Allgemein, Alltagstauglich

Mann, hast du´s schwer!

„Jetzt fängt sie wieder an, über uns herzuziehen! Ja, ja, ja, wir Männer denken nur mit unserem Schwanz! Wir sind völlig unfähig, die Bedürfnisse von euch Frauen zu verstehen!“

STOP!!!!

Gibt es Arschlöcher unter den männlichen Spezies? Aber sicher! Würde ich die partnertechnisch in Betracht ziehen? Aber sicher! Glaubt mir, ich hatte die Creme de là Creme in dieser Kategorie! Waren gute dabei? Aber sicher! Wusste ich es zu schätzen? Aber sicher nicht! Besonders geliebt habe ich die „bösen Buben“ und ich glaube, ich bin nicht die einzige im weiblichen Kader, der es so geht.

Aber was muss Mann denn nun haben, dass er partnerschaftlich für uns in Frage kommt? Bei einem Gespräch mit einer Freundin sind mir sämtliche Kronleuchter aufgegangen. WIR SIND NIEMALS ZUFRIEDEN! Vielleicht haben Männer das einfach akzeptiert und lassen uns meckern. Sie besinnen sich auf das, was sie können…meistens jedenfalls oder wovon sie glauben, dass sie es können. Seht ihr, niemals zufrieden.

Er soll nett sein, aber kein Weichei, er soll einen guten Körper haben, aber nicht so gut, dass wir uns fett fühlen, er soll wissen, was er will und machen, was wir wollen, er soll sich um die Kinder kümmern, aber bitte wie wir uns das vorstellen, er soll uns zuhören, aber ohne dass wir was sagen, unsere Wünsche erkennen, er soll erfolgreich sein, aber Zeit haben, wir wollen um ihn beneidet werden, was nicht heißt, dass er es merken soll, dass ihn auch andere Frauen toll finden, er soll Sex haben, aber bitte nur wenn wir in Stimmung sind, denn Männer sind ja eh immer in Stimmung, er darf nicht krank werden, weil Männer Jammerlappen sind, er soll ne Schulter zum Anlehnen bieten, aber uns damit nicht in unserer Emanzipation beschneiden, er soll Gefühl zeigen, aber bitte nicht heulen und sich in unsere Arme werfen, er soll was verwegenes, jungenhaftes haben, aber nicht kindisch sein und vor ALLEM SOLL ER UNS FÜR DAS GRÖßTE UND PERFEKTESTE WESEN DER WELT HALTEN!

An dieser Stelle habe ich echtes Mitgefühl!

Doch wenn es diese Kategorie einfach nicht zu geben scheint, wäre es dann nicht vernünftig, die pflegeleichte Variante, lieb und nett mit gutem Körper zu nehmen? Was treibt uns in die Arme der Männer, die uns auf längere Sicht nicht gut tun? Von der einen Ausgabe sind wir gelangweilt, die andere macht uns fertig! Was verdammt wollen wir?

© Sunny Möller

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Alltagstauglich

Mann – glücklich – eine Gegendarstellung

Mein Artikel „Mann-glücklich“ wurde leider nicht von allen Seiten positiv aufgenommen. Ein paar Männer waren tief getroffen!

„Sag mal Sunny, spinnst du jetzt eigentlich total?“

Gespräch mit einem guten Freund.

„Wie stellst du uns denn dar, als eine Horde schwanzgesteuerter Hirnamputierter!“

„Aber wenn ihr so am glücklichsten seid!“

Ein empörter und sogar leicht gekränkter Blick schlug mir entgegen. Das könnte jetzt interessant werden. Er holte Luft, das sprach für mehr als ugga ugga.

„Was glaubst du eigentlich, warum wir uns wieder so zurückziehen? Weil man Euch Frauen ohnehin nichts recht machen kann!“

´Euch Frauen´ stimmte mich immer leicht aggressiv.

„Ständig liest und hört man von Euch, wie der Traummann zu sein hat! Gut sollte er aussehen, Humor muss er haben, Geld auch nicht unwichtig, verständnisvoll, gefühlvoll, zärtlich, intelligent, treu, und und und! Vielleicht haben wir uns irgendwann wieder mehr auf unseren Schwanz konzentriert, weil der einfacher zufrieden zu stellen ist. Denn was passiert denn, wenn du für die Frau deiner Träume der Märchenprinz sein willst?

„Emanzipiert wollt ihr sein, aber einen Mann ansprechen, um Gottes Willen. Nachdem wir ordentlich gekratzt haben, lasst ihr euch eventuell zu einem Date hinreißen, was natürlich, trotz Gleichberechtigung, von uns finanziert wird. Wo läge auch Euer Wert, bei getrennten Kassen? Wenn wir Pech haben, müssen wir uns beim Essen dann auch noch anhören, was ihr schon für scheiß Typen kennengelernt habt, die die moderne Frau von heute, nicht ansatzweise zu schätzen wissen.

Ihr wollt zwar Kerle, starke Männer, die euch erobern, halten und beschützen. Aber das reicht schon lange nicht mehr!

Zeigst du große Gefühle, bist du ein Weichei, hältst du sie zurück, ein Arschloch. Machst du viele Geschenke mutierst du zum Schleimer, bei zu wenig zum Geizhals. Hörst du zu, schweigt sie. Gehst du, will sie reden. Trinkst du, bist du ein Säufer, tendierst du zum Wasser, die Partybremse. Wirst du angeflirtet, ein Ficker, wenn nicht, der Ladenhüter. Sagst du ja, will sie nein. Du kannst es nicht richtig machen! Niemals!“

Ich musste schlucken. Hatte er recht? Waren wir nie zufrieden? Konnte ER nie gewinnen?

„Und weißt du Sunny, was das Schlimmste an der ganzen Sache ist?“

„Was?“

„Die Guten vergesst Ihr! Eure größten Lieben sind immer die Arschlöcher!“

Ich dachte nach. Versuchen wir unsere Männer zu unterdrücken und klein zu halten, damit sie nicht ihrer wahren Bestimmung folgen können? Reizt uns der Reiz „beherrscht“ zu werden und wollen wir es uns nur nicht eingestehen? Der sensationelle Erfolg von „Shades of Grey“ wäre erklärt!  Vielleicht haben auch wir die Höhle nie richtig verlassen…..

© Sunny Möller