Wortkunst

Sprichwörtlich

Aus, Maus, Blumenstrauß,
Ende Gelände,
Zappenduster sagte er, es werde Licht,
doch alte Besen kehren nicht,
denn die Lügen mit den kurzen Beinen,
kommen nur auf langen Strecken,
sind die Gänse hinten fett,
und der Hase liegt im Pfeffer,
mit dem Brett vorm Kopf
und den Nagel obendrauf,
könnte ich ne ruhige Kugel schieben,
lass die Kirche schön im Dorf,
ohne Sockenschuss und Vogel,
mach ich mich mal jetzt vom Acker
und Hand aufs Herz
und durch die Blume ins Gesicht,
den roten Faden verlier ich nicht.

 

© Sunny Möller

Allgemein

Ich bin

Ich sehe nichts.

Ich sehe dich.

Ich höre nichts.

Ich höre dich.

Ich fühle nichts.

Ich fühle dich.

Ich schmecke nichts.

Ich schmecke dich.

Ich bin nichts.

Du bist alles.

Deine Augen, unendlich, deine Stimme so warm, deine Haut, so berauschend, dein Kuss, so süß, nicht immer alles, doch ganz viel das.

(c) Sunny Möller

Wortkunst

Die Ent-scheidung

Ist die Scheidung eine Trennung,
so zieht sie Schlechtes hinten dran.
Lässt das eine fallen um das Zweite zu erwählen.
Und wenn ich nicht will oder nicht kann?
Entdeckung und Entwicklung sind mir da die liebsten
Mit dem Ent oder kennt,
ihr andre dieser Wörter,
die kein Unbehagen nennt?

 

© Sunny Möller

Wortkunst

Blau und Weiss

Ungebändigt steht sie da,
Tod und Leben ziemlich nah,
verbrennt sorglos jede Last,
denkt nicht einen Bruchteil des Moments,
an das was kann, was ist, nicht einmal fast.
Und fragst du dich, wo brennt’s?
Im Innern wünscht ich,
blau und weiß,
brenn für mich,
mach Kaltes wieder heiß.

(c) Sunny Möller

Allgemein, Wortkunst

Ihr Blick

Ihr Blick ist vom Geschehen dieses Lebens
so grau geworden, jenseits heller Töne,
einst angetrieben, in der Gier des Strebens,
sind nur geblieben der Wahrheit bittre Löhne.

Irgendwann da stand sie stark in jeder Mitte,
kein Zweifel im Glauben an das Glück,
nun schluckt der Argwohn jede Bitte,
ungesagt ins Herz zurück.

Wenn ihr jetzt denkt, das war das Ende,
sie versinkt bloß stumm in ungelebter Pflicht.
Seht nur, plötzlich hebt sie ihre Hände
und berührt mit liebenswerter Geste eure Sicht.

(c) Sunny Möller

Allgemein, Wortkunst

Die Stille schreit!

Herzschlag, Ohnmacht,
tick tack, tick tack
zack, zack,
geh mal, geh mal,
renn mal, ich nicht,
Ohren zu, durch da,
ist so, kannst du, willst du,
wortlos immerzu,
Ruhe, Ruhe, sag nichts,
die Welt muss bunt sein,
ist nichts, wird nichts,
schwarz wird rosarot verpackt.
In mir schreit es, still,
lautlos vertrackt.

Wortkunst

Allseits

Umfasst den Mond mit einer Hand,

sanft küsst die Sonne still sein Band,

zieht sie heran mit all dem Sein,

ganz hell, so dunkel kann es sein.

Berühren sich, verführen sich,

ineinander abgewandt,

richten Augen in des Andern Tiefe,

schwebend im Gefühl gebannt.

Sehnsucht, sei sie schlecht behaftet,

wird in ihrem Zwiespalt gut.

Sorglos und nach vorn gerichtet,

küsst der Mond die Sonne nun.

© Sunny Möller