…das verschiebe nicht auf morgen. Ein Satz, der mich überall hin verfolgt. Schon als Kind habe ich es stets zu hören bekommen, mit Vorliebe von meiner lieben Oma. Ich habe den Satz als Kind nicht so recht verstanden, denn das Verschieben betraf in den seltensten Fällen spielen oder Eisessen mit der besten Freundin. Diesen Spruch gab es nur bei irgendwelchen Pflichten und welches einigermaßen normales Kind wird da nicht Meister im Verschieben?
Jetzt als erwachsene Frau mit zwei Kindern, mehreren Jobs, einen Teilzeithund und einem Blog klatscht mir diese Bauernweisheit mehrmals täglich ins Gesicht. Ey, und was bin ich noch gut im Verschieben und Ausreden erfinden, auch Schuldige für das Verzögern meiner ungeliebten Pflichten lassen sich schnell und immer finden. Das Ende vom Lied ist dann immer eine enorme Unzufriedenheit, ein Gefühl des Versagens und der Griff zur Schokolade.
Aber das ist doch keine Lösung. Ich muss mich strukturieren! Kleine Ziele setzen, Terminpläne machen und die gemachten Termine einhalten, Doodle und Google, Notizen und Zettel, psychologische Hilfe, Coaching und Seminare, Optimierung der Struktur der Strukturlosen. Jetzt bin ich allerdings so gestresst vom Strukturieren, es hat mich auch so viel Zeit gekostet. Aber es wird dann besser, sagte man mir.
Ich esse jetzt ein Eis und die Struktur von morgen, macht mir heute keine Sorgen. (auch keine schlechte Weisheit)
© Sunny Möller




