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Kinderfrei!

Meinen Ohren sind auf Empfang gestellt, ich mache mich lang und lausche durch alle Zimmer. Nichts. Ich starre 5 Minuten auf die Milchpackung vor meiner Nase. Nichts. Ich suche nach einer Antwort für eine gleich gestellte Frage. Nichts. Ich laufe langsam durch den Flur in Erwartung eines stechenden Schmerzes aufgrund von Legokleinteilen. Nichts. Ich atme ein. Tief. Durch die Nase. Nichts. Keine schweißdrüsengetränkte Pubertätsluft, die das letzte Jahr dafür gesorgt hat, dass meine Nasenflügel einen automatisierten Verengungsschutzmechanismus entwickelt haben. Die Tür zum Badezimmer steht offen. Nichts. Keiner belegt das Klo, keine Duschorgien mit Überschwemmungsgefahr des gesamten Badezimmers. Keine AA oder Parfum geschwängerte Luft, oder am besten gleich beides zusammen. Nichts. Ich mache mir einen Kaffee, einen großen Kaffee, in einer großen Tasse, mit Milchschaum, viel Milchschaum. Ich trinke ihn. Alleine. Langsam. Ich könnte Zeitung lesen, eine Gesichtsmaske könnte auch nicht schaden, mit einer Freundin tanzen gehen, kochen, was nur ich mag, Yoga machen, stundenlang, endlich mal wieder ein Buch lesen, Maniküre, Massagen vielleicht…

Ich mache nichts. Ich höre der Stille zu. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen.

P.S.: Für alle, die sich jetzt wieder Sorgen machen. Ich liebe meine Kinder. Über alles. Gehen sie mir manchmal ganz furchtbar auf den Wecker? Aber sowas von! Darf und muss man, wenn es möglich ist, die Zeit ohne Kinder genießen? Unbedingt! ❤

© Sunny Möller

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Einfach so die Zeit vertrödeln…

Gestern war ich im Schwimmbad. Nicht einfach nur so, es war so vorgesehen. Erst Arbeit, Kind abholen, Essen, Tanzkurs, Freundin vom Kind mitnehmen, ins Schwimmbad. Es ist heiß dieses Jahr im Mai. Es ist voll, das Schwimmbad dieses Jahr im Mai. Die Kinder verabschieden sich in Richtung Riesenrutsche, ich bleibe auf der Decke, in der Sonne. Sie können schwimmen, gut, beide. Die permanente aufsichtspflichtsgeschwängerte Sorge wird etwas entschärft.

Ich liege, in der Sonne, alleine. Ein öffentliches Schwimmbad und ein Gefühl wie im besten All-Inclusive-Urlaub. Mein Cocktail ist die Zeit, das Schirmchen mittendrin die Ruhe. Ich vertrödel meine Zeit. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal etwas vertrödelt habe. Zeit war nicht dabei. Ich schaue nach oben. Als Kind habe ich Zeit vertrödelt, in den Achtzigern durfte ein Kind noch Zeit vertrödeln. Ich war ein gutes Zeitvertrödlerkind. Ich schaue nach oben. Eine Wolkengeschiche, Wolkengeschichten eignen sich hervorragend zum Zeit vertrödeln.

Das Krokodil von eben ist schon weg, der Bär versucht sein Glück beim Angeln. Ein Ballettschuh, keinen Fisch, er ärgert sich und macht sich auf in Richtung Sonne. Ich könnte lesen, etwas essen, ein Kleinigkeit, ach nee, lieber vertrödel ich den Rest der Zeit!

© Sunny Möller

Allgemein, Kinderwelt

Ich bin die Allerschönste!

7.00 Uhr (Frühstück, mein 12jähriger Sohn kuschelt sich an mich)

Luke:“Weißt du eigentlich wie schön du bist? Gestern beim Elternabend (mit Kindern, Anm. der Mutter) haben dich alle Väter angeschmalzt. Und die Mütter waren alle neidisch, dass du nach zwei Kindern noch so eine Wahnsinnsfigur hast! Und du siehst so jung aus. Ich glaube ein paar haben gedacht, du bist meine ältere Schwester!“

Ich:“Was willst du?“

Luke:“Taschengeld ist alle!“

….er hat das Prinzip von Fördergeldern bestens verstanden! 😀

(c) Sunny Möller