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Das ABC der Nachhaltigkeit: P

P

wie

Praxistest

Ich habe immer gedacht, ich lebe schon ziemlich bewusst und auch nachhaltig. Doch als ich mit diesem ABC angefangen habe, ist mir doch einiges sauer aufgestoßen. Zum Beispiel wie viele männliche Küken im Schredder landen und es dabei egal ist, ob du ein Bio- oder ein Käfigei kaufst. Dass Papiertüten im Supermarkt zu kaufen genauso doof ist wie Plastiktüten und dass ich doch hin und wieder mein Auto für Strecken benutze, die mein Fahrrad genauso schnell schaffen würde. Weil ich faul bin, weil das Wetter zu schlecht ist, oder weil ich keine Lust habe, mehrmals die Woche einkaufen zu gehen.

„Ich mache viel zu wenig!“

Mein Freund schüttelt den Kopf.

„Aber was machst du denn gut?“

Ich überlege, fange dabei wieder an, mich selbst zu beschuldigen, was ich für ein nachhaltiges Miststück bin.

Mein Freund ist sichtlich genervt.

„Nenne mir 3 Dinge, mit denen du unsere Umwelt schützt!“

„Ich kaufe keine Plastikflaschen mehr!

„Ich habe einen Garten und baue selber Gemüse an!

„Ich kaufe kein verpacktes Gemüse oder Obst mehr!

„Kaffee to go landet in keinem Pappbecher mehr!

„Ich trinke nur noch Leitungswasser.

„Ich fahre viel mehr Bus und Zug.

„Ich kaufe keine Plastiktüten mehr.

„Ich lasse keine Akkustecker mehr in der Steckdose, wenn ich ihn nicht benutze…“

„Das waren 7!“

Ich dachte nach und ich habe das auch schon von vielen von euch gehört und gelesen. Ein kleiner Beitrag von jedem von uns, macht schon eine Menge aus. Die Großen und mächtigen beschuldigen hilft allerdings überhaupt nicht. Ich weiß nicht genau, ob es Greta Thunberg geschuldet ist, dass auf einmal so ein Klimabewusstsein durch die Welt geht, aber als ich heute morgen auf dem Markt war, habe ich noch nie so viele Menschen gesehen, die mit Körben und Stoffbeuteln unterwegs waren und nicht einmal ihre empfindlichen Tomaten in Papiertüten zwischengelagert haben. Beim Käsemann stand eine ältere Dame mit ihrer Tupperbox und ließ sich ihren Gouda gleich da hinein füllen. Und bei der Kaffetante standen viele mit ihren mitgebrachten Bechern.

Es passiert was und das ist ein gutes Gefühl! ❤

Und wer auch immer die "Fridays for Futures" Bewegung für eine Schwänzspinnerei von Kindern gehalten hat…dafür ist unsere Zukunft aber ziemlich aktiv!

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Liebe ist ein Theater des Wahnsinns

Ein toller Lyriker, den ich da entdeckt habe! Unbedingt mal vorbei schauen! ❤

Vom Gedanken zum Wort

Liebe ist ein Theater des Wahnsinns,
auf einer Bühne voller Scherben und barfüßiger Poeten.
Knöcheltief in dieser gottlosen Liebe aus Fleisch,
befremdet von meinem eigenen Inneren,
starre ich diese Klippe entlang in den Abgrund der Gefühle,
und halte nur mühsam die Balance der Vernunft.
Die Liebe ist wie der Wunsch zu springen,
in dieses gleichsam schöne als auch schmerzvolle Gefühl.
Jede Wunde ist wie ein Klangkörper,
tönend bei der bei der kleinsten Berührung.

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„Ich habe keine Schuld…

…aber die Verantwortung, dass so etwas nie wieder passiert. Mein Sohn kommt heute sichtlich bewegt vom KZ Bergen-Belsen zurück. Er erzählt mir von Anne Frank, die dort mit ihrer Schwester Margot gestorben ist. Sie war 15, so alt wie Luke jetzt.

„Ich weiß ja, wie schlimm das gewesen ist, aber wenn du da bist, wo so viele Menschen gestorben, gefoltert und gequält wurden, dann hast du so eine Last auf dem Herzen, dass man fast keine Luft mehr bekommt.

Was wäre, wenn sie Opa auch getötet hätten? Dann gäbe es dich nicht, mich nicht und Emma auch nicht.“

Er schluckt, die ganze Realität ist ihm heute mit voller Wucht ins Gesicht geknallt.

Und er ist wütend.

„Weißt du Mama, man sollte so ein KZ nachbauen und alle Neonazis da ein paar Wochen hinschicken. Ein Bootcamp für Rechtsradikale. Wie kann man nur so sein…?“

Ja, wie kann so etwas nur wieder passieren?

(c) Sunny Möller

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ABC der Nachhaltigkeit: O

O

wie

Onlineshopping

OMG und oh weia, wer nachhaltig leben will, möglichst alles lokal erwerben möchte, ohne lange Wege und viel Verpackungsmaterial, hat es im Zeitalter des Onlineshoppings wirklich nicht so leicht.

In Großstädten ist es sicherlich leichter die entsprechenden Waren vor Ort zu ergattern, doch die deutschen Kleinstädte sterben immer mehr aus. Zwar gibt es dort mittlerweile auch riesige Einkaufszentren, Fachgeschäfte sucht man allerdings vergeblich. Während man früher bei Schrauben-Manni auch eine einzelne Schraube erwerben konnte und seine kaputte Kaffeemaschine kurz zu Elektro-Edgar brachte, wird heute alles eingeschickt, oder du musst einen 100er Pack der gleichen Schraube kaufen, von denen man 99 nicht benötigt.

Der Online-Handel ist einfach nicht mehr wegzudenken. Es ist einfach, geht schnell und ist äußerst bequem und dank des Express-Versands auch zeitnah verfügbar.

Gibt es also keine Möglichkeit, den Online-Einkauf nachhaltiger zu gestalten? Doch, man muss halt ein bisschen länger suchen und ein bisschen Aufwand ist sicherlich auch dabei. Die Seite energie-tipps.de hat da tolle Ideen, die sich gar nicht so schwierig anhören:

Online shoppen? Aber nachhaltig.

Auf den vorgeschlagenen Seiten gibt es gute Tipps wie man plastikfrei verpacken kann und wer umweltverträglicher das Ganze versendet. Viele Lieferdienste setzen mittlerweile auf einen umweltfreundlichen Versand: DPD liefert Waren klimaneutral ohne Aufpreis aus und setzt beim Transport auf Fahrräder, Elektro- oder Erdgasautos. Auch DHL transportiert Pakete klimaneutral: deutschlandweit kostenlos, ins Ausland für einen Euro Aufpreis, der in Projekte für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Aufforstung fließt.

https://shop.original-unverpackt.de

https://landpack.de

https://www.biobiene.com

Mir ist bei vielen Onlineshops auch aufgefallen, wenn man zum Beispiel Schuhe oder Kleidung in verschiedenen Größen bestellt, dass vorgeschlagen wird, sich doch noch einmal bei den Maß- und Größentabellen genau zu informieren und dann vielleicht nur eines der bestellten Sachen zu bestellen.

Wie Oma Emmi so schön sagte: „Steter Tropfen höhlt den Stein“ und alle ein bisschen macht im großen Ganzen, ganz schön viel aus.

© Sunny Möller

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Der ganze Himmel, Sunny, der ganze Himmel!

Ich hatte heute vor mein ABC der Nachhaltigkeit weiter zu schreiben, aber wie das Leben so spielt, kommen ganz andere Sachen dazwischen, verrückte, irgendwie auch ganz lustige oder eben völlig unvorhergesehne.

Ich war mit Charly auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Schrebergarten. Nur mal schnell gucken, wegen der Schnecken und um den Vögeln die Futterhäuschen wieder voll zu machen.

„Können wir schnell noch bei der Post vorbei? Ich hab da noch einen Brief, der dringend weg muss.“

„Klar Charly, liegt ja auf dem Weg.“

Leider hatte ich nicht bedacht, dass es eine Zeit war, in der man mit dem Auto möglichst die Innenstädte meidet, da alle Menschen nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause sind. Also standen wir in einer langen Autoschlange und warteten und warteten. Jede Postkutsche ohne Pferd wäre schneller gewesen. Egal, im Radio lief „Sunshine Reggae“ und das machte das kalte Mai-Wetter draußen gleich viel angenehmer. Wir wippten im Rhythmus, hatten nicht viel zu sagen, doch dann plötzlich…

„Oh nein, guck mal, guck mal, da ist ein kleiner Vogel gegen ein Fenster geknallt!“

„Wo?“

„Na da, der liegt jetzt auf dem Radweg! Ich glaube das ist ein kleiner Grünfink.“

Wie konnte sie das erkennen?

„Ist er tot?“

„Ich weiß nicht genau. Ich glaube nicht. Wir müssen ihn retten! Mach was! Fahr rechts ran! Wir können ihn da nicht liegen lassen. Der nächste Radfahrer macht ihn platt. Der kleine, arme Vogel!“

Ich also rechts ran, Warnblinkanlage an, Charly steigt aus, reißt sich ihr Tuch vom Hals und bewegt es ausgebreitet wie ein Stierkämpfer auf den Piepmatz zu. Selbst wenn er gar nicht verletzt war und nur einen Schock vom Aufprall hatte, Flucht war zwecklos. Charly hatte ihr Tuch so schnell über den Vogel geworfen, dass jeder Flügelschlag zum Scheitern verurteilt gewesen wäre. Keine Minute später saß sie wieder im Auto, das kleine Tuch-Vogelbündel auf dem Schoß. Und das Bündel zappelte.

„Tot ist er wohl nicht.“

„Nein, aber vielleicht hat er einen gebrochenen Flügel! Und ein Trauma! Klatsch du mal volle Wucht gegen die Wand!“

Ich dachte an die Geschichte, als Charly gegen die Wand gerannt ist (nachzulesen in „Omas Wand“). Vielleicht verbinden solche Sachen. Sie fing an mit dem Vogel zu reden.

„Ja ja, ist ja schon gut mein kleiner Schatz. Charly rettet dich, du wirst wieder gesund. Bleib ganz ruhig.“

Dabei schuckelte sie ihn leicht hin und her. Ein bisschen erinnerte sie mich an die irre Krankenschwester aus Stephen King´s „Misery“, die ihren Patienten fast zu Tode gepflegt hatte.

„Und was machen wir jetzt?“

„Ist hier ein Tierarzt in der Nähe?“

„Nein.“

Ihre Tierliebe reichte wirklich ins Unermessliche. Als neulich eins der Meerschweinchen ihrer Tochter Blut gepinkelt hatte und nicht mehr fraß, wurden alle tiermedizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft, um Oliver zu retten. Und sie schaffte es tatsächlich. Olli war wieder frech und verfressen wie eh und je. Wahrscheinlich hatte sie bald einen Aufkleber auf ihrem Auto, „Ich bremse auch für Ameisen“. Der Vogel wurde immer lebendiger. Das Tuch hüpfte rauf und runter.

„Lass den bloß nicht aus dem Tuch raus! Wenn der anfängt, hier im Auto rum zu flattern, bau ich noch einen Unfall! Wir nehmen ihn jetzt mit in den Garten und gucken mal, ob er es schafft oder nicht.“

Sie guckte mich etwas entsetzt an.

„Hör nicht auf die böse Frau, Piepi! Natürlich schaffst du das! Charly passt schon auf dich auf. Gleich bekommst du erst einmal ein paar feine Sonnenblumenkerne und dann gucken wir mal, was dir fehlt.“

Die böse Frau fuhr weiter zum Garten.

„Es ist doch Brutzeit. Was ist denn, wenn sie Kinder hat und du sie jetzt von ihren Babys weggeholt hast?“

Die böse Frau konnte einfach nicht die Klappe halten. Charly blieb ruhig.

„Wir machen Piepi schnell wieder gesund und dann gehört ihm wieder der ganze Himmel. Bis dahin sind die Kinder noch nicht verhungert.“

Sie war konsequent. Ich parkte das Auto. Charly versuchte vorsichtig auszusteigen, das Tuch, samt Vogel beschützend in ihren Händen. Leider hatte sie eine kleine Öffnung an der Unterseite übersehen. Piepi kämpfte sich in Sekundenschnelle frei und flog weg. Ich bildete mir ein, dass er mit einem Flügel noch ein Ballaballa Zeichen machte. Sollte es eine Vogelpolizei geben, hätte Charly jetzt bestimmt eine Anzeige wegen Freiheitsberaubung an der Backe.

„Er ist weggeflogen!“

„Ja.“

„Dann hatte er wohl keinen gebrochenen Flügel.“

„Offenbar nicht.“

„Schön. Der ganze Himmel, Sunny, der ganze Himmel.“

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Autorenquatsch

Charly chap lin

Das ist eine fremde Sprache, die nur Charly und ich verstehen. Sollte jetzt jemand auf diesen Schauspieler aus der Stummfilmzeit kommen, damit hat es nicht das Geringste zu tun! Es ist so ein Freundinnending, was nur wir beide verstehen. Ich weiß nicht, ob ich euch einweihen kann, aber vielleicht könnt ihr ja unsere Geheimsprache selbst entschlüsseln…

„Ey, ich hab schon wieder zugenommen! Dabei hab ich doch mit dieser Kohlsuppe gefastet!“

„Aber vielleicht hättest du Rotkäppchen lieber im Wolf lassen sollen!“

„Dieser blöde Wolf hat nicht einmal das Maul aufgemacht, ich schätze, der hat die sieben Geißlein auch schon verdaut!“

„Beim Sonnengruß?“

„Ja!“

„Wir müssen echt mehr Sport machen! Alle machen Sport, dauernd sehe ich Leute durch die Gegend rennen, mit ihren Schrittzählern und an den Arsch gepackten Trinkflaschen!“

„Sehen die glücklich aus?“

„Na ja, eher angestrengt. Aber guck doch, was wir machen. Wir labern so einen Möchtegerngeheimslang, für den sich nicht mal einer interessiert. Ist ja nicht einer dabei, der es hören könnte. Und verstehen tue ich das meiste auch nicht mal. Wer sind diese verdauten Geißlein?“

„Na ja, die Kohlsuppe war ehrlich gesagt nicht so der Burner. Ich hatte immer Hunger und musste noch dazu ständig pupsen. Jedenfalls ist Rotkäppchen der Sekt und die Geißlein sind Chicken Nuggets.“

„Aber sieben? Die gibt es doch nur als 6er, 9er oder 20er Pack.“

„Ich hatte die 20er…“

„Und hast 7 gegessen?“

„Nein, übrig gelassen.“

„Und was war jetzt mit dem Sonnengruß?“

„Haste nicht verstanden?“

„Nee.“

„Mc Sunday, der Eisbecher!“

„Ach so.“

„Ja.“

„Karamell?“

„Schoko.“

„Klar, was sonst.“

Und wisst ihr jetzt, was Chap lin bedeutet? ❤

© Sunny Möller

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Muttertag – Sie kann sehr laut rülpsen!

Ich habe gerade einen Text wiedergefunden, als mein Sohn Luke in der dritten Klasse war. Das Muttertagssgeschenk der Schüler war ein Skandal. Nix mit Gedicht und Schnörkeln. Kinder reden Tacheles!

Wer erinnert sich nicht an seine Grundschulzeit, als man zum Ehrentag der Frau Mama ein allgemeingültiges Huldigungsgedicht auf ein Zeichenblockblatt schrieb und es anschließend noch mit Tulpen und Herzchen verzierte.

Meine liebe Mutter du,

ich will dir Blumen schenken.

Was ich dir sagen will dazu,

das kannst du dir schon denken.
Ich wünsch dir Glück und Fröhlichkeit,

die Sonne soll dir lachen!

So gut ich kann und allezeit,

will ich dir Freude machen.
Denn Muttertage, das ist wahr,

die sind an allen Tagen.

Ich habe dich lieb das ganze Jahr,

das wollte ich dir sagen.

So erwartete ich auch in diesem Jahr wieder ein illustres Werk meines Sohnes, was ich mit 26 anderen Müttern teilen würde. Doch dieses Mal wurde ich überrascht. Ich bekam ein selbstgebundenes Heft meines Kindes. Wundervoll verpackt, in pastellfarbenem, frühlingshaftem Papier. Ich bemerkte, wie Freudentränen in mir aufstiegen. Ein ganzes Buch! Vielleicht eine Geschichte! Nur für mich! Mit Liebe geschrieben! Worte voller Dankbarkeit! Ich wusste doch, wie sehr er schreiben hasste. Das waren mindestens 20 Seiten! Wie schön es doch war, Mutter zu sein.

Ich wollte mein Kind gerade an mein, vor Stolz überquellendes Herz pressen, da räusperte sich mein Sohn.

Oh mein Gott, auch noch ein Gedicht?

„Du Mami?“

„Ja, mein Liebling?“

Nicht weinen, Sunny, nicht weinen! Das stört seine Konzentration!

„Es ist nicht das, was du erwartest!“

Mein bescheidener Junge. Alles richtig gemacht…..hach

„Ich weiß Luke, die Mami ist so stolz auf dich! Fang nur an Mäuschen, ich bin ganz bei dir!“

„Also, das Buch ist von der ganzen Klasse!“

Was? Okay, ich wusste, ich war ganz beliebt bei seinen Mitschülern. Ich war nicht diese typische Twinset-Mami, die mit anderen Müttern Tortenrezepte auf dem Schulhof austauschte. Ich war eher die Chucks tragende, Gangnam-Style Mom! Aber deswegen gleich Glückwünsche von der ganzen Klasse? Ich war überwältigt!

„Es ist ein Rätselbuch!“

Ich war überfordert!

„Wie Rätsel?“

„Na ja, wir sollten unsere Mütter beschreiben! Ohne Namen zu nennen. Jetzt musst du herausfinden, welche Beschreibung auf dich zutrifft.“

„Oh, das ist ja toll!“

Toll?

Ich schlug die erste Seite auf.

„Meine Mutter schreit mich immer an, deshalb brauche ich viel Ruhe. Dann ist sie sehr nett und kauft mir neue WII-Spiele. Sie ist ein bisschen pummelig, aber das ist in Ordnung!“

Ich will sofort ein Dummbatzidoofgedicht!!!! Sofort! Nächste Seite….

„Ich habe meine Mutter nur selten glücklich gesehen. Sie streitet sich sehr oft mit Papa.
Welche Mutter ist es?“

Ich musste schlucken. Welche Mutter möchte sich da erkennen? Ich las weiter.

„Meine Mutter hat schwarze Haare und wirkt viel älter, als sie ist. Sie versucht uns zu erziehen, aber das klappt nicht. Sagt sie. Sie kocht gutes Essen und ihr Sohn hat drei Konsolen.“

Jetzt kam endlich ein Gedicht!

Meine Mama hat nen Bauch, der schwabbelt hin und her, doch das mag ich sehr! Sie kocht sehr gutes Essen, was wir alle fressen. Abends geht sie mit Papa ins Bett, brüllt er laut, findet sie es nett!

Mein Sohn grinste.

„Du bist auch gleich dran!“

Hatte ich noch einen letztes Wunsch frei, bevor man mich zum Schafott führte?

„Meine Mutter ist sehr schön, hat lange, braune Haare und blau-grüne Augen. Am liebsten schreibt sie und kriegt einen Kaffee von mir! Sie hat zwei Kinder und eins nervt richtig! Das ist nicht ihr Sohn! Sie liebt ihre Kinder über alles, aber der Alltag macht sie echt fertig! Sie macht immer alles alleine! Sie kann sehr laut rülpsen!“

…………………………………..

Vor mir dampft es. Mein Sohn kocht verdammt guten Kaffee!