Wortkunst

Frei Zeit

Sinngleich zu erahnen,
Schnitte tragen keine Narben,
im Dickicht sonnengleich,
dunkle, gleißend helle Farben,
blind mit stechend kaltem Blick,
in der engen, Endlosigkeit,
ist das Ganze nur ein Stück,
gefangen in der freien Zeit.

© Sunny Möller

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Wortkunst

Alles auf Anfang

Laufe los, geradeaus,
Ziel voraus.
Welches Ziel, fragst du mich,
weiß ich nicht, sage ich.

Ganz egal, immer weiter,
wie das Männchen auf der Leiter,
welche Leiter und wohin,
weiß ich denn, wo ich bin?

Viel zu hoch um umzukehren,
zurück auf der Leiter, siehst du nichts,
weiter hoch ist ungewiss.

So bleib ich stehn´ und warte mal,
doch kommt ein Sturm und stößt mich runter,
kralle ich mich fest und denk mitunter,
der Mut zum Laufen war zwar da,
das Ziel hingegen gar nicht klar.

So denke ich, beim Fall zum Boden,
bestimmt ist es nicht viel,
du fängst wieder mal von vorne an,
und doch ist der Anfang auch ein Ziel.

© Sunny Möller

Wortkunst

Sprichwörtlich

Aus, Maus, Blumenstrauß,
Ende Gelände,
Zappenduster sagte er, es werde Licht,
doch alte Besen kehren nicht,
denn die Lügen mit den kurzen Beinen,
kommen nur auf langen Strecken,
sind die Gänse hinten fett,
und der Hase liegt im Pfeffer,
mit dem Brett vorm Kopf
und den Nagel obendrauf,
könnte ich ne ruhige Kugel schieben,
lass die Kirche schön im Dorf,
ohne Sockenschuss und Vogel,
mach ich mich mal jetzt vom Acker
und Hand aufs Herz
und durch die Blume ins Gesicht,
den roten Faden verlier ich nicht.

 

© Sunny Möller

Allgemein

Ich bin

Ich sehe nichts.

Ich sehe dich.

Ich höre nichts.

Ich höre dich.

Ich fühle nichts.

Ich fühle dich.

Ich schmecke nichts.

Ich schmecke dich.

Ich bin nichts.

Du bist alles.

Deine Augen, unendlich, deine Stimme so warm, deine Haut, so berauschend, dein Kuss, so süß, nicht immer alles, doch ganz viel das.

(c) Sunny Möller

Wortkunst

Die Ent-scheidung

Ist die Scheidung eine Trennung,
so zieht sie Schlechtes hinten dran.
Lässt das eine fallen um das Zweite zu erwählen.
Und wenn ich nicht will oder nicht kann?
Entdeckung und Entwicklung sind mir da die liebsten
Mit dem Ent oder kennt,
ihr andre dieser Wörter,
die kein Unbehagen nennt?

 

© Sunny Möller