Allgemein, Alltagstauglich, Wortkunst

Das!

Positive, aktive, alternative, sinntiefe, proaktive,
informative, optimierte, vegane vegitierte, produktive,
Health orientierte, Power napping aktivierte,
pro strebend, kontra ausradierend,
Laktose und Gluten befreit,
leb ich, bin ich, kann ich, soll ich, was?

Lächelnd, Croissant in Milchkaffee, ich glaub, ich sollte das!

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Meditation und Wäsche

Meditation vom Lateinischen meditatio, zu meditari „nachdenken, nachsinnen, überlegen“ ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis. Schwupps, sind wir auch schon beim Begriff Spiritualität, was im weitesten Sinne, je nach Frömmigkeit die geistige Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit bedeutet. Schwuppsdiwupps der Transzendent. Genaue Definition? Och nö. Ich stehe auf der Terrasse eines wunderschönen Ferienhauses irgendwo in der Toskana. Der warme Wind, gepaart mit einer leichten salzigen Brise vom Meer streichelt meine Haut. Vom Ristorante gegenüber erreichen mich die Klänge italienischer Musik, ich höre oft „Amore“, Liebe. Es geht mir gut. Vor mir steht ein großer Korb, voll mit frischer Wäsche. Handtücher, Badehosen, T-Shirts, Kleider, endlich befreit aus den Untiefen unserer deutschen Kleiderschränke, die dort viel zu selten das Tageslicht erblicken. Die Badehosen, nicht die Schränke. Ich lege Stück für Stück, Teil für Teil, zusammen, lege sie auf Stapel für den richtigen Adressaten und summe stumm „Azzurro“ von Celentano. Nebenan schimpft eine „Nonna“ mit den „Bambini“.

„Sunny, hast du nichts Besseres zu tun, als hier bei dieser brütenden Hitze, Wäsche zusammenzulegen?“

„Pssst. Ich meditiere!“

„Du tust was?“

„Ich meditiere!“

„Was ich sehe, ist Hausfrauenquatsch! Das kannst du zuhause wieder zu genüge machen. Wenn du meditieren willst, geh an einen einsamen Strand!“

Unnötig zu erwähnen, dass man zu dieser Jahreszeit lange suchen muss, um einen einsamen Strand zu finden. Selbst morgens um sieben kommen die ersten Italiener, um einen guten Platz zu reservieren. Da schlafe ich lieber länger. Wer schreibt uns außerdem die Form der Meditation vor? Muss ich Räucherstäbchen entzünden, meinen Hintern auf einen Meditationssack parken oder mir wie ein buddhistischer Mönch die Beine verknoten? Als ob das für mich entspannend wäre…Ich finde meine innere Ruhe im Zusammenlegen frischer Wäsche. Immer die gleichen Handbewegungen, das Ausschütteln der Bettwäsche im Wind, nicht reden müssen, mit mir sein, was ist daran nicht meditativ?

© Sunny Möller

Allgemein, Wortkunst

Ihr Blick

Ihr Blick ist vom Geschehen dieses Lebens
so grau geworden, jenseits heller Töne,
einst angetrieben, in der Gier des Strebens,
sind nur geblieben der Wahrheit bittre Löhne.

Irgendwann da stand sie stark in jeder Mitte,
kein Zweifel im Glauben an das Glück,
nun schluckt der Argwohn jede Bitte,
ungesagt ins Herz zurück.

Wenn ihr jetzt denkt, das war das Ende,
sie versinkt bloß stumm in ungelebter Pflicht.
Seht nur, plötzlich hebt sie ihre Hände
und berührt mit liebenswerter Geste eure Sicht.

(c) Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich

Happy? Nee!

„Happinez“ umgibt dich mit einem Schwall an Einhörnern und Schmetterlingen, dass einem übel wird. Auf fast jeder Seite schlägt dir so viel Harmonie in die Realitätsfratze, dass du glaubst, du bist schon tot und im Himmel. Relaxen, Blumen, Kraft, Natur, Harmonie, Selbstfindung, zwischendurch ein paar Postkarten mit sinnigen Sprüchen wie „Die Tränen, die ich gestern vergossen habe, sind zu Regen geworden“. Ich finde Regen scheiße und sehne mich gerade schon fast zu den trashigen Muschi-Aufklebern von FMag (Frau mag) zurück. Rezepte gab es auch irgendwie, aber die waren so vegan entrückt, dass ich kurzzeitig darüber nachdachte, ein Einhorn zu grillen. Die Farben des Magazins haben mich total angesprochen, das kann aber auch an der Suggestion mit den Filly-Pferden meiner Tochter liegen. Überliest man ein bisschen von dem 2000fach konzentriertem Seelenheil ist das Heft eine ganz nette Sonntagslektüre, wenn aus deinen Tränen Regen geworden ist, oder so…

© Sunny Möller

Allgemein

Working Mom geht mir mächtig auf die Nerven!

Alter Schwede, wie geht mir dieser Begriff „Working Mom“ auf die Nerven! Ist eine Mom dann jemand, die nicht workt und wenn Mami sein auch ansatzweise als Job zu bezeichnen ist, muss es dann nicht eher „Double Working Mom“ heißen? „Oh Gott, Sunny, es ist ein Privileg Mutter sein zu dürfen! Das hast du dir doch selber ausgesucht! Das kann man doch nicht als Arbeit bezeichnen!“ Doch kann ich!
Ist es kein Privileg, Vater sein zu dürfen und müssten die, bis aufs Stillen, nicht alles genauso machen können wie wir? Würden wir sie überhaupt lassen oder reißen wir nicht bewußt die Kinder an uns? Hat sich schon mal irgendjemand die Frage gestellt, warum es den Begriff „Working Dad“ nicht gibt? Weil es immer noch ungewöhnlich ist, dass Frau nach dem Kinderkriegen wieder arbeiten will oder muss? Es wird ununterbrochen darüber gelabert, wie wir Frauen Kind und Karriere vereinbaren können. Ich habe selten gehört, dass sich ein Mann überlegt wie er Kind und Karriere vereinbaren kann. Warum? Vielleicht ist Kind und Karriere gar nicht zu vereinbaren, weder für den Mann noch für die Frau und wenn doch, wer bleibt dann unterm Strich auf der Strecke?
Man kann die Kinder doch ganztags in gute Betreuungslager stecken, deren Wärter wir so schlecht bezahlen, dass selbst die froh sind, wenn sie unseren emotionsgestörten Nachwuchs nachmittags wieder los sind. „Quality Time“  ist die Devise. Es ist nicht wichtig, wie viel Zeit du mit deinem Kind verbringst, sondern, dass du qualitativ hochwertige Zeit mit deinem Kind verbringst! Wie hochwertig kann diese Zeit sein, wenn dein Kind bis 17 Uhr in der Betreuung steckt, danach noch Tennis, Reiten und Klavier hat und nachts mindestens acht Stunden Schlaf bekommen soll? Klar genießt jedes Kind diese „Quality Time“, gibt ja auch nicht so viel davon.
Und um nochmal auf die „Working Moms“ zurückzukommen. Sind wir nicht selber schuld an unserer Misere? Trennung, Kind bleibt zu 99 % bei der Mutter. Warum? Das Kind gehört zur Mutter! Warum? Schon durch die Geburt entsteht eine unumstößliche Bindung? Warum? Männer können das einfach nicht so mit Kindern schaffen wie eine Frau? Warum? Erziehen wir nicht in jedem neuen Zeitalter wieder Söhne zu Männern heran, die einfach keine Mutter ersetzen können? Mutti ist die Beste? Mutti macht das schon für dich! Entwickeln wir Frauen uns dahingehend nicht weiter, dass wir nach wie vor glauben, wir müssen unsere Jungs zu ganzen Kerlen erziehen? Diesen Kerlen, die wir als Frau verabscheuen, weil sie später kein einziges weibliches Attribut auf die Reihe bekommen? Eine gefährliche Bredouille in die wir uns manövrieren, denn vögeln soll uns gefälligst ein ganzer Kerl, doch als Vater unserer Kinder muss er am besten sein wie wir. Nur den Staub wedelnden Superdaddy, der am Sonntag Kuchen backt, wollen wir dann nicht mehr so wirklich bespringen. Es sei denn, er macht nebenbei noch die Superkarriere. Funktioniert das? Gibt es das?

© Sunny Möller

Allgemein

Fmag – Von der ersten Periode zur Legislatur

So, meine Lieben. Wie versprochen starte ich heute eine neue Serie, bei der ich mich mich voll und ganz der Welt der Frauenmagazine widme. Klingt ein bisschen so wie das „Wort zum Sonntag“? Yooo, dann pass ich mich mal dem Jargon der neuen, jungen Brigitte an, mit dem Titel „FMag“ – Politik, Sex & Lametta. Ich hab den Namen der Zeitschrift schon nicht verstanden, wahrscheinlich bin ich schon zu alt für Brigittes kleine Schwester. Als ich beim Durchblättern die Vermutung hege, Mag Ficken könnt es jungdeutsch heißen, werde ich im Intro eines Besseren belehrt. Frau mag…. Da schaut mich aus einem dicken F schon ein ungekämmtes Model mit ner Fackel in der Hand an, als ob sie gleich ein emanzipiertes Feuer entzünden möchte. Oder eigentlich auch eher nicht. Sie sieht nicht mal so aus, als ob sie ihre Muschi mag, wie mir à la Bravo-Sticker in der Beilage mehrfach suggeriert wird. Sie guckt eher so, als ob sie niemanden richtig leiden kann. Egal, ich mache mich erst einmal auf die Suche nach Politik, Sex & Lametta. Gleich mal vorneweg, das Heft ist vollgestopft mit Text und wenig Werbung. Entweder es traut sich noch keiner zu investieren, oder die Doppelseite Audiwerbung gleich auf der zweiten Seite finanziert das ganze Heft, was eine Verschwörungstheorie aufkommen lässt, dass eine Audimanagerfrau ihren Hang zum Journalismus entdeckt hat. Ich weiß es nicht, ist mir auch egal, weil ich nach den ersten Seiten von den Überschriften schon besoffen bin. Alles verzerrt, weil neu und echt stylisch, die Illustrationsemanze mit daneben stehenden, rauchenden Schwanz kommt dagegen eher klassisch daher. Etwas angedickt mit Ponyfrisur und möglichst unweiblichen Outfit. Klischee bedient, danke. Nach Texten wie sexistische Kackscheiße, Fitness für den Hormonhaushalt und Beirut tanzt am Abgrund (Ein Städte-Trip, drei Tinder-Dates) hatte ich eigentlich schon genug, aber nein, man wird erschlagen voll hipper News. Eine Geburt verbraucht mehr Kalorien als ein Marathon, aber nur wenn´s hübsch lange dauert, Mama war auch mal jung, hilfe, da geht es um Disko-Rollschuhe (hatte ich!!!), ich bin die Mama von der hochmotivierten, politischen Muschiliebhaberin und dann noch offene Beziehungen können Ehen retten. Erste Periode versus Legislaturperiode, Küchentisch-Dialoge (da bin ich kurz weggenickt), Schaumdeutung, welcher Badetyp bist du……..AAAAAAHHHHHHH!!!!!  Gerade mal ein Sechstel der Themen, mit denen man im wahrsten Sinne des Wortes zugeschüttet wird. Diese Zeitung ist wie ein Film aus der Neuzeit. Zu schnell geschnitten für meine Begriffe, da aber die Generation xyz  eh schnell unterwegs ist, bin ich wahrscheinlich zu alt für diese Blattvergewaltigung….

Morgen dann mal die ungeschminkte Barbara, die spielt ja eher in meiner Altersklasse…

P.S: Wer sie sich trotzdem holt, bitte um Meinung! ❤

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Gib doch mal die Zeitung

Ich leite jetzt mal ne neue Serie ein. Frauenzeitschriften und solche, die es werden möchten. Starte  morgen mal mit der jungen „Brigitte“, die Sticker sind ja schon mal witzig, witzig, witzig…….ich mag meine Muschi und Nachos statt Machos….jaaaaaa, na jaaaaa….