Allgemein

Das ABC der Nachhaltigkeit: P

P

wie

Praxistest

Ich habe immer gedacht, ich lebe schon ziemlich bewusst und auch nachhaltig. Doch als ich mit diesem ABC angefangen habe, ist mir doch einiges sauer aufgestoßen. Zum Beispiel wie viele männliche Küken im Schredder landen und es dabei egal ist, ob du ein Bio- oder ein Käfigei kaufst. Dass Papiertüten im Supermarkt zu kaufen genauso doof ist wie Plastiktüten und dass ich doch hin und wieder mein Auto für Strecken benutze, die mein Fahrrad genauso schnell schaffen würde. Weil ich faul bin, weil das Wetter zu schlecht ist, oder weil ich keine Lust habe, mehrmals die Woche einkaufen zu gehen.

„Ich mache viel zu wenig!“

Mein Freund schüttelt den Kopf.

„Aber was machst du denn gut?“

Ich überlege, fange dabei wieder an, mich selbst zu beschuldigen, was ich für ein nachhaltiges Miststück bin.

Mein Freund ist sichtlich genervt.

„Nenne mir 3 Dinge, mit denen du unsere Umwelt schützt!“

„Ich kaufe keine Plastikflaschen mehr!

„Ich habe einen Garten und baue selber Gemüse an!

„Ich kaufe kein verpacktes Gemüse oder Obst mehr!

„Kaffee to go landet in keinem Pappbecher mehr!

„Ich trinke nur noch Leitungswasser.

„Ich fahre viel mehr Bus und Zug.

„Ich kaufe keine Plastiktüten mehr.

„Ich lasse keine Akkustecker mehr in der Steckdose, wenn ich ihn nicht benutze…“

„Das waren 7!“

Ich dachte nach und ich habe das auch schon von vielen von euch gehört und gelesen. Ein kleiner Beitrag von jedem von uns, macht schon eine Menge aus. Die Großen und mächtigen beschuldigen hilft allerdings überhaupt nicht. Ich weiß nicht genau, ob es Greta Thunberg geschuldet ist, dass auf einmal so ein Klimabewusstsein durch die Welt geht, aber als ich heute morgen auf dem Markt war, habe ich noch nie so viele Menschen gesehen, die mit Körben und Stoffbeuteln unterwegs waren und nicht einmal ihre empfindlichen Tomaten in Papiertüten zwischengelagert haben. Beim Käsemann stand eine ältere Dame mit ihrer Tupperbox und ließ sich ihren Gouda gleich da hinein füllen. Und bei der Kaffetante standen viele mit ihren mitgebrachten Bechern.

Es passiert was und das ist ein gutes Gefühl! ❤

Und wer auch immer die "Fridays for Futures" Bewegung für eine Schwänzspinnerei von Kindern gehalten hat…dafür ist unsere Zukunft aber ziemlich aktiv!

Kulinarisch

Himmlisch indisch immer wieder

Wer indische Küche liebt, liebt Curry. Aber an Dal kommt man meines Erachtens auch nicht unbemerkt vorbei.

Dal ist ein Gericht der indischen Küche und der pakistanischen Küche, das vorwiegend aus Hülsenfrüchten, meistens Linsen, aber auch Kichererbsen, Bohnen oder Erbsen zubereitet wird. Durch die lange Kochzeit zerkochen die Hülsenfrüchte zu einer Art Brei, der mit Kreuzkümmel, Koriandersamen, Zwiebeln, Knoblauch, Chilis, Ingwer und anderen Gewürzen kräftig gewürzt wird. Bisweilen werden die Hülsenfrüchte auch frittiert. Dal ist ein Grundnahrungsmittel in Indien.

Dal kann sowohl als Hauptspeise, zum Beispiel beim Dal Bhat, als auch als Beilage gereicht werden.(wiki)

Natürlich bin ich immer auf der Suche nach möglichst authentischen Rezepten und bin doch tatsächlich auf chefkoch.de fündig geworden. Mir gefällt besonders die Kombination mit Spinat, den ihr frisch vom markt oder auch gefroren verwenden könnt.ich habe das Rezept noch etwas durch die Zugabe von Cocktailtomaten und Datteln verfeinert. Ganz besonders gut gefallen hat mir die selbst gemachte Masala-Paste. Das bisschen Aufwand lohnt sich in jedem Fall. Ihr müsst nur aufpassen, dass ihr vor dem Servieren nicht schon die Hälfte wegnascht.

Beim Anrichten habe ich einen kleinen Angeber-skill verwendet. Füllt ihr den Reis in eine, mit kaltem Wasser ausgespülte Tasse oder kleine Schale und stülpt sie dann auf den Teller, sind euch einige Ahhhs und Ohhhs sicher.

Masala-Paste selbstgemacht:

1 Knoblauchzehe(n)
1/8 TL Harissa
1/2 Stück(e) Ingwer, walnussgroß
1/2 TL Garam Masala
1/2 TL Korianderpulver
1/2 TL Kreuzkümmelpulver
1/2 TL Paprikapulver, geräuchert
1 TL Tomatenmark
1/4 TL Meersalz

Und sonst so:

75 g rote Linsen
150 g Spinat, frischer
1 Zwiebel(n), rot
100 ml Kokosmilch, fettreduziert
125 g Tomaten, stückige, aus der Dose
100 g Cocktailtomaten
6 Datteln
150 ml Gemüsebrühe
1 Essl. Kokosöl
100 g griechischen Joghurt (10% Fett)

Zubereitung:

Für die Masala-Paste Knoblauch und Ingwer sehr fein hacken. Den Rest der Pastenzutaten in eine Schüssel geben und alles gründlich verrühren.

Die Zwiebel fein schneiden. In einer Pfanne das Kokosöl erhitzen und die Zwiebelwürfel in etwa 5 min glasig dünsten. Die Masala-Paste dazugeben und ebenfalls 2 Minuten rösten. Tomatenwürfel, klein geschnittene Datteln, Cocktailtomaten und Kokosmilch dazugeben. Zum Kochen bringen, die Linsen zufügen und die Hitze reduzieren. Deckel auflegen und Linsen in etwa 25 min bei niedriger Hitze weich kochen. Nach und nach die Gemüsebrühe anschütten und damit die Konsistenz steuern.

Inzwischen das Salzwasser für den Reis in einem Topf aufsetzen und den Reis ca. 10 Minuten bevor die Linsen gar sind, nach Packungsanweisung garen.

Währenddessen den Spinat waschen, von den Stängeln befreien, trocken schleudern und fein schneiden. Wenn Tiefkühl-Spinat verwendet wird, den Spinat ca. 5 – 10 Minuten lang in Salzwasser dünsten und mit kaltem Wasser abschrecken. Anschließend den Spinat auswringen und in einer Schüssel beiseite stellen. Kurz vor Garende der Linsen den frischen oder den TK-Spinat untermischen. Zur gewünschten Sämigkeit eventuell noch etwas Gemüsebrühe anschütten. Wer es gern noch etwas süßer mag (ich zum Beispiel), kann noch etwas Ahornsirup zufügen. Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken.

© Sunny Möller

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„Ich habe keine Schuld…

…aber die Verantwortung, dass so etwas nie wieder passiert. Mein Sohn kommt heute sichtlich bewegt vom KZ Bergen-Belsen zurück. Er erzählt mir von Anne Frank, die dort mit ihrer Schwester Margot gestorben ist. Sie war 15, so alt wie Luke jetzt.

„Ich weiß ja, wie schlimm das gewesen ist, aber wenn du da bist, wo so viele Menschen gestorben, gefoltert und gequält wurden, dann hast du so eine Last auf dem Herzen, dass man fast keine Luft mehr bekommt.

Was wäre, wenn sie Opa auch getötet hätten? Dann gäbe es dich nicht, mich nicht und Emma auch nicht.“

Er schluckt, die ganze Realität ist ihm heute mit voller Wucht ins Gesicht geknallt.

Und er ist wütend.

„Weißt du Mama, man sollte so ein KZ nachbauen und alle Neonazis da ein paar Wochen hinschicken. Ein Bootcamp für Rechtsradikale. Wie kann man nur so sein…?“

Ja, wie kann so etwas nur wieder passieren?

(c) Sunny Möller

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ABC der Nachhaltigkeit: O

O

wie

Onlineshopping

OMG und oh weia, wer nachhaltig leben will, möglichst alles lokal erwerben möchte, ohne lange Wege und viel Verpackungsmaterial, hat es im Zeitalter des Onlineshoppings wirklich nicht so leicht.

In Großstädten ist es sicherlich leichter die entsprechenden Waren vor Ort zu ergattern, doch die deutschen Kleinstädte sterben immer mehr aus. Zwar gibt es dort mittlerweile auch riesige Einkaufszentren, Fachgeschäfte sucht man allerdings vergeblich. Während man früher bei Schrauben-Manni auch eine einzelne Schraube erwerben konnte und seine kaputte Kaffeemaschine kurz zu Elektro-Edgar brachte, wird heute alles eingeschickt, oder du musst einen 100er Pack der gleichen Schraube kaufen, von denen man 99 nicht benötigt.

Der Online-Handel ist einfach nicht mehr wegzudenken. Es ist einfach, geht schnell und ist äußerst bequem und dank des Express-Versands auch zeitnah verfügbar.

Gibt es also keine Möglichkeit, den Online-Einkauf nachhaltiger zu gestalten? Doch, man muss halt ein bisschen länger suchen und ein bisschen Aufwand ist sicherlich auch dabei. Die Seite energie-tipps.de hat da tolle Ideen, die sich gar nicht so schwierig anhören:

Online shoppen? Aber nachhaltig.

Auf den vorgeschlagenen Seiten gibt es gute Tipps wie man plastikfrei verpacken kann und wer umweltverträglicher das Ganze versendet. Viele Lieferdienste setzen mittlerweile auf einen umweltfreundlichen Versand: DPD liefert Waren klimaneutral ohne Aufpreis aus und setzt beim Transport auf Fahrräder, Elektro- oder Erdgasautos. Auch DHL transportiert Pakete klimaneutral: deutschlandweit kostenlos, ins Ausland für einen Euro Aufpreis, der in Projekte für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Aufforstung fließt.

https://shop.original-unverpackt.de

https://landpack.de

https://www.biobiene.com

Mir ist bei vielen Onlineshops auch aufgefallen, wenn man zum Beispiel Schuhe oder Kleidung in verschiedenen Größen bestellt, dass vorgeschlagen wird, sich doch noch einmal bei den Maß- und Größentabellen genau zu informieren und dann vielleicht nur eines der bestellten Sachen zu bestellen.

Wie Oma Emmi so schön sagte: „Steter Tropfen höhlt den Stein“ und alle ein bisschen macht im großen Ganzen, ganz schön viel aus.

© Sunny Möller

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Der ganze Himmel, Sunny, der ganze Himmel!

Ich hatte heute vor mein ABC der Nachhaltigkeit weiter zu schreiben, aber wie das Leben so spielt, kommen ganz andere Sachen dazwischen, verrückte, irgendwie auch ganz lustige oder eben völlig unvorhergesehne.

Ich war mit Charly auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Schrebergarten. Nur mal schnell gucken, wegen der Schnecken und um den Vögeln die Futterhäuschen wieder voll zu machen.

„Können wir schnell noch bei der Post vorbei? Ich hab da noch einen Brief, der dringend weg muss.“

„Klar Charly, liegt ja auf dem Weg.“

Leider hatte ich nicht bedacht, dass es eine Zeit war, in der man mit dem Auto möglichst die Innenstädte meidet, da alle Menschen nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause sind. Also standen wir in einer langen Autoschlange und warteten und warteten. Jede Postkutsche ohne Pferd wäre schneller gewesen. Egal, im Radio lief „Sunshine Reggae“ und das machte das kalte Mai-Wetter draußen gleich viel angenehmer. Wir wippten im Rhythmus, hatten nicht viel zu sagen, doch dann plötzlich…

„Oh nein, guck mal, guck mal, da ist ein kleiner Vogel gegen ein Fenster geknallt!“

„Wo?“

„Na da, der liegt jetzt auf dem Radweg! Ich glaube das ist ein kleiner Grünfink.“

Wie konnte sie das erkennen?

„Ist er tot?“

„Ich weiß nicht genau. Ich glaube nicht. Wir müssen ihn retten! Mach was! Fahr rechts ran! Wir können ihn da nicht liegen lassen. Der nächste Radfahrer macht ihn platt. Der kleine, arme Vogel!“

Ich also rechts ran, Warnblinkanlage an, Charly steigt aus, reißt sich ihr Tuch vom Hals und bewegt es ausgebreitet wie ein Stierkämpfer auf den Piepmatz zu. Selbst wenn er gar nicht verletzt war und nur einen Schock vom Aufprall hatte, Flucht war zwecklos. Charly hatte ihr Tuch so schnell über den Vogel geworfen, dass jeder Flügelschlag zum Scheitern verurteilt gewesen wäre. Keine Minute später saß sie wieder im Auto, das kleine Tuch-Vogelbündel auf dem Schoß. Und das Bündel zappelte.

„Tot ist er wohl nicht.“

„Nein, aber vielleicht hat er einen gebrochenen Flügel! Und ein Trauma! Klatsch du mal volle Wucht gegen die Wand!“

Ich dachte an die Geschichte, als Charly gegen die Wand gerannt ist (nachzulesen in „Omas Wand“). Vielleicht verbinden solche Sachen. Sie fing an mit dem Vogel zu reden.

„Ja ja, ist ja schon gut mein kleiner Schatz. Charly rettet dich, du wirst wieder gesund. Bleib ganz ruhig.“

Dabei schuckelte sie ihn leicht hin und her. Ein bisschen erinnerte sie mich an die irre Krankenschwester aus Stephen King´s „Misery“, die ihren Patienten fast zu Tode gepflegt hatte.

„Und was machen wir jetzt?“

„Ist hier ein Tierarzt in der Nähe?“

„Nein.“

Ihre Tierliebe reichte wirklich ins Unermessliche. Als neulich eins der Meerschweinchen ihrer Tochter Blut gepinkelt hatte und nicht mehr fraß, wurden alle tiermedizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft, um Oliver zu retten. Und sie schaffte es tatsächlich. Olli war wieder frech und verfressen wie eh und je. Wahrscheinlich hatte sie bald einen Aufkleber auf ihrem Auto, „Ich bremse auch für Ameisen“. Der Vogel wurde immer lebendiger. Das Tuch hüpfte rauf und runter.

„Lass den bloß nicht aus dem Tuch raus! Wenn der anfängt, hier im Auto rum zu flattern, bau ich noch einen Unfall! Wir nehmen ihn jetzt mit in den Garten und gucken mal, ob er es schafft oder nicht.“

Sie guckte mich etwas entsetzt an.

„Hör nicht auf die böse Frau, Piepi! Natürlich schaffst du das! Charly passt schon auf dich auf. Gleich bekommst du erst einmal ein paar feine Sonnenblumenkerne und dann gucken wir mal, was dir fehlt.“

Die böse Frau fuhr weiter zum Garten.

„Es ist doch Brutzeit. Was ist denn, wenn sie Kinder hat und du sie jetzt von ihren Babys weggeholt hast?“

Die böse Frau konnte einfach nicht die Klappe halten. Charly blieb ruhig.

„Wir machen Piepi schnell wieder gesund und dann gehört ihm wieder der ganze Himmel. Bis dahin sind die Kinder noch nicht verhungert.“

Sie war konsequent. Ich parkte das Auto. Charly versuchte vorsichtig auszusteigen, das Tuch, samt Vogel beschützend in ihren Händen. Leider hatte sie eine kleine Öffnung an der Unterseite übersehen. Piepi kämpfte sich in Sekundenschnelle frei und flog weg. Ich bildete mir ein, dass er mit einem Flügel noch ein Ballaballa Zeichen machte. Sollte es eine Vogelpolizei geben, hätte Charly jetzt bestimmt eine Anzeige wegen Freiheitsberaubung an der Backe.

„Er ist weggeflogen!“

„Ja.“

„Dann hatte er wohl keinen gebrochenen Flügel.“

„Offenbar nicht.“

„Schön. Der ganze Himmel, Sunny, der ganze Himmel.“

© Sunny Möller

Allgemein, Alltagstauglich, Autorenquatsch

Charly chap lin

Das ist eine fremde Sprache, die nur Charly und ich verstehen. Sollte jetzt jemand auf diesen Schauspieler aus der Stummfilmzeit kommen, damit hat es nicht das Geringste zu tun! Es ist so ein Freundinnending, was nur wir beide verstehen. Ich weiß nicht, ob ich euch einweihen kann, aber vielleicht könnt ihr ja unsere Geheimsprache selbst entschlüsseln…

„Ey, ich hab schon wieder zugenommen! Dabei hab ich doch mit dieser Kohlsuppe gefastet!“

„Aber vielleicht hättest du Rotkäppchen lieber im Wolf lassen sollen!“

„Dieser blöde Wolf hat nicht einmal das Maul aufgemacht, ich schätze, der hat die sieben Geißlein auch schon verdaut!“

„Beim Sonnengruß?“

„Ja!“

„Wir müssen echt mehr Sport machen! Alle machen Sport, dauernd sehe ich Leute durch die Gegend rennen, mit ihren Schrittzählern und an den Arsch gepackten Trinkflaschen!“

„Sehen die glücklich aus?“

„Na ja, eher angestrengt. Aber guck doch, was wir machen. Wir labern so einen Möchtegerngeheimslang, für den sich nicht mal einer interessiert. Ist ja nicht einer dabei, der es hören könnte. Und verstehen tue ich das meiste auch nicht mal. Wer sind diese verdauten Geißlein?“

„Na ja, die Kohlsuppe war ehrlich gesagt nicht so der Burner. Ich hatte immer Hunger und musste noch dazu ständig pupsen. Jedenfalls ist Rotkäppchen der Sekt und die Geißlein sind Chicken Nuggets.“

„Aber sieben? Die gibt es doch nur als 6er, 9er oder 20er Pack.“

„Ich hatte die 20er…“

„Und hast 7 gegessen?“

„Nein, übrig gelassen.“

„Und was war jetzt mit dem Sonnengruß?“

„Haste nicht verstanden?“

„Nee.“

„Mc Sunday, der Eisbecher!“

„Ach so.“

„Ja.“

„Karamell?“

„Schoko.“

„Klar, was sonst.“

Und wisst ihr jetzt, was Chap lin bedeutet? ❤

© Sunny Möller

Wortkunst

Mutter Courage

Beherztheit, Mut und Unerschrockenheit,
Mutter Courage schneidet mir ins eigne Fleisch,
die Schlampe mit dem schönen Namen,
ist nicht nett, kam plötzlich unerwartet,
einfach so vorbei.

Zu Gast war grad das Muffensausen,
Feigheit und Beklemmung im Gepäck.
Diese Sippschaft mag ich gar nicht leiden,
alle drei, die Drecksbanausen.

Wandern wie Krätze in die Haut,
unbemerkt, kein bisschen laut.
Ich bin das nicht, das kann nicht sein,
mein Name ist Mutter Courage,

mit einem Hüftschwung wie zehn Elefanten,
und mit all den gefühlten Abgesandten,
geh ich weinend vor dir her,
und tu so, als ob´s vom Lachen wär.

© Sunny Möller

Allgemein, Stimmungslage

Every day I have the Blues

Ich bin heute irgendwie schlecht drauf. Alles doof, ich schaff das alles nicht. „Sunny, hast du den Blues?“ Mein Freund, der Musiker, weiß bescheid. „Jahhaaa, oh mann, ich krieg grad die Kurve nicht!!!“ Ich spüre ihn durchs Telefon lächeln. „Du kannst doch schreiben. Schreib dir den Blues von der Seele!“ Gott, ich liebe ihn, aber ich möchte jetzt gefälligst bedauert werden.“Kilian, ich möchte jetzt weiter jammern und du musst das aushalten!!!“ Er macht einfach nicht mit. „Lies dir mal ein paar Bluestexte durch, Klagelieder allesamt. Denk dir was aus. Ich liebe dich. Tschüss.“ Jetzt legt er einfach auf, oh mir geht es wirklich schlecht! Keiner hat Mitleid, keiner ist da. Ich tippe Blues ins Handy….

Der Blues ist ursprünglich eine Form der Klage. Das Wort kommt vom englischen Wort „blue“, was so viel wie „traurig“ bedeutet. Die Klagegesänge wurden von den Sklaven auf den Plantagen entwickelt, die durch den Gesang ihr Leid klagten. Später machte man eine Musikrichtung daraus.

Okay, das war viel schlimmer, nicht einmal ansatzweise vergleichbar mit meinem Gejammer. Und doch will ich klagen, ich schreib mal den Blues…

Jeden Tag, wirklich jeden Tag,
geht es mir minutenlang lang schlecht,
ich schau in den Spiegel,
das Gesicht was ich sehe, bin nicht ich, ist nicht einmal echt.

Ich suche nach Liebe und finde sie nicht,
das was du fühlst, fühle ich nicht.
Ich gehe nach draußen, schaue jeden aufmerksam an,
das kann ich auch lassen,
keiner schaut zurück, weder Frau oder Mann.

Egal was ich mache, drei vor, vier zurück,
ich renne und renne,
ohne Ziellinie zum Glück.

Ich packe die Sachen,
räume das Leben spurenlos leer,
keiner bemerkt es,
fragt doch einmal jemand,
fragen sie `wer´?

Jeden Tag, wirklich jeden Tag,
geht es mir minutenlang schlecht,
ich schließe die Augen,
in mir drin ist es traurig, aber wenigstens echt.

Alter, was bin ich heute nur für ein Jammerlappen. Aber cool, beim Text durchlesen muss ich mehrfach lachen. Ich sitze auch schon viel aufrechter und find mich gerade ganz gut. „Everyday I have the Blues“, but everyday I can do something dagegen.

 

„Every Day I Have The Blues“

Everyday, everyday I have the blues
Everyday, everyday I have the blues
When you see me worried baby
Because it’s you I hate to lose

Oh nobody loves me, nobody seems to care
Yes nobody loves me, nobody seems to care
Speaking of bad luck and trouble
Well you know I had my share

I’m gonna pack my suitcase, move on down the line
Yes I’m gonna pack my suitcase, move on down the line
Where there ain’t nobody worried
And there ain’t nobody crying

© Sunny Möller

Allgemein

ABC der Nachhaltigkeit: N

N

wie

Natur

Wir müssen unbedingt die Natur schützen. Oder die Umwelt. Aber was gehört denn eigentlich zur Natur? Was sagt dieser Begriff überhaupt alles aus? ist ein Blumenstrauß in der Vase auch Natur? Wenn ich durch einen Wald gehe, bin ich dann in der Natur? Was ist mit einem bewirtschafteten Feld? Ist das auch noch Natur, oder darf der Begriff Natur nur für etwas Ursprüngliches verwendet werden, wo noch niemand drin rumgedoktert hat. Natürlich hole ich mir da Hilfe zur Begriffserklärung. Sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene, oder solche, die es werden wollen.

Das Klexikon erklärt es so:

Die Natur ist alles, was nicht von Menschen gemacht wurde. Alle Dinge und Teile der Welt, die es auch ohne den Menschen gibt. Was von Menschen hergestellt wurde, nennt man stattdessen Kultur. Außerdem ist die Natur dasjenige, was nicht übernatürlich ist. Mit dem Übernatürlichen beschäftigt sich die Religion.

Zur belebten Natur gehören zum Beispiel alle Pflanzen und Tiere, zur unbelebten Natur die Gebirge und vieles mehr. Wir Menschen gehören auch zur belebten Natur: Wie die Tiere besitzen wir einen Körper. Die verschiedenen Bereiche der Natur werden von den Naturwissenschaften erforscht.

Wenn man von der Natur spricht, meint man oft die Umwelt oder eine Landschaft. Umweltschutz heißt auch Naturschutz. Natur ist eine Gegend, in der die Menschen noch nichts gebaut haben. Darum ist Natur mittlerweile selten geworden: Fast überall gibt es Felder, Gebäude oder zumindest Wege.

Aha, alles, was der Mensch nicht gemacht hat und was es auch ohne ihn geben würde. Denkt mal nach, das ist eine ganze Menge und mir fällt beim besten Willen nicht viel schlechtes ein, was die Natur so fabriziert hat…na ja, Mücken vielleicht oder Nacktschnecken, aber selbst die haben einen Nutzen.

Bei den Erklärungen für die Großen wird es dann schon wieder etwas komplizierter, es gibt die belebte und unbelebte Natur, es gibt integrative, philosophische und kulturelle Erklärungen und noch einige mehr, je nachdem, ob du dich in der Antike oder Neuzeit befindest.

http://www.naturundbildung.at/begriff8.html

Spannend bei der unbelebten Natur fand ich, dass dazu auch Gase gehören. Wenn ich jetzt pupse, bin ich dann ein Teil der unbelebten Natur?

Wenn ich jetzt nach draußen schaue, sehe ich leider immer weniger Natur. Natur- und Umweltschutz wird immer mehr zu einem lukrativen Geschäft, um Wahlen zu gewinnen und Geld zu machen. Mensch fährt im SUV zum 20 km entfernten Biohof, um nachhaltig zu leben. Für dich selbst bestimmt eine gute Sache, aber findet unsere Ambition zur Nachhaltigkeit auf einer egoistischen Bühne statt? Liveclean fürs eigene Gewissen?

Nichtsdestotrotz habe ich tolle Projekte gefunden, bei dem die belebte Natur Mensch wirklich großartige Ideen zum Thema Nachhaltigkeit geschaffen hat!

https://www.watson.ch/international/wissen/593315440-das-sind-aktuell-die-7-imposantesten-nachhaltigkeitsprojekte

© Sunny Möller