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Love is the answer!

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Was ich nicht sehe, ist nicht da.

Ich mach die Augen zu.

Eins und zwei, grüner Elefant mal vier.

Zwei Tage hat die Woche nur,

eine Spur in die Unendlichkeit,

zum Lieblingseismann gar nicht weit.

Was ich nicht sehe, ist nicht da.

Alle glücklich, tanzen, lachen.

Sachen machen ohne jemals aufzuhören.

Plötzlich alle wieder nah. Bist du da? Die Welt schreit Ja.

Ich mach die Augen zu, ist das wahr?

(c) Sunny Möller

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Corona-Land Part 4

„Du musst etwas trinken!“ Irgendjemand hielt mir eine Plastikflasche mit einer undefinierbaren Flüssigkeit an den Mund. Nach Wasser sah es nicht aus, eher so etwas wie Cola, aber ich konnte erkennen, dass irgendetwas darin herum schwamm. Ich drückte die Flasche von mir weg. Dieser Irgendjemand war ein Typ, dem sie das Virus direkt auf die Stirn gebrannt hatten. Warum sollte der sich noch impfen lassen, er war für immer ein Schreckgespenst der Nation, es sei denn er würde für immer und ewig eine Mütze tragen. „Ich bin übrigens Karsten. Wir kennen dich übrigens alle und niemand hätte gedacht, dass sie dich kriegen würden!“ Ich versuchte mich aufzurichten. Ich lag auf so etwas wie einem Feldbett, ich trug nicht mehr meine Sachen, sondern etwas, was so aussah wie ein Maleranzug. „Wo ist meine Freundin?“ Karsten drehte den Verschluss der Flasche zu. „Sie haben sie mitgenommen, um sie von der Wichtigkeit der Impfung zu überzeugen.“

So langsam kam mir alles ins Gedächtnis zurück. Charly und ich waren ohne Maske in die Innenstadt gegangen. Provokatives Husten war überhaupt nicht nötig gewesen. Mittlerweile waren alle hörigen Bürger mit einer Denunzierungs-App ausgestattet, die man bedienen konnte, wie einen Alarmknopf bei der Bank. In Bruchteilen von Augenblicken kreiste uns eine Herde von Covid-Bereinigern ein, die uns unverzüglich festnahmen. Sie stülpten uns Hannibal Lecter ähnliche Masken über und zerrten uns in ein Quarantäne Fahrzeug. Keine halbe Stunde später kamen wir in einem Lager an, was sich am Stadtrand befand. Ohne groß zu fragen, brannte man uns eine Nummer in die Haut und brachte uns zum Duschen.“Das war eine bescheuerte Idee, Sunny! Ich hab dich lieb, aber das war eine echt bescheuerte Idee!“ Ich wusste nicht, ob Charly weinte, oder ihr einfach Wasser über das Gesicht lief. Dann trennten sie uns.

Ich hatte gleich das Aufklärungsgespräch für die Impfung. Na ja, Gespräch konnte man es kaum nennen. „Sie bringen alle Menschen in ihrer Nähe in Lebensgefahr! Sie töten alte Menschen! Sie werden ihre Kinder nie wiedersehen! Sie stehen an der Seite von Neonazis! Sie sind eine Feindin der Demokratie! Sie sind eine Corona-Leugnerin! Sie sind eine Last! Sie sind unsolidarisch! Sie sind asozial! Sie sind eine Gefahr!“ Das „Gespräch“ dauerte ungefähr vier Stunden und am Ende brachten sie mich in eine der Umerziehungsbaracken. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Das man mich hier vielleicht wie Johanna von Orléons feiern würde, nur weil ich ein paar Dosenravioli geschmuggelt hatte?

Ich schaute Karsten an. „Wie läuft das hier ab? Plant ihr irgendetwas?“ Er fing leicht irre an zu lachen. „Planen? Was sollen wir hier drin schon groß planen? Wir werden 24 Stunden überwacht. Zum Totlachen, dass sich irgendjemand mal über China aufgeregt hat. Es gibt keine Solidarität mehr, Sunny! Jeder will nur sein altes Leben zurück und das hat rein gar nichts mehr mit Corona zu tun. immer mehr von uns lassen sich impfen.“ Ich konnte es nicht fassen. Es konnte doch nicht sein, dass alle nach und nach ihren Verstand verloren. War ich jetzt die Verrückte? Ich dachte an George Orwell, der mit 1984 eine schaurige Zukunftsvision geschaffen hatte. Er sagte einmal:

„In der Minderheit zu sein, selbst in der Minderheit von einer Person, machte einen nicht verrückt. Es gab Wahrheit und es gab Unwahrheit, und wenn man sich an die Wahrheit klammerte, sei es auch gegen die ganze Welt, war man nicht verrückt.“

Ich schüttelte mich. Nein, ich war auf gar keinen Fall verrückt. Ich musste etwas tun und ich musste Menschen finden, die mit mir gehen, Egal, was es mich kosten würde!

„Sunny?“

Ich drehte mich um. Es war meine Charly. Ich sprang auf und wollte sie in den Arm nehmen, aber ihre Augen wiesen mich ab.

„Nein nicht, es tut mir wirklich leid, aber ich habe das nicht ausgehalten. Sie haben gesagt, ich sehe meine Kinder nie wieder. Nie wieder, Sunny!“

Mein Blick fiel auf ihren Arm. Auf ihm klebte ein kleines, weißes Pflaster.

Tränen liefen ihr übers Gesicht.

„Es tut mir wirklich leid!“

Fortsetzung folgt…

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Corona-Land

„Ich muss irgendwie an diesen Chip kommen!“ Ich rieb mir die Augen, 48 Stunden am Stück wach zu bleiben hatte doch einige Spuren hinterlassen. Meine Augen brannten wie Feuer.

„Das kannst du vergessen, selbst wenn dir irgendjemand einen besorgen würde, wer würde dir abkaufen, dass gerade du geimpft bist? Für die Corona-Ex´s bist du doch nur eine Spinnerin, die nicht schnell genug ihren Aluhut abgesetzt hat!“

Ich spürte, wie mir Tränen in die Augen schossen und das lag nicht daran, dass ich schon so lange wach war. „Lass mich nicht bei diesen Leuten, Mami! Bitte, bitte, lass mich nicht alleine!“ Das waren die letzten Worte meiner Tochter gewesen, bevor sie sie mir weggenommen haben. Sie lebte jetzt in einer anderen, geimpften Familie. Diese Familie hatte entschieden, Lilly impfen zu lassen und ich hatte nichts dagegen tun können. Ich hatte sie seit 6 Monaten nicht gesehen. Mir war, als würde mein Herz einen Schlag aussetzen. Wo Noah war, wusste ich nicht. Er war schon zu alt, um das Recht auf eine Familie zu haben. Sie hatten außerhalb der Stadt Lager errichtet, in denen die V.I.P´s (Very Infective People) untergebracht waren. In irgendeinem dieser Erweckungslager musste er sein. Sie hatten sich an ihr Versprechen gehalten, es hatte keine Zwangsimpfungen gegeben. Allerdings mussten sich die Menschen ohne Impfung auf ein völlig anderes Leben einstellen.

Charly gab mir einen Schluck Wasser. „Weißt du noch, bei meiner letzten Geburtstagsparty? Wir haben bis 4 Uhr morgens getanzt!“ Charly machte ein paar rhythmische Hüftbewegungen, so als würde jeden Moment die Musik anfangen aus den Boxen zu dröhnen. Musik gab es schon lange nicht mehr und singen war verboten. Zu gefährlich.

Charlys Kinder waren auch weg. Wir waren zwar dem Lager entgangen, waren aber seit fast einem halben Jahr auf der Flucht. Wir hatten illegal Toilettenpapier nach Süddeutschland geschmuggelt und waren in der Nähe von Würzburg von Grenzpatroullen gestoppt worden, weil Charly dieses parfümierte Maiglöckchenpapier auf dem Hänger hatte. Allerdings hatten wir Glück, es war 8-lagig und dank meiner ausgefeilten Wickelkunst hatten wir die beiden Gesetzeshüter zu zwei Klomumien gemacht.

Jetzt standen wir überall auf den Fahndungslisten. Charly schaltete den Nachrichtenkanal auf ihrem Handy an. Auf dem Bild stand eine ältere Frau mit Tanga und Gymnastikanzug, die zu Helene Fischer Kniebeugen machte und wie eine verrückte klatschte. „Angi´s Warm Up“ lief gerade und ich dachte nur, wie soll das alles nur weitergehen….

Fortsetzung folgt….

© Sunny Möller

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Sehweg auf dem Gehweg

Wenn ich dich sehe und mich frage ob ich mich sehe, seh ich weg und kann das sehen, was du siehst, wenn ich dich sehe, sehe ich dann mich wenn ich weggehe, weg zu dir wenn ich umdrehe, stehe hier im vorbeigehen, einen anderen der sieht wie ich abdrehe, wehe jemand kreuzt meinen Gehweg und hält mich auf, wenn ich weg geh.

(c) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich

Von Wurzeln und Flügeln…

Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel. Ich habe mein Bestes gegeben, also das Ding mit den Wurzeln. Seine Wurzeln sind stark, ich habe ihn hin und wieder umgetopft, gedüngt und gegossen. Wir waren ein starkes Team, ohne Worte, manchmal Verständnis nur durch einen Blick.

Irgendwann fing mein Sohn an, sich selbst zu gießen, zu entscheiden, wohin seine Wurzeln wachsen und seine Flügel wurden größer. Waren nicht gestern erst die ersten Schritte, die ersten Worte, der erste Kindergartentag und der erste wackelnde Milchzahn?

„Ich würde gerne ein Jahr in Amerika zur Schule gehen, Mama! Du hast so viel erzählt von deiner Zeit dort! Ich möchte das auch. Kriegen wir das hin?“

Und eieiei, war ich cool! „Klar kriegen wir das hin!“ Organisation, Verträge, Impfungen, Gastfamilie, Abschiedsparty, für Mama kein Problem. Ich bin schließlich keine Helikoptermutter, die sich verzweifelt an ihre Kinder klammert.Soweit, so gut. Sonntag ist es soweit. Luke macht sich auf den Weg, weit, weit weg, ein Jahr in ein neues, unbekanntes Leben. Und jetzt, tatsächlich, überrennen mich meine Muttergefühle. Von Stolz, Freude, Abschiedsschmerz, Aufregung und ein bisschen Angst ist alles dabei. Auch für mich wird dieses Jahr ein neues, unbekanntes Leben werden und eine große Herausforderung, sich neu zu finden, mit der kleinen Schwester, die plötzlich für ein Jahr ein Einzelkind sein wird. Auch ihre Flügel werden weiter wachsen.

Was ich dir wünsche, Luke? Eine unvergessliche Zeit. Ein spannendes Leben in einer neuen Familie, neue Freunde und so viel Selbstständigkeit, dass du bereit bist, dich entwurzeln zu können, um frei zu fliegen. Ich liebe dich, mein Kind, bis zu den Sternen und zurück.

Luke wird wiederkommen, zumindest für eine kleine Weile. Er wird uns berichten, von seinem Abenteuer USA. Ich bin gespannt! ❤

© Sunny Möller

Wortkunst

Freiheit

Albert Schweizer schrieb über Freiheit

Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein.
Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen,
wenn ich es kann.
Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.
Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft,
weil der Staat für mich sorgt.
Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen,
Schiffbruch erleiden und Erfolg haben.
Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb für ein Trinkgeld abkaufen zu lassen.
Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein führen.
Lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolgs, als die dumpfe Ruhe Utopiens.
Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben, noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.
Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln,
der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen
D I E S   I S T   M E I N   W E R K

 


© Sunny Möller