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Dunkel war´s, der Mond schien helle

Meiner nicht, es ist einfach nur dunkel. Das ist nicht schlimm, was im Dunkeln ist, das sieht man nicht. Doch finde ich keine dunkle Ecke, die mich verschwinden lässt.

Nur für eine Weile, einen kurzen Moment, das Gucken ins Leere, ohne Fragen, wohin. Kann einfach nur sitzen, reglos, keiner fragt nach dem Sinn.

Muss nichts schön finden, schlecht aber auch nicht, ich finde einfach mal nichts. Bin weder lustig noch traurig, wütend geht gar nicht, einfach nur nichts. Das hat doch auch Recht zum da sein, dieses Gefühl ohne Gefühl.

Reden ist morgen, vielleicht aber auch nicht, will nichts erklären über das, wie ich bin. Nicht immer, aber oftmals, nicht zeitlich begrenzt.

Suche den Ausgang, finde ihn nicht. Laufe in Kreisen, an Ecken, gebückt geradeaus. Verstecken ist schwierig, kann nicht hinaus.

Drinnen sitzen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft. Gefällt mir, frage mich, wo sind die nur?

© Sunny Möller

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Leben leben

Ist es dunkel oder schnell,

langsam oder hell,

was mach ich nur,

steh ich hier gegangen bin,

Sinn sinnlos abgeschaltet,

in den Töpfen kocht das Eis,

Reis könnte man auch mal wieder essen,

fall nicht drüber über den zerrissnen Sack,

denken ist im Angebot, Tod nicht akzeptiert,

langsam wird es interessant,

Leben leben? Zu riskant.

© Sunny Möller

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Was ich nicht sehe, ist nicht da.

Ich mach die Augen zu.

Eins und zwei, grüner Elefant mal vier.

Zwei Tage hat die Woche nur,

eine Spur in die Unendlichkeit,

zum Lieblingseismann gar nicht weit.

Was ich nicht sehe, ist nicht da.

Alle glücklich, tanzen, lachen.

Sachen machen ohne jemals aufzuhören.

Plötzlich alle wieder nah. Bist du da? Die Welt schreit Ja.

Ich mach die Augen zu, ist das wahr?

(c) Sunny Möller

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Sie ist wieder da! Die Bärlauch-Saison!

Es gibt so Zeiten, die werden von mir jedes Jahr sehnlichst erwartet. der erste Rhabarber, die ersten Erdbeeren und natürlich der erste Bärlauch. Ich weiß, mittlerweile bekommt man diese Sachen teilweise das ganze Jahr über, doch bin ich ein absoluter Saisonverfechter.

Das Besondere an den eben Genannten, sie stehen nur einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Jetzt ist es endlich soweit, die Bärlauch-Saison hat begonnen und wer schon einmal ein Bärlauch-Pesto mit seinen Spaghetti verbunden hat, wartet jedes Jahr wieder auf dieses milde Knoblaucharoma mit der besonderen Schärfe.

Bisher habe ich immer die klassischen Pesto-Zutaten wie Pinienkerne, Parmesan und gutes Olivenöl verwendet, heute habe ich noch ein paar geröstete Sonnenblumenkerne zur kulinarischen Mixer-Party eingeladen. Das nächste Mal sind die Walnüsse dran. Wie mögt ihr euer Pesto am liebsten?

Kulinarische Küsse Eure Sunny

Zutaten für mein Bärlauchpesto

200g Bärlauch (vom Markt, aus dem Garten oder direkt aus dem Wald)
1-2 Knoblauchzehen
375ml Olivenöl
50g Sonnenblumenkerne
50g Pinienkerne
4 Essl. Parmesan

Den Bärlauch waschen und in Stücke schneiden oder zupfen, mit dem Parmesan, angerösteten Pinien- und Sonnenblumenkernen, dem Knoblauch und dem Olivenöl, Salz und Pfeffer in den Mixer schmeißen und in die gewünschte Konsistenz befördern. In Gläser füllen und möglichst kühl und dunkel lagern und in zirka 1 bis 2 Monaten verbrauchen.

P.S.: statt den Pinienkernen sollten ihr es auch einmal mit anderen Nüssen probieren. Walnüsse zum Beispiel eignen sich hervorragend.

Was sind eure Bärlauch-Lieblinge? Her mit den Rezepten! ❤

© Sunny Möller

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Ein Hoch auf die singenden Risikogruppen!❤️

Im Spiegel heißt es knapp und überheblich:

„Eine lebende Legende zu sein, schützt ja nicht davor, sich zum Deppen zu machen. Van Morrison und Eric Clapton zum Beispiel, beide 75 Jahre alt, fiel im Krisenjahr 2020 nichts Besseres ein, als verbitterte und letztlich ungenießbare Songs über die unbequemen, aber natürlich notwendigen, wenn nicht unzureichenden Corona-Maßnahmen der britischen Regierung zu veröffentlichen. Herrje.“

Die anderen Zeitungsausschnitte erspare ich euch lieber. Ich sage: Danke an alle Musiker, Künstler, Autoren und Kulturschaffenden und überhaupt alle wunderbaren Menschen die noch den Mut haben, laut zu werden!

Ich bin traurig über Bands wie Fanta 4, die auf den Anruf von Drosten und Spahn warten, um ein Super-Go für ihre Luca-App zu bekommen und ihr neuer Jaulesong „Irgendwann“ ist ein Schlag in die Fresse für jeden Fanta Fan.

Tschau Mann, ich bin die Frau mit dem dicken Pulli an und auf solche Songs nicht kann. MfG und es könnt alles so einfach sein.

Und ich bin weg.

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Corona-Land Part 4

„Du musst etwas trinken!“ Irgendjemand hielt mir eine Plastikflasche mit einer undefinierbaren Flüssigkeit an den Mund. Nach Wasser sah es nicht aus, eher so etwas wie Cola, aber ich konnte erkennen, dass irgendetwas darin herum schwamm. Ich drückte die Flasche von mir weg. Dieser Irgendjemand war ein Typ, dem sie das Virus direkt auf die Stirn gebrannt hatten. Warum sollte der sich noch impfen lassen, er war für immer ein Schreckgespenst der Nation, es sei denn er würde für immer und ewig eine Mütze tragen. „Ich bin übrigens Karsten. Wir kennen dich übrigens alle und niemand hätte gedacht, dass sie dich kriegen würden!“ Ich versuchte mich aufzurichten. Ich lag auf so etwas wie einem Feldbett, ich trug nicht mehr meine Sachen, sondern etwas, was so aussah wie ein Maleranzug. „Wo ist meine Freundin?“ Karsten drehte den Verschluss der Flasche zu. „Sie haben sie mitgenommen, um sie von der Wichtigkeit der Impfung zu überzeugen.“

So langsam kam mir alles ins Gedächtnis zurück. Charly und ich waren ohne Maske in die Innenstadt gegangen. Provokatives Husten war überhaupt nicht nötig gewesen. Mittlerweile waren alle hörigen Bürger mit einer Denunzierungs-App ausgestattet, die man bedienen konnte, wie einen Alarmknopf bei der Bank. In Bruchteilen von Augenblicken kreiste uns eine Herde von Covid-Bereinigern ein, die uns unverzüglich festnahmen. Sie stülpten uns Hannibal Lecter ähnliche Masken über und zerrten uns in ein Quarantäne Fahrzeug. Keine halbe Stunde später kamen wir in einem Lager an, was sich am Stadtrand befand. Ohne groß zu fragen, brannte man uns eine Nummer in die Haut und brachte uns zum Duschen.“Das war eine bescheuerte Idee, Sunny! Ich hab dich lieb, aber das war eine echt bescheuerte Idee!“ Ich wusste nicht, ob Charly weinte, oder ihr einfach Wasser über das Gesicht lief. Dann trennten sie uns.

Ich hatte gleich das Aufklärungsgespräch für die Impfung. Na ja, Gespräch konnte man es kaum nennen. „Sie bringen alle Menschen in ihrer Nähe in Lebensgefahr! Sie töten alte Menschen! Sie werden ihre Kinder nie wiedersehen! Sie stehen an der Seite von Neonazis! Sie sind eine Feindin der Demokratie! Sie sind eine Corona-Leugnerin! Sie sind eine Last! Sie sind unsolidarisch! Sie sind asozial! Sie sind eine Gefahr!“ Das „Gespräch“ dauerte ungefähr vier Stunden und am Ende brachten sie mich in eine der Umerziehungsbaracken. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Das man mich hier vielleicht wie Johanna von Orléons feiern würde, nur weil ich ein paar Dosenravioli geschmuggelt hatte?

Ich schaute Karsten an. „Wie läuft das hier ab? Plant ihr irgendetwas?“ Er fing leicht irre an zu lachen. „Planen? Was sollen wir hier drin schon groß planen? Wir werden 24 Stunden überwacht. Zum Totlachen, dass sich irgendjemand mal über China aufgeregt hat. Es gibt keine Solidarität mehr, Sunny! Jeder will nur sein altes Leben zurück und das hat rein gar nichts mehr mit Corona zu tun. immer mehr von uns lassen sich impfen.“ Ich konnte es nicht fassen. Es konnte doch nicht sein, dass alle nach und nach ihren Verstand verloren. War ich jetzt die Verrückte? Ich dachte an George Orwell, der mit 1984 eine schaurige Zukunftsvision geschaffen hatte. Er sagte einmal:

„In der Minderheit zu sein, selbst in der Minderheit von einer Person, machte einen nicht verrückt. Es gab Wahrheit und es gab Unwahrheit, und wenn man sich an die Wahrheit klammerte, sei es auch gegen die ganze Welt, war man nicht verrückt.“

Ich schüttelte mich. Nein, ich war auf gar keinen Fall verrückt. Ich musste etwas tun und ich musste Menschen finden, die mit mir gehen, Egal, was es mich kosten würde!

„Sunny?“

Ich drehte mich um. Es war meine Charly. Ich sprang auf und wollte sie in den Arm nehmen, aber ihre Augen wiesen mich ab.

„Nein nicht, es tut mir wirklich leid, aber ich habe das nicht ausgehalten. Sie haben gesagt, ich sehe meine Kinder nie wieder. Nie wieder, Sunny!“

Mein Blick fiel auf ihren Arm. Auf ihm klebte ein kleines, weißes Pflaster.

Tränen liefen ihr übers Gesicht.

„Es tut mir wirklich leid!“

Fortsetzung folgt…

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Corona-Land Part 3

„Kalli, du musst uns einfach helfen! Dieser Wahnsinn muss endlich ein Ende haben!“ Charly wirkte zu verzweifelt. Kalli nippte an seinem Corona und schaute uns ziemlich zweifelnd an. „Glaubst du, ich bin bescheuert, Charly? Ich besorg doch gerade euch keine gefälschten Impfpässe! Ihr seid deutschlandweit als absolute Volksverräter bekannt. Das kauft euch doch niemand ab, dass ausgerechnet ihr geimpft seid! Außerdem rettet euch das auch nicht mehr.“

Er zeigte mir eine aktuelle Ausgabe der „Treuen Welt“. Das Titelblatt war voll mit Leuten, die genauso anders dachten wie wir. Ehemals renommierte Wissenschaftler, Journalisten, die nicht den Vorgaben des Senders gefolgt waren und Leute wie Charly und ich. Überschrift: „Diese Menschen töten deinen Opa!“ Wahrscheinlich kamen wir erst auf Seite 3, für den Titel hatte es noch nicht gereicht.

Ich überlegte kurz, ob ich ihm kurz drohen sollte, ihn anzuspucken. Dieser Kalli war doch auch nur so ein aufgesetzter Andersdenker, der es hinbekommen hatte, aus dieser Pandemie Geld herauszuschlagen. Er war nicht einmal ein richtiger Arzt, er war früher Krankenpfleger gewesen und hatte sein armseliges Gehalt damit aufgebessert, indem er den Leuten auf der Hospizstation Gras verkauft hatte.

„Hilfst du uns jetzt oder nicht?“ Charly ließ nicht locker, aber sie klang dabei nicht sehr überzeugend. Kalli schüttelte den Kopf. „Sorry Süße, erstens seid ihr mir eine Spur zu heiß und zweitens könnt ihr nicht annähernd meine Forderungen erfüllen.“ Dieser kleine Wichtigtuer ging mir langsam auf die Nerven. „Und was heißt das jetzt?“ Er schielte mich schräg von der Seite an. „Das heißt, ich kann so rein gar nichts für euch tun und ich will es auch nicht. Meine Geschäfte laufen gut, diese Coronasache hat mir ein Einkommen beschert, was ich als Pfleger niemals gehabt hätte. Und ich muss kein Essen mehr verteilen und Fieber messen. Das lass ich mir von euch garantiert nicht kaputt machen. Also verschwindet endlich und lasst euch hier bloß nicht wieder blicken!“ Keine Minute später standen wir vor der Tür.

„Und jetzt?“ Ich schaute Charly fragend an. Sie machte nicht den Eindruck, als hätte sie eine zündende Idee. Sie zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, aber wir sollten zusehen, dass wir hier weg kommen.“

„Nein!“

„Wie, nein?“

„Dieses ganze verstecken und weglaufen hat doch keinen Sinn! Wir haben keine Chance uns in irgendeiner Form zu vernetzen, alle Portale und Kommunikationswege werden 24 Stunden überwacht und für den Staat sind wir irgendwelche Schwurbler, die sich noch dazu strafbar gemacht haben.“

„Genau, wir haben die Maske nicht über die Nase gezogen und Klopapier geschmuggelt. Wirklich sehr kriminell!“

„Na ja, und das mit den Dosenravioli…und den Tütensuppen und die Coronasuppennudeln, die wir verkauft haben, war ja auch nicht ganz so gesetzestreu. Charly, verdammt! Wir stehen mit Bild in der Zeitung!“

„Aber man muss doch irgendwas tun! Wir müssen doch unsere Stimme erheben und für unsere Freiheit einstehen!“

„Aber ich glaube, es reicht nicht mehr, Friedensfahnen zu schwingen und zu brüllen `Wir sind das Volk´. Wir sind nämlich nicht mehr das Volk. Wir sind nur noch ein Infektionsrisiko.“

„Und was schlägst du vor?“

„Wir stellen uns. Das Schlimmste, was uns passieren kann ist, dass wir in eines dieser Lager kommen. Vielleicht sehe ich da meinen Sohn wieder.“

„Das ist dein Vorschlag?“

„Vielleicht können wir aus so einem Lager besser handeln, wenn wir auf mehr Gleichgesinnte treffen.“

Charly schaute mich zweifelnd an.

„Okay, dann lass uns mal ein paar Leute anhusten. ich glaube aber immer noch nicht, dass das eine gute Idee ist!“

Als sie mir später eine Nummer und ein Bild von dem Virus auf meinen Oberarm einbrannten, war ich mir da auch nicht mehr so sicher…

Fortsetzung folgt…

© Sunny Möller

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Corona-Land Part 2

„Mach das aus, wenn ich die noch einmal klatschen höre, dreh ich durch!“ Es war schnell gegangen, dass aus der wichtigsten Person des Landes plötzlich eine Witzfigur der Fitnessbranche geworden war. „Und jetzt klatschen wir mal etwas schneller…“ Ich fragte mich gerade, warum zu den Übungen Musik gespielt wurde, da es doch eigentlich komplett verboten war. Ich fragte Charly.

„Das ist doch keine richtige Musik, das ist Helene Fischer! Studien der psychologischen Abteilung von Drosten-Medical-Care haben herausgefunden, dass die Melodien und Texte von ihr die Inzidenzwerte um 0,00003 % haben sinken lassen. Nur Andy Borg hat ähnliche Werte erreicht.“ ….`Atemlos durch die Nacht´…

„Mach endlich diesen Scheiß aus!“ Charly tippte weiter auf ihrem Telefon herum. „Moment noch, die zeigen gleich Berichte aus den Lagern.“ Jetzt wurde ich hellhörig, vielleicht würde ich etwas neues über meinen Sohn erfahren.

„Guten Tag an alle Corona treuen Mitbürger! Es begrüßt Sie Sascha Kaiser. Bevor wir aus den neu gestalteten Schutzeinrichtungen für unsere V.I.P´s berichten, hier zuerst die aktuellen Gewinner unseres Gewinnspiels „Denunzier deinen Mitmensch“. Karl Meier aus Lauterbach hat es in nur einem Tag geschafft, zehn seiner Nachbarn und einen positiv getesteten Hund der Missachtung der Ausgangssperren zu überführen. Er hatte kleine Sprengsätze in die Eingangsbereiche seiner Nachbarn gelegt und konnte somit einen neuen Tageshighscore erreichen. Einen Impfgegner hatte es dabei so stark erwischt, dass er noch an der Haustür verstarb. Schuld daran war allerdings nicht der Sprengsatz, sondern vielmehr der Corona-Virus, wie ein post mortem ausgeführter Test nachweisen konnte. Karl Meier darf sich über ein Jahresabo DIY PCR-Tests von der Pharma-Spahn GmbH freuen. Herzlichen Glückwunsch dem geimpften Gewinner!“

Charly machte den Ton lauter.

„Aber nun schalten wir zu meiner Kollegin Saskia Glotz in das Schutzzentrum Hamburg-Nord! Saskia, was kannst du uns berichten?“ Auf dem Bildschirm erscheint eine kleine Frau, die komplett von einem Taucheranzug ähnlichem Schutzanzug umgeben ist, außerdem trägt sie eine speziell gefilterte Schutzmaske.

„Falso, if sabe nof kfeine fialich Ifkahzierten gsprochn, abr s fiehht hezzarasend aas.“

„Entschuldige bitte Saskia, ich kann dich ganz schlecht verstehen.“ Er räuspert sich etwas nervös. „Ich habe die ganze Zeit Flachwichser verstanden.“

„Nfein, um Grottes Filen Sacka!“

„Sie sehen schon, meine Damen und Herren, die Übertragung aus den Krisengebieten gestaltet sich zunehmend schwierig, da die Virenbelastung teilweise die gesamte Elektronik lahmlegt. Wir melden uns später noch einmal im Lauterbach-Rehazentrum, in dem gerade die neuen Kurse zum Thema „Beatmen leicht gemacht“ begonnen haben. Glück auf Corona und bleiben Sie geimpft.“

Das hätte man sich schenken können. Informationen wie lauwarme Luft. „Was machen wir denn jetzt?“ Charly wählte eine Nummer. „Ich ruf Kalli an, vielleicht kann er uns helfen.“

Ich schaute ins leere Nichts und hoffte auf Kalli.

Fortsetzung folgt…

© Sunny Möller

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Corona-Land

„Ich muss irgendwie an diesen Chip kommen!“ Ich rieb mir die Augen, 48 Stunden am Stück wach zu bleiben hatte doch einige Spuren hinterlassen. Meine Augen brannten wie Feuer.

„Das kannst du vergessen, selbst wenn dir irgendjemand einen besorgen würde, wer würde dir abkaufen, dass gerade du geimpft bist? Für die Corona-Ex´s bist du doch nur eine Spinnerin, die nicht schnell genug ihren Aluhut abgesetzt hat!“

Ich spürte, wie mir Tränen in die Augen schossen und das lag nicht daran, dass ich schon so lange wach war. „Lass mich nicht bei diesen Leuten, Mami! Bitte, bitte, lass mich nicht alleine!“ Das waren die letzten Worte meiner Tochter gewesen, bevor sie sie mir weggenommen haben. Sie lebte jetzt in einer anderen, geimpften Familie. Diese Familie hatte entschieden, Lilly impfen zu lassen und ich hatte nichts dagegen tun können. Ich hatte sie seit 6 Monaten nicht gesehen. Mir war, als würde mein Herz einen Schlag aussetzen. Wo Noah war, wusste ich nicht. Er war schon zu alt, um das Recht auf eine Familie zu haben. Sie hatten außerhalb der Stadt Lager errichtet, in denen die V.I.P´s (Very Infective People) untergebracht waren. In irgendeinem dieser Erweckungslager musste er sein. Sie hatten sich an ihr Versprechen gehalten, es hatte keine Zwangsimpfungen gegeben. Allerdings mussten sich die Menschen ohne Impfung auf ein völlig anderes Leben einstellen.

Charly gab mir einen Schluck Wasser. „Weißt du noch, bei meiner letzten Geburtstagsparty? Wir haben bis 4 Uhr morgens getanzt!“ Charly machte ein paar rhythmische Hüftbewegungen, so als würde jeden Moment die Musik anfangen aus den Boxen zu dröhnen. Musik gab es schon lange nicht mehr und singen war verboten. Zu gefährlich.

Charlys Kinder waren auch weg. Wir waren zwar dem Lager entgangen, waren aber seit fast einem halben Jahr auf der Flucht. Wir hatten illegal Toilettenpapier nach Süddeutschland geschmuggelt und waren in der Nähe von Würzburg von Grenzpatroullen gestoppt worden, weil Charly dieses parfümierte Maiglöckchenpapier auf dem Hänger hatte. Allerdings hatten wir Glück, es war 8-lagig und dank meiner ausgefeilten Wickelkunst hatten wir die beiden Gesetzeshüter zu zwei Klomumien gemacht.

Jetzt standen wir überall auf den Fahndungslisten. Charly schaltete den Nachrichtenkanal auf ihrem Handy an. Auf dem Bild stand eine ältere Frau mit Tanga und Gymnastikanzug, die zu Helene Fischer Kniebeugen machte und wie eine verrückte klatschte. „Angi´s Warm Up“ lief gerade und ich dachte nur, wie soll das alles nur weitergehen….

Fortsetzung folgt….

© Sunny Möller