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Fmag – Von der ersten Periode zur Legislatur

So, meine Lieben. Wie versprochen starte ich heute eine neue Serie, bei der ich mich mich voll und ganz der Welt der Frauenmagazine widme. Klingt ein bisschen so wie das „Wort zum Sonntag“? Yooo, dann pass ich mich mal dem Jargon der neuen, jungen Brigitte an, mit dem Titel „FMag“ – Politik, Sex & Lametta. Ich hab den Namen der Zeitschrift schon nicht verstanden, wahrscheinlich bin ich schon zu alt für Brigittes kleine Schwester. Als ich beim Durchblättern die Vermutung hege, Mag Ficken könnt es jungdeutsch heißen, werde ich im Intro eines Besseren belehrt. Frau mag…. Da schaut mich aus einem dicken F schon ein ungekämmtes Model mit ner Fackel in der Hand an, als ob sie gleich ein emanzipiertes Feuer entzünden möchte. Oder eigentlich auch eher nicht. Sie sieht nicht mal so aus, als ob sie ihre Muschi mag, wie mir à la Bravo-Sticker in der Beilage mehrfach suggeriert wird. Sie guckt eher so, als ob sie niemanden richtig leiden kann. Egal, ich mache mich erst einmal auf die Suche nach Politik, Sex & Lametta. Gleich mal vorneweg, das Heft ist vollgestopft mit Text und wenig Werbung. Entweder es traut sich noch keiner zu investieren, oder die Doppelseite Audiwerbung gleich auf der zweiten Seite finanziert das ganze Heft, was eine Verschwörungstheorie aufkommen lässt, dass eine Audimanagerfrau ihren Hang zum Journalismus entdeckt hat. Ich weiß es nicht, ist mir auch egal, weil ich nach den ersten Seiten von den Überschriften schon besoffen bin. Alles verzerrt, weil neu und echt stylisch, die Illustrationsemanze mit daneben stehenden, rauchenden Schwanz kommt dagegen eher klassisch daher. Etwas angedickt mit Ponyfrisur und möglichst unweiblichen Outfit. Klischee bedient, danke. Nach Texten wie sexistische Kackscheiße, Fitness für den Hormonhaushalt und Beirut tanzt am Abgrund (Ein Städte-Trip, drei Tinder-Dates) hatte ich eigentlich schon genug, aber nein, man wird erschlagen voll hipper News. Eine Geburt verbraucht mehr Kalorien als ein Marathon, aber nur wenn´s hübsch lange dauert, Mama war auch mal jung, hilfe, da geht es um Disko-Rollschuhe (hatte ich!!!), ich bin die Mama von der hochmotivierten, politischen Muschiliebhaberin und dann noch offene Beziehungen können Ehen retten. Erste Periode versus Legislaturperiode, Küchentisch-Dialoge (da bin ich kurz weggenickt), Schaumdeutung, welcher Badetyp bist du……..AAAAAAHHHHHHH!!!!!  Gerade mal ein Sechstel der Themen, mit denen man im wahrsten Sinne des Wortes zugeschüttet wird. Diese Zeitung ist wie ein Film aus der Neuzeit. Zu schnell geschnitten für meine Begriffe, da aber die Generation xyz  eh schnell unterwegs ist, bin ich wahrscheinlich zu alt für diese Blattvergewaltigung….

Morgen dann mal die ungeschminkte Barbara, die spielt ja eher in meiner Altersklasse…

P.S: Wer sie sich trotzdem holt, bitte um Meinung! ❤

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Gib doch mal die Zeitung

Ich leite jetzt mal ne neue Serie ein. Frauenzeitschriften und solche, die es werden möchten. Starte  morgen mal mit der jungen „Brigitte“, die Sticker sind ja schon mal witzig, witzig, witzig…….ich mag meine Muschi und Nachos statt Machos….jaaaaaa, na jaaaaa….

Allgemein, Alltagstauglich, Kinderwelt, Stimmungslage

Emma´s Welt der Worte und ihre Bedeutung

„Ich hasse es, ich hasse, ich hasse es! Dieser Kanapilatismus zerstört die Welt! Die Liebe, einfach alles!!!!“

„Emma, ich glaube du meinst Kapitalismus!“

„Nein Luluke, das meinte ich überhaupt nicht! Kapitalismus hat Mami schon erklärt. Alle wollen immer mehr, sind nie zufrieden und werden immer geiziger! Ich meine, bald ist es soweit!!! Sie fressen sich gegenseitig auf!!!“

„Ach so, du meinst Kannibalismus!“

„LULUUUKE! Die Mischung Luluke, die Mischung! Die ganzen Leute werden immer verrückter nach ganz viel Geld, dass sie nur noch für Angebersachen ausgeben wollen. Und wo sparen sie, Luluke? Wo sparen sie?“

„Wo?“

„Beim Essen Luluke! Verstehst du das jetzt mal endlich??? Die Menschen sparen beim Essen! Also fangen sie an, sich gegenseitig aufzufressen! Das bedeutet dann immer weniger Menschen und immer mehr Geld!“

Irgendwie hat sie doch ziemlich viel verstanden!!! ❤

(c) Sunny Möller

Alltagstauglich

Von Porsche- und Barbiegenen…

Ich habe irgendwann, vor gefühlten hundert Jahren gelesen, Jungs kommen mit dem Porsche-, Mädchen mit dem Barbie-Gen auf die Welt. Ist das so? Setzt die Evolution auf natürlichem Wege die Rollenbilder fest? Oder schraubt eine Männer dominierende Welt am geschlechtsspezifischen Lebensweg herum?

Immer wieder unterhalte ich mich mit Freundinnen, Frauen, oder lese in einschlägigen Magazinen: „Die emanzipierte Frau von heute! Der Balanceakt zwischen Familie und Karriere!“

Bleibt frau nach der Geburt eines Kindes erst einmal zu Hause, wird sie anrüchig beäugt und schnell als das „Heimchen am Herd“ betitelt. Steckt sie ihr Kind nach sechs Wochen in die Ganztagesbetreuung, verpasst man ihr den Stempel „Rabenmutter“. In diesem Zusammenhang auch interessant zu bemerken, dass es den Titel Rabenvater gar nicht zu geben scheint. Wie sie es macht, sie macht es falsch. Und läuft eigentlich permanent mit einem schlechten Gewissen durch die Gegend. Werde ich allen gerecht? Vor allem meinem Kind?

Der männliche Part der Familie kommt dabei generell glänzend davon. Erstens erwartet, selbst in Zeiten der männlichen Elternzeit, niemand, dass die Väter zu Hause bleiben. Tun sie es doch werden sie als heroische Vorbilder gefeiert. Leben sie weiter wie bisher, inklusive Fußballgucken mit den Kumpels, käme nicht einmal ein Großteil der Frauen darauf zu sagen: „Was bist du nur für ein egoistisches Arschloch!“

Als ich letzte Woche mit meiner Tochter im Park war, kam uns ein kleines Mädchen mit Puppenwagen entgegen. Sie hatte alles dabei, Wickeltasche, Fläschchen, Tragetuch, Windeln, alles, was eine vorbildliche Mutti so benötigt. Die dazugehörige Echt-Mutter sagte zu ihr: “Gleich machen wir eine kleine Pause, Marie. Dann kannst du dein Baby füttern!“ Parallel dazu besprach sie am Telefon ein bevorstehendes Meeting. Ist das unser Problem? Wachsen wir schon mit diesem Gewissenskonflikt auf?

Männern wird nachgesagt, dass sie den Jungen in sich nie ganz ablegen. Warum ist das so? Weil sich nicht wirklich etwas in ihrem Leben ändert. Nachdem sie den labenden Busen ihrer Mutter verlassen haben, geht es los. Mit Bauklötzen, Autos, Fußball und Größenvergleich, in jeglicher Hinsicht. Daran ändert sich auch nicht viel im Erwachsenenalter. Obwohl man bei einigen hin und wieder das Gefühl haben könnte, sie möchten doch noch mal zurück an Mamas Brust.

Und was ist mit uns? Wir bekommen Babypuppen, Barbies und Schminkköpfe. Wir lernen spielend uns zu kümmern, uns hübsch zu machen und nett zu sein. Und wenn wir erwachsen sind? Plötzlich sollen wir unseren „Mann“ stehen. Ellbogen einsetzen, uns durchsetzen, Zähne zeigen. Als Frau ohne Job, „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein, wird selbst im eigenen Lager heruntergetreten. Das war nur als kleines Mädchen niedlich, wie hätten sie uns auch angeschaut, mit einem Spielzeugwochenplaner in der Hand? Nur keine Kinder zu bekommen ist leider auch keine Lösung, denn wer will schon ein karrieregeiles Mannsweib sein?

Vielleicht sollte man diese speziellen Bilder der Emanzipation einfach mal in die Tonne treten und das tun, was glücklich macht!

(c) Sunny Möller

P.S.: Setzt euch wieder hin! Ja, es gibt Ausnahmen! Ja, es gibt auch Jungs, die mit Puppen spielen und Mädchen mit Autos, bla, bla, blub! Ändert oftmals trotzdem nichts am Gesamtbild! ;*