Alltagstauglich, Wortkunst

Bin nicht Rilke oder Hesse

Bin nicht Rilke oder Hesse,
doch wohnt auch meinem Anfang ein Zauber inne,
mein weicher Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
so taten auch mir wie den Ameisen von Ringelnatz auf der Chaussee,
vom Werben meiner Poesie die Beine weh.
Und wär´ ich Morgensterns finstrer Esel nun,
der ruft `Ich bin so dumm, lass uns sterben, kumm´,
da halt ich es lieber wie öfter eben
und bleibe lieber leben.

Nun holt euch schnell mein Buch ins Haus
Und macht eure eigne Geschichte draus.

https://www.amazon.de/Sternenläufer-das-Mädchen-Poesie-Gesammelte/dp/1705420311/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&keywords=sunny+moeller&qid=1575535097&sr=8-1

Allgemein, Wortkunst

OUT NOW! Der Sternenläufer und das Mädchen

Endlich, endlich, endlich!!!

Als mir viele von Euch sagten:“Sunny, bring doch endlich mal deine Gedichte als Büchlein heraus!“, dachte ich noch, wer soll denn drei, vier Gedichte in ein Buch packen wollen? Doch es sind mittlerweile schon über 60! Beim Lesen habe ich noch einmal alle meine Gefühlswelten durchlebt und würde euch jetzt gerne in dahin mitnehmen. Ich hatte mit Kilian Soldat einen tollen Illustrator an meiner Seite, der meinen ersten Gedichtband zu etwas ganz Besonderen gemacht hat!

Ob als Geschenk, zum selbst Erleben und Abtauchen in die Tiefen meiner lyrischen Welt, der „Sternenläufer und das Mädchen“ sollte in eurem Bücherregal stehen, oder auf dem Nachttisch liegen, oder auf einer Decke am Strand…<3

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Der Sternenläufer und das Mädchen

„Du wirst gehen, sie zu finden. Erkennen wirst du sie, denn sie ist eine Suchende. Ihr Blick wird dich fragen, ob du die Antwort kennst. Die Antwort auf ihre Fragen, die sie nicht stellt. Die du dennoch kennst, begreifst, in dich aufnimmst und berührst. Eile dich, Sternenläufer, denn die Zeit ist nicht dein Freund. Gib ihr dein Licht und so werdet ihr finden, die Antwort, die Fragen, das Glück, um zu sehen, was verborgen, im Anfang, als ganzen Teil vom Stück.“

Dunkel war der Wald, in den sie trat. Die Wege nicht sichtbar, jedes Geräusch verschluckt von Natur. Ihr Kopf war leer. Sie musste finden, hatte Fragen, ohne Antwort, kein Sinnen zum Morgen. Vielleicht sollte sie rufen, flehen, wimmern vielleicht. Die Angst fraß die Wünsche, brach Handeln sogleich. Nur laufen, vielleicht kommst du an, am Ende des Anfangs, ist der Anfang das Ziel. Zu viel? Worte, oft sinnlos, ohne Inhalt gewählt. Gibt es da etwas, ein Jemand, der hilft?

Sei still, im Schweigen sind Worte, ausgesprochen im Geist. Plötzlich wird es heller, Gegenwart fühlbar, ganz nah und trotzdem nicht da.

„Wer bist du? Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen!“

Die Stille, sie lärmt, das Warten auf Antwort ist lauter denn je.

„Ich bin hier, mitten im Licht! Ich kann nicht viel dunkler, denn das Licht, das bin ich! Komm einfach näher, hab keine Furcht, ich gebe dir Antwort, still deinen Durst!“

Näher und näher kam sie der Stimme, von Magneten gezogen, hin zu dem Licht. Eine Hand löste sich aus diesem Schein, ihre zu greifen, nicht mehr allein. Augen in Augen, Seelen berühren, verführen zum Bleiben, einfach zu sein.

„Sag mir die Antwort, gib mir den Halt! Kann nicht länger warten, so einsam und kalt!“

Das Licht wird noch heller und wärmer zugleich.

„Du brauchst sie nicht, diese Antworten. Du brauchst Fragen, ein Leben lang. Denn Antworten sind Stillstand, mit dir nicht verwandt.“

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https://www.amazon.de/Sternenläufer-das-Mädchen-Poesie-Gesammelte/dp/1705420311/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&keywords=sunny+moeller&qid=1574602802&sr=8-1

Wortkunst

Wer nichts sieht

Bei dir sein,
bedingt ohne Bedingung,
nur um zu atmen in deinem Herz,
für den Moment mit dir zu sein,
berührst mich ohne wirklich zu sein,
ertrink ich in deiner Gier,
während ich atme, nimmst du alles von mir,
was denke ich, in deinem Herzen,
dass du mich liebst und atmest mit mir?
Nimmst alle Luft, von mir und auch dir,
machst weiter, mein Herz bleibt atemlos stehen.
gehst weiter, wer nicht sieht kann auch nichts sehen.

© Sunny Möller

Wortkunst

Gebrauchter Glanz

Es glänzt so schön,
so neu und unverbraucht.
Es fällt, lange Kratzer bilden sich,
verdecken macht es nur noch schlimmer.
Stell es fort,
soll so niemand sehen, will ich nicht sehen,
so matt und längst verbraucht.
Es schimmert, bricht das Licht,
besonders durch die Kratzer.
Es glänzt so schön,
so neu, wenn auch gebraucht.

© Sunny Möller

Allgemein, Stimmungslage, Wortkunst

Der Erdbeermund

Eine verliebte Ballade für Yssabeau d’Außigny

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein schöner Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar,
da schlief ich manches Sommerjahr
bei dir, und schlief doch nie zuviel.
Ich habe jetzt ein rotes Tier im Blut,
das macht mir wieder frohen Mut.
Komm her, ich weiß ein schönes Spiel
im dunklen Tal, im Muschelgrund…
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hats auch kein Glück gebracht;
hast nur den roten Mund noch aufgespart
für mich so tief im Haar verwahrt…
Ich such ihn schon die lange Nacht
im Wintertal, im Aschengrund…
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.

Im Wintertal, im schwarzen Erdbeerkraut,
da hat der Schnee sein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei.
Und habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Wär nur der Winter erst vorbei
und wieder grün der Wiesengrund!

… ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

© Paul Zech

Allgemein, Wortkunst

Freier Wille?

Wenn du mich fragst, was ich will,
frag ich mich selbst, was ich will,
was ich wollen sollte, sollte ich,
könnte ich, müsste ich, nicht wollen
wollen?

Und dann frag ich mich, will ich das,
oder will ich nicht, will nicht mehr
wissen, wolltest du oder wollte ich,
in dem ganzen Willen zum Wollen,
hab ich vergessen, was ich eigentlich
wollte.

Was ich will? Freien Willen oder die
Freiheit zum Wollen?

(c) Sunny Möller

Allgemein, Stimmungslage, Wortkunst

Über die Liebe…

Lyrik, Dramen, eigenes Empfinden. Ich war auf der Suche nach meiner engsten Vertrauten, der Liebe. Ich wollte sie fassen, sie benennen, ihr eine Form geben, um sie zu verstehen.

Sie sträubt sich, zeigt mir immer neue Gesichter, wandelt sich vom schönsten Schein zur Angst einflößenden Fratze. Sie will nicht, dass ich sie ertappe, in einer ihrer Metamorphosen. Sie versteckt sich, kommt und geht, wann sie will.

Hält mir die Augen zu, nimmt meine Hand, führt mich über Schluchten, um mich in die tiefste zu stürzen. Sie lässt nicht mit sich reden, jede Verhandlung ohne Erfolg. Sie zeigt kurz und arrogant ihr Gesicht, die Amazone unter den Gefühlen.

Bringt neue Begleiter mit auf ihren Weg. Leidenschaft, Verlangen, Hingabe und die schlimmste ihrer Verwandten, die Bedingungslosigkeit. Kommen sie zusammen, ergibst du dich hilflos. Freier Wille? Vielleicht! Bis wann? Unbeantwortet.

© Sunny Möller