Wortkunst

Allseits

Umfasst den Mond mit einer Hand,

sanft küsst die Sonne still sein Band,

zieht sie heran mit all dem Sein,

ganz hell, so dunkel kann es sein.

Berühren sich, verführen sich,

ineinander abgewandt,

richten Augen in des Andern Tiefe,

schwebend im Gefühl gebannt.

Sehnsucht, sei sie schlecht behaftet,

wird in ihrem Zwiespalt gut.

Sorglos und nach vorn gerichtet,

küsst der Mond die Sonne nun.

© Sunny Möller

Wortkunst

Der Liebe Blick

Und würde es verlangt und solltet ihr mich bitten,
die Liebe in ihrer Einfachheit zu benennen,
so müsst ich sagen:
Nie wieder fragt mich solche Dinge,
denn zu beschreiben
ist sie nicht, weder kurz noch lang, in diesem Sinne.
Doch genügt der Blick eines Liebenden,
der Liebe Vielfalt zu begreifen.
So schaut mich an, mein Liebster und stellt keine Fragen!
Niemals, nimmermehr!

© Sunny Möller