Allgemein, Alltagstauglich, Stimmungslage

Erster Kuss

Kleines Café, viele Nischen, viele Leute, ich alleine, schön, denn gar nicht einsam, Nachbartisch, erstes Date, was machst du so, magst du Kino, du hast schöne Augen, ich mag deine Hände so, leises Kichern, errötende Wangen, Stühle kippeln, Stühle rücken, Bedienung kommt, zieht die Kuchengrenze, leises Seufzen, Moment verpasst, Kaffee duftet, Kuchen schmeckt, sprechen geht nur zaghaft weiter, Worte, die die Lücken füllen, Pausen etwas kürzer machen, über den Köpfen beider, wie im Cartoon, „Küssen, küssen, küssen“. Sie lächelt, er erwidert, Köpfe näher, Wärme ihrer Lippen spürbar, Herz wird schneller, Sahne süßer, Kaffee heißer…..“Darf´s für Sie noch etwas sein?“ Sekunde weg, getrennt von der Dienstleistung Überschwang, Seufzen wird jetzt deutlich lauter, Lachen neigt zur Peinlichkeit, leide stumm mit beiden weiter, in Erinnerung an so manchen ersten Kuss, dann, ihr Telefon fängt an zu klingeln, beide lachen wieder, diesmal vor Erleichterung, denn manchmal kann ein solches Klingeln, doch noch zum ersten Kuss verführn…

(c) Sunny Möller

Allgemein, Kinderwelt

Emma‘s Welt versteht es nicht

Im Radio läuft:“….das Sozialticket gibt Menschen ohne Auto und mit geringem Einkommen die Möglichkeit, die Öffis für kleines Geld zu nutzen. Die CDU/CSU möchte das nun abschaffen, um Geld für die Infrastruktur des Verkehrs zu haben und Straßen und Autobahnen weiter auszubauen. Dadurch werden 40 Millionen eingespart, wovon man vielleicht 100m Autobahn bauen könnte…“

Emma:“Hääähhh?“

Ich:“Was?“

Emma:“Die wollen armen Menschen ohne Auto Bustickets wegnehmen um Straßen zu bauen, auf denen sie nicht fahren können, weil sie kein Auto haben?“

Ich:“Ja, so ungefähr!“

Emma:“Das hat doch keinen Sinn. Wenn ein armer und kranker Mensch ganz weit weg vom Supermarkt und Doktor wohnt und mit dem Bus da hinfahren will, geht das bald nicht mehr? Er muss verhungern und bekommt keine Medizin und muss sterben?“

Ich:“Na ja, vielleicht nicht ganz so schlimm.“

Emma:“Ich versteh das nicht. Die bestrafen arme Menschen, weil sie arm sind und passen auf, dass sie auch arm bleiben.“

Hmmmm…..❤️

(c) Sunny Möller

Allgemein

Schau mal hin!

Eier, Milch, vielleicht ein bisschen Aufschnitt, wie hieß noch mal dieser Käse, den die Kinder so gerne mögen? Irgendwelche Termine diese Woche? Bald ist Weihnachten, ob es wohl endlich mal schneit?……..Kopf hoch, Sunny! Gesichter, schau mal hin! Sie erzählen etwas! Sie hinein!

…Ich frage mich die ganze Zeit, warum er nicht anruft? Er hat gesagt, der Abend sei grandios gewesen und er ruft die Tage an, was heißt denn, „die Tage“?…

…und wenn es doch was Schlimmes ist, was ist, wenn es Krebs ist? Der Arzt hat so komisch geguckt. „Jetzt machen Sie sich mal keine Sorgen, Frau Kinter!“ Ich habe solche Angst…

…Wenn sie mich jetzt noch einmal in der Öffentlichkeit ´mein Moppelchen´ nennt, krieg ich ´nen Anfall und nenne sie Hängetittchen. Es gab mal Zeiten, da hat sie mich Hengst genannt, da war ihr Busen auch noch weiter oben. Liebe ich sie eigentlich noch?…

…65, ab morgen bist du Rentner Karl, blödes Gefühl, irgendwie. Du hast jetzt immer frei Karl, gutes Gefühl, irgendwie…

…ich hab 2 Fünfen, schon wieder 2 Fünfen, Ole hat gesagt, ich bin zu doof zum Atmen, Papa wird stinksauer sein, ich will gar nicht nach Hause gehen…

…ein Baby, ein Baby, ein Baby, ich glaub es wird ein Mädchen, wie sag ich das Mike, ob er sich freut?…

So viele Gesichter, so viele Geschichten. Alte, Junge, große Nasen, kleine Ohren, kurze Beine, lange Haare, große Augen, schmale Hände, einzigartig jedes Mal! Hinsehen, aufnehmen, ansehen, lächeln, denken, mitfühlen, raten, fragen, erkennen, zuhören, mitgehen.

Schaut mal hin!! Jeder Mensch ein Buch!

© Sunny Möller

Allgemein

Schneckenkost

Slow Food (engl. slow – langsam; food – Essen) ist ein Begriff, der von einer gleichnamigen Organisation als Ausdruck für genussvolles, bewusstes und regionales Essen geprägt wurde und eine Gegenbewegung zum Trend des uniformen, globalisierten und genussfreien Fast Food bezeichnet. Die ursprünglich aus Italien stammende Bewegung bemüht sich um die Erhaltung der regionalen Küche mit heimischen, pflanzlichen und tierischen Produkten und deren lokale Produktion.

Nach Ansicht des Publizisten Matthias Horx ist „Slow Food“ einer von 18 Trends, die das Leben von morgen auf dem Gebiet der Ernährung beeinflussen werden. Slow Food steht in diesem Zusammenhang für Produkte mit authentischem Charakter (regional, saisonal), die auf traditionelle oder ursprüngliche Weise hergestellt und genossen werden.

Lebensmittel, die nach Slow-Food-Kriterien angebaut, produziert, verkauft oder verzehrt werden, sollen regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und Menschen wieder mit Auge, Ohr, Mund und Händen an ihre Region binden. (Wikipedia)
Super, wieder was gelernt!

Lassen wir die Welt der Anglizismen mal beiseite. Slow food??? Langsames Essen? Sprechen wir hier über den Verzehr von Tieren, die nicht so schnell voran kommen? Schnecken zum Beispiel, nebenbei bemerkt auch das Maskottchen der Organisation. Oder reden wir eher von dem weitestgehend bewegungsunfähigem Spinat? Food with handicap zuzusagen. Ist das nicht diskriminierend? Herr Horx erklärt es noch genauer. Slow food beinhaltet Produkte mit authentischem Charakter.

Verstehe, eine Kohlroulade sollte schon davon überzeugt sein, eine Kohlroulade zu sein. Was machen wir aber mit Nahrungsmitteln, die in einer Identitätskrise stecken? Vielleicht möchte das Lamm von Biobauer Landgraf lieber ein Apfel sein. Und dann? Tut uns leid, multiple Persönlichkeiten kommen uns nicht in die Pfanne.

Die Authentizität betrifft auch die Regionalität. Und was ist mit den Pflanzen mit Migrationshintergrund? Die Tomate, der Paprika, selbst die allseits beliebte Kartoffel sind irgendwann als Gastarbeiter aus Südamerika in unser Land gekommen. Oder betrifft es nur die kürzlich eingereisten Nahrungsmittel ohne Deutschkenntnisse? Refugee-Gemüse welcome!

Und warum wollen sie auch meine Ohren an die Region binden? Glaubt ihr denn, wenn ich ein niedliches „oink oink“ aus dem Stall höre, kann ich mein Schnitzel noch genießen? Und wieder ein Tag in der neuen Weltordnung, in der ich mich zurücksehne zu der Zeit als Slow Food noch Eintopf bei Oma war!!!

© Sunny Möller

Allgemein, Kulinarisch

Münchner Küchenexperimente „Schnell&Lecker“

Ich bin ja kulinarisch immer auf der Suche nach neuen Ideen und die Kombi fand ich irgendwie ganz spannend. Spinat und Bohne hätte ich nicht unbedingt in einen Topf geschmissen. Wer keine Angst vor Bohnen hat, sollte das Rezept unbedingt testen! 🙂

Wer kennt es nicht? Nach einem stressigen Tag von der Arbeit heimkommen, wohlmöglich erst noch einkaufen müssen, natürlich hungrig sein, dann noch kochen… bis man fertig ist mit Küche aufräumen, ist der Abend dann schon fast um. Nicht selten greift man dann zu Fertiggerichten oder Lieferdienst. Das ist mal auch ok, muss aber nicht so […]

über schnell & lecker: Dreierlei Bohneneintopf — Münchner Küchenexperimente

Allgemein

Geschichte einer Seife

In einem Anflug von Nostalgie traf ich die Entscheidung, beim Duschen mal zur guten alten „Stückseife“ zurückzukehren. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellen sollte. Es fing eigentlich ganz gut an. Der Duft erinnerte an Kindertage, Bademäntel und Dalli Dalli. Ich dachte an meine Oma! Sie drückte Magnethalterungen in die Seife, um ihr am Waschbeckenrand Halt zu geben. Ich musste lächeln. Meine Oma. Nach dem Baden gab es immer Griesbrei mit Streuseln….die Seife machte schöne Gefühle..

Der Körper war nass, die Seife lag duftend weich in der Hand, allerdings nur für Sekunden, dann glitschte sie im hohen Bogen Richtung Wannenboden. Beim Versuch sie aufzuheben und wieder hochkommen tangierte mein Steiß die Armatur. AHHHHHHH!! Körper mittlerweile schon fast wieder im Trockenmodus! Zweiter Versuch. Seife in der Handfläche gleitet schäumend über Körperflächen, bei der Abfahrt zum Rücken ließ sie sich nicht mehr halten und suchte den Abhang, um rasant über den Po den Absprung zu wagen. Schweißausbrüche bei der Duschprotagonistin zum Einläuten des nächsten Einseifversuchs…….beim Verfolgen der Seifenspur verliere ich kurz die Orientierung, Seife im Auge, nicht am Körper……vorzeitiger Abbruch wegen unüberbrückbaren Differenzen……..Eigentlich war meine Oma ein ziemlicher Drachen! Und der Griesbrei hatte immer diese eklige Haut….. Gott schütze den Erfinder des Duschgels!

© Sunny Möller