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Ich mach die Augen zu…

was ich nicht sehe, ist nicht da.

Eins und zwei, der Elefant ist grün.

Die Woche hat zwei Tage nur,

eine Spur in die Unendlichkeit,

zum Lieblingseismann gar nicht weit.

Was ich nicht sehe, ist nicht da.

Alle glücklich, tanzen, lachen,

Sachen machen ohne jemals aufzuhören.

Die ich liebe sind für immer da.

Ich mach die Augen zu, ist das wahr?

(c) Sunny Möller

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Allgemein

Ein Idiot mit Abitur ist immer noch ein….

Gespräch unter Schülern. Also, ich komme jetzt aufs Gymnasium. Die auf der Realschule oder der Hauptschule gehen, sind alle komplett verblödet. Ich könnte nie mit so einem dummen Menschen befreundet sein.

Ich glaub, ich höre nicht richtig. Ich frage ihn mal was.

„Wer ist wohl schlauer, der Hauptschüler, der nur Bestnoten hat, oder der Gymnasiast, der nur 5er und 6er hat und schon 2 mal sitzen geblieben ist?“

Antwort:“Natürlich der Gymnasiast! Weiß doch jeder, dass Hauptschüler strohdumm sind, egal mit welcher Note!“

Ich geh mich dann mal übergeben 🤮!

(c) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich

Emma´s Welt macht rum

Gespräch zwischen mir und Teenager-Sohn:

Luke:“Also ich könnte mir nie vorstellen, im Bett meiner Eltern mit einem Mädchen rumzumachen.“

Ich:“Ähhhh, nee, das habe ich mir auch immer gruselig vorgestellt. Allein den Gedanken daran finde ich schon total abstoßend.“

Luke:“Ja, da knutscht du dann rum und alles riecht irgendwie nach Mutti und Vatti, voll abtörnend.“

Ich:“Ja, total!“

Emma fährt die ganze Zeit mit dem Roller um uns herum, hört genau zu und macht ein nachdenkliches Gesicht.

„Also ich versteh euch nicht. Mir würde das überhaupt nichts ausmachen. Hauptsache das Bett ist frisch bezogen und die Matratzen haben ne gute Qualität!“

Und dann rollert sie weiter.

© Sunny Möller

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Weißt du noch?

Kletterbaum

Bäume, so groß wie dein Leben,
musst sie erklettern, bezwingen, erobern.
Jeder Ast, eine Geschichte, eine Zeit, eine Welt,
der erste, große, in der Mitte ohne Spur einer Rinde,
viele Füße, große, wie kleine, berührten ihn,
rutschen ab und stiegen weiter,
zum nächsten, schon dünner, doch immer noch stark,
höher und höher musste es gehen,
nach unten guckt man als erstes von oben.
Herz klopft langsam schneller, kleine Äste, die knacken,
du schaffst es, Blätter die rascheln, fast wie ein Klatschen,
feuern dich an, höher und höher, der Boden verschwindet,
dann bist du da, streckst dein Kopf über die Spitze,
mit grünen Knien und zerzausten Haaren,
siehst deine Welt erstmals von oben. Großes wird kleiner,
Unerreichbares bezwungen, bist stolz, mit dem Wind kommt ein Lächeln.

Schließ deine Augen, weißt du es noch?

© Sunny Möller

Allgemein

Ausdrucksschwäche

Manchmal fangen Geschichten mit einer Mandelentzündung an. Ich konnte nicht sprechen, nichts sagen, nichts fragen, nichts bejahen oder verneinen, nichts vormachen oder vortäuschen, nicht lügen, war einfach nur mit mir, in mir. Und hörte die Welt da draußen, von einer anderen, stillen Seite. Wie würde es wohl sein, nie wieder eine Sache zu können, die mir so selbstverständlich in die Wiege gelegt worden war? Fehlten meine Beine, würde ich aufhören zu laufen? Wenn ich blind würde, könnte ich nicht mehr sehen? Ohne zu hören, keine Musik mehr? Könnte ich Frieden damit schließen? Würde ich verhindern, dass man mich behindert?

Mein Kinder und ich erfinden Geschichten. Eine heißt „Stein verliebt sich“. Kieselda und Backus lernten sich in einer, für Steine typischen Szenerie kennen, einem Steinbruch. Familie Kiesel und Familie Backstein waren schon lange Zeit zerstritten. Warum, wussten sie eigentlich nicht. Sie waren nie in der Lage, sich ihre Gefühle und Gedanken mitzuteilen. Sie waren eben anders, nicht vom gleichen Stein. Und doch verliebten sich das Kieselmädchen und der rote Backsteinjunge. Wie sie es erkannten? Die Farbe der Liebe ist rot, da war es für den Jungen einfach. Das Mädchen wartete bis zum Sommer, auf die herab fallenden Kirschen, um sich zu offenbaren. Und sie fanden ihre Sprache, in den Dingen, die sie umgaben. Der Regen brachte die Traurigkeit, die Sonne die Freude. Nah am Feuer brannte die Leidenschaft, der Schnee das Abkühlen der Beziehung. Wut zeigte sich im vorbei fahrenden Müllwagen, Angst hatten sie im Schatten großer Blätter. Ihre Liebe war lebendig, nie annähernd `kalt wie Stein´!

Ich bin wieder gesund, meine Stimme hat wieder eine Stimme. Aber selbst wenn nicht, ich würde einen Weg finden, mich auszudrücken. Und seht ihr irgendwo einen Stein am Straßenrand, bitte nicht dagegen treten. Er könnte verliebt sein.

 

© Sunny Moeller

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Tagebücher, alte Geschichten und unkomplizierte Männer

Tagebücher sind einfach was Schönes. Gedanken, Erlebnisse, Gefühle, die man mit jemandem teilt, der immer zuhört, versteht und nie urteilt. Und Geschichten preisgibt, die man schon glaubt, vergessen zu haben.

Die ersten Dates sind ja immer so eine Sache. Frauen denken da meist etwas komplizierter als Männer. Was ziehe ich an, welches Make-Up ist passend, wie gucke ich, wie lächle ich, wie antworte ich. Gehen wir essen, wenn ja, was, wie viel, was trinken, was, wie viel….? Ich beneide Männer da um ihre Unkompliziertheit. Sie sind einfach einfacher. Zum Thema passend fand ich neulich eine Geschichte in einem meiner (sehr) alten Tagebüchern. Ich glaube, ich habe es damals als Geschichte formuliert, um mich vom „Inhalt“ zu distanzieren…. Es war mir sogar im Tagebuch noch peinlich.

Heute war ich das erste Mal bei Tom. Er wollte für uns kochen. Hammer. Er ist so ganz anders als andere Männer. Sieht gut aus, witzig und er kocht, für mich!!!! Schmelz!!!!

Es gab Lasagne.

„Spezialrezept von meiner italienischen Nonna, frischer Knoblauch ist das Geheimnis!“

Als er sie aus dem Ofen holte, duftete sie herrlich. Seine kleine Wohnung roch nach Kräutern und durch die Mischung von Ofen und mindestens 20 Kerzen, die er angezündet hatte, war es gemütlich warm. Tom öffnete die Flasche Rotwein und breitete eine Decke auf dem Boden aus. Es fühlte sich fast an wie ein Picknick in der Toskana. Oooaaahhhh, doppelschmelz!

Das änderte sich schlagartig, als wir mit dem Essen fertig waren. Da war mir mehr nach Ätna auf Sizilien. Es fing eigentlich noch relativ harmlos an. Ich musste ein paar Mal ein bisschen aufstoßen, aber das konnte ich noch ganz gut kaschieren. Aber dann nahm das Elend seinen Lauf. Irgendwie wusste ich, dass es schlimm werden würde. Eigentlich ja gar kein Problem, wenn ich alleine gewesen wäre. War ich aber leider nicht. Vor mir der Typ, der nur mit seinen Küssen meinen ganzen Körper entflammt hatte. Wenn der Knoblauch aus der Lasagne jetzt allerdings den Weg in die unteren Etagen nehmen würde, sollte man offenes Feuer vermeiden.

Ich dachte scharf nach. Was sollte ich nur machen? Gutaussehende Mädchen pupsen nicht. Rülpsen tun sie auch nicht, auch nicht in der Nase bohren, oder am Po kratzen. Aber pupsen vor dem potentiell heißesten Typen seit 100 Jahren? Der würde doch sofort abhauen. Was sagt der seinen Freunden? Ach, wisst ihr was? Gestern hatte ich ein Date mit der Furzerin. Der wird nie mit dir Sex haben können, wenn du jetzt furzt. Oh Gott, oh Gott, wie sich das schon anhört. Wer sich wohl dieses Wort dafür ausgedacht hatte? Als ob die Aktion nicht schon peinlich genug wäre. Entschuldigung, ich habe gefurzt!

Mir tat total der Bauch weh und der wurde auch immer dicker.

Einziehen, dachte ich nur, einziehen.

„Alles in Ordnung Sunny? Hat dir die Lasagne nicht geschmeckt?“

„Doch, doch, alles prima.“

Ich versuchte zu lächeln. Vielleicht konnte man die überschüssige Luft nach innen ziehen und durch eine andere Körperöffnung wieder laut- und geruchlos rauslassen. Ich spürte Toms Hand auf meinem Bein, er rückte immer näher zu mir rüber und wollte mich küssen. Ich sprang schlagartig auf und kam mit einer blöden Ausrede.

„Oh Mann, ich muss ganz dringend aufs Klo. Schenk uns doch noch einen Wein ein!“

Ich versuchte zu lächeln und bewegte mich rückwärts Richtung Toilette. Dort angekommen versuchte ich meinen Bauch zu entspannen. Er tat schon richtig weh von der ganzen Date freundlichen Einzieherei. Aber sofort merkte ich, dass die Luft den Ausgang suchte. Außerdem drückte meine Blase auch schon ganz heftig. Nein, nein, nein, bitte nicht. Seine Toilette war genau neben dem Wohnzimmer. Wenn ich mich jetzt auf die Brille gesetzt hätte, hätte die Kloschüssel wie ein Megaphon agiert. Ich überlegte ganz kurz, ob ich mir ein Handtuch als Schalldämpfer vor den Po halten sollte. Aber nachher hätte ich drauf gepinkelt. Also, Zähne zusammen beißen und wieder raus. Tom kam mir schon entgegen.

„Hey, ich dachte du kommst überhaupt nicht mehr wieder.“

Er wollte mich in den Arm nehmen und küssen. Ich drehte den Kopf weg. Mein Bauch fing wieder bedrohlich an zu blubbern.

„Wollen wir vielleicht noch weggehen, in einen Club oder so! Ich hätte jetzt voll Lust auf laute Musik!“

Ja, dachte ich und da kann ich dann auch ungestört die Bässe mitpupsen. Tom guckte mich ganz irritiert an.

„Also, irgendetwas stimmt doch auf einmal nicht mit dir, Sunny!“

Ich lächelte gequält.

„Wie kommst du denn darauf?“

„Na ja, du machst die letzte halbe Stunde einen total abwesenden Eindruck, küssen willst du mich offensichtlich auch nicht mehr. Hab´ ich etwas getan, was dir jetzt quer sitzt?“

JAAAAAAAAA, dachte ich, diese scheiß Lasagne. Und wenn ich nicht gleich einen fahren lassen kann, dann platze ich und fliege hier durch die Bude!!!!!!!

„Nein Tom, es ist alles in Ordnung. Wollen wir denn jetzt noch tanzen gehen, oder nicht?“

„Ratatabrfftatabrrt“ (kommt das authentisch rüber?)

Oh Gott, oh Gott, oh Gott, jetzt war es raus. Ich hätte beim sprechen nicht ausatmen dürfen. Es war bestimmt zu laut gewesen. Ich schaute mich schnell in seiner Wohnung um. Gab es irgendwelche Haushaltsgeräte, auf die man es schieben könnte?
Aber was machte schon solche Geräusche? Ich guckte Tom an. Er grinste. Dieses schiefe Grinsen, was ich so an ihm liebte. Ich merkte, wie ich knallrot anlief. Aus Toms schiefem Grinsen wurde schallendes Gelächter. Super, jetzt war ich das gefürchtete Furzdate! Tom konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Jetzt wurde ich sauer, mein hysterisches Kopfmännchen aus Kindertagen erschien aus der Versenkung und hatte auch noch ein paar Kumpels dabei. Mein Gesicht brannte, diesmal nicht aus Scham, sondern vor Wut.

„Ja, toll. Lach dich ruhig tot und das meine ich wörtlich. Nur weil du so bescheuert warst, 20 Knoblauchzehen in diese dämliche Lasagne zu knallen!“

Tom hielt sich seinen perfekten, nicht geblähten Bauch. „Knallen, ha ha ha ha, ja knallen passt perfekt, ha ha ha ha!“ An diesem Punkt war mir dann alles egal.

„Weißt du was Tom, verschwinde doch einfach, so toll kannst du auch nicht küssen! Und ich will dir wirklich nicht zumuten, dich mit einer Furzmaschine wie mir weiter abzugeben!“

Er lachte nicht mehr.

„Hey Sunny, jetzt entspann dich mal. Okay. Ich lache auch über dein kleines, sagen wir mal, Missgeschick. Aber eigentlich lache ich darüber, dass du seit fast zwei Stunden wie ein wildes Tier durch die Wohnung rennst und versuchst, dir irgendwo Luft zu machen. Mein Bruder und ich haben früher immer `Bunkern´ gespielt, unter der Bettdecke und uns gegenseitig die verpupste Luft zu gewedelt! Willst du?“

Ich dachte nur noch ans gehen, aber er küsste mich! Immer und immer wieder.

„Ich bin verliebt in dich, Sunny! Mit und ohne Pups!“

Und um diese Unkompliziertheit beneide ich die Spezies Mann! Jeden komplizierten Frauentag! Immer und immer wieder!

(c) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich

Sport und rote Augen

„Hast du geheult?“

Charly schaute mich besorgt an.

„Nein.“

„Aber dein eines Auge ist so rot und hängt irgendwie so komisch runter.“

„Ich habe Sport gemacht!“

„Und dir dann die Walkingstöcke ins Auge gerammt?“

„Nein. Ich war im Garten. Du weißt doch, Gartenarbeit ist auch Sport.“

Sie nippte überlegend an ihrem Wein.

„Aber warum ist dein Auge dann so rot?“

Sie ließ einfach nicht locker.

„Das war die Stachelbeere!“

Sie fing an zu lachen, während sie noch Wein im Mund hatte und der tropfte ihr jetzt wie Blut aus der Nase.

„Ahhhh, die böse Kampfstachelbeere also. War das die im Rambooutfit? Mit Stirnband und Patronenhalfter?“

„Bist du bescheuert?“

„Iiiihhh, komm her du kleiner Gartentriathlet, ich bin´s, Stacho, ich mach dich fertig! Und ich hab noch meine Freunde Radotzko Radieschen und Mecki Mangold mitgebracht!“

„Nein, du blöde Kuh! Ich habe versucht den alten Stachelbeerbusch auszugraben, der der schon tot war. Ich wollte ihn mit dem Spaten hoch hebeln und dann bin ich abgerutscht und hab mir den ganzen Busch ins Gesicht gejagt.“

„Ach so.“

„Ja.“

„Dafür siehst du dann aber doch noch ganz gut aus.“

„Danke.“

Ich war etwas besänftigt.

„Und was machen die Männer?“

„Um es mal in der Gartensprache zu sagen: Mein Acker liegt brach und im Baum sitzt nicht ein Vogel.“

„Weinchen?“

„Gerne.“

© Sunny Möller