Allgemein, Wortkunst

Kannst du es sehen?

Schau mich an, kannst du es sehen?
Wenn ich den Willen breche,
um bei dir zu sein,
bedingt ohne Bedingung,
nur um zu atmen in deinem Herz,
für den Moment mit dir zu sein,
berührst mich ohne wirklich zu sein,
ertrink ich in deiner Gier,
während ich atme, nimmst du alles von mir,
was denke ich, in deinem Herzen,
dass du mich liebst und atmest in mir?
Du raubst mir die Luft, von mir und auch dir.
Du atmest weiter, mein Herz bleibt atemlos stehen.
Schau mich an, kannst du es sehen?

© Sunny Möller

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Wortkunst

Allseits

Umfasst den Mond mit einer Hand,

sanft küsst die Sonne still sein Band,

zieht sie heran mit all dem Sein,

ganz hell, so dunkel kann es sein.

Berühren sich, verführen sich,

ineinander abgewandt,

richten Augen in des Andern Tiefe,

schwebend im Gefühl gebannt.

Sehnsucht, sei sie schlecht behaftet,

wird in ihrem Zwiespalt gut.

Sorglos und nach vorn gerichtet,

küsst der Mond die Sonne nun.

© Sunny Möller

Wortkunst

Der Liebe Blick

Und würde es verlangt und solltet ihr mich bitten,
die Liebe in ihrer Einfachheit zu benennen,
so müsst ich sagen:
Nie wieder fragt mich solche Dinge,
denn zu beschreiben
ist sie nicht, weder kurz noch lang, in diesem Sinne.
Doch genügt der Blick eines Liebenden,
der Liebe Vielfalt zu begreifen.
So schaut mich an, mein Liebster und stellt keine Fragen!
Niemals, nimmermehr!

© Sunny Möller