Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Erster Kuss

Kleines Café, viele Nischen, viele Leute, ich alleine, schön, denn gar nicht einsam, Nachbartisch, erstes Date, was machst du so, magst du Kino, du hast schöne Augen, ich mag deine Hände so, leises Kichern, errötende Wangen, Stühle kippeln, Stühle rücken, Bedienung kommt, zieht die Kuchengrenze, leises Seufzen, Moment verpasst, Kaffee duftet, Kuchen schmeckt, sprechen geht nur zaghaft weiter, Worte, die die Lücken füllen, Pausen etwas kürzer machen, über den Köpfen beider, wie im Cartoon, „Küssen, küssen, küssen“. Sie lächelt, er erwidert, Köpfe näher, Wärme ihrer Lippen spürbar, Herz wird schneller, Sahne süßer, Kaffee heißer…..“Darf´s für Sie noch etwas sein?“ Sekunde weg, getrennt von der Dienstleistung Überschwang, Seufzen wird jetzt deutlich lauter, Lachen neigt zur Peinlichkeit, leide stumm mit beiden weiter, in Erinnerung an so manchen ersten Kuss, dann, ihr Telefon fängt an zu klingeln, beide lachen wieder, diesmal vor Erleichterung, denn manchmal kann ein solches Klingeln, doch noch zum ersten Kuss verführn…

(c) Sunny Möller

Allgemein

Wann sind wir in Sicherheit?

Ich sitze mit meinen beiden Kindern im Keller. Ingrid wimmert leise vor sich hin, Tränen laufen über ihre Puppe, die zu Weihnachten ein neues Kleidchen bekommen hat. Über unseren Köpfen dröhnen laute Motoren und man hört die Einschläge unzähliger Bomben, die auf unsere Stadt niederfallen. Jeder Einschlag lässt mein Blut in den Adern gefrieren. Werden wir leben, werden wir überleben? Ich spüre die Liebe und gleichzeitig mischt sich darunter verheerend die Angst. Mein Sohn Heinz lässt es nicht zu, Schwäche zu zeigen. Er ist dreizehn, bald schon ein Mann und doch viel zu kurz ein Kind. Mein Mann, ich weiß nicht wo mein Mann ist, ob er noch lebt, seit einem Monat kein Brief. Unser Haus beginnt zu erzittern, Sandstein rieselt über unsere Köpfe. Jetzt fängt auch Heinz an zu weinen, wieder ein Kind, beide Kinder rücken näher zu mir. „Mama, Mama, wann hört das auf? Wann sind wir wieder in Sicherheit? ich habe solche Angst. Ich hab dich so lieb.“ Ingrid vergräbt ihren Kopf an meiner Brust, ihr kleiner Körper zittert, ich kann nichts tun, außer Liebe zu geben bis nichts mehr geht.

(erzählt von meiner Oma Emmi immer und immer wieder)

Ich möchte mir nicht anmaßen, wo die Angstgrenze bei jedem einzelnen liegt, doch dieser Tage in sozialen Medien zu posten, man sei in Sicherheit, lässt mich dann und wann etwas erschaudern. Welche Wertung hat dann noch ein ausgewachsener Hurrikan oder ein Tsunami, der Tausende Menschen in den Tod reißt? Oder brauchen wir alle ein bisschen „Todesangst“ um uns lebendig zu fühlen? Nichts desto trotz hoffe ich, ihr habt alle die stürmischen Zeiten überlebt und genießt das lange Wochenende.

Allgemein

Gentlemen sind alterslos

Ein Pärchen kommt vom Markt, beide jenseits der siebzig. Er ist bepackt bis unters Kinn. Blumen, Obst und Gemüse, unterm Arm eine Zeitung.

Sie: „Soll ich dir was abnehmen?“
Er: „Nein!“
Sie: „Komm schon, das ist doch viel zu schwer!“
Er: „Nein!“
Sie: „Alfred, ich helfe dir doch gerne!“

Er bleibt stehen. Stellt alle Einkäufe ab. Lächelt, streicht ihr übers Haar und küsst sie. Dann nimmt er alle Sachen auf eine Seite, greift mit der freien Hand die ihre. Sie gehen weiter.

Er: „Danke für deine Hilfe!“

Jetzt sagt sie nichts mehr, lächelt und lehnt ihren Kopf an seine Schulter.

© Sunny Möller

Allgemein

Grenzwerte der Oberflächlichkeit

„Was machst du heute, Sunny?“

„Gar nichts!“

„Aha, interessant. Und mit wem?“

„Mit niemandem!“

„Kenn ich den?“

„Nee!“

„Okay, dann grüß mal schön! Unbekannterweise natürlich.“

„Mach ich!“

„Klasse. Tschüss Susi!“

„Tschüss Sunny!“

„Wieso Sunny? Ich heiße Anna!“

(c) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich

The Frankfurter Buch Trade Fair made me totally kaputt!

Hey, ich war aufs äußerste prepared and in a very good Mut with Tausende von business cards for fishing some Komplimente and to angle a big fish with a Verlag or a manager. What should I sagen? There was not one holy shit soul hu was interested in my Stoff! Why? I am a komplette Beginnerin with null Knowledge about the Geschäft. I thought good looking, a little bit of nett and a good outspeaking can help to get Hilfe. The weekend is not the time for the Autoren hu wants to get irgendwas. I made a monkey from myself but it wasn´t alles schlimm!

We had has have had a ziemlich outstanding hotel and my friend and me became the best Rindersteak ever in the Welt. Perfect lecker! Und one of the best Erfahrungen on the Buchmesse were the special people da, called Cosplayer. They are walking all over the Platz and were the most fotografierte Leute on the Veranstaltung! Absolutely traffic, terrific, I mean selbstverständlich fabulös.

And at the Ende of the story I learned very much! Go not to Veranstaltungen where the Leute are very langsam in walking hope to get something umsonst, go on the right day and never never give up your dream to live for writing an verbessering my English! I think, it is a little bit gelungen. Thänk you for lesing!

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Allgemein, Alltagstauglich, Kinderwelt, Wortkunst

Emma´s Welt und Pfützen mit klatschenden Händen

Leeres Blatt, leerer Kopf, keine Idee, jeder Funke ein Leben entfernt, nichts was mich berührt, entführt, in eine Welt jenseits vom Diesseits. Schließe die Augen, denke an große Themen, die mich bewegen und doch nicht bewegen zu schreiben, zu denken, ein Gedanke reicht aus, zu vermitteln, die großen Gefühle, die Welt zu verrücken, ein kleines Stück. Ein wenig zu rütteln, aufzuwecken aus einer Starre, die wir hassen. Auf der Suche nach Worten, die beschreiben, was wir denken, einen Mitwisser finden, ein Versteher im Dunkeln. Immer tiefer grabe ich in mir, leere Gänge, die Zimmer sind leer. Unbemerkt verschwunden, verabschieden fiel wohl zu schwer. Ein kleines Mädchen greift meine Hand.

„Raus Mamaßen, komm doch!“

Wir gehen durch die Stadt. Der Sommer ist schon weit weg, der Wind nasskalt, kriecht unter die Haut. Meine Tochter sieht nur die Pfützen, schlechtes Wetter ist ihr fremd. Sie bleibt stehen, immer, wenn Musik zu ihr dringt. Lächelt mich an, zeigt auf einen Mann.

Er ist alt, seine Kleidung dünn und verschlissen. Auf dem Schoß hält er eine Gitarre, voll mit Aufklebern, so dass sich das Holz darunter nur erahnen lässt. Unbemerkt rückt Emma-Lilu Stück für Stück an ihn heran. Er beginnt zu spielen. „Tears in Heaven“, seine Stimme klingt voll und trotzdem weit weg, traurig, als ob er das Lied erlebt hat.

Ein Geldstück fällt in seinen Hut. Kleine Hände klatschen. „Bravooo, bravvoo, daafst abba nich traurig sein Mann, so ßön hast du gespielt, dass Pinßessin Lulu fröhlich ist Mann, dankeßööön!

Alte Augen treffen die jungen, alte Augen fangen an zu lächeln. „Wie schön hast du meinen Tag gemacht, kleine Prinzessin Lulu!“

Ein Handkuss fliegt, wir gehen weiter. Manche Tage brauchen keine großen Geschichten, nur Pfützen und kleine, klatschende Hände…

© Sunny Moeller

Emma war ungefähr 2,5 Jahre alt.

Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Blaue Augen

Sunny, du bist so blauäugig! Naivität bzw. Blauäugigkeit (zugehöriges Adjektiv naiv, von französisch naïf ‚kindlich‘, ‚ursprünglich‘, ‚einfältig‘, ‚harmlos‘, ‚töricht‘). Im Allgemeinen werden Menschen als naiv bezeichnet, denen die notwendige Einsicht in ihre Handlungen fehlt und die über einen begrenzten geistigen Horizont verfügen. Oft gilt „naiv“ als Synonym für leichtgläubig, arglos, leicht verführbar oder unwissend. (Wiki)

Okay, ich habe also einen begrenzten geistigen Horizont. Obwohl ich die angrenzenden Adjektive eigentlich ganz positiv empfinde.

Ja, ich will kindlich sein dürfen, Seifenblasen machen, Grimassen schneiden, Fantasiesprachen erfinden, Kirschkerne spucken, auf erfundenen Wolken spazieren. Und was die Ursprünglichkeit betrifft, hätten alle ein bisschen mehr davon, gäbe es auch ein bisschen mehr Zufriedenheit.

Und ich kann leichtgläubig sein, weil ich immer wieder das Gute in jedem sehe. Auch wenn das Leben und die Menschen mir mehr als einmal den schwarzen Peter gezeigt haben. Na und, ich gehe weiter, arglos, leicht verführbar und unwissend meiner Wege und das ist gut so.

Weil ich dadurch auch die sehe, die mit mir gehen, mit Seifenblasen in der Hand, Kirschkerne im Mund und viel Raum für Fantasie. Der Alltag frisst schon genug von den Farben!!! Ich finde Realität und Naivität sollten sich mal unterhalten!

© Sunny Möller