Allgemein, Alltagstauglich

Täuschungsmanöver Teil 1 – Auf der Suche nach Mr. Right oder so ähnlich – Heute: Der Arbeiter

Nachdem ich mir das „Shades of Grey“ Thema so einigermaßen erklärt habe, würde mich jetzt doch mal interessieren, wer denn nun unser sexual Mr. Right ist. Das Po versohlen kann ja auf die Dauer auch nicht so das Richtige sein. Warum Täuschungsmanöver? Echt jetzt? Als hätten wir nicht alle irgendwann einmal „Harry und Sally“ gesehen und hätten es selbst nicht schon mal praktiziert. Seitdem weiß sogar die männliche Bevölkerung, ja, Frauen täuschen den Orgasmus vor. Manche hin und wieder, andere ständig! Da dachte ich, warum nicht mal die unterschiedlichen Typen vorstellen, die uns so zum Vortäuschen bringen. Vom Arbeiter zum Richtigmacher. Wobei der letzte zum Schluss kommt. Im doppelten Sinne!

So erzählte mir eine Freundin gestern von ihrer neuen Errungenschaft. Nix Handtasche, nix Schuhe, Mann!

„Weißt du Sunny! Der Typ war echt heiß! Konnte gut tanzen, du weißt ja, was man über Typen sagt, die gut tanzen können?“

„Schwul?“

„Oaah, neinnn! Dass sie gut im Bett sind natürlich!“

„Und?“

Bettina verdrehte die Augen.

„Ich habe ihm nach fünf Minuten einen so lauten Orgasmus vorgespielt, nur damit ich sein Gegrunze beim Vögeln nicht mehr hören muss!“

Ich musste grinsen. Bettina war eine sexuell emanzipierte Frau, die sich holte, was sie brauchte. Leider waren hin und wieder auch Nieten dabei.

„Hast du den Herpes vom Knutschen?“

Sie verzog den Mund.

„Hör bloß auf. Ich hatte keine Lust mit ihm zu schlafen, aber der sah so unbefriedigt aus und irgendwie hat er mir leid getan. Also habe ich ihm einen geblasen. Ich habe ihm noch gesagt, er soll bescheid grunzen, wenn er kommt! Sagen, natürlich habe ich sagen gesagt!“

„Und?“

„Er hat mir die Ohren zugehalten!“

„Ohhh! Kenn ich ihn eigentlich?“

„Keine Ahnung! Marko Keiler, arbeitet irgendwo im Marketing!“

Ich musste schlucken! Klar kannte ich Marko! Heiß, heißer, Flachpfeife! Na ja, schlucken musste Bettina anscheinend auch, so ohne was zu hören… 🙂

Ich hatte Marko in einem dieser hippen Hamburger Clubs kennengelernt. Eigentlich so eine typische Abschlepp-Disko.
Aber Disko sagte man im neuen Jahrtausend nicht mehr. Eine Disko heißt jetzt Club. Und man geht vorher auch nicht mehr in eine Kneipe zum `Vorglühen´, sondern in eine Bar, mit Lounge, zum Chillen. Jedenfalls waren Marko und ich nach so einem chilligen Abend zusammen im Bett gelandet.

Marko war einer dieser Vertreter, bei der jede Frau einen Orgasmus vortäuschte, nur um es schnell hinter sich zu bringen. Er war weder der Romantiker, noch der Latino-Lover. Marko war ein Arbeiter. Er musste irgendwo einmal gelesen haben, was die erogenen Zonen der Frau waren und arbeitete sie gewissenhaft ab.

Zuerst normaler Zungenkuss, dann fordernder bis hin zum Kiefer ausklinken, anschließend ein paar Ohr- und Halsbisse, um das Kopfprogramm abzurunden. Danach ackerte er sich weiter zum Busen vor, um sich dann ganz innovativ zwischen die weiblichen Schenkel zu wagen.

Man sollte hierbei vielleicht noch erwähnen, dass Marko immer einen 3 bis 5-Tage-Bart trug, um sein Babyface zu vertuschen. Das führte wiederum dazu, dass Frau im Gesicht aussah, als hätte sie einen akuten Neurodermitis-Anfall.
Die Brustwarzen seiner Opfer mussten die nächsten 10 Tage mit einer Wundschutzcreme wieder aufgepäppelt werden. Und was die Sache zwischen den Schenkeln und weiter betrifft, aua.

Also war jede Frau, die mit Marko im Bett landete, stets darauf bedacht, den Orgasmus ziemlich schnell vorzutäuschen, damit sich die Schmerzen in Grenzen hielten. Demzufolge hielt Marko sich für den größten Liebhaber aller Zeiten!

Aber merkt euch eins, liebe Männer: Kommt Frau schnell, kommt sie oftmals gar nicht.

„Und? Siehst du ihn wieder?“

Bettina tippte sich an die Stirn.

„Bist du bescheuert? Nee, ich treffe mich morgen mit Johannes. Bei mir aus der Firma! Ich brauch jetzt was Verständnisvolles. Der Johannes ist total lieb!“

Morgen: Der Liebe

(C) Sunny Möller

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Der Sternenläufer und das Mädchen

„Du wirst gehen, sie zu finden. Erkennen wirst du sie, denn sie ist eine Suchende. Ihr Blick wird dich fragen, ob du die Antwort kennst. Die Antwort auf ihre Fragen, die sie nicht stellt. Die du dennoch kennst, begreifst, in dich aufnimmst und berührst. Eile dich, Sternenläufer, denn die Zeit ist nicht dein Freund. Gib ihr dein Licht und so werdet ihr finden, die Antwort, die Fragen, das Glück, um zu sehen, was verborgen, im Anfang, als ganzen Teil vom Stück.“

Dunkel war der Wald, in den sie trat. Die Wege nicht sichtbar, jedes Geräusch verschluckt von Natur. Ihr Kopf war leer. Sie musste finden, hatte Fragen, ohne Antwort, kein Sinnen zum Morgen. Vielleicht sollte sie rufen, flehen, wimmern vielleicht. Die Angst fraß die Wünsche, brach Handeln sogleich. Nur laufen, vielleicht kommst du an, am Ende des Anfangs, ist der Anfang das Ziel. Zu viel? Worte, oft sinnlos, ohne Inhalt gewählt. Gibt es da etwas, ein Jemand, der hilft?

Sei still, im Schweigen sind Worte, ausgesprochen im Geist. Plötzlich wird es heller, Gegenwart fühlbar, ganz nah und trotzdem nicht da.

„Wer bist du? Wo bist du? Ich kann dich nicht sehen!“

Die Stille, sie lärmt, das Warten auf Antwort ist lauter denn je.

„Ich bin hier, mitten im Licht! Ich kann nicht viel dunkler, denn das Licht, das bin ich! Komm einfach näher, hab keine Furcht, ich gebe dir Antwort, still deinen Durst!“

Näher und näher kam sie der Stimme, von Magneten gezogen, hin zu dem Licht. Eine Hand löste sich aus diesem Schein, ihre zu greifen, nicht mehr allein. Augen in Augen, Seelen berühren, verführen zum Bleiben, einfach zu sein.

„Sag mir die Antwort, gib mir den Halt! Kann nicht länger warten, so einsam und kalt!“

Das Licht wird noch heller und wärmer zugleich.

„Du brauchst sie nicht, diese Antworten. Du brauchst Fragen, ein Leben lang. Denn Antworten sind Stillstand, mit dir nicht verwandt.“

(c) Sunny Möller

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Kinderfrei!

Meinen Ohren sind auf Empfang gestellt, ich mache mich lang und lausche durch alle Zimmer. Nichts. Ich starre 5 Minuten auf die Milchpackung vor meiner Nase. Nichts. Ich suche nach einer Antwort für eine gleich gestellte Frage. Nichts. Ich laufe langsam durch den Flur in Erwartung eines stechenden Schmerzes aufgrund von Legokleinteilen. Nichts. Ich atme ein. Tief. Durch die Nase. Nichts. Keine schweißdrüsengetränkte Pubertätsluft, die das letzte Jahr dafür gesorgt hat, dass meine Nasenflügel einen automatisierten Verengungsschutzmechanismus entwickelt haben. Die Tür zum Badezimmer steht offen. Nichts. Keiner belegt das Klo, keine Duschorgien mit Überschwemmungsgefahr des gesamten Badezimmers. Keine AA oder Parfum geschwängerte Luft, oder am besten gleich beides zusammen. Nichts. Ich mache mir einen Kaffee, einen großen Kaffee, in einer großen Tasse, mit Milchschaum, viel Milchschaum. Ich trinke ihn. Alleine. Langsam. Ich könnte Zeitung lesen, eine Gesichtsmaske könnte auch nicht schaden, mit einer Freundin tanzen gehen, kochen, was nur ich mag, Yoga machen, stundenlang, endlich mal wieder ein Buch lesen, Maniküre, Massagen vielleicht…

Ich mache nichts. Ich höre der Stille zu. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen.

P.S.: Für alle, die sich jetzt wieder Sorgen machen. Ich liebe meine Kinder. Über alles. Gehen sie mir manchmal ganz furchtbar auf den Wecker? Aber sowas von! Darf und muss man, wenn es möglich ist, die Zeit ohne Kinder genießen? Unbedingt! ❤

© Sunny Möller

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Einfach so die Zeit vertrödeln…

Gestern war ich im Schwimmbad. Nicht einfach nur so, es war so vorgesehen. Erst Arbeit, Kind abholen, Essen, Tanzkurs, Freundin vom Kind mitnehmen, ins Schwimmbad. Es ist heiß dieses Jahr im Mai. Es ist voll, das Schwimmbad dieses Jahr im Mai. Die Kinder verabschieden sich in Richtung Riesenrutsche, ich bleibe auf der Decke, in der Sonne. Sie können schwimmen, gut, beide. Die permanente aufsichtspflichtsgeschwängerte Sorge wird etwas entschärft.

Ich liege, in der Sonne, alleine. Ein öffentliches Schwimmbad und ein Gefühl wie im besten All-Inclusive-Urlaub. Mein Cocktail ist die Zeit, das Schirmchen mittendrin die Ruhe. Ich vertrödel meine Zeit. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal etwas vertrödelt habe. Zeit war nicht dabei. Ich schaue nach oben. Als Kind habe ich Zeit vertrödelt, in den Achtzigern durfte ein Kind noch Zeit vertrödeln. Ich war ein gutes Zeitvertrödlerkind. Ich schaue nach oben. Eine Wolkengeschiche, Wolkengeschichten eignen sich hervorragend zum Zeit vertrödeln.

Das Krokodil von eben ist schon weg, der Bär versucht sein Glück beim Angeln. Ein Ballettschuh, keinen Fisch, er ärgert sich und macht sich auf in Richtung Sonne. Ich könnte lesen, etwas essen, ein Kleinigkeit, ach nee, lieber vertrödel ich den Rest der Zeit!

© Sunny Möller

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…und dann werde ich Psychiater!

Mein Sohn ist 14 und eigentlich war er schon 14 als er erst 4 war. Ich weiß nicht mehr genau wie oft ich Fragen gegoogelt habe und Fachliteratur gewälzt habe, seit dieses Kind auf der Welt ist. 2007 war ich mit ihm in einem großen Hamburger Supermarkt und habe gewartet. 2 Stunden! Haben wir etwas gekauft? Nein. Dieser kleine Junge hat Paletten mit Joghurt sortiert. Froop, Lünebest, Ehrmann, Landliebe, Weihenstephan, egal, es musste eine Ordnung haben. Alle Becher hatten auf den Paletten eine bestimmte Reihenfolge, keine Schrift durfte auf dem Kopf stehen, gleiche Sorten gehörten in eine Reihe, ungerade Mengen wurden aussortiert und hinter den Paletten versteckt. Puddingpaletten wurden ignoriert. Luke mag bis heute keinen Pudding.

Das ist eine von vielen Geschichten aus dem Leben meines 14jährigen Kindes. „Hast du ihn mal auf Autismus testen lassen? Das ist doch nicht normal!“ Habe ich nicht, dieses Kind war aufmerksam, kuschelte für sein Leben gern und suchte ständig Kontakt zu Menschen. Er sucht einfach nur eine Ordnung in dem Chaos, was sich Leben nennt. Er will die Welt einfach nicht altersgemäß verstehen. Das wiederum verstehen seine Altersgenossen nicht. Für einen kleinen Jungen beginnt ein Spießrutenlauf, weil er das deutsche Parteiensystem spannender findet als das unlogische Verhalten mit 11 Leuten hinter einem Ball her zu rennen. Er war eine sehr lange Zeit sehr alleine. Erwachsene fanden ihn toll, Kinder hielten ihn für einen Freak. Und ich war verzweifelt, warum erkannte niemand dieses wunderbare Kind.

Dieses Kind ist jetzt 14 und ist nicht mehr alleine und im Gegensatz zu mir, hatte er daran niemals auch nur einen Zweifel. „Weißt du Mami, manchmal dauert es etwas länger, bis man die richtigen Menschen trifft.“ Bei dem Satz musste ich lächeln. Recht hat er, aber so als Mama macht man sich halt Gedanken. Mein Kind!

Jetzt mit 14 mache ich mir natürlich Gedanken, ob er schon Ziele hat. Immerhin, so in der 9. Klasse kann man doch schon mal drüber nachdenken.

„Ich studiere Medizin!“

„Wow, damit habe ich jetzt nicht gerechnet!“

„Ich will Psychiater werden!“

„Warum Psychiater?“

„Ich finde, das Gehirn ist das spannendste Bauteil des Menschen. Ich will wissen, wie es funktioniert und warum bei so vielen Menschen so viele Sachen schiefgehen.“

„Das würde ich auch gern wissen!“

„Siehst du Mama, und vielleicht kann ich damit das Leben von einigen Menschen ein kleines Stück besser machen. Vielleicht kann ich ihnen helfen zu verstehen sich zu verstehen.“

„Find ich gut!“

„Ich auch.“

Ich muss an die Joghurtpaletten denken. Mein Kind will eine Ordnung in das menschliche Chaos bringen. Er versteckt nichts mehr hinten im Regal.

© Sunny Möller

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Das mit der Arbeitsmoral und so….

Was ist nur los mit der Jugend von heute? Während ich mich mit 14 um die ersten kleinen Jobs mit anderen geprügelt habe, um mein Taschengeld etwas aufzubessern, muss man die Kids von heute ja praktisch anbetteln, mal ein bisschen aktiv zu werden. Mein Sohn hat für drei Tage einen coolen Ferienjob und wollte noch einen Freund/in akquirieren. Es kamen dankende Ablehnungen, vielfach och nöö, schon um 10 oder ach das geht nicht, ich muss 3 Tage mein Zimmer aufräumen und nee Alter, 100 Euro Taschengeld reicht mir…..

ECHT JETZT?

Was um Himmels Willen ziehen wir da groß? Was, wenn diese Heinis mal auf die Arbeitswelt losgelassen werden? Dauernd hört man von der Überforderung unserer Kinder, der Stress, die psychischen Überforderungen…ich komme nicht umhin, mir die Frage zu stellen, mit genau was sie überfordert werden….Tennis? Geige? Golf? Klavier? Mandarin? Ballett? Setzen wir heute falsche Prioritäten? Stopfen wir sie voll mit möglichst viel Prestige trächtigen Müll und vergessen, sie aufs echte Leben vorzubereiten?

© Sunny Möller

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Das Lied zum Wachstum

Fehlt dir was – dann brauchst du was
Brauchst du was – dann musst du was
Musst du was – dann tust du was
Tust du was – dann kriegst du was
Kriegst du was – dann hast du was
Hast du was – dann bist du was.

Bist du was – dann brauchst du mehr
Brauchst du mehr – dann musst du mehr
Musst du mehr – dann tust du mehr
Tust du mehr – dann kriegst du mehr
Kriegst du mehr – dann hast du mehr
Hast du mehr – dann bist du mehr.

Bist du mehr – brauchst du mehr Mehr
Immer immer immer mehr –
Schließlich kannst du nimmermehr
Und brauchst überhaupt nichts mehr.

© Michail Krausnick

…macht mich grad sehr nachdenklich…

Allgemein

Du bist mir gleichgültig

Ich liebte dich mit Leidenschaft,
ohne zu wissen, dass es Leiden schafft,
gleichgültig sei ich dir,
also genauso gut wie ich zu dir?
Die Bedeutung beider Worte sind verquer,
denn erkennt man sie, so ist´s nicht schwer,
das vermeintlich gute führt zum Schmerz,
die gleiche Gültigkeit zum Herz.

© Sunny Möller

Ursprüngliche Bedeutung

Leidenschaft

Aus mittellateinisch „liden“ = „durchmachen oder auch durchstehen“

Das Wort Leidenschaft ersetzte einst das französische Wort Passion und zählt seit dem zu unserem Sprachgebrauch. (wiki)

Ursprüngliche Bedeutung Gleichgültigkeit

Die eigentliche Zusammensetzung des Wortes aus gleich und gültig hat vormals einen völlig anderen, eher konträren Sinn ergeben: Etwas besitzt die gleiche Gültigkeit. Es ist gültig, wie das andere auch.

Der Ausdruck beinhaltete damit sehr wohl eine Wertung im Sinne von etwas ist gleich gültig wie etwas anderes. Mit anderen Worten: Wir bewerten etwas als genau so gültig wie das andere. Dies zeugte von Respekt vor der Gültigkeit des Anderen. (wiki)

Allgemein

Kehrtwende

Die überraschende Wende in der verkehrten Welt,
könnte laufen wie es mir gefällt,
doch macht sie eine Kehre,
gegen die ich mich verwehre,
denn auch wenn die Richtung anders ist,
überraschend gar und nicht mal trist,
nimmt sie doch für mich die falsche Bahn,
so winde ich mich raus aus dieser Wende,
denn beim kehrt bleibt für mich davor das ver,
die Kehrtwende mit verkehrtem Ende.

© Sunny Möller