Allgemein, Kulinarisch

Reis mit Scheiß

Es gibt sicherlich einen kulinarisch korrekteren Begriff, aber bei Charly gibt es Reis mit Scheiß. Irgendwelche Reste zusammengeklatscht, lecker nachgewürzt und dann genießen. Besser als jedes Boeuf de luxe. Also, macht den Kühlschrank auf und findet euren ganz persönlichen „Reis mit Scheiß“!❤️

Bei mir waren heute natürlich Reis, dann noch Kartoffeln, Mais, Kidneybohnen, Tomaten und Frühlingszwiebeln dabei.

(c) Sunny Möller

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Weißt du, was du willst?

Ich weiß, was ich will

Ich will dich fühlen

Wenn der Morgen erwacht

Mit dir den Tag verbringen bis in die Nacht

Und glauben nirgends ist ein Ende in Sicht

Nein, für uns nicht

Ich weiß, was ich will

Ich will die Leidenschaft

Mit der du mich liebst

Die sanfte Zärtlichkeit

Wie du sie mir gibst

Die Illusion

Du lebst allein nur für mich

Die brauche ich

Ich weiß, was ich will

Ich will, dass endlich etwas Neues beginnt

Dass wir wie ein Gedanke, ein Körper sind

Das ist mein Ziel

Sag‘ mir nur eins

Will ich zuviel?

Ich weiß, was ich will

Dir alles zeigen

Was ich jemals gesehen

Was du auch immer tust

Verzeihen und verstehen

Was ich noch nie vorher im Leben getan

Fang‘ ich jetzt an

Ich weiß, was ich will

Ich will dich nie mehr aus den Augen verlieren

Will deine Hände sanft und weich auf mir spüren

Glauben daran, dass es auch so weitergehn kann

Ich weiß, was ich will

An einem leeren Strand allein mit dir sein

Und alles tun, was man so tun kann zu zwein

Und kein Gedanke von uns bleibt ungesagt

Nichts wird vertagt

Ich weiß, was ich will

Wie ein Zigeuner durch die Welt mit dir ziehen

Dem ganzen Zirkus dieses Daseins entfliehen

Und alles das

Bis uns die Sinne vergehen

Wär das nicht schön?

Ich weiß, was ich will

Dass jede Nacht für uns zum Karneval wird

Und jeder Weg nur zueinander uns führt

Das ist mein Ziel

Sag‘ mir eins: will ich zuviel?

Ich weiß, was ich will

Ich will dich ganz und gar und immer um mich

Was uns im Wege steht

Das ändere ich

Ich hab‘ noch nie im Leben Berge versetzt

Ich tu‘ es jetzt

(c) Udo Jürgens

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Du bist weg!

Ene mene mink mank,
eier weia weg,
mit acke backe piff paff
biste weg,
kommt die kleine Dickmadam,
zieht sich deine Hose an,
und die alte Frau mit Rüben,
hatte drüben,
eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
die Micky Maus vertrieben,
ich und du mit Müllers Kuh,
und der Esel noch dazu,
eene, meene miste,
biste in der Kiste,
eene mene titschn tatschn,
eene in die Fresse klatschn,
eene noch dazu
und raus bist du.

 

© Sunny Möller

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Das wird schlimm!

…halb sieben, Samstag morgen. Die ersten Sonnenstrahlen bahnen sich den Weg ins Schlafzimmer. Hmmmmm. Leichtes Stöhnen vom Mann neben mir. Träumt er von uns? Einer dieser erotischen Träume, die Männer morgens zum (Auf)stehen brachte? Ich musste lächeln. Besser konnte ein Wochenende nicht beginnen. Er räkelte sich. Ich stellte mich schlafend, zog meinen Bauch ein und die Brüste raus. Gleich würde er näher rutschen und mir übers Haar streichen. Ich würde so tun, als sei ich noch viel zu müde für solche morgendlichen Spielereien. Ich würde mich etwas zieren, dann lasziv räkelt, um mich schließlich bereitwillig dem Sturm der Leidenschaft hinzugeben…..

„Ich glaube, ich werde krank!“

HHHÄÄÄÄÄÄHHHHH? OH NEIN, BITTE NICHT DAS BÖSE K WORT!!!!! Ich überlegte kurz. Was hatte ich für Möglichkeiten? Taub stellen? Den Virenangriff mit Sexavancen bekämpfen? Tot stellen? Ich öffnete die Augen und versuchte verständnisvoll zu reagieren.

„Oh nein Baby, was hast du denn?“

Erneutes Stöhnen. (leicht nasal, wusste nicht, dass das geht)

„Ich weiß auch nicht, mein Hals ist kratzig und ich habe das Gefühl meine Augen sind geschwollen. Sind meine Augen geschwollen?“

Er klimperte mit den Augen wie eine kranke Kuh.

„Atmen ist schlimm. Ich konnte die ganze Nacht kaum schlafen, weil ich gemerkt habe, da ist was im Anmarsch…..!“

Er schaute mich gequält an.

Er war gestern mit seinen Kumpels Fußball gucken. Es wurde einiges an Bier getrunken und nach dem Sieg, grölend um die Häuser gezogen. Klang nach „After-Suff-Syndrom“! Aber ich wollte nicht gleich stänkern…

„Schatz, das wird höchstens ein kleiner Schnupfen!“

Seine Stimme wurde weinerlicher.

„Aber es pfeift so! Wenn ich atme. Hoffentlich wird das keine Lungenentzündung!“

Er versuchte krampfhaft irgendwelche Fiepgeräusche aus seiner Lunge zu pressen.

„Hörst du das? Hörst du das? Das klingt gar nicht gut!!!“

Ich war genervt.

„Dann geh zu Arzt!“

Jetzt mündete weinerlich in leicht verzweifelt, mit provozierenden Pfeiflauten.

„Aber heute ist Samstag. Da muss ich in die Notaufnahme. Da muss ich stundenlang rum sitzen, zwischen all den Kranken. Und meine Knochen tun auch so weh. Können wir nicht erst mal versuchen, mich hier zu behandeln?“

Mich hier zu behandeln bedeutete, er Pflegestufe 98, ich unfreiwilliges soziales Jahr. Langsam stieg Panik in mir auf.

„Also meine Mama hat mir früher immer Hühnersuppe gekocht. Also nicht dieses gekörnte Zeug, was du immer nimmst. Aus einem echten Huhn. Am besten Bio, bei den Skandalen heute. Mit ein bisschen Gemüse drin, ganz klein geschnibbelt. Dann tut es nicht so weh beim Schlucken. Und sie hat selbst Hustensaft gekocht, aus Zwiebeln und Kandis. Und bei Fieber helfen am besten Wadenwickel, aber die aus Leinen. Keine Mischfaser, wegen der Hautirritationen. Wenn man krank ist, ist die Haut auch total überempfindlich!“

Sagte der Mann, mit dem Polyester-Trikot seiner Lieblingsmannschaft. Mich wunderte sowieso, dass er noch so viel reden konnte und wie er schon „Meine Mama“ sagte…MUTTER, ab spätestens 16 ist es deine MUTTER!!!!! Aber eigentlich ist er richtig toll und ein toller Liebhaber. Echt toll.

„Weißt du was, ich gehe jetzt mal Brötchen holen und bring dir ein paar Sachen aus der Apotheke mit!“

Mit leichtem Hüsteln und Hundeaugen, schaute er mich dankbar an.

„Ach Süße, du bist so lieb! Für mich aber bitte kein Brötchen, ich kann kaum schlucken! Vielleicht machst du mir nachher ein Porridge, kannst du das?“

Im Gegensatz zu ihm, konnte ich schlucken. Einmal, zweimal, nebenbei bis zehn zählen. Ich zog mich an, Jogginghose, Sweater, bloß erst mal raus hier! An der Tür hörte ich noch das Winseln.

„Aber lass dich über die Nebenwirkungen aufklären!“

30 Minuten später, mit allen Heilkräften der Natur und 15 Sprachnachrichten (!!!!), wann ich denn endlich kommen würde, betrat ich das Lazarett. Er hatte sich ins Wohnzimmer umgebettet um sich mit der Playstation abzulenken. Kurzer Seitenblick.

„Wo warst du denn so lange? Ich glaube, jetzt fängt das Fieber an!“

Neben ihm lag eine Seite Millimeter Papier, ein Koordinatensystem, eine eingezeichnete Kurve, Zahlen.

„Was ist das?“

„Meine Fieberkurve!“

„Aber das höchste sind 37.6 Grad!“

Er schaute mich gekränkt an.

„Aber angefangen habe ich bei 37.4! Eine Steigerung von 0.2 Grad in nicht mal einer halben Stunde! Du könntest ruhig etwas sensibler sein!“

Atmen, schlucken, zählen. Ich ging in die Küche. Ich brauchte dringend einen Kaffee. Ich nahm den Löslichen, keine Zeit für mehr. Das Wochenende war nicht so lang. Montag konnte ich wieder arbeiten gehen.

Im Wohnzimmer fiel etwas zu Boden. Das Stöhnen fing wieder an.

„Ich habe plötzlich so Bauchschmerzen, es rumort auch ganz komisch. Ich hoffe nicht, dass ich jetzt auch noch Durchfall kriege! Mama hat….“

Den Rest konnte ich nicht mehr hören, meine Kaffeetasse hatte den Boden berührt. Ich griff zum Hörer, wählte. Endloses Tuten.

„Ja?“

„Ich bin´s Gisela! Du musst kommen! Dein Sohn ist krank!“

Ich wartete auf keine Antwort. Mama würde schon kommen, bewaffnet mit Bio-Hühnern und Wadenwickeln. Nur ich, ich würde gehen. Bewaffnet mit Yogamatte und Saunatuch.

© Sunny Moeller

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Schau mal hin!

Eier, Milch, vielleicht ein bisschen Aufschnitt, wie hieß noch mal dieser Käse, den die Kinder so gerne mögen? Irgendwelche Termine diese Woche? Bald ist Weihnachten, ob es wohl endlich mal schneit?……..Kopf hoch, Sunny! Gesichter, schau mal hin! Sie erzählen etwas! Sie hinein!

…Ich frage mich die ganze Zeit, warum er nicht anruft? Er hat gesagt, der Abend sei grandios gewesen und er ruft die Tage an, was heißt denn, „die Tage“?…

…und wenn es doch was Schlimmes ist, was ist, wenn es Krebs ist? Der Arzt hat so komisch geguckt. „Jetzt machen Sie sich mal keine Sorgen, Frau Kinter!“ Ich habe solche Angst…

…Wenn sie mich jetzt noch einmal in der Öffentlichkeit ´mein Moppelchen´ nennt, krieg ich ´nen Anfall und nenne sie Hängetittchen. Es gab mal Zeiten, da hat sie mich Hengst genannt, da war ihr Busen auch noch weiter oben. Liebe ich sie eigentlich noch?…

…65, ab morgen bist du Rentner Karl, blödes Gefühl, irgendwie. Du hast jetzt immer frei Karl, gutes Gefühl, irgendwie…

…ich hab 2 Fünfen, schon wieder 2 Fünfen, Ole hat gesagt, ich bin zu doof zum Atmen, Papa wird stinksauer sein, ich will gar nicht nach Hause gehen…

…ein Baby, ein Baby, ein Baby, ich glaub es wird ein Mädchen, wie sag ich das Mike, ob er sich freut?…

So viele Gesichter, so viele Geschichten. Alte, Junge, große Nasen, kleine Ohren, kurze Beine, lange Haare, große Augen, schmale Hände, einzigartig jedes Mal! Hinsehen, aufnehmen, ansehen, lächeln, denken, mitfühlen, raten, fragen, erkennen, zuhören, mitgehen.

Schaut mal hin!! Jeder Mensch ein Buch!

© Sunny Möller

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Mistgunst

Mit der Missgunst ist das so eine Sache. Manchmal sitze ich hier und habe das Gefühl, alle sind schneller, organisierter, schlauer, ehrgeiziger, fleißiger und erfolgreicher als ich. Ich bin ein Gönnen-Könner, doch manchmal überkommt mich doch dieses bittere Gefühl des Beneiden. Es ist schon manchmal ein Mist mit der Gunst für andere.

Die andere Mutter, mit den stets perfekt manikürten Nägeln, den modisch ausgewogenen Outfit zwischen Businessfrau, Vamp und sportlicher Triathletin. Dann schau ich an mir runter, mit den flachen Boots, da ich, seit diese Kinderbande in mein Leben getreten ist, keine zehn Meter mehr in mittelhohen Highheels zurücklegen kann, ohne mindestens zweimal umzuknicken.

Während ich gekaufte Muffins zum Klassenfrühstück meiner Tochter mitbringe, stolziert eine andere, natürlich voll berufstätige Mutter mit einem selbstgeschnitzten Gurkenkrokodil herein, dem noch eine kunstvoll gesäbelte Karottenzunge aus dem Maul hängt. Während ich mich von meinem Kind verabschiede, lausche ich dem Gespräch zweier dieser Supermuttis und höre sie von etwas schwärmen, dass mich beinahe so etwas wie Schadenfreude überkommt.

Die eine der beiden scheint eine heimliche Affaire zu haben. „Haaahhh, doch nicht so perfekt!“, denke ich noch. „Oooaaahhh, Frauke. Du kannst dir nicht vorstellen, wie heiß der wird. Der bringt alles zum Schmelzen in Null Komma nix! Ich weiß gar nicht, was ich ohne ihn machen würde!“ Frauke sah sie begeistert an. „Und was hast du dafür bezahlt?“ Die Stimme der Gurken-Frida Kahlo wurde leiser. „Na ja, über 1000 Euro hat er schon gekostet, aber bei dem, was der leistet, war er jeden Cent wert.“ Ich kann es kaum glauben. Wie kann sie sich das leisten?

Zwei Sätze weiter kam dann die Ernüchterung. Die beiden sprachen von einem Thermomix. Dabei sei nebenbei erwähnt, dass ich sie noch nie so liebevoll von ihren Männern habe reden hören. Ob sie die Gurke auch in das Gerät geschmissen hatte und der dann das fertige Reptil rausgeschmissen hatte? Man hört ja immer wieder „Der Thermomix kann alles“, du wirfst alles rein und das Ding spuckt alles fertig wieder aus.

Aber zurück zum Thema. Wie schaffen diese Frauen das nur? Bin ich die einzige, die ständig übermüdet ist, genervt von dem 1000sten Mal ‚Mami, kannst du mal?“ und den ganzen Terminen, die mir ständig um die Ohren ballern? Oder denken diese anderen Frauen genauso über mich? Vielleicht finden sie es ja cool, dass ich in kaputten Jeans, einem alten Nirvana T-Shirt und meinen Uralt-Chucks zum nächsten Elternabend komme. Vielleicht denken sie ja „Cool, sie hat sich nicht in eine Rolle drängen lassen, die sie eigentlich gar nicht leben will“. Während ich mir mit einem Knipser die Nägel auf eine alltagstaugliche Länge stutze, gefällt mir dieser Gedanke immer mehr. Vielleicht beneiden sie mich ja sogar um meine manchmal ungewaschenen Haare, die ich mir morgens um halb acht unter eine Baseballkappe quetsche. Vielleicht.

© Sunny Möller

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Ich bin

Ich sehe nichts.

Ich sehe dich.

Ich höre nichts.

Ich höre dich.

Ich fühle nichts.

Ich fühle dich.

Ich schmecke nichts.

Ich schmecke dich.

Ich bin nichts.

Du bist alles.

Deine Augen, unendlich, deine Stimme so warm, deine Haut, so berauschend, dein Kuss, so süß, nicht immer alles, doch ganz viel das.

(c) Sunny Möller

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TÄUSCHUNGSMANÖVER TEIL 8 – AUF DER SUCHE NACH MR. RIGHT ODER SO ÄHNLICH – HEUTE: Mr. Right

Nachdem ich mich einmal querbeet durch die Männerwelt gesucht habe, um den einen, den wahren, den ultimativen Traummann zu finden, ist mir siedend heiß etwas durch den Denkapparat geschossen. Geht es denn beim Mann der Träume vornehmlich um Sex? Was ist mit gleichen Interessen, die das Zusammenleben sicherlich nicht unwesentlich auszeichnen. Ist Sex denn wirklich so wichtig?

„Also egal wie heftig wir uns streiten, nach dem Versöhnungssex kriegen wir alles wieder hin!“

Wer kennt diesen Satz nicht? Und wer kennt diese Sätze nicht? „Sex ist doch nicht das Wichtigste in einer Beziehung!“ oder „Orgasmus? Finde ich völlig überbewertet! Es ist doch einfach schön nur so zu kuscheln!“ Dieser Satz kommt vornehmlich von Frauen und wenn ich den höre, denke ich jedes Mal:“Ok Schätzchen, du hattest noch nie einen, du weißt also nicht, was du verpasst!“ Lange Rede, kurzer Sinn, wir haben ihn gefunden, unseren Mr. Right und ob ihr´s glaubt oder nicht, das Spektakuläre kann so einfach sein. Und wenn ihr mich nach dem Stellenwert von Sex in einer Beziehung fragt, so würde ich ihn, sofern er gut ist, niemals ans Ende der Beziehungswünsche stellen. Vorhang auf für Mr. Right!

„Sorry Süße, ich bin zu spät!“

Ich stolpere in unser Lieblingscafé. Bettina sitzt in einem großen Ohrensessel. Sie hat sich die Schuhe ausgezogen, die Füße ebenfalls mit auf den Sessel gezogen und schlürft an einem großen Chai Latte. Sie lächelt mich beseelt an.

„Hast du was geraucht?“

Sie war nicht einmal annähernd empört und guckte mich noch bekiffter an.

„Nein. Viel besser. Ich habe ihn gefunden, den perfekten Mann. Gott, ich habe mich total in ihn verliebt!“

Da dieser Ausspruch von ihr schon des öfteren kam, nahm ich ihn nicht sonderlich ernst und bestellte mir einen Milchkaffee. Sie hörte nicht auf zu grinsen. Langsam wurde ich doch neugierig.

„Jetzt erzähl schon. Wer ist es und was kann er, was die anderen nicht konnten?“

„Wir haben geredet!“

„Wie ihr habt geredet?“

„Na ja, über Sex!“

Ich sehe schon meinen nächsten Blogtitel vor mir: „Der Erzähler“!

„Ihr habt nur darüber geredet?“

Sie genoss es, mich zappeln zu lassen.

„Er heißt John und das erste, was er mir gesagt hat, als das Sexthema angeschnitten wurde, war: Ihr seid selber schuld. Mit dieser ganzen Vortäuscherei verarscht ihr euch nur selber! Woher sollen wir wissen, was ihr wollt, wenn ihr rumstöhnt wie die Irren? Klar halten wir uns dann für den perfekten Liebhaber! Und dann hat er mich gefragt, wie ich es haben will! Weißt du Sunny, er hat mich gefragt wie ich es haben will! Ich wusste gar nicht, was ich darauf antworten sollte. Ich dachte, Männer wissen sowas!“

Das erste Mal fragte ich mich, woher sie das wissen sollten. Aus Pornofilmen, aus schlauen Männermagazinen, aus Gesprächen mit Freunden? Unnötig zu erwähnen, dass kein Mann mit einem anderen über Sex redet. Höchstens, wieviel Ritzen sie schon in ihren Erfolgsbalken gehobelt haben. Oder vielleicht von uns? Sagen wir, was und wie wir es wollen?

„Weißt du eigentlich, was dich anmacht?“

Mir fiel auf, dass wir auch noch nicht wirklich darüber gesprochen hatten. Trotz all der medialen Offenherzigkeit schämen wir uns noch wie unsere Omis vor 50 Jahren.

„Darüber habe ich dann auch nachgedacht. Also wenn ich es mir selber mache, habe ich so meine Phantasien, die mich antörnen. Meistens ist Keanu Reeves dabei. Mein selbst gemachter Sex läuft viel über den Kopf. Aber ich konnte mich doch wohl kaum nackt vor ihm ausbreiten und ihm meine erogenen Zonen vorstellen!“

„Und was hast du gemacht?“

Sie räusperte sich.

„Mich vor ihm nackt ausgebreitet und meine erogenen Zonen vorgestellt…! Zumindest die, die mir bekannt waren. Dann sollte ich seine Hand führen und er hat meine Hand genommen und dann….“

Ich schaute sie gespannt an.

„Und dann???“

„Hatte ich den besten Sex meines Lebens! Ich habe nicht gedacht, dass das so unkompliziert sein kann. Wir quatschen über alles, Sex ist mittlerweile ein öffentliches Thema, aber dass es für jeden eigentlich ein persönliches Thema ist, vergessen viele. Niemand spricht aus, was ihm gefällt, noch was ihm nicht gefällt. Am Ende rammeln wir mainstreamartig auf einander rum. Mann kommt, Frau nicht, Mann in diesem Fall einfach gestrickt, Frau nicht. Mann halbwegs befriedigt, Frau nicht. Lösung: Anfassen mit Ansage. Als wir angefangen haben, habe ich erst gar nichts gesagt und als er mich küsste und mir ins Ohr flüsterte: Ich mag es, wenn du mit der Hand meine Leiste entlang fährst und deine Fingerspitzen meinen Schwanz berühren. Ich glaube, ich bin knallrot angelaufen. Im ersten Moment war mir das so peinlich, aber gleichzeitig hat es mich so heiß gemacht, dass ich ihm gesagt habe, dass ich total drauf stehe, wenn jemand an meinen Nippeln knabbert….“

Sie fing an zu kichern. Ich war verblüfft. Klar sollte man die Interessen, Charaktereigenschaften, etc. nicht außer acht lassen, aber wenn’s darum geht, im Bett auf seine Kosten zu kommen, ist reden Gold und schweigen ein Täuschungsmanöver! Dann mal los. Falls ihr noch nicht fündig geworden seid, euer Mr. Right ist irgendwo da draußen und will wissen, wie er´s machen soll!

In diesem Sinne, danke, dass ihr mich begleitet habt auf dem Weg zu Mr. Right und ich wünsche uns allen viel Liebe und noch besseren Sex!

© Sunny Möller