Kulinarisch

Ruckzuck-Schwarzwälder-Kirsch vom Blech – unglaublich glutenfrei

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit glutenfreier Ernährung. Bin ich allergisch oder habe ich eine Unverträglichkeit? Keine Ahnung. Allerdings habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass mir der Weizenkonsum etwas zu schaffen macht. Ich war und bin ein wahrer Weizenjunkie, Vollkorn und Konsortien ist nicht so mein Ding. Scheint ohnehin ein nordisches Phänomen zu sein, denn kaum jemand auf der südlichen Halbkugel isst dunkles Brot, hat aber weder mehr Verdauungsprobleme als der gemeine Vollkornbrotesser noch anderweitig mehr Krankheiten oder Störungen.

Komischerweise habe ich in anderen Ländern dieses Weizenproblem nicht. Entweder bin ich dort entspannter oder der Weizen ist ein anderer. Lange Rede, kurzer Sinn, mein Liebster hatte Geburtstag und eine Schwarzwälderkirschtorte musste her. Die gibt es genau einmal im Jahr und es darf auf keinen Fall eine andere sein. Da ich keine Lust auf die klassische Version hatte und zusätzlich das Ganze noch glutenfrei gestalten wollte, machte ich mich auf die Suche.

Glutenfrei bedeutet oft Reismehl, Maismehl, etc. pp. und viefach schmeckt alles nicht so richtig kuchig, brotig oder pizzig. Ganz anders der Kuchen, gepostet auf http://www.springlane.de! Ich suchte in der Zutatenliste verzweifelt nach einer glutenfreien Mehlsorte. Ich dachte erst, sie haben was vergessen im Rezept, aber nein, es gehört genau so und schmeckt einfach fabelhaft. Ich habe beim Boden eine Mischung aus Gummi und Pudding erwartet, doch es war einer der besten Schokoböden, die ich bisher gegessen habe. Probiert es aus. Unverträglichkeit oder nicht, der Kuchen ist wirklich ein Genuss! ❤

Natürlich gibt es das Rezept direkt bei Springlane, bei mir in etwas geänderter Version, weil mir sowohl die Menge der Kirschen als auch der Sahne zu wenig waren.


Zutaten Boden:

1 Tasse(n) Pflanzenöl, geschmacksneutral
1 Tasse(n) Zucker
5 Eier
3 Päckchen Schokoladenpuddingpulver
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
1 Päckchen Backpulver

Für die Kirschfüllung

2 Gläser Sauerkirschen (Abropfgewicht 350 g pro Glas)
2 Päckchen Vanillepuddingpulver
6 Esslöffel Kirschwasser

Für die Sahnefüllung

750 g Sahne
3 Päckchen Sahnesteif
2 Teelöffel Vanilleextrakt/Vanillezucker
3 Teelöffel Zucker
Zum Dekorieren
1 Päckchen Schokoladenraspeln

Besonderes Zubehör

tiefes Backblech (Fettpfanne)


Zubereitung:
1.

Backofen auf 200 °C Ober-Unterhitze vorheizen. Backblech einfetten.

2.

Für den Teig Öl mit Zucker, Eiern, Schokoladenpuddingpulver, Vanillepuddingpulver und Backpulver 10 Minuten miteinander verrühren.Teig auf das Blech streichen. Im heißen Ofen 15 Minuten backen.

3.

Für die Kirschfüllung etwas Kirschsaft mit dem Vanillepuddingpulver verrühren. Anschließend zusammen mit Kirschen und restlichem Kirschsaft aufkochen. Kirschwasser unterrühren. Kirschmasse auf dem noch heißen Kuchen verteilen. Vollständig auskühlen lassen.

4.

Für die Sahneschicht Sahne mit Sahnesteif, Vanilleextrakt und Zucker aufschlagen. Auf den Kuchen geben. Mit Schokoladenraspeln dekorieren.

P.S: Ich weiß nicht, ob alle Puddingpulversorten glutenfrei sind, die von Dr. Oetker sind es auf jeden Fall!

Allgemein, Alltagstauglich, Kulinarisch

Kürbis-Chili-Kokos-wenn-du-willst-mit-Fleisch-Suppe

Zutaten:

700g Kürbis (Butternut, Hokaido)
3 Süßkartoffeln
1-1,5l Gemüsebrühe
100ml Kokosmilch
1 klein geschnittene Chilischote
1 klein geschnittene Knoblauchzehe
1 klein geschnittene Zwiebel

Je nach Geschmack Ingwer, Koriander und Zitronengras

Wer es zusätzlich säuerlicher mag, kann noch mit Limettensaft verfeinern!

TIPP: Dank reichhaltiger Kürbisernte wird allerorts vom Einfrieren geschwärmt. Ich kann das gar nicht nachvollziehen. Ich finde, er bekommt sogar püriert nach dem Frosten eine wässrige, gurkige Konsistenz. Meine Empfehlung ist daher, lieber frisch vom Markt! ❤

Zubereitung
1.
Den Kürbis schälen und die Kerne mit den Fasern entfernen. Das Kürbisfruchtfleisch in Würfel schneiden. Das Zitronengras waschen, putzen und sehr fein hacken. Die Chilischoten waschen, putzen und mit den Kernen in Ringe schneiden. Den Ingwer schälen und fein hacken.
2.
Den Koriander in einem Topf ohne Fett anrösten, bis er würzig duftet. In den Mörser geben und grob zerstoßen. Das Öl im Topf erhitzen und den Kürbis mit Zitronengras, Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Ingwer darin kurz andünsten.
3.
Den Kürbis mit der Brühe und der Kokosmilch aufgießen und zum Kochen bringen. Die Suppe zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 15 Min. köcheln lassen, bis der Kürbis weich ist.
4.
Die Suppe mit dem Stabmixer im Topf pürieren, mit Limettensaft und Salz abschmecken. Den Koriander waschen, trockenschütteln und die Blättchen abzupfen. Korianderblättchen mit dem gerösteten Koriander auf die Suppe streuen und servieren.

Für die Fleischesser unter euch habe ich diese Suppe in meiner Variante habe mit kleinen Hühnchenfilets serviert und das Ganze noch mit etwas Sahne und Kürbisöl verschmackofeinert. Ein echter Suppenliebling!!!

Das muss gerührt werden! Unbedingt!!!!

Allgemein, Alltagstauglich, Wortkunst

Das!

Positive, aktive, alternative, sinntiefe, proaktive,
informative, optimierte, vegane vegitierte, produktive,
Health orientierte, Power napping aktivierte,
pro strebend, kontra ausradierend,
Laktose und Gluten befreit,
leb ich, bin ich, kann ich, soll ich, was?

Lächelnd, Croissant in Milchkaffee, ich glaub, ich sollte das!

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Meditation und Wäsche

Meditation vom Lateinischen meditatio, zu meditari „nachdenken, nachsinnen, überlegen“ ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis. Schwupps, sind wir auch schon beim Begriff Spiritualität, was im weitesten Sinne, je nach Frömmigkeit die geistige Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit bedeutet. Schwuppsdiwupps der Transzendent. Genaue Definition? Och nö. Ich stehe auf der Terrasse eines wunderschönen Ferienhauses irgendwo in der Toskana. Der warme Wind, gepaart mit einer leichten salzigen Brise vom Meer streichelt meine Haut. Vom Ristorante gegenüber erreichen mich die Klänge italienischer Musik, ich höre oft „Amore“, Liebe. Es geht mir gut. Vor mir steht ein großer Korb, voll mit frischer Wäsche. Handtücher, Badehosen, T-Shirts, Kleider, endlich befreit aus den Untiefen unserer deutschen Kleiderschränke, die dort viel zu selten das Tageslicht erblicken. Die Badehosen, nicht die Schränke. Ich lege Stück für Stück, Teil für Teil, zusammen, lege sie auf Stapel für den richtigen Adressaten und summe stumm „Azzurro“ von Celentano. Nebenan schimpft eine „Nonna“ mit den „Bambini“.

„Sunny, hast du nichts Besseres zu tun, als hier bei dieser brütenden Hitze, Wäsche zusammenzulegen?“

„Pssst. Ich meditiere!“

„Du tust was?“

„Ich meditiere!“

„Was ich sehe, ist Hausfrauenquatsch! Das kannst du zuhause wieder zu genüge machen. Wenn du meditieren willst, geh an einen einsamen Strand!“

Unnötig zu erwähnen, dass man zu dieser Jahreszeit lange suchen muss, um einen einsamen Strand zu finden. Selbst morgens um sieben kommen die ersten Italiener, um einen guten Platz zu reservieren. Da schlafe ich lieber länger. Wer schreibt uns außerdem die Form der Meditation vor? Muss ich Räucherstäbchen entzünden, meinen Hintern auf einen Meditationssack parken oder mir wie ein buddhistischer Mönch die Beine verknoten? Als ob das für mich entspannend wäre…Ich finde meine innere Ruhe im Zusammenlegen frischer Wäsche. Immer die gleichen Handbewegungen, das Ausschütteln der Bettwäsche im Wind, nicht reden müssen, mit mir sein, was ist daran nicht meditativ?

© Sunny Möller

Allgemein, Wortkunst

Ihr Blick

Ihr Blick ist vom Geschehen dieses Lebens
so grau geworden, jenseits heller Töne,
einst angetrieben, in der Gier des Strebens,
sind nur geblieben der Wahrheit bittre Löhne.

Irgendwann da stand sie stark in jeder Mitte,
kein Zweifel im Glauben an das Glück,
nun schluckt der Argwohn jede Bitte,
ungesagt ins Herz zurück.

Wenn ihr jetzt denkt, das war das Ende,
sie versinkt bloß stumm in ungelebter Pflicht.
Seht nur, plötzlich hebt sie ihre Hände
und berührt mit liebenswerter Geste eure Sicht.

(c) Sunny Möller

Allgemein, Wortkunst

Die Stille schreit!

Herzschlag, Ohnmacht,
tick tack, tick tack
zack, zack,
geh mal, geh mal,
renn mal, ich nicht,
Ohren zu, durch da,
ist so, kannst du, willst du,
wortlos immerzu,
Ruhe, Ruhe, sag nichts,
die Welt muss bunt sein,
ist nichts, wird nichts,
schwarz wird rosarot verpackt.
In mir schreit es, still,
lautlos vertrackt.

Allgemein, Alltagstauglich

Happy? Nee!

„Happinez“ umgibt dich mit einem Schwall an Einhörnern und Schmetterlingen, dass einem übel wird. Auf fast jeder Seite schlägt dir so viel Harmonie in die Realitätsfratze, dass du glaubst, du bist schon tot und im Himmel. Relaxen, Blumen, Kraft, Natur, Harmonie, Selbstfindung, zwischendurch ein paar Postkarten mit sinnigen Sprüchen wie „Die Tränen, die ich gestern vergossen habe, sind zu Regen geworden“. Ich finde Regen scheiße und sehne mich gerade schon fast zu den trashigen Muschi-Aufklebern von FMag (Frau mag) zurück. Rezepte gab es auch irgendwie, aber die waren so vegan entrückt, dass ich kurzzeitig darüber nachdachte, ein Einhorn zu grillen. Die Farben des Magazins haben mich total angesprochen, das kann aber auch an der Suggestion mit den Filly-Pferden meiner Tochter liegen. Überliest man ein bisschen von dem 2000fach konzentriertem Seelenheil ist das Heft eine ganz nette Sonntagslektüre, wenn aus deinen Tränen Regen geworden ist, oder so…

© Sunny Möller

Allgemein

Working Mom geht mir mächtig auf die Nerven!

Alter Schwede, wie geht mir dieser Begriff „Working Mom“ auf die Nerven! Ist eine Mom dann jemand, die nicht workt und wenn Mami sein auch ansatzweise als Job zu bezeichnen ist, muss es dann nicht eher „Double Working Mom“ heißen? „Oh Gott, Sunny, es ist ein Privileg Mutter sein zu dürfen! Das hast du dir doch selber ausgesucht! Das kann man doch nicht als Arbeit bezeichnen!“ Doch kann ich!
Ist es kein Privileg, Vater sein zu dürfen und müssten die, bis aufs Stillen, nicht alles genauso machen können wie wir? Würden wir sie überhaupt lassen oder reißen wir nicht bewußt die Kinder an uns? Hat sich schon mal irgendjemand die Frage gestellt, warum es den Begriff „Working Dad“ nicht gibt? Weil es immer noch ungewöhnlich ist, dass Frau nach dem Kinderkriegen wieder arbeiten will oder muss? Es wird ununterbrochen darüber gelabert, wie wir Frauen Kind und Karriere vereinbaren können. Ich habe selten gehört, dass sich ein Mann überlegt wie er Kind und Karriere vereinbaren kann. Warum? Vielleicht ist Kind und Karriere gar nicht zu vereinbaren, weder für den Mann noch für die Frau und wenn doch, wer bleibt dann unterm Strich auf der Strecke?
Man kann die Kinder doch ganztags in gute Betreuungslager stecken, deren Wärter wir so schlecht bezahlen, dass selbst die froh sind, wenn sie unseren emotionsgestörten Nachwuchs nachmittags wieder los sind. „Quality Time“  ist die Devise. Es ist nicht wichtig, wie viel Zeit du mit deinem Kind verbringst, sondern, dass du qualitativ hochwertige Zeit mit deinem Kind verbringst! Wie hochwertig kann diese Zeit sein, wenn dein Kind bis 17 Uhr in der Betreuung steckt, danach noch Tennis, Reiten und Klavier hat und nachts mindestens acht Stunden Schlaf bekommen soll? Klar genießt jedes Kind diese „Quality Time“, gibt ja auch nicht so viel davon.
Und um nochmal auf die „Working Moms“ zurückzukommen. Sind wir nicht selber schuld an unserer Misere? Trennung, Kind bleibt zu 99 % bei der Mutter. Warum? Das Kind gehört zur Mutter! Warum? Schon durch die Geburt entsteht eine unumstößliche Bindung? Warum? Männer können das einfach nicht so mit Kindern schaffen wie eine Frau? Warum? Erziehen wir nicht in jedem neuen Zeitalter wieder Söhne zu Männern heran, die einfach keine Mutter ersetzen können? Mutti ist die Beste? Mutti macht das schon für dich! Entwickeln wir Frauen uns dahingehend nicht weiter, dass wir nach wie vor glauben, wir müssen unsere Jungs zu ganzen Kerlen erziehen? Diesen Kerlen, die wir als Frau verabscheuen, weil sie später kein einziges weibliches Attribut auf die Reihe bekommen? Eine gefährliche Bredouille in die wir uns manövrieren, denn vögeln soll uns gefälligst ein ganzer Kerl, doch als Vater unserer Kinder muss er am besten sein wie wir. Nur den Staub wedelnden Superdaddy, der am Sonntag Kuchen backt, wollen wir dann nicht mehr so wirklich bespringen. Es sei denn, er macht nebenbei noch die Superkarriere. Funktioniert das? Gibt es das?

© Sunny Möller