Allgemein, Stimmungslage

Es war einmal….

zwei Jungs, Johann Weskott und Friedrich Bayer, der eine Kaufmann, der andere ein Färber.

Die dachten sich so auf die Schnelle „Alder, Firma gründen, volle Kelle!“ Schwuppsdiwupps, gesagt, getan, die „Farbenfabriken Bayer & Co.“ war auf dem Markt.

Dem Johann doch, dem reicht das nicht. „Mehr Kohle, das wär doch nicht schlecht!“ Man forschte hin und forschte her, vom Färben weg zum Menschen hin, erfand man dann das Aspirin. Huuuiii, was für ein Superding, da ist bestimmt noch Luft nach oben drin! Eine kleine Anekdote noch ganz nebenbei, ein Patent für Heroin war auch dabei.

Dann kamen die Kriege, Gott sei Dank, mit Chlorgas und Phosgen saß Bayer auf der ersten Bank. Och, dann wurd es etwas öd und kritisiert wurd man auch noch, das war blöd. Die Wirtschaftswunderzeit machte alles gut, man konnte sich erholen. Na ja, Lipobay und tötliche Pestizide in den Anden, war doch alles gut gemeint, hatten die Toten nur nicht verstanden. Darauf ein Aspirin und der Kopf tut nicht mehr weh.

Jetzt der größte Knüller in der Welt, Bayer schluckt Monsanto für ganz viel Geld. Ja, ein bisschen gekostet hat es schon, doch wenn es läuft wie geplant, dann hat es sich gelohnt. Wir machen Nahrung, wie es uns gefällt, damit der Krebs und anderes euch ganz schnell befällt. Hupps, was haben wir denn da entdeckt, Medikamente für das Aua, auch von uns, gecheckt?

P.S.: Eine gute Nachricht von den Widerstandskämpfern der Natur. Immer mehr Wildkräuter (Unkraut) entwickeln Resistenzen gegen die Pestizide von Monsanto! Denn merke: Unkraut vergeht nicht!

(c) Sunny Möller

Alltagstauglich

3 Tage – 3 Leben

Ich habe zwei Kinder. Das Wunderbarste und Nerven aufreibendste, was das Universum zu bieten hat. Keine Mutter, kein Vater, der das nicht nachempfinden kann.

Neben all dem Alltäglichen passieren Dinge, auf die wir nicht vorbereitet sind. Keiner hat uns gebrieft, geschult oder aufgeklärt, was dann zu tun ist. Kinder wollen selbstständig sein, wollen helfen. Dinge tun wie die Großen.

Ein gellender Schrei erschüttert die Wohnung. Mein Blut gefriert. Das ist kein normaler Schrei, kein „aua“ im herkömmlichen Sinn.

Mein Sohn liegt am Boden, reißt sich die Socke vom Fuß und seine Haut gleich mit. Er wollte mir helfen. Er wimmert.

„Mami, du hast doch Rückenschmerzen! Ich wollte etwas für dich tun!“

Kochendes Wasser, überall, mein Kind mittendrin. Krankenhaus, sofort. Narkose. Letzter Blick, Schmerz verzerrt, 10 Jahre, aber doch immer mein Baby. Eine Stunde später. Kinderstation. Mein Kind wird wach. „Wo bin ich, ist mein Bein weg?“ Schläft wieder ein.

Ich werde ruhiger. Alles wird gut. Nichts Schlimmes wird bleiben.

Auf seinem Zimmer liegt noch ein Junge, 13 Jahre. Er spricht nicht, lächelt traurig. Wird untersucht. Eine große Narbe, lange verheilt. Ängstlicher Blick. Jemand kommt. Sein Vater? Nein, sein Onkel. Er hat ihn geholt. Aus Syrien. Knochenkrebs. Keiner kann helfen, in seinem Land. Jetzt ist er hier, ohne Sprache, ohne Eltern, aber mit Hoffnung, auf ein Leben, gesund. Sein Onkel lächelt. „Wir schaffen das, als Familie. Alle für einen. Immer, bis zum Schluss.“

Ich werde traurig. Wird alles gut? Wird nichts Schlimmes bleiben?

Der nächste Tag, neues Zimmer, anderes Kind. Kind? Ein junger Mann eher. 17. Fragender Blick. Wache Augen, nicht dumm. Verzweifelt. Wohin? Eine Nacht mit dem Käptn, Herrn Jägermeister und einem Appel. Weggeschossen, alles, für den Moment. Kommt alles wieder, mit der Mutter ins Zimmer. Beschämter Blick. Warum? Darum! Kein Gespräch! Nur Wut! Keine Hoffnung. Ich muss fragen. „Was willst du machen, mit deinem Leben?“

„Kochen! Ich wär gerne Koch! Wenn du siehst, das fertige Essen, das ist dann wie Kunst!“

Ich werde nachdenklich. Wird alles gut? Kann ich nicht sagen.

Überall Leben! Schaut hin!

© Sunny Möller