Allgemein

Der Sternenläufer und das Mädchen

„Du wirst gehen, sie zu finden. Erkennen wirst du sie, denn sie ist eine Suchende. Ihr Blick wird dich fragen, ob du die Antwort kennst. Die Antwort auf ihre Fragen, die sie nicht stellt. Die du dennoch kennst, begreifst, in dich aufnimmst und berührst. Eile dich, Sternenläufer, denn die Zeit ist nicht dein Freund. Gib ihr dein Licht und so werdet ihr finden, die Antwort, die Fragen, das Glück, um zu sehen, was verborgen, im Anfang, als ganzen Teil vom Stück.“

Dunkel war der Wald, in den sie trat. Die Wege nicht sichtbar, jedes Geräusch verschluckt von Natur. Ihr Kopf war leer. Sie musste finden, hatte Fragen, ohne Antwort, kein Sinnen zum Morgen. Vielleicht sollte sie rufen, flehen, wimmern vielleicht. Die Angst fraß die Wünsche, brach Handeln sogleich. Nur laufen, vielleicht kommst du an, am Ende des Anfangs, ist der Anfang das Ziel. Zu viel? Worte, oft sinnlos, ohne Inhalt gewählt. Gibt es da etwas, ein Jemand, der hilft?

Sei still, im Schweigen sind Worte, ausgesprochen im Geist. Plötzlich wird es heller, Gegenwart fühlbar, ganz nah und trotzdem nicht da.

„Wer bist du? Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen!“

Die Stille, sie lärmt, das Warten auf Antwort ist lauter denn je.

„Ich bin hier, mitten im Licht! Ich kann nicht viel dunkler, denn das Licht, das bin ich! Komm einfach näher, hab keine Furcht, ich gebe dir Antwort, still deinen Durst!“

Näher und näher kam sie der Stimme, von Magneten gezogen, hin zu dem Licht. Eine Hand löste sich aus diesem Schein, ihre zu greifen, nicht mehr allein. Augen in Augen, Seelen berühren, verführen zum Bleiben, einfach zu sein.

„Sag mir die Antwort, gib mir den Halt! Kann nicht länger warten, so einsam und kalt!“

Das Licht wird noch heller und wärmer zugleich.

„Du brauchst sie nicht, diese Antworten. Du brauchst Fragen, ein Leben lang. Denn Antworten sind Stillstand, mit dir nicht verwandt.“

(c) Sunny Möller

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Allgemein

Und wenn ich nichts mehr weiß…

Samstagmorgen, ich sitze allein im Café und gönne mir die Zeit zu schreiben. Weg von allen Alltagsproblemen will ich Geschichten erfinden. Ideen für mein neues Buch, auf der Suche nach dem Thrill in meiner Geschichte. Neben mir sitzt ein Pärchen, nicht sehr alt, vielleicht Ende Fünfzig. Sie weint, er hält ihre Hand, schaut besorgt aber nicht unsicher.

„Und wenn ich alles vergesse?“

„Das war doch nur ein Verdacht, das war noch keine endgültige Diagnose, Schatz!“

„Aber wenn es so ist, wenn der nächste Arzt die gleiche Diagnose stellt? Du weißt, meine Mutter ist daran gestorben. Am Ende kannte sie niemanden mehr und zum Schluss wusste sie nicht einmal mehr wie man schluckt, konnte kaum noch laufen und war so böse. Sie war einfach nur noch böse.“

„Wenn es so ist, dann werden wir eine Lösung finden.“

„Was denn für eine Lösung? Ich werde nicht mehr wissen, wer du bist! Ich werde unsere Kinder nicht mehr erkennen, ich werde nicht mehr wissen, wie wir uns kennengelernt haben. Als du mir im strömenden Regen in Berlin ein Eis gekauft hast und auf den Becher deine Telefonnummer geschrieben hast. Ich werde mich nicht einmal mehr an die Eissorte erinnern, Klaus. Es war Pfirsich Melba! Ich werde es nicht mehr wissen. Alles wird von dieser Krankheit verschluckt werden, bis alles dunkel ist.“

Leise Tränen fließen.

„Und ich werde bei dir sein. Ich werde mich für uns beide erinnern. Jeden Tag! Und ich werde dir jeden Tag erzählen, wie wir uns kennengelernt haben und ich werde dir Eis mitbringen. Pfirsich Melba, jeden Tag. Und du wirst uns schmecken, jeden Tag. Meine Erinnerungen werden deine werden, jeden Tag.“

Er streichelt ihr Gesicht.

„Und wenn ich dich wirklich nicht mehr erkenne? Wenn du ein Fremder für mich wirst?“

Ich spüre ihn schlucken. Er schaut sie an.

„Dann wirst du glauben, du triffst jeden Tag einen neuen Mann und wir lernen uns jeden Tag neu kennen!“

Sie hat aufgehört zu weinen.

„Weißt du, wie sehr ich dich liebe?“

„Jeden Tag eine neue Verabredung, Schatz! Für immer und ewig!“

Sie küssen sich. Jetzt muss ich die Tränen zurückhalten. Das Leben schreibt die besten Geschichten.

© Sunny Möller

Kulinarisch

Ruckzuck-Schwarzwälder-Kirsch vom Blech – unglaublich glutenfrei

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit glutenfreier Ernährung. Bin ich allergisch oder habe ich eine Unverträglichkeit? Keine Ahnung. Allerdings habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass mir der Weizenkonsum etwas zu schaffen macht. Ich war und bin ein wahrer Weizenjunkie, Vollkorn und Konsortien ist nicht so mein Ding. Scheint ohnehin ein nordisches Phänomen zu sein, denn kaum jemand auf der südlichen Halbkugel isst dunkles Brot, hat aber weder mehr Verdauungsprobleme als der gemeine Vollkornbrotesser noch anderweitig mehr Krankheiten oder Störungen.

Komischerweise habe ich in anderen Ländern dieses Weizenproblem nicht. Entweder bin ich dort entspannter oder der Weizen ist ein anderer. Lange Rede, kurzer Sinn, mein Liebster hatte Geburtstag und eine Schwarzwälderkirschtorte musste her. Die gibt es genau einmal im Jahr und es darf auf keinen Fall eine andere sein. Da ich keine Lust auf die klassische Version hatte und zusätzlich das Ganze noch glutenfrei gestalten wollte, machte ich mich auf die Suche.

Glutenfrei bedeutet oft Reismehl, Maismehl, etc. pp. und viefach schmeckt alles nicht so richtig kuchig, brotig oder pizzig. Ganz anders der Kuchen, gepostet auf http://www.springlane.de! Ich suchte in der Zutatenliste verzweifelt nach einer glutenfreien Mehlsorte. Ich dachte erst, sie haben was vergessen im Rezept, aber nein, es gehört genau so und schmeckt einfach fabelhaft. Ich habe beim Boden eine Mischung aus Gummi und Pudding erwartet, doch es war einer der besten Schokoböden, die ich bisher gegessen habe. Probiert es aus. Unverträglichkeit oder nicht, der Kuchen ist wirklich ein Genuss! ❤

Natürlich gibt es das Rezept direkt bei Springlane, bei mir in etwas geänderter Version, weil mir sowohl die Menge der Kirschen als auch der Sahne zu wenig waren.


Zutaten Boden:

1 Tasse(n) Pflanzenöl, geschmacksneutral
1 Tasse(n) Zucker
5 Eier
3 Päckchen Schokoladenpuddingpulver
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
1 Päckchen Backpulver

Für die Kirschfüllung

2 Gläser Sauerkirschen (Abropfgewicht 350 g pro Glas)
2 Päckchen Vanillepuddingpulver
6 Esslöffel Kirschwasser

Für die Sahnefüllung

750 g Sahne
3 Päckchen Sahnesteif
2 Teelöffel Vanilleextrakt/Vanillezucker
3 Teelöffel Zucker
Zum Dekorieren
1 Päckchen Schokoladenraspeln

Besonderes Zubehör

tiefes Backblech (Fettpfanne)


Zubereitung:
1.

Backofen auf 200 °C Ober-Unterhitze vorheizen. Backblech einfetten.

2.

Für den Teig Öl mit Zucker, Eiern, Schokoladenpuddingpulver, Vanillepuddingpulver und Backpulver 10 Minuten miteinander verrühren.Teig auf das Blech streichen. Im heißen Ofen 15 Minuten backen.

3.

Für die Kirschfüllung etwas Kirschsaft mit dem Vanillepuddingpulver verrühren. Anschließend zusammen mit Kirschen und restlichem Kirschsaft aufkochen. Kirschwasser unterrühren. Kirschmasse auf dem noch heißen Kuchen verteilen. Vollständig auskühlen lassen.

4.

Für die Sahneschicht Sahne mit Sahnesteif, Vanilleextrakt und Zucker aufschlagen. Auf den Kuchen geben. Mit Schokoladenraspeln dekorieren.

P.S: Ich weiß nicht, ob alle Puddingpulversorten glutenfrei sind, die von Dr. Oetker sind es auf jeden Fall!

Allgemein, Alltagstauglich, Kulinarisch

Kürbis-Chili-Kokos-wenn-du-willst-mit-Fleisch-Suppe

Zutaten:

700g Kürbis (Butternut, Hokaido)
3 Süßkartoffeln
1-1,5l Gemüsebrühe
100ml Kokosmilch
1 klein geschnittene Chilischote
1 klein geschnittene Knoblauchzehe
1 klein geschnittene Zwiebel

Je nach Geschmack Ingwer, Koriander und Zitronengras

Wer es zusätzlich säuerlicher mag, kann noch mit Limettensaft verfeinern!

TIPP: Dank reichhaltiger Kürbisernte wird allerorts vom Einfrieren geschwärmt. Ich kann das gar nicht nachvollziehen. Ich finde, er bekommt sogar püriert nach dem Frosten eine wässrige, gurkige Konsistenz. Meine Empfehlung ist daher, lieber frisch vom Markt! ❤

Zubereitung
1.
Den Kürbis schälen und die Kerne mit den Fasern entfernen. Das Kürbisfruchtfleisch in Würfel schneiden. Das Zitronengras waschen, putzen und sehr fein hacken. Die Chilischoten waschen, putzen und mit den Kernen in Ringe schneiden. Den Ingwer schälen und fein hacken.
2.
Den Koriander in einem Topf ohne Fett anrösten, bis er würzig duftet. In den Mörser geben und grob zerstoßen. Das Öl im Topf erhitzen und den Kürbis mit Zitronengras, Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Ingwer darin kurz andünsten.
3.
Den Kürbis mit der Brühe und der Kokosmilch aufgießen und zum Kochen bringen. Die Suppe zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 15 Min. köcheln lassen, bis der Kürbis weich ist.
4.
Die Suppe mit dem Stabmixer im Topf pürieren, mit Limettensaft und Salz abschmecken. Den Koriander waschen, trockenschütteln und die Blättchen abzupfen. Korianderblättchen mit dem gerösteten Koriander auf die Suppe streuen und servieren.

Für die Fleischesser unter euch habe ich diese Suppe in meiner Variante habe mit kleinen Hühnchenfilets serviert und das Ganze noch mit etwas Sahne und Kürbisöl verschmackofeinert. Ein echter Suppenliebling!!!

Das muss gerührt werden! Unbedingt!!!!

Allgemein, Alltagstauglich

Es ist Saison, Baby: Wenn der Kürbis keine Suppe sein möchte

Jede Jahreszeit hat so ihre Saison für bestimmtes Obst und Gemüse. Natürlich bekommt man alles das ganze Jahr, doch zurückblickend und einer Oma mit großem Garten, gab es immer das auf dem Tisch, was das Gemüsebeet gerade ausspuckte. Im Winter dann gefroren oder eingekocht aus dem Glas. Wie ihr wisst habe ich auch das Gärtnern angefangen, okay, nicht so groß wie Oma Emmi, aber immerhin sind ein paar prächtige Tomaten, Gurken und jetzt der erste eigene Kürbis dabei herausgekommen. Suppe fanden wir alle ein bisschen öde, außerdem ist gerade Flammkuchensaison. Also zack, gehobelt auf den Teig. Ich habe zwei Varianten für euch, die selbstverständlich beliebig abgewandelt werden können. Solltet ihr ans einfrieren denken, da eignet sich definitiv für mich nur die gekochte Püreevariante, denn gewürfelt wird die Konsistenz nach dem Auftauen geschmacklich leicht bbääähhh! Aber probiert es einfach aus!

Kleiner Tipp für wenig Zeit: Die Flammkuchenteige von Tante Fanny sind absolut empfehlenswert!

Pumkin Flame

Teig:

250g Dinkelmehl (605)
125ml Wasser
2 Essl. Öl
1 Pr. Salz

Das Wasser mit dem Öl mischen, Salz und Mehl dazu und zack zack einen Knetteig fertigen. Hört sich leicht an? Schaut euch die zutaten an. Pippieierleicht. Sonst „Tante Fanny“. 🙂

Belag Variante 1:

150g Schmand mit
100g Ziegenkäse verrühren, salzen und pfeffern nach Geschmack
1/4 bis 1/2 Hokaido (natürlich ist auch jeder andere Kürbis geeignet, nur den Hokaido muss man nicht von seiner Schale befreien,
die kann nämlich mitgefuttert werden. Schnappt euch einen Sparschäler und hobelt euch hübsche orangene Kürbischips.
1-2 rote Zwiebeln, in dünne Scheiben geschnitten
1-2 Zweige Rosmarin

Teig dünn ausrollen, Blech mit Backpapier auslegen, Teig drauf, dann die Schmandmischung darauf verteilen, Kürbischips drüber streuseln, Zwiebelscheiben verteilen und zum Schluss die Rosmarinnadeln durch die Hand gleiten lassen, das wunderbare Aroma genießen und den Kürbis damit veredeln. Wer möchte kann auch noch ein paar Schinkenwürfel mitmachen lassen. Bei 220° Ober-/Unterhitze 20 Minuten backen und dann genießen, genießen, genießen.

Ob die wohl auch frittiert schmecken?

Die Ziege und die Kuh, verstanden sich im Nu

Hungerrrrrr!

Belag Variante 2:

Ähnlich wie der Vorgänger, nur geht der Schmand diesmal mit 200g allein und bekommt stattdessen gewürfelten Feta- oder Schafskäse als Cheese-Topping und als besonderes Schmankerl eine lustige Kernvielfalt auf den Kopf. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Von der Walnuss über den Pinienkern bis hin zum Sesam, sie werden alle gern gesehen, der Rosmarin sollte trotzdem nicht fehlen. Das ganze wieder bei 220° in den ofen und wieder genießen, genießen, genießen.

Ein besonderes Highlight und deshalb schreibe ich es groß: VERSUCHT DAS GANZE MIT EIN PAAR TROPFEN AHORNSIRUP NACH DEM BACKEN ZU VERFEINERN, IHR WERDET ES NICHT BEREUEN!

(c) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Blaue Augen

Sunny, du bist so blauäugig! Naivität bzw. Blauäugigkeit (zugehöriges Adjektiv naiv, von französisch naïf ‚kindlich‘, ‚ursprünglich‘, ‚einfältig‘, ‚harmlos‘, ‚töricht‘). Im Allgemeinen werden Menschen als naiv bezeichnet, denen die notwendige Einsicht in ihre Handlungen fehlt und die über einen begrenzten geistigen Horizont verfügen. Oft gilt „naiv“ als Synonym für leichtgläubig, arglos, leicht verführbar oder unwissend. (Wiki)

Okay, ich habe also einen begrenzten geistigen Horizont. Obwohl ich die angrenzenden Adjektive eigentlich ganz positiv empfinde.

Ja, ich will kindlich sein dürfen, Seifenblasen machen, Grimassen schneiden, Fantasiesprachen erfinden, Kirschkerne spucken, auf erfundenen Wolken spazieren. Und was die Ursprünglichkeit betrifft, hätten alle ein bisschen mehr davon, gäbe es auch ein bisschen mehr Zufriedenheit.

Und ich kann leichtgläubig sein, weil ich immer wieder das Gute in jedem sehe. Auch wenn das Leben und die Menschen mir mehr als einmal den schwarzen Peter gezeigt haben. Na und, ich gehe weiter, arglos, leicht verführbar und unwissend meiner Wege und das ist gut so.

Weil ich dadurch auch die sehe, die mit mir gehen, mit Seifenblasen in der Hand, Kirschkerne im Mund und viel Raum für Fantasie. Der Alltag frisst schon genug von den Farben!!! Ich finde Realität und Naivität sollten sich mal unterhalten!

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Wortkunst

Das!

Positive, aktive, alternative, sinntiefe, proaktive,
informative, optimierte, vegane vegitierte, produktive,
Health orientierte, Power napping aktivierte,
pro strebend, kontra ausradierend,
Laktose und Gluten befreit,
leb ich, bin ich, kann ich, soll ich, was?

Lächelnd, Croissant in Milchkaffee, ich glaub, ich sollte das!

© Sunny Möller