet. Ich war Platz sieben auf der Warteliste und nur wenn einer stirbt, wird ein Platz frei. Da sind wohl ziemlich viele, ziemlich schnell gestorben.“ Sie fing wieder an zu weinen. „Platz sieben Sunny, ich war doch erst Platz sieben!“

Ich fühlte mich wie in einem Horrorfilm. Wir tranken ein Glas Prosecco. Dann drückte sie meine Hand. „Ich werde mich nicht einmal umdrehen. Weißt du, was das Schlimmste ist? Von da werde ich nirgendwo mehr hinziehen. Das ist die letzte Station.“ Dann begann sie wieder zu weinen.

Diese Sache hat mich zutiefst erschüttert und sehr bewegt. In Würde zu altern und schwächer zu werden, hat in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr. Je nach finanzieller Situation, landen alte Menschen meist in besseren Aufbewahrungslagern, möglichst weit weg von der jungen, leistungs- und lebensfähigen Gesellschaft. Es muss doch einen Weg geben, bei dem beide Lebensabschnitte zusammen koexistieren können oder sogar voneinander profitieren. Man sollte nicht vergessen, dass wir auch irgendwann einmal diesen Lebensabschnitt erreichen werden.

© Sunny Möller

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Täuschungsmanöver Teil 1 – Auf der Suche nach Mr. Right oder so ähnlich – Heute: Der Arbeiter

Nachdem ich mir das „Shades of Grey“ Thema so einigermaßen erklärt habe, würde mich jetzt doch mal interessieren, wer denn nun unser sexual Mr. Right ist. Das Po versohlen kann ja auf die Dauer auch nicht so das Richtige sein. Warum Täuschungsmanöver? Echt jetzt? Als hätten wir nicht alle irgendwann einmal „Harry und Sally“ gesehen und hätten es selbst nicht schon mal praktiziert. Seitdem weiß sogar die männliche Bevölkerung, ja, Frauen täuschen den Orgasmus vor. Manche hin und wieder, andere ständig! Da dachte ich, warum nicht mal die unterschiedlichen Typen vorstellen, die uns so zum Vortäuschen bringen. Vom Arbeiter zum Richtigmacher. Wobei der letzte zum Schluss kommt. Im doppelten Sinne!

So erzählte mir eine Freundin gestern von ihrer neuen Errungenschaft. Nix Handtasche, nix Schuhe, Mann!

„Weißt du Sunny! Der Typ war echt heiß! Konnte gut tanzen, du weißt ja, was man über Typen sagt, die gut tanzen können?“

„Schwul?“

„Oaah, neinnn! Dass sie gut im Bett sind natürlich!“

„Und?“

Bettina verdrehte die Augen.

„Ich habe ihm nach fünf Minuten einen so lauten Orgasmus vorgespielt, nur damit ich sein Gegrunze beim Vögeln nicht mehr hören muss!“

Ich musste grinsen. Bettina war eine sexuell emanzipierte Frau, die sich holte, was sie brauchte. Leider waren hin und wieder auch Nieten dabei.

„Hast du den Herpes vom Knutschen?“

Sie verzog den Mund.

„Hör bloß auf. Ich hatte keine Lust mit ihm zu schlafen, aber der sah so unbefriedigt aus und irgendwie hat er mir leid getan. Also habe ich ihm einen geblasen. Ich habe ihm noch gesagt, er soll bescheid grunzen, wenn er kommt! Sagen, natürlich habe ich sagen gesagt!“

„Und?“

„Er hat mir die Ohren zugehalten!“

„Ohhh! Kenn ich ihn eigentlich?“

„Keine Ahnung! Marko Keiler, arbeitet irgendwo im Marketing!“

Ich musste schlucken! Klar kannte ich Marko! Heiß, heißer, Flachpfeife! Na ja, schlucken musste Bettina anscheinend auch, so ohne was zu hören… 🙂

Ich hatte Marko in einem dieser hippen Hamburger Clubs kennengelernt. Eigentlich so eine typische Abschlepp-Disko.
Aber Disko sagte man im neuen Jahrtausend nicht mehr. Eine Disko heißt jetzt Club. Und man geht vorher auch nicht mehr in eine Kneipe zum `Vorglühen´, sondern in eine Bar, mit Lounge, zum Chillen. Jedenfalls waren Marko und ich nach so einem chilligen Abend zusammen im Bett gelandet.

Marko war einer dieser Vertreter, bei der jede Frau einen Orgasmus vortäuschte, nur um es schnell hinter sich zu bringen. Er war weder der Romantiker, noch der Latino-Lover. Marko war ein Arbeiter. Er musste irgendwo einmal gelesen haben, was die erogenen Zonen der Frau waren und arbeitete sie gewissenhaft ab.

Zuerst normaler Zungenkuss, dann fordernder bis hin zum Kiefer ausklinken, anschließend ein paar Ohr- und Halsbisse, um das Kopfprogramm abzurunden. Danach ackerte er sich weiter zum Busen vor, um sich dann ganz innovativ zwischen die weiblichen Schenkel zu wagen.

Man sollte hierbei vielleicht noch erwähnen, dass Marko immer einen 3 bis 5-Tage-Bart trug, um sein Babyface zu vertuschen. Das führte wiederum dazu, dass Frau im Gesicht aussah, als hätte sie einen akuten Neurodermitis-Anfall.
Die Brustwarzen seiner Opfer mussten die nächsten 10 Tage mit einer Wundschutzcreme wieder aufgepäppelt werden. Und was die Sache zwischen den Schenkeln und weiter betrifft, aua.

Also war jede Frau, die mit Marko im Bett landete, stets darauf bedacht, den Orgasmus ziemlich schnell vorzutäuschen, damit sich die Schmerzen in Grenzen hielten. Demzufolge hielt Marko sich für den größten Liebhaber aller Zeiten!

Aber merkt euch eins, liebe Männer: Kommt Frau schnell, kommt sie oftmals gar nicht.

„Und? Siehst du ihn wieder?“

Bettina tippte sich an die Stirn.

„Bist du bescheuert? Nee, ich treffe mich morgen mit Johannes. Bei mir aus der Firma! Ich brauch jetzt was Verständnisvolles. Der Johannes ist total lieb!“

Morgen: Der Liebe

(C) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Erster Kuss

Kleines Café, viele Nischen, viele Leute, ich alleine, schön, denn gar nicht einsam, Nachbartisch, erstes Date, was machst du so, magst du Kino, du hast schöne Augen, ich mag deine Hände so, leises Kichern, errötende Wangen, Stühle kippeln, Stühle rücken, Bedienung kommt, zieht die Kuchengrenze, leises Seufzen, Moment verpasst, Kaffee duftet, Kuchen schmeckt, sprechen geht nur zaghaft weiter, Worte, die die Lücken füllen, Pausen etwas kürzer machen, über den Köpfen beider, wie im Cartoon, „Küssen, küssen, küssen“. Sie lächelt, er erwidert, Köpfe näher, Wärme ihrer Lippen spürbar, Herz wird schneller, Sahne süßer, Kaffee heißer…..“Darf´s für Sie noch etwas sein?“ Sekunde weg, getrennt von der Dienstleistung Überschwang, Seufzen wird jetzt deutlich lauter, Lachen neigt zur Peinlichkeit, leide stumm mit beiden weiter, in Erinnerung an so manchen ersten Kuss, dann, ihr Telefon fängt an zu klingeln, beide lachen wieder, diesmal vor Erleichterung, denn manchmal kann ein solches Klingeln, doch noch zum ersten Kuss verführn…

(c) Sunny Möller