Allgemein, Alltagstauglich, Autorenquatsch, Wortkunst

Bild vom Bild

Steh ich stumm, vor mir mit dir,
weil ich dacht, heute Nacht sind wir,
alleine hier, sehen ganz und wirr,
das Wir ist nicht hier im Dort,
vielleicht fort allein weil ich will,
so still komm ich ran dann und wann,
immer wieder an, um zu sehen,
wer ich bin, sein kann,
geh ich fort zu dem Ort,
der mich führt in dem Schein kann ich sein,
der du willst, soll ich sein, komm ich an,
ist der Weg endlos lang, schaust du weg,
fall ich hin, auf das Nichts, wo du warst,
stehe auf, suche weiter, finde dich,
Doch das Bild in deinem Spiegel,
bin nur ich.

(c) Sunny Möller

Advertisements
Autorenquatsch

Viel Lärm um Licht…..

Viel Lärm um Licht

Letzte Nacht wachte ich kurz auf und dachte, Lichtgestalten werfen lange Schatten. Darüber wirst du morgen schreiben.

So wachte ich auf und dachte nach, im Morgenlicht. Eine gute Antwort fand sich nicht im Gegenlicht. Von Feen war die Rede, von Fußballgöttern und Filmschaffenden, von Politikern und Ärzten ohne Grenzen. Vorbilder also, aber ab wann und wer, macht aus dem Vorbild ein Abbild gleißend, blendend?

Leider sah ich kein Licht am Ende des Tunnels und war von einem Lichtblick, Lichtjahre entfernt. Wie konnte es auch sein, dass meine Hirnverwaltung, plötzlich geprägt war von Lichtgestaltung? Dennoch, die Idee brannte weiter lichterloh und keiner blies mein Licht aus, machte den Lichtblitzen den Gar aus.

Sicher, die größte Leuchte war ich nicht, aber mein Licht unter den Scheffel stellen, würde ich  nicht.

Besser wurde es trotz allem nicht, denn aufgrund von Lichtmangel durch fehlende Lichtmenge, fehlte dauerhaft der Lichtstrahl am Horizont.

Not macht bekanntlich erfinderisch und so dachte ich kurz, alle hinters Licht zu führen und Schluss. Aber in welches Licht würde es mich rücken, wenn alle voller Entzücken sähen, wo meine Schattenseiten lagen? Und dann immer wieder diese Fragen, ob ich´s denn jetzt endlich wüsste, wann die Gestalt das Licht nun küsste. Um endlich Licht ins Dunkel zu bringen, versuchte ich im Abendlicht meine Lichtempfindlichkeit zu überwinden und dachte nach….

Konnten Lichtgestalten, Licht gestalten? Wo Licht ist, ist da immer Schatten? Muss nicht Licht auf Sache treffen, um Licht zu brechen? Gibt es die Antwort erst zum Schluss? Und kommt dann so ein Lichtgestalter, bestenfalls im hohen Alter, dann geh ich freudig mit ihm. Drehe mich noch einmal um und gebe dem verbleibenden Lichtfluss einen letzten, flüchtigen Luftkuss. Tauche ein in Wolken, in die kalten und denke nur…..verdammte Lichtgestalten!

 

© Sunny Möller

Autorenquatsch

Im Kopf einer Autorin

Es ist viel los im ersten Stock. Da rennen sie wieder hin und her mit irgendwelchen Zetteln, der Szenenwechsel läuft dauernd gegen die Wand. „Hey, hat einer die Inspiration gesehen?“ Leises Getuschel, zaghaftes Gelächter. Der laute Gedanke brüllt: “Die knutscht draußen mit der Idee!“ Die Einfälle verstecken sich hinter der Grammatik. „Wie bitte?“ Der Roman tobt.

„Die Lyrik hat gerade gekündigt, weil sie ein Verhältnis mit dem Ausdruck hat und jetzt das? Die Belletristik steht schon vor der Tür und alles was wir haben ist eine ideenberauschte Inspiration?“ Die Absätze versuchen den Roman zu besänftigen. „Die ersten 5 Kapitel sind doch schon auf dem Weg nach unten und der Titel wird Madame Belletristik schon beruhigen.“ Der rote Faden brachte Wein.

© Sunny Möller

Autorenquatsch

Maskerade und Verkauf

Maskerade und Verkauf
„Du musst dich einfach besser verkaufen, die Leute interessieren sich nicht für das, was du bist, sondern für das, was du darstellst! “Kurzes Lunch-Meeting in einer chilligen Lounge am Wasser mit einer alten Freundin. Wie lange ist es her, dass wir uns einfach nur getroffen haben, entspannt, zum Essen. Heute bist du nichts mehr ohne bestimmtes Behavior in deinem braingestormten Leben. Lifestyle ist die Devise. Zwischen Pin-Code und Payback hast du gefälligst einen gepflegten Burn-Out zu quetschen, damit du karrieretechnisch irgend etwas darstellst. Arbeiter kriegen höchstens die Grippe. Also bitte in der Happy Hour, links das Glas, rechts das I-Phone, busy gucken, kräftig bluffen! Coole Leute worken das aus!
Kann ich das schaffen? Hier stehe ich nun, versuche nach dem ganzen Input das Output und promote mein Know How. Mit Push-Up und Peeptoes, Haare gestylt, mit Extensions gepimpt, Laptop gezückt, Deadline im Nacken! Kann ich das schaffen? Bin ich noch da? Im ganzen Wust des mich Verkaufens fängt die Maske an zu jucken, die Füße zu schmerzen, die Haare zu ziepen und der Push-Up zu kneifen.
„Und, Sunny Möller, was haben Sie uns anzubieten?“
„Mich!“
„Ist das alles?“
„Ja!“

© Sunny Möller