Wortkunst

Des Lebens Linien

Im Abseits vieler tausend Welten
ziehen Zeiten mühelos vorbei.
Linien sieht man allzu selten
im herkömmlichen Nichts ein Einerlei.

Doch bricht sie dann ein starker Wille,
wie ein Strahl der Sonne hellstem Licht,
hört man Schreie in der lauten Stille,
vor den blinden Augen klare Sicht.

Linien mögen sie gebrochen sein,
bilden stark ein neues Band,
mit so vielen ersten Bildern, klar und rein.
Im neuen Leben, ungebrochen, nur in deiner Hand.

© Sunny Möller

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Allgemein

Abends früh um Acht

Die Sonne schien, da sah ich ihn,
in sternenklarer Nacht.
Der Anzug blau, in magentafarbnen grün.
Wir redeten die ganze Zeit,
ohne nur ein Wort zu sagen,
mit abgewandten Blick,
schaute ich in seine Augen,
seine Hand berührte mich,
in der Tasche tief vergraben,
langsam merkte ich,
in rasender Geschwindigkeit,
eine große Kleinigkeit,
ich schlief und war hellwach,
lag im Keller auf dem Dach,
träumte einen Traummann her,
in allzu naher Ferne,
ich hasse es und mach es allzu gerne,
die Wirklichkeit nur ausgedacht,
abends früh um acht.

(c) Sunny Möller

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Schau mal hin!

Eier, Milch, vielleicht ein bisschen Aufschnitt, wie hieß noch mal dieser Käse, den die Kinder so gerne mögen? Irgendwelche Termine diese Woche? Bald ist Weihnachten, ob es wohl endlich mal schneit?……..Kopf hoch, Sunny! Gesichter, schau mal hin! Sie erzählen etwas! Sie hinein!

…Ich frage mich die ganze Zeit, warum er nicht anruft? Er hat gesagt, der Abend sei grandios gewesen und er ruft die Tage an, was heißt denn, „die Tage“?…

…und wenn es doch was Schlimmes ist, was ist, wenn es Krebs ist? Der Arzt hat so komisch geguckt. „Jetzt machen Sie sich mal keine Sorgen, Frau Kinter!“ Ich habe solche Angst…

…Wenn sie mich jetzt noch einmal in der Öffentlichkeit ´mein Moppelchen´ nennt, krieg ich ´nen Anfall und nenne sie Hängetittchen. Es gab mal Zeiten, da hat sie mich Hengst genannt, da war ihr Busen auch noch weiter oben. Liebe ich sie eigentlich noch?…

…65, ab morgen bist du Rentner Karl, blödes Gefühl, irgendwie. Du hast jetzt immer frei Karl, gutes Gefühl, irgendwie…

…ich hab 2 Fünfen, schon wieder 2 Fünfen, Ole hat gesagt, ich bin zu doof zum Atmen, Papa wird stinksauer sein, ich will gar nicht nach Hause gehen…

…ein Baby, ein Baby, ein Baby, ich glaub es wird ein Mädchen, wie sag ich das Mike, ob er sich freut?…

So viele Gesichter, so viele Geschichten. Alte, Junge, große Nasen, kleine Ohren, kurze Beine, lange Haare, große Augen, schmale Hände, einzigartig jedes Mal! Hinsehen, aufnehmen, ansehen, lächeln, denken, mitfühlen, raten, fragen, erkennen, zuhören, mitgehen.

Schaut mal hin!! Jeder Mensch ein Buch!

© Sunny Möller

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Mistgunst

Mit der Missgunst ist das so eine Sache. Manchmal sitze ich hier und habe das Gefühl, alle sind schneller, organisierter, schlauer, ehrgeiziger, fleißiger und erfolgreicher als ich. Ich bin ein Gönnen-Könner, doch manchmal überkommt mich doch dieses bittere Gefühl des Beneiden. Es ist schon manchmal ein Mist mit der Gunst für andere.

Die andere Mutter, mit den stets perfekt manikürten Nägeln, den modisch ausgewogenen Outfit zwischen Businessfrau, Vamp und sportlicher Triathletin. Dann schau ich an mir runter, mit den flachen Boots, da ich, seit diese Kinderbande in mein Leben getreten ist, keine zehn Meter mehr in mittelhohen Highheels zurücklegen kann, ohne mindestens zweimal umzuknicken.

Während ich gekaufte Muffins zum Klassenfrühstück meiner Tochter mitbringe, stolziert eine andere, natürlich voll berufstätige Mutter mit einem selbstgeschnitzten Gurkenkrokodil herein, dem noch eine kunstvoll gesäbelte Karottenzunge aus dem Maul hängt. Während ich mich von meinem Kind verabschiede, lausche ich dem Gespräch zweier dieser Supermuttis und höre sie von etwas schwärmen, dass mich beinahe so etwas wie Schadenfreude überkommt.

Die eine der beiden scheint eine heimliche Affaire zu haben. „Haaahhh, doch nicht so perfekt!“, denke ich noch. „Oooaaahhh, Frauke. Du kannst dir nicht vorstellen, wie heiß der wird. Der bringt alles zum Schmelzen in Null Komma nix! Ich weiß gar nicht, was ich ohne ihn machen würde!“ Frauke sah sie begeistert an. „Und was hast du dafür bezahlt?“ Die Stimme der Gurken-Frida Kahlo wurde leiser. „Na ja, über 1000 Euro hat er schon gekostet, aber bei dem, was der leistet, war er jeden Cent wert.“ Ich kann es kaum glauben. Wie kann sie sich das leisten?

Zwei Sätze weiter kam dann die Ernüchterung. Die beiden sprachen von einem Thermomix. Dabei sei nebenbei erwähnt, dass ich sie noch nie so liebevoll von ihren Männern habe reden hören. Ob sie die Gurke auch in das Gerät geschmissen hatte und der dann das fertige Reptil rausgeschmissen hatte? Man hört ja immer wieder „Der Thermomix kann alles“, du wirfst alles rein und das Ding spuckt alles fertig wieder aus.

Aber zurück zum Thema. Wie schaffen diese Frauen das nur? Bin ich die einzige, die ständig übermüdet ist, genervt von dem 1000sten Mal ‚Mami, kannst du mal?“ und den ganzen Terminen, die mir ständig um die Ohren ballern? Oder denken diese anderen Frauen genauso über mich? Vielleicht finden sie es ja cool, dass ich in kaputten Jeans, einem alten Nirvana T-Shirt und meinen Uralt-Chucks zum nächsten Elternabend komme. Vielleicht denken sie ja „Cool, sie hat sich nicht in eine Rolle drängen lassen, die sie eigentlich gar nicht leben will“. Während ich mir mit einem Knipser die Nägel auf eine alltagstaugliche Länge stutze, gefällt mir dieser Gedanke immer mehr. Vielleicht beneiden sie mich ja sogar um meine manchmal ungewaschenen Haare, die ich mir morgens um halb acht unter eine Baseballkappe quetsche. Vielleicht.

© Sunny Möller

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Ich bin

Ich sehe nichts.

Ich sehe dich.

Ich höre nichts.

Ich höre dich.

Ich fühle nichts.

Ich fühle dich.

Ich schmecke nichts.

Ich schmecke dich.

Ich bin nichts.

Du bist alles.

Deine Augen, unendlich, deine Stimme so warm, deine Haut, so berauschend, dein Kuss, so süß, nicht immer alles, doch ganz viel das.

(c) Sunny Möller

Kulinarisch

Palak Paneer oder Spinat einfach himmlisch indisch

Als mir mein Freund von seinem indischen Lieblingsgericht erzählte, was es in allen Variationen in Indien gibt, war ich neugierig geworden. Spinat und ein indischer Frischkäse sollten die Hauptbestandteile sein. Seinen sehnsüchtigen Blick konnte ich mir kaum erklären. Spinat und Käse sollten das kulinarische Erlebnis sein? Also begab ich mich auf die Suche und ja, er hatte Recht. Es gab die unterschiedlichsten Rezepte, doch eins hatten sie alle gemeinsam. Palak (Spinat) und Paneer (indischer Frischkäse). Da es letzteres nirgends zu kaufen gab, war selfmade angesagt und das gestaltete sich nicht so schwer wie ich zunächst dachte. die Rezepte von http://www.reisehappen.de und http://www.fernsuchtblog.de haben mir am besten gefallen. Die Kombination von beiden mit der zusätzlichen Zugabe von Kartoffeln hat dann mein persönliches Palak Paneer perfekt gemacht. Und keine Angst vor der Käseherstellung, es war, wie meine Tochter sagen würde, pippieierleicht.

ZUTATEN FÜR PALAK PANEER FÜR 4 PERSONEN:

Zutaten:

Für den Käse:

1 Liter Milch (3,8% Fett)
Saft von 1 ausgepressten Zitrone

4 EL Kokosöl oder Ghee (geklärte Butter)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 cm Ingwer
1 kleine Dose geschälte Tomaten
4-5 geschälte und gewürfelte Kartoffeln
1/2 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Chilipulver
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL Korianderpulver
1/2 TL Garam Masala
1 Chilischote
1 TL Salz
500 g Blattspinat oder junger TK-Spinat gehackt
100 ml Sahne

Zubereitung:

Zuerst die Milch in einem großen Topf zum Kochen bringen. Immer wieder umrühren, damit die Milch nicht anbrennt. Dann den Zitronensaft in die Milch gießen und unter Rühren die Milch aufflocken lassen. Ween sich die geronnene Milch vollständig von der Molke getrennt hat, Topf vom Herd ziehen und zunächst über ein engmaschiges Sieb abgießen. Anschließend in ein Küchen- oder Mulltuch geben und die restliche Molke ausdrücken, bis ihr diesen schönen, weißen Käseklumpen wie auf dem Bild habt. Anschließend bis auf 1 cm Dicke flach drücken und für einige Stunden in den Kühlschrank stellen. Den Käse kann man natürlich auch schon am Abend vorher zubereiten.

Die Zwiebel, den Knoblauch und den Ingwer schälen und fein würfeln und in dem ausgelassenen Fett in einem hohen Topf oder Wok scharf anbraten. Anschließend die Gewürze und die klein geschnittene Chilischote dazu und kurz mitbraten. Mit etwas Wasser ablöschen, den klein gehackten Spinat, die geschälten Tomaten, die gewürfelten Kartoffeln und die Sahne hinzufügen und etwa eine viertel Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen. Zum Schluss das Salz und den gewürfelten Käse hinzufügen und vorsichtig verrühren. Mein Käse hat sich etwas „verkrümelt“, was dem Geschmack aber in keinster Weise geschadet habt. Eventuell mit etwas Honig abschmecken, wenn euch die Säure der Tomaten etwas zu stark ist. Und dann Augen zu und genießen, als wenn du in Colaba, einem Stadtteil im südlichsten Zipfel Mumbais sitzt. Denn genauso schmeckt mein Palak Paneer, wie mir mein Freund versichert hat. Ein größeres Kompliment gibt es wohl nicht. Viel Spaß beim Nachkochen und erzählt mir, wie für euch die Reise ins kulinarische Indien war.

© Sunny Möller

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 8 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Mr. Right

Nachdem ich mich einmal querbeet durch die Männerwelt gesucht habe, um den einen, den wahren, den ultimativen Traummann zu finden, ist mir siedend heiß etwas durch den Denkapparat geschossen. Geht es denn beim Mann der Träume vornehmlich um Sex? Was ist mit gleichen Interessen, die das Zusammenleben sicherlich nicht unwesentlich auszeichnen. Ist Sex denn wirklich so wichtig?

„Also egal wie heftig wir uns streiten, nach dem Versöhnungssex kriegen wir alles wieder hin!“

Wer kennt diesen Satz nicht? Und wer kennt diese Sätze nicht? „Sex ist doch nicht das Wichtigste in einer Beziehung!“ oder „Orgasmus? Finde ich völlig überbewertet! Es ist doch einfach schön nur so zu kuscheln!“ Dieser Satz kommt vornehmlich von Frauen und wenn ich den höre, denke ich jedes Mal:“Ok Schätzchen, du hattest noch nie einen, du weißt also nicht, was du verpasst!“ Lange Rede, kurzer Sinn, wir haben ihn gefunden, unseren Mr. Right und ob ihr´s glaubt oder nicht, das Spektakuläre kann so einfach sein. Und wenn ihr mich nach dem Stellenwert von Sex in einer Beziehung fragt, so würde ich ihn, sofern er gut ist, niemals ans Ende der Beziehungswünsche stellen. Vorhang auf für Mr. Right!

„Sorry Süße, ich bin zu spät!“

Ich stolpere in unser Lieblingscafé. Bettina sitzt in einem großen Ohrensessel. Sie hat sich die Schuhe ausgezogen, die Füße ebenfalls mit auf den Sessel gezogen und schlürft an einem großen Chai Latte. Sie lächelt mich beseelt an.

„Hast du was geraucht?“

Sie war nicht einmal annähernd empört und guckte mich noch bekiffter an.

„Nein. Viel besser. Ich habe ihn gefunden, den perfekten Mann. Gott, ich habe mich total in ihn verliebt!“

Da dieser Ausspruch von ihr schon des öfteren kam, nahm ich ihn nicht sonderlich ernst und bestellte mir einen Milchkaffee. Sie hörte nicht auf zu grinsen. Langsam wurde ich doch neugierig.

„Jetzt erzähl schon. Wer ist es und was kann er, was die anderen nicht konnten?“

„Wir haben geredet!“

„Wie ihr habt geredet?“

„Na ja, über Sex!“

Ich sehe schon meinen nächsten Blogtitel vor mir: „Der Erzähler“!

„Ihr habt nur darüber geredet?“

Sie genoss es, mich zappeln zu lassen.

„Er heißt John und das erste, was er mir gesagt hat, als das Sexthema angeschnitten wurde, war: Ihr seid selber schuld. Mit dieser ganzen Vortäuscherei verarscht ihr euch nur selber! Woher sollen wir wissen, was ihr wollt, wenn ihr rumstöhnt wie die Irren? Klar halten wir uns dann für den perfekten Liebhaber! Und dann hat er mich gefragt, wie ich es haben will! Weißt du Sunny, er hat mich gefragt wie ich es haben will! Ich wusste gar nicht, was ich darauf antworten sollte. Ich dachte, Männer wissen sowas!“

Das erste Mal fragte ich mich, woher sie das wissen sollten. Aus Pornofilmen, aus schlauen Männermagazinen, aus Gesprächen mit Freunden? Unnötig zu erwähnen, dass kein Mann mit einem anderen über Sex redet. Höchstens, wieviel Ritzen sie schon in ihren Erfolgsbalken gehobelt haben. Oder vielleicht von uns? Sagen wir, was und wie wir es wollen?

„Weißt du eigentlich, was dich anmacht?“

Mir fiel auf, dass wir auch noch nicht wirklich darüber gesprochen hatten. Trotz all der medialen Offenherzigkeit schämen wir uns noch wie unsere Omis vor 50 Jahren.

„Darüber habe ich dann auch nachgedacht. Also wenn ich es mir selber mache, habe ich so meine Phantasien, die mich antörnen. Meistens ist Keanu Reeves dabei. Mein selbst gemachter Sex läuft viel über den Kopf. Aber ich konnte mich doch wohl kaum nackt vor ihm ausbreiten und ihm meine erogenen Zonen vorstellen!“

„Und was hast du gemacht?“

Sie räusperte sich.

„Mich vor ihm nackt ausgebreitet und meine erogenen Zonen vorgestellt…! Zumindest die, die mir bekannt waren. Dann sollte ich seine Hand führen und er hat meine Hand genommen und dann….“

Ich schaute sie gespannt an.

„Und dann???“

„Hatte ich den besten Sex meines Lebens! Ich habe nicht gedacht, dass das so unkompliziert sein kann. Wir quatschen über alles, Sex ist mittlerweile ein öffentliches Thema, aber dass es für jeden eigentlich ein persönliches Thema ist, vergessen viele. Niemand spricht aus, was ihm gefällt, noch was ihm nicht gefällt. Am Ende rammeln wir mainstreamartig auf einander rum. Mann kommt, Frau nicht, Mann in diesem Fall einfach gestrickt, Frau nicht. Mann halbwegs befriedigt, Frau nicht. Lösung: Anfassen mit Ansage. Als wir angefangen haben, habe ich erst gar nichts gesagt und als er mich küsste und mir ins Ohr flüsterte: Ich mag es, wenn du mit der Hand meine Leiste entlang fährst und deine Fingerspitzen meinen Schwanz berühren. Ich glaube, ich bin knallrot angelaufen. Im ersten Moment war mir das so peinlich, aber gleichzeitig hat es mich so heiß gemacht, dass ich ihm gesagt habe, dass ich total drauf stehe, wenn jemand an meinen Nippeln knabbert….“

Sie fing an zu kichern. Ich war verblüfft. Klar sollte man die Interessen, Charaktereigenschaften, etc. nicht außer acht lassen, aber wenn’s darum geht, im Bett auf seine Kosten zu kommen, ist reden Gold und schweigen ein Täuschungsmanöver! Dann mal los. Falls ihr noch nicht fündig geworden seid, euer Mr. Right ist irgendwo da draußen und will wissen, wie er´s machen soll!

In diesem Sinne, danke, dass ihr mich begleitet habt auf dem Weg zu Mr. Right und ich wünsche uns allen viel Liebe und noch besseren Sex!

© Sunny Möller