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Licht aus!

Endlich ist meine Lieblingsfreundin Charly aus dem Urlaub zurück. Das musste natürlich gefeiert werden. Sie sah toll aus, was zwei Wochen in der Sonne so ausmachen können. Und sie hatte den Sommer von ihrer Reise gleich mitgebracht. Sie guckte dauernd auf ihre Uhr.

„Wie spät ist es?“

„Gleich halb sechs. Wieso? Hast du noch was vor?“

Sie schaute mich leicht gestresst an.

„Ich bin um sechs noch mit Malte verabredet. Er hat schon zehnmal angerufen und jetzt sind wir zum Spazierengehen verabredet.“

Ich will mich ja zu keiner Vorverurteilung betreffend der Namensgebung hinreißen lassen, aber ich bin bei allen Maltes, Sönkes, Nisses, Bosses Eikes und Lasses immer ein bisschen zurückhaltend. Als Milchbauer, okay und einem Greenpeace Aktivisten namens Lasse vertraue ich auch voll. Ich stell mir jedes Mal vor, wie ich beim Knutschen erregt ihren Namen sage. „Oaaahh, Nisse!“ Fängt gleich an, der Kopf zu jucken. Fällt mir gleich noch Moritz ein, Moritz geht auch schlecht. Wie bescheuert ist das denn? Vielleicht sind mir dadurch schon die besten Kerle durch die Lappen gegangen.

Bis auf einmal musste ich auch nie die Entscheidung treffen, meine Namensphobie zu überwinden. Der Liebe wegen habe ich es einmal getan, jetzt bin ich geschieden. Hat aber sicherlich nichts mit dem Namen zu tun…

„Was will dieser Hinnerk denn von dir?“

„Er heißt Malte (Falte, Spalte, lallte, dachte ich). Gar nichts, wir können uns einfach toll unterhalten. Du kannst gerne noch hierbleiben, aber ich will jetzt noch duschen und Haare färben.“

„Ganz schön viel Aufwand für reden und spazieren gehen.“

„Halt die Klappe!“

Am nächsten Tag sind wir ziemlich früh zum Frühstücken verabredet. Eine WhatsApp kündigt sie etwas später an. Na ja, vielleicht hat es ja doch ein bisschen mit Hauke gefunkt. Ich war gespannt.

„Und, wie war´s?“

„Ganz nett. Er hat bei mir übernachtet.“

Das klang nach „OHHH, Bosse Sex“.

„Falls du wissen willst, ob da was gelaufen ist, nein, nix. Er hatte keine Kondome dabei.“

„Hattest du keine?“

„Doch, aber ich wollte nicht.“

„Warum denn nicht?“

„Weil er eigentlich gar nicht mein Typ ist. Er hat so kleine Augen, das macht mich ganz nervös.“

„Warum hat er dann bei dir geschlafen?“

„Weil ich ihn im Dunkeln total schön fand. Sein Gesicht fühlte sich total schön an. Im Dunkeln sieht er total gut aus.“

„Aber es wird ja auch irgendwann wieder hell!“

„Ja.“

„Und jetzt?“

„Die Tage werden ja schon wieder kürzer.“

Na dann, Sönke, Licht aus, George Clooney an!

© Sunny Möller

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Entscheidungsfreude?

Eine Entscheidung ist eine Wahl zwischen Alternativen oder zwischen mehreren, unterschiedlichen Varianten von einem oder mehreren Entscheidungsträgern. Eine Entscheidung kann spontan bzw. emotional, zufällig oder rational erfolgen. Eine rational begründete Entscheidung richtet sich nach bereits vorgängig abgesteckten Zielen oder vorhandenen Wertmaßstäben. Von der Entscheidungskompetenz eines Individuums hängt es ab, ob seine Pro- oder Contra-Entscheidungen richtig oder falsch ausfallen. Die Eigenschaft, ohne Verzögerung zu entscheiden und dabei zu bleiben, wird als Entschiedenheit bezeichnet. (Wikipedia)

Aha, die Entscheidungskompetenz eines Individuums! Ich konnte nur letzteres bedienen, bei der Kompetenz wurde ich ausgelassen. Ich kann keine Entscheidungen treffen, selbst bei der Speisekarte im Restaurant bin ich, bei mehr als zwei Essen schon total überfordert. Habe ich dann doch meine Wahl getroffen, schiele ich schon zum Nachbartisch. Verdammt, ich wollte auch lieber Kroketten.

Passt die weiße Bluse besser zur Jeans oder doch zur Cordhose? Macht die meine Oberschenkel zu fett, was dann wieder zur Jeans führt und die weiße Bluse ausschließt. Sofern diese weiße Bluse dann doch besser zur Cordhose gepasst hätte….

Jetzt könnt ihr euch annähernd vorstellen, wie meine Entscheidungsfreude bei allen andern Dingen aussieht!

„Hör doch einfach auf deine innere Stimme!“

Ich sitze jetzt hier seit geschlagenen 2 Stunden und höre. Geradezu penetrant rufe ich wortlos nach ihr, der inneren Stimme. Sie antwortet nicht. Ich will, dass sie mir sagt was richtig ist, welche Entscheidungen wann und wie zu treffen sind. Und plötzlich wird mir etwas klar! Diese verdammte innere Stimme wohnt ja nicht alleine hier. Sie hat Mitbewohner. Die eine Stimme hat es sich im Herzen gemütlich gemacht und trifft ständig irgendwelche, total chaotische Entscheidungen. Sie ist dick befreundet mit dem Bauchgefühl, was generell nur auf sich selber hört. Es ist seit sehr langer Zeit mit seinem Bruder, dem Verstand, zerstritten. Und alle reden unaufhörlich durcheinander.

Welche Entscheidung ist die richtige? Und kann die richtige auch die falsche sein? Und ist die richtige dann die beste? Und wie sieht es mit den Kompromissen aus? Haben sie auch ein Recht, zu Wort zu kommen? Kann man falsche Entscheidungen rückgängig machen? Oder werden aus falschen manchmal richtige, oder umgekehrt? Und woher weiß ich das? Vielleicht sollte ich zu alten Traditionen zurückkehren.

Einfach eine Münze werfen!

© Sunny Möller